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Van Morrison: Livestream zum neuen Album

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Das neue Doppelalbum LATEST RECORD PROJECT: VOLUME 1 wird mit einem entsprechenden Livestream gefeiert.

Nachdem Release-Parties im Moment schwierig sind, wird Van Morrison seine neue Platte mit einem Stream begleiten. Das Doppel-Album LATEST RECORD PROJECT: VOLUME 1 erscheint am 07. Mai, gefolgt von einem virtuellen Konzert am 08. Mai um 21 Uhr deutscher Zeit. Für den 75-Jährigen ist es das erste virtuelle Konzert. Tickets dafür sind auf Nugs erhältlich.

LATEST RECORD PROJECT: VOLUME 1 mit seinen 28 Songs ist sowohl auf CD, als auch auf Vinyl erhältlich und ist das 42. Studiowerk des Sängers. Sein letztes Studioalbum THREE CHORDS & THE TRUTH erschien vor gerade einmal anderthalb Jahren, im Oktober 2019.

Thunder im Interview: „Es ist doch nur Rock’n’Roll…“

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Sie wissen natürlich, dass es momentan andere Prioritäten gibt, aber man kann Thunder ihren Frust darüber, nicht mit ihrem neuesten Album auf Tour zu gehen, nicht verübeln – schließlich ist es ihre beste Platte seit Jahrzehnten.

Der bis dato eher kurz frisierte Danny Bowes lässt sich wieder die Haare wachsen. Auch wenn er darauf besteht, dass er wie wir alle im Lockdown keine andere Wahl hat. Auf die netteste mögliche Art zeigt der Mann, der per Zoom aus dem Bildschirm starrt, kein bisschen von dem eleganten Stil, für den wir den Thunder-Frontmann kennen. Sagt es ihr nicht, aber er gibt seiner Frau die Schuld: „Wenn ich sie noch länger wachsen lasse, sehe ich aus wie ein Obdachloser, also lasse ich sie meine Haare schneiden. Jetzt sehe ich wie ein fucking Sträfling aus!“

Doch optimistisch wie immer ist er zuversichtlich, dass er aus dem Knast entlassen sein wird, wenn die Band irgendwann mal wieder auf Tour geht, um ihr neues, 13. Studioalbum ALL THE RIGHT NOISES zu promoten. Das hat alle Chancen, den Lauf von Top-10-Platzierungen in den UK-Charts fortzusetzen, der 2015 mit WONDER DAYS begann – eine Offenbarung, die nach einer sechsjährigen Pause und im Schatten der überstandenen Krebserkrankung des zweiten Gitarristen Ben Matthews entstanden war. Der kraftvolle Nachfolger RIP IT UP (2017) weigerte sich dann kühn, genauso zu klingen. Und auf PLEASE REMAIN SEATED (2019) war die Musik erneut anders – hier dekonstruierten Thunder eine Sammlung ihrer eigenen Songs und erfanden sie neu mit frischen, größtenteils akustischen Arrangements. Bowes erinnert sich daran jedoch als ein „echter Headfuck“, den nicht jeder schätzte. „Viele sagten: ‚Oh, das war’s jetzt also? Ab jetzt nur noch Sachen zum Hinsetzen? Rückenprobleme?‘“, erinnert er sich. „Ich werde keine Namen nennen, aber es gab Bandmitglieder, die sich von solchen Kommentaren verletzt fühlten. Das machte uns umso entschlossener, jetzt wieder mit einer richtig guten Rockplatte zurückzukommen, um zu beweisen, dass wir noch nicht bereit für Pfeife und Pantoffeln sind.“

ALL THE RIGHT NOISES ist eine Hardrock-Tour-de-Force, die diese Pantoffeln mühelos wegschleudert, mit elf Songs aus der Feder von Gitarrist Luke Morley, der sie auch produziert hat. Was im vergangenen November nochmals unterstrichen wurde, als das Quintett, komplettiert durch Bassist Chr is Childs und Schlagzeuger Harry James, ein Vorabvideo zum Vollgas-Opener ›Last One Out Turn Off The Lights‹ veröffentlichte.

