24/7 Diva Heaven: Sind sie zu rough, bist du zu soft

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24/7 Diva Heaven: Sind sie zu rough, bist du zu soft

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Im Duden wird die „Diva“ als Person beschrieben, die durch besondere Empfindlichkeit oder exzentrische Allüren auffällt. 24/7 Diva Heaven, die sich aufgrund ihres Bandnamens hiermit offiziell die Deutungshoheit über den Begriff gesichert haben, hätten da allerdings eine schönere Definition parat: „Ne Diva ist für mich einfach eine Frau, die auf die Meinung der anderen scheißt und tut, worauf sie Bock hat. No fucks given!“, schießt Bassistin Karo frei raus und Drummerin Mary ergänzt: „Eigentlich bezieht sich das auf alle, die Diva sein wollen und zwar in allen Facetten. Wir lieben jede Seite an uns, die von außen als Diva gelesen wird. Und das absolute Maximum ist natürlich der Diva Heaven, 24 Stunden am Tag!“

Ihren Lauf nahmen diese paradiesischen Zustände im Jahr 2017, als die mit Punk, Deutschpunk, Stoner- und Classic Rock sozialisierten Karo, Mary und Gitarristin/Sängerin Kat zufällig in der Berliner Konzertszene zwischen verschwitzten Shows und ein paar Bieren an den diversen Tresen der Stadt zueinander fanden. Nach einer ersten EP im Jahr 2018 und zahlreichen Konzerten erscheint nun endlich das Debütalbum STRESS: „Da liegen jetzt drei Jahre dazwischen, aber diese Zeit war notwendig, um unseren eigenen Stil zu finden, zu kreieren und diesen auch zu halten. Wir wollten etwas Homogenes erschaffen, das ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Dahinter kann ganz schön viel Arbeit stecken. Und all das gehört zu einem wichtigen Prozess, der das Album heute zu unserer Zufriedenheit klingen lässt“, so Kat im Skype-Interview.

Das Ergebnis kann sich hören lassen und strahlt trotz der diversen Einflüsse, die jede von 24/7 Diva Heaven in die Band hineinträgt, ein deutliches, jedoch modern interpretiertes 90er-Jahre-Flair aus. Der „ziemlich roughe Sound“ wechselt unbeschwert zwischen Grunge, Punk, Pop und einer authentischen Riot-Attitüde, die ziemlich viel Haltung und Kante mit einem Hauch von Augenzwinkern verwebt. Durch dieses Spannungsfeld navigieren die Divas mit großem Selbstbewusstsein und scheuen trotz des Spaßes an der Sache und einem Klima, in dem sich heute viele in der Musiklandschaft vorsichtshalber als unpolitisch branden, nicht vor eindeutigen Statements zurück. „Es wäre gelogen, zu sagen, wir seien unpolitisch. Wir sind eine politische Band, ohne dass wir ständig mit einer Banderole über dem Kopf rumlaufen müssen. Das, was wir tun, hat eine Zusatzkomponente, die mitschwingt, die etwas aussagen soll. Sei es durch unsere Texte oder durch die Tatsache, dass wir uns für mehr Diversität auf Bühnen engagieren“, erklärt Kat, während Mary hinzufügt: „Wir haben nicht mit dem Ziel, eine politische Band sein zu wollen, angefangen. Aber wie wir sind und einkategorisiert werden, ist tatsächlich per se schon politisch und wir schreiben auch über Themen, die uns bewegen, gerade jetzt, wo wir mehr in das Musikbusiness eintauchen. Deswegen sind Diva Heaven auch Mitbegründerin des ,Grrrl-Noisy‘-Kollektivs. Aber auch so sind wir in dem, was wir sind, und in dem, was wir tun, automatisch politisch“.

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