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Start Blog Seite 308

David Lee Roth: 18 Mittelfinger für Gene Simmons

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Kein Freund subtiler Gesten: David Lee Roth postete das Bild eines Kindes, das den Mittelfinger zeigt. Und zwar nicht ein oder zwei Mal, sondern ganze 18 Mal.

Der Streit zwischen den beiden Frontmännern begann, als Kiss-Sänger Gene Simmons in einem Interview David Lee Roth mit Elvis verglich. Ein schmeichelhafter Vergleich, möchte man meinen, hätte Simmons nicht von Elvis in seinen späteren Jahren gesprochen. „Ich erinnere mich lieber an Elvis zu seinen Glanzzeiten. Nicht aufgeblasen und nackt auf dem Badezimmerboden.“ In Bezug auf Roth: „Er war der ultimative Frontmann. Nicht Plant, nicht Stewart, niemand. Er hat das ‚Frontmann-Sein‘ auf ein neues Level gebracht. Und dann weiß ich nicht, was passiert ist…“ Roth war ursprünglich als Support für die End-Of-The-Road-Tour geplant gewesen.

Und um seine Reaktion zu unterstreichen, postete Roth auf seinem Instagram-Account das Bild eines Kindes mit gestrecktem Mittelfinger nicht ein oder zwei, sondern ganze 18 Mal. Und damit die Nachricht auch ganz sicher nicht falsch interpretiert werden könnte, steht noch „Roth an Simmons“ auf dem Bild.

Ob und wie der Kiss-Sänger reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Red Machete: „Lange Haare, laute Gitarren, Schlaghosen und ein offenes Hemd“

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Auf ihrem zweiten Album, HIGH TENSION, sind Red Machete erwachsener geworden, was sich vor allem in einer offeneren Herangehensweise niedergeschlagen hat. „Wir müssen nicht mehr krampfhaft diesem 70er-Image folgen, wichtig ist uns die Authentizität“, sagt Sänger und Gitarrist Marco.

Trotzdem wurde die neue Platte analog aufgenommen – mit dem Risiko, alles zu verlieren. „Da stehen vier Leute an einem Riesenmischpult und müssen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Knöpfe drehen. Da bist du ganz schön happy, wenn du es geschafft hast.“ Komplett live eingespielt, wollten die Österreicher die für sie typische Spontaneität und Authentizität auch im Studio einfangen. „Unser Debüt war digital aufgenommen. Jetzt haben wir es eher durch Zufall mal so probiert und es hat sich sehr natürlich angefühlt.“ Die Zeit im Studio haben die Linzer aus Kostengründen kurz gehalten – da hilft es, dass das Trio bereits seit 13 Jahren zusammen spielt und sich blind versteht.

An vorderster Stelle stünde bei Red Machete sowieso das Feeling. „Bei unserer Musik geht es um Dinge, die uns bewegt haben. Heutzutage ist man es gewohnt, dass alles perfekt klingt , aber die kleinen Fehler lassen es erst zur Rockmusik werden. Wir sind klar beeinflusst von der Musik, mit der wir aufgewachsen sind. Von Queen, AC/DC oder Deep Purple. Dann geht es weiter zu Dio, Whitesnake und Doug Aldrich. Das war für mich das, wo ich so richtig abgerutscht bin. Lange Haare, laute Gitarren, Schlaghosen und ein offenes Hemd“, so Marco.

Komplett auf die eigene Intuition zu hören, das haben Red Machete auf dieser Platte ganz bewusst getan. „Den Kopf benutzt man eh genug“, findet Klaus, während sein Bandkollege den Aufnahmeprozess so beschreibt: „Du gehst total vorbereitet rein – glaubst du – und dann kommt’s eh anders, als du denkst. Da hat es schon sehr geholfen, sich von seinen Gefühlen leiten zu lassen“. Das pragmatische Lebensmotto ihres ehemaligen Chefs in einer Linzer Bar hat sich die Band dabei zu ihrem eigenen gemacht: „Entweder es taugt, oder eben nicht“.