„Das war schon immer als Opener geplant“, sagt der strahlende Bowes stolz, „von dem Moment an, als Luke uns das Demo vorspielte. Das war eine richtige Ansage.“ Fünf Tage später zeigt sich Luke Morley ebenso stolz: „Einige Leute sagten, es klinge wie ›Whole Lotta Love‹, aber das kann ich nicht erkennen. Für mich ist es eher wie ›Fire‹ von der Jimi Hendrix Experience – also bin ich damit davongekommen! Die Band sagte, das Intro erinnere sie an Deep Purple. Ich hörte ›Rough Boys‹ von Pete Townshend … Man muss man selbst sein. Wenn ich die besten Elemente all der Musik aus unserer Jugend nehmen und sie trotzdem nach uns klingen lassen kann, habe ich meinen Job erledigt.“

Ihr viertes Album in ihrer dritten gemeinsamen Phase ab 2014 nahmen Thunder in den legendären Rockfield Studios im walisischen Monmouth auf, wo auch schon Black Sabbath, Queen, Rush, Oasis und andere arbeiteten. „Die Leute, die es leiten, sind verrückt“, sagt Bowes und lacht. „Die Dokumentation [‚Rockfield: The Studio On The Farm‘, zu sehen auf YouTube] zeigt nur die Hälfte! Aber wir verstehen uns gut und das sind nette Leute, mit denen man gut zusammenarbeiten kann. Wir haben in anderen Studios gearbeitet, die auf dem neuesten technischen Stand waren, aber da hat man Angst, irgendwo seine Füße hochzulegen. Es gefällt uns, wenn die Dinge ein bisschen abgenutzt sind und Geschichte haben.“ Das Album wurde im Januar 2020 fertiggestellt und im März von Mike Fraser in Vancouver abgemischt. Eine Tour war gebucht und die Band war bereit, loszulegen. Und dann … na ja, wir wissen alle, was dann passierte. Nach der Lockerung der Bestimmungen trafen sie sich im Juli wieder bei Rockfield, um acht der Songs live für die Doppel-CD-Version aufzunehmen. Diese zweite Disc beginnt tatsächlich mit vier der „Ausschuss“-Stücke, wie Bowes sie nennt, die es nicht unter die ursprünglichen elf geschafft hatten,
gefolgt von acht dieser elf, live aufgezeichnet mit den Background-Sängerinnen Julie McGuire (aka The Duchess aus „Space Elevator“) und Carly Green sowie Sam Tanner, der auch Keyboards spielte.

„Eine achtköpfige Band, die im Studio auftritt!“ Bowes strahlt. „Drei Tage lang nahmen wir Song um Song auf, bis wir den besten Take hatten – bang bang bang! Das war das letzte Mal, dass wir alle zusammen im selben Raum waren. Es war frustrierend, so lange warten zu müssen, bis man die Leute das hören lassen konnte, aber wenn man darüber nachdenkt, was gerade auf der Welt passiert – Menschen leiden, sterben … Es ist doch nur Rock’n’Roll, nicht wahr?“ Morley ist ebenso begeistert über das erweiterte Spektrum von Gesangstexturen, die seine eigenen Backing-Vocals verstärken. „Ich mag Harmonien sehr – ich war schon immer ein riesen Fan der Beach Boys und der Beatles.

Thundermother: Größtes, kleinstes Konzert in Berlin

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Nachdem im Berliner Olympiastadion schon Rekorde für das größte Publikum aufgestellt wurden, gibt es jetzt einmal das Gegenteil: das kleinste Konzert in der größten Location.

Im Fokus stehen sollen hierbei die Helden der Coronakrise: Pflegekräfte und Verkäufer, die zu Anfang beklatscht und dann doch vergessen wurden. In diesem Rahmen werden Thundermother am 11. Mai in Deutschland spielen.

Erfahrung mit den Social-Distance-Konzerten haben die Schwedinnen bereits zur Genüge: Im Herbst spielten sie einige Abstandskonzerte in Deutschland zur Veröffentlichung ihres Albums HEAT WAVE. Diesmal wird für die Show ein Schnelltestzentrum vor Ort organisiert, durchgeführt von den Johannitern.

