Meilensteine: The Pretty Things mit EMOTIONS

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Meilensteine: The Pretty Things mit EMOTIONS

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18 April 1967: Auf der dritten LP EMOTIONS lenkt sich der Fokus von R’n’B auf Psychedelia.

Prinzipiell durchliefen sämtliche Bands der British Beat Invasion die gleichen Stationen: Einem wüsten Debüt mit mehrheitlich Coverversionen folgte in unterschiedlicher Entwicklung dann ein selbstverfasstes Album. Auch auf die 1963 von Frontsänger Phil May, Sologitarrist Dick Taylor, Bassist John Stax, Rhythmusgitarrist Brian Pendleton und Schlagzeuger Pete Kitley im Epizentrum London gegründete, nach einem Song von Willie Dixon benannten The Pretty Things traf das zu.

Im Herbst 1966 befand sich das Quintett in gleich mehrfacher Hinsicht im Umbruch: Für die Studioaufnahmen zum dritten Longplayer EMOTIONS stellte das Label Philips/Fontana den Hübschen Dingern Produzent Steve Rowland (u. a. Dave Dee, Dozy, Beaky Mick & Tich) samt Arrangeur Reg Tilsley an die Seite. Brian Pendleton entschloss sich nach einer Woche, John Stax vier Wochen später zum Austritt. Phil May heuerte Jugendfreund Wally Waller an, dessen Band The Fenmen sich just trennte. „Ich übernahm den Bass, der multiinstrumentale Fenmen-Drummer Jon Povey die Keyboards“, erinnert sich Waller. Nachdem Drum-Psychopath Viv Prince schon ein Jahr zuvor in hohem Bogen aus der Band geflogen und durch den wesentlich versierteren Skip Alan ersetzt worden war, kam damit jene Kernmannschaft zusammen, die im trendigen Hippie-Look mit schulterlangen Matten und teils Bärten einen drastischen Stilkurs möglich machte.

Rüde R’n’B-Wuchtbrummer schienen nach zwei LPs ausgereizt. Ein stilistisch wesentlich breitgefächerteres Kaleidoskop an Material lieferte das exakt mehrheitlich im Team May/Taylor/Waller entstandene Songdutzend von EMOTIONS, garniert mit den zum Teil skurril mit Streichern und Blechbläsern orchestrierten Arrangements Tilsleys. Schon die 1966 erschienenen Non-LP-Singles ›Progress‹ und ›House In The Country‹ (im Original von The Kinks) kündeten vom Stilwechsel. „Der erste gemeinsame Song von Phil und mir, ›The Sun‹, geriet famos – Psychedelia lag schon in der Luft. Es folgten, entweder im Duo oder im Dreiergespann geschrieben, ›Tripping‹, ›Children‹, ›My Time‹, ›House Of Ten‹, ›Growing In My Mind‹ und ›Bright Lights Of The City‹. Anteil am Quantensprung hatte auch der Konsum von Halluzinogenen“, reminisziert Waller die drastische künstlerische Entwicklung.

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