Auch sonst sind die Österreicher risikofreudig und liefern gleich eine passende Anekdote zum Beweis: „Ich stell mich während Gigs immer auf die Bar und suche mir dann jemanden aus, der mich auf den Schultern zurück zur Bühne trägt. An dem Tag war das ein Freund von uns, der einen ziemlichen Rausch hatte…“ Das Resultat war der überraschend harte Kontakt mit dem Fliesenboden. „Das war der einzige Gig, wo ich es nicht bis zur Bühne geschafft habe“, resümiert Marco trocken.

Das wahre Wunder der Geschichte: Seine Les Paul hat den Unfall unbeschadet überstanden. Alles andere wäre auch eine Schande gewesen, nicht nur, weil es demnächst wieder losgeht mit unvorhersehbarer Live-Akrobatik, sondern auch, weil die eingeritzten Unterschriften von Billy Gibbons, Justin Hawkins und Richie Kotzen das Instrument zieren.

Top Ten: Die coolsten Girlbands aller Zeiten

Östrogen-Watsche statt Testosteron-Hammer. CLASSIC ROCK präsentiert euch die Top Ten der coolsten Girlbands!

CLASSIC ROCK hat die zehn coolsten Girlbands aus den letzten fünf Jahrzehnten Musikgeschichte für euch zusammengesucht. Lehnt euch zurück und genießt die feminine Video-Revue!

10. The Go-Go’s

Die strahlenden Sonnenscheinchen aus Kalifornien verbreiteten ordentlich Partylaune mit ›We Got The Beat‹:

9. Vixen

In ›Edge Of A Broken Heart‹ rockten sich die toupierten Hairmetal-Königinnen von Vixen den Herzschmerz von der Seele:

8. The Bangles

Im Video zu ihrem Alltime-Klassiker ›Walk Like an Egyptian‹ gaben die Bangles nützliche Tanz-Tipps, die auch heute noch auf jedem Dancefloor ankommen:

7. 4 Non Blondes

Nicht nur der Sound von ›Superfly‹ war ziemlich funky, auch die Outfits der 4 Non Blondes rund um die verrückte Hutmacherin Linda Perry konnten mithalten. „Leider“ hat sich hier ein männliches Bandmitglied eingeschlichen…Hoppla.

6. Mo-Dettes

Die Pop-Punk-Ladies von den Mo-Dettes waren nicht nur klamotten-technisch weit vorne mit dabei:

The Dead Daisies: Zum nächsten Level

Für ihr neues Album HOLY GROUND haben sich die Dead Daisies um Mäzen David Lowy niemanden Geringeren als Glenn „The Voice Of Rock“ Hughes an Bord geholt. Als man am Tag der Präsidentschaftswahl Hughes Nummer im sonnigen Kalifornien wählte, begrüßte einen der 69-Jährige freundlich und erzählte prompt gewohnt selbstbewusst von seiner neuen Position bei den Dead Daisies und warum er diese Band auf ein ganz neues Level heben wird.

Glenn, warum bist du jetzt bei den Dead Daisies dabei?