Auch diejenigen, die nicht live dabei sein können, haben die Möglichkeit, sich das Ganze per Stream anzuschauen – entweder mit Virtual-Reality-Brille oder als 360°-Video. Tickets dafür gibt es auf Ticketmaster. Und auch im Olympiastadion freut man sich, einmal wieder Live-Events zu haben, nachdem praktisch alles für den Sommer abgesagt wurde.

Reach: Über THE PROMISE OF A LIFE im Video-Interview

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In den letzten Jahren waren Reach eine dieser schwedischen Rockbands, wie man sie inzwischen gut kennt. Lange Haare, sleazig angehauchter Rock’n’Roll, hübsche Gesichter, gute Sache. Doch diesem Image haben die jetzt als Trio agierenden Männer 2020 mal eben die Kehle durchgeschnitten und sich auf einen selbstgewählten Weg in den Abgrund begeben.

Im exklusiven Video-Interview mit CLASSIC ROCK erzählen die Schweden von ihrem jüngsten Album THE PROMISE OF A LIFE und stehen Rede und Anwort.

Reach im Interview:

Alice Cooper: Über seine Covid-19-Erkrankung

Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Schwächeanfälle – so beschreibt Alice Cooper seine Erfahrungen mit Covid 19.

Der Zeitung Arizona Republic gegenüber erwähnte Alice Cooper, dass er und seine Frau Sheryl letztes Jahr im Dezember an Covid-19 erkrankt waren. „Wir waren total am Ende“ erzählte Cooper. „Wir mussten nicht ins Krankenhaus, aber ich verlor 15 Pfund, konnte nicht schlafen, konnte nicht essen. Inzwischen geht es mir wieder sehr gut, ich bin wieder bei 95%.“

In einem Interview mit Eddie Trunk meinte Cooper jüngst, dass er nun beide Impfungen gegen das neue Coronavirus erhalten habe. Obwohl der König des Schockrock empfindlich auf jegliche Art von Nadeln reagiere, seien die Impfungen ein Klacks gewesen. Danach habe er lediglich zwei Stunden ein wenig Schüttelfrost gehabt, dann sei alles vorbei gewesen.

Lest hier unser jüngstes Interview mit Alice Cooper zu seinem neuen Album DETROIT STORIES.

Lainey Wilson: Mit dem Wohnwagen nach Nashville

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Mit ihrem Majorlabeldebüt SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’ geht für die Singer-/Songwriterin Lainey Wilson ein über Jahre gehegter Traum in Erfüllung. Der erdige Mix des Albums aus Modern, Neo Country und Americana dürfte weit über die Grenzen von Music City für Furore sorgen.

Laineys Werdegeang als Künstlerin liest sich beinahe wie das Drehbuch eines abendfüllenden Kinofilms, bei dem die Geschichte auf einer Heimfahrt aus dem Urlaub beginnt: „Ich verbrachte als Neunjährige
ein paar schöne Tage mit meinen Eltern in Gatlinburg, Tennessee. Auf dem Weg zurück nach Louisiana las ich auf einem Schild am Highway, dass Nashville gar nicht weit entfernt ist und bettelte meinen
Papa förmlich an, einen Abstecher dorthin zu machen. Dort angekommen, schaute ich mich um und ich weiß noch wie heute, dass ich sagte, dass das einmal meine Heimat werden würde. Darauf sang ich meinen ersten selbst geschriebenen Song, der sich um Tequila und Zigaretten drehte … Meine Eltern schauten mich absolut verwundert an. In den kommenden Jahren ging mir dieses Erlebnis nie mehr aus dem Kopf. 2011 wurde mir kurz nach meinem 19. Geburtstag bewusst, dass wenn ich es wirklich im Musikbiz schaffen möchte, jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um nach Nashville zu ziehen. Ich kaufte mir einen alten Wohnwagen und startete meinen Trip nach Tennessee. Drei Jahre lang lebte ich in dem Trailer, bis ich mir die Miete für ein Apartment leisten konnte. Es gab für mich übrigens nie einen Plan B, denn Musik bedeutet mir die Welt“.