Vor 18 Monaten rief mich deren Management an und fragte, ob ich mich nicht mit David Lowy treffen wollte. Er kam nach Los Angeles, wir aßen gemeinsam im Sunset Marquee zu Abend und damals wusste ich gar nicht, was er von mir wollte. Es stellte sich heraus, dass ich Bass spielen, singen und Songs für die Dead Daisies schreiben sollte, um die Band auf ein neues Level zu bringen, weil sie liebten, was ich in den letzten 40 Jahren meines Schaffens erreicht habe. Also habe ich mit meiner Frau darüber gesprochen. Ich war damals gerade über drei Jahre mit „Glenn Hughes performs Classic Deep Purple“ unterwegs gewesen, eine großartige Show übrigens, und, um ehrlich zu sein, wollte ich einfach mal etwas anderes machen. Im August 2019 traf ich mich mit der ganzen Band in den Sunset Sounds Studios in Hollywood. Und was ich dann getan habe: Ich habe zwei Songs geschrieben. Ich brachte ›Unspoken‹ und ›Holy Ground‹ mit und spielte sie den Jungs vor, was ihnen wiederum sehr gut gef iel. Also haben wir die beiden Nummern aufgenommen und spürten, dass das eine tolle Sachen werden könnte. Zuhause schrieb ich weitere sechs Songs und im November 2019 nah-men wir die schließlich in den Le Fabrique Studios in Südfrankreich auf. Meiner Meinung nach ist dieses Album ein sehr aussagekräftiges Statement für die Dead Daisies. Es ist eine sehr gut komponierte Platte, sehr fokussiert, wir alle sind sehr glücklich darüber. Das einzige Prob-lem ist natürlich diese Pandemie, ansonsten wäre es ja schon vor sechs Monaten herausgekommen. Aber da geht es ja gerade allen gleich. Weißt du, ich bin nun mal ein Live-Sänger, ich liebe es wirklich, die Fans zu unterhalten. Wir scharren also alle schon mit den Hufen und vermissen es sehr.

Also warst du der Haupt-Songwriter auf diesem Album?

Ja, das war auch der Hauptgr und, war um sie mich haben wollten. John Corabi und Marco Mendoza kenne ich schon lange, aber als die beiden die Band verließen, hatten mich die Daisies schon auf dem Schirm, was ich erst später erfuhr. Ich denke mal, die Leute wissen, dass ich ein Rock’n’Roll-Songschreiber bin. Aber weißt du, damit ich in einer Band spielen kann, brauche ich ein wirklich gutes Verhältnis zu den anderen. Wir müssen Freunde werden. Als wir in Frankreich in diesem wundervollen Chateau waren, um aufzunehmen, war das super, weil wir gemeinsam dort lebten. Wir aßen zusammen, hatten Spaß. Ich habe keine Geschwister, deswegen genieße ich diese Bandbeziehungen wirklich sehr.

Was geben dir all diese Kollaborationen, in denen du über die Jahre gearbeitet hast?

Ich kann mich sehr glücklich schätzen: Ich bin an einem Punkt im Leben angelangt, wo ich mir wirklich aussuchen kann, was ich tun möchte. Und deswegen geht es bei diesen Konstellationen für mich wie gesagt wirklich um die Freundschaften, die daraus entstehen. Ich will Spaß in meinem Leben haben. Und auch, wenn es mal schief geht, lernt man ja aus den vermeintlich schlechten Erfahrungen auch immer. Alles, was man im Leben tut, lehrt einen etwas. Im Hier und Jetzt muss ich immer weiter Musik kreieren, denn wenn ich damit aufhöre, ist es aus mit mir. Als ich meinen Lebensstil vor 30 Jahren änderte, entschied ich mich dafür, die Welt zu beobachten und Musik zu machen. Ich schreibe so viel Musik, dass es schon fast gruselig ist! Ich nehme jeden Tag etwas auf.

Das ist also das Geheimnis hinter deinem Energielevel?

Für mich geht es um Arbeit, Arbeit und Arbeit. Ich meine, was ist Erfolg? Dabei geht es doch nicht um Geld, sondern darum, was dein Leben für einen Sinn und Zweck hat. Und ich weiß nun mal, dass die Musik meine Heilung ist. Sie spricht zu mir. Ich habe dieses Geschenk erhalten, dass ich weiß, welchen Zweck ich auf dieser Erde zu erfüllen habe. Viele Leute wissen das von sich selbst nicht. Wenn ich mich mit Gitarre oder Keyboard hinsetze und ein bisschen herumprobiere, fällt mir nach wenigen Minuten ein neuer Song ein. Wie viel Glück ich doch habe!

War es eigentlich deine Idee, Humble Pie zu covern?

Das ging nicht von mir aus, nein. Du weißt ja, dass die Dead Daisies immer ein Cover einbauen. Als sie mir erzählten, dass es ›30 Days In The Hole‹ sein würde, dachte ich mir einfach, dass das dann wohl mein persönlicher Tribut an Steve Marriott sein würde, der ein guter Freund von mir war.

Wie würdest du die Dynamik in diesem Line-up der Dead Daisies beschreiben?

Doug und ich verstehen uns wirklich wunderbar. Wir kennen uns ja schon länger, da war ich mir also sicher, dass es funktionieren würde. Ich kannte Dean noch von seiner Zeit bei Journey und wusste, dass er ein toller Schlagzeuger und Sänger ist. Ich habe es schon immer geliebt, zusammen mit anderen zu singen, das Mikrofon zu teilen. Ob das jetzt Joe Bonamassa oder David Coverdale waren, ich genieße das. In unseren Liveshows werden Dean und ich oft gemeinsam singen und das ist großartig. Zudem ist er ein toller Perkussionist. Und David Lowey mit seinem super Rhyhtmusgitarrenspiel, das wird grandios. Anfangs habe ich mich schon gefragt, wie das alles mit dieser Band klingen würde. Es stellte sich heraus: Es klingt fantastisch!

Welche Erwartungen hast du an diese Band?


Natürlich, dass wir weiter Musik machen. Ich schreibe wie ein Verrückter. Eigentlich hätten wir unsere Tour ja im Februar in Deutschland gestartet, aber das geht jetzt natürlich nicht. Das ist sehr schade, weil Deutschland über meine ganze Karriere hinweg immer ein sehr wichtiges und wundervolles Land für mich war. Ich werde also erst mal in dieser Band bleiben, aber an irgendeinem Punkt wird es für mich auch wieder als Solokünstler weitergehen. Gerade bin ich dazu da, um diese Truppe auf das nächste Level zu bringen. Und der einzige Weg, das zu erreichen, ist natürlich mit Songs, Songs und noch besseren Songs. Man muss sich einfach immer selbst über treffen und das ist gerade mein Job bei den Dead Daisies.

Meine letzte Frage: Woher kommt dein ausgezeichneter Kleidungsstil?

Na ja, erstens bin ich Engländer. Und mein Vater war ein sehr gut gekleideter Mann, das habe ich von ihm. Außerdem habe ich das Glück, dass ich mit berühmten Designern zusammenarbeiten kann. Ich liebe die Welt der Kunst, und zudem ist es so: Wenn ich mich gut fühle, ste-hen die Chancen sehr gut, dass ich ganz passabel aussehe. (lacht) Danke für das liebe Kompliment, Sweetheart

Video der Woche: The Clash mit ›I Fought The Law‹

Obwohl sie ihn nicht geschrieben haben, ist ihre Version wohl die bekannteste.

Geschrieben aus der Perspektive eines Inhaftierten, der seine Auseinandersetzung mit dem Gesetz Revue passieren lässt, kam der Song aus den 1960ern. Doch Sonny Curtis, der zu den Crickets gestoßen war, konnte damit keinen großen Hit landen. Das passierte erst als The Bobby Fuller Four den Song 1966 coverten.

Mehr als zehn Jahre später entdeckten The Clash den Song auf einer Jukebox in San Francisco und waren so angetan, dass sie beschlossen ihn selbst zu lernen und schließlich in ihr Live-Repertoire aufzunehmen. 1979 erschien er dann schließlich auch auf ihrem Debüt THE CLASH.

Doch Joe Strummer und Mick Jones waren nicht die Einzigen, die von dem Track begeistert waren. Auch die Dead Kennedys, Status Quo und Green Day haben den Song gecovert. Live gespielt haben ihn auch The Pogues, die Nitty Gritty Dirt Band und im deutschen Raum die Toten Hosen.

In Memoriam: Frankie Banali

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14. November 1951–20. August 2020

Der in New York City geborene Drummer erspielte sich ab 1982 seine größten Erfolge bei Quiet Riot und war an deren Durchbruchsalbum METAL HEALTH von 1983 beteiligt. Er ist das einzige Mitglied, das auf allen Longplayern der Band vertreten ist. Neben dem Job als Schlagzeuger übernahm Banali bei Quiet Riot vorübergehend auch den als Manager.

Auch anderen