Die Leidenschaft, die Wilson in ihre Musik legt, hört und fühlt man in jeder Sekunde von SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’, das nicht weniger als der Soundtrack ihres bisherigen Lebens ist. „Seit ich in Music City angekommen bin, schreibe ich jeden Tag neue Stücke. Klar sind auch mal ein paar Stinker dabei aber das machte es nicht leichter aus den tausenden Songs die 200 besten auszuwählen, die ich dann auf meine 50 Favoriten reduzierte. So ging es dann bis zur finalen Tracklist weiter. Ein Stück, das sich bei jeder Runde durchsetzte, war ›Sayin’ What You Thinkin’‹. Die Thematik gefiel mir verdammt gut und ich beschloss, die komplette LP um den Spirit dieses Tracks aufzubauen. Die Kunst dabei war, sich nicht zu wiederholen und eine abwechslungsreiche Platte ohne Haltbarkeitsdatum zu kreieren. Bei jedem fertig aufgenommenen Lied stellten sich mein Produzent Jay Joyce und ich die Frage, ob es sich mit den vorherigen auf einem Level befindet und eine eigene Identität besitzt. Kurzum, der gesamte Prozess zog sich vom ersten Song bis zur finalen Scheibe durch meine komplette (bisherige) Zeit in Nashville.“

Verknüpft mit dem Wunsch auf eine Pro-Karriere in der Hauptstadt der Country Music stand eine Prämisse ganz weit oben auf Lainey Wilsons Agenda: Es gibt keine auf Hochglanz polierten Produktionen. „Als Jay und ich ins Studio gingen, fragte er mich, wie ich mir den Sound von SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’ vorstellte. Ich sagte nur, dass die Instrumente richtig schön erdig klingen sollen. Wenn ich mir nun die Scheibe anhöre, kann man sie zwar super im Radio spielen, aber es klingt zu keiner Sekunde nach typischem Pop-Country. Das würde auch nicht zu mir passen, denn ich bin einfach kein austauschbares Püppchen!“

Meilensteine: The Pretty Things mit EMOTIONS

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18 April 1967: Auf der dritten LP EMOTIONS lenkt sich der Fokus von R’n’B auf Psychedelia.

Prinzipiell durchliefen sämtliche Bands der British Beat Invasion die gleichen Stationen: Einem wüsten Debüt mit mehrheitlich Coverversionen folgte in unterschiedlicher Entwicklung dann ein selbstverfasstes Album. Auch auf die 1963 von Frontsänger Phil May, Sologitarrist Dick Taylor, Bassist John Stax, Rhythmusgitarrist Brian Pendleton und Schlagzeuger Pete Kitley im Epizentrum London gegründete, nach einem Song von Willie Dixon benannten The Pretty Things traf das zu.

Im Herbst 1966 befand sich das Quintett in gleich mehrfacher Hinsicht im Umbruch: Für die Studioaufnahmen zum dritten Longplayer EMOTIONS stellte das Label Philips/Fontana den Hübschen Dingern Produzent Steve Rowland (u. a. Dave Dee, Dozy, Beaky Mick & Tich) samt Arrangeur Reg Tilsley an die Seite. Brian Pendleton entschloss sich nach einer Woche, John Stax vier Wochen später zum Austritt. Phil May heuerte Jugendfreund Wally Waller an, dessen Band The Fenmen sich just trennte. „Ich übernahm den Bass, der multiinstrumentale Fenmen-Drummer Jon Povey die Keyboards“, erinnert sich Waller. Nachdem Drum-Psychopath Viv Prince schon ein Jahr zuvor in hohem Bogen aus der Band geflogen und durch den wesentlich versierteren Skip Alan ersetzt worden war, kam damit jene Kernmannschaft zusammen, die im trendigen Hippie-Look mit schulterlangen Matten und teils Bärten einen drastischen Stilkurs möglich machte.

Rüde R’n’B-Wuchtbrummer schienen nach zwei LPs ausgereizt. Ein stilistisch wesentlich breitgefächerteres Kaleidoskop an Material lieferte das exakt mehrheitlich im Team May/Taylor/Waller entstandene Songdutzend von EMOTIONS, garniert mit den zum Teil skurril mit Streichern und Blechbläsern orchestrierten Arrangements Tilsleys. Schon die 1966 erschienenen Non-LP-Singles ›Progress‹ und ›House In The Country‹ (im Original von The Kinks) kündeten vom Stilwechsel. „Der erste gemeinsame Song von Phil und mir, ›The Sun‹, geriet famos – Psychedelia lag schon in der Luft. Es folgten, entweder im Duo oder im Dreiergespann geschrieben, ›Tripping‹, ›Children‹, ›My Time‹, ›House Of Ten‹, ›Growing In My Mind‹ und ›Bright Lights Of The City‹. Anteil am Quantensprung hatte auch der Konsum von Halluzinogenen“, reminisziert Waller die drastische künstlerische Entwicklung.

24/7 Diva Heaven: Sind sie zu rough, bist du zu soft

Im Duden wird die „Diva“ als Person beschrieben, die durch besondere Empfindlichkeit oder exzentrische Allüren auffällt. 24/7 Diva Heaven, die sich aufgrund ihres Bandnamens hiermit offiziell die Deutungshoheit über den Begriff gesichert haben, hätten da allerdings eine schönere Definition parat: „Ne Diva ist für mich einfach eine Frau, die auf die Meinung der anderen scheißt und tut, worauf sie Bock hat. No fucks given!“, schießt Bassistin Karo frei raus und Drummerin Mary ergänzt: „Eigentlich bezieht sich das auf alle, die Diva sein wollen und zwar in allen Facetten. Wir lieben jede Seite an uns, die von außen als Diva gelesen wird. Und das absolute Maximum ist natürlich der Diva Heaven, 24 Stunden am Tag!“

Ihren Lauf nahmen diese paradiesischen Zustände im Jahr 2017, als die mit Punk, Deutschpunk, Stoner- und Classic Rock sozialisierten Karo, Mary und Gitarristin/Sängerin Kat zufällig in der Berliner Konzertszene zwischen verschwitzten Shows und ein paar Bieren an den diversen Tresen der Stadt zueinander fanden. Nach einer ersten EP im Jahr 2018 und zahlreichen Konzerten erscheint nun endlich das Debütalbum STRESS: „Da liegen jetzt drei Jahre dazwischen, aber diese Zeit war notwendig, um unseren eigenen Stil zu finden, zu kreieren und diesen auch zu halten. Wir wollten etwas Homogenes erschaffen, das ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Dahinter kann ganz schön viel Arbeit stecken. Und all das gehört zu einem wichtigen Prozess, der das Album heute zu unserer Zufriedenheit klingen lässt“, so Kat im Skype-Interview.

Das Ergebnis kann sich hören lassen und strahlt trotz der diversen Einflüsse, die jede von 24/7 Diva Heaven in die Band hineinträgt, ein deutliches, jedoch modern interpretiertes 90er-Jahre-Flair aus. Der „ziemlich roughe Sound“ wechselt unbeschwert zwischen Grunge, Punk, Pop und einer authentischen Riot-Attitüde, die ziemlich viel Haltung und Kante mit einem Hauch von Augenzwinkern verwebt. Durch dieses Spannungsfeld navigieren die Divas mit großem Selbstbewusstsein und scheuen trotz des Spaßes an der Sache und einem Klima, in dem sich heute viele in der Musiklandschaft vorsichtshalber als unpolitisch branden, nicht vor eindeutigen Statements zurück. „Es wäre gelogen, zu sagen, wir seien unpolitisch. Wir sind eine politische Band, ohne dass wir ständig mit einer Banderole über dem Kopf rumlaufen müssen. Das, was wir tun, hat eine Zusatzkomponente, die mitschwingt, die etwas aussagen soll. Sei es durch unsere Texte oder durch die Tatsache, dass wir uns für mehr Diversität auf Bühnen engagieren“, erklärt Kat, während Mary hinzufügt: „Wir haben nicht mit dem Ziel, eine politische Band sein zu wollen, angefangen. Aber wie wir sind und einkategorisiert werden, ist tatsächlich per se schon politisch und wir schreiben auch über Themen, die uns bewegen, gerade jetzt, wo wir mehr in das Musikbusiness eintauchen. Deswegen sind Diva Heaven auch Mitbegründerin des ,Grrrl-Noisy‘-Kollektivs. Aber auch so sind wir in dem, was wir sind, und in dem, was wir tun, automatisch politisch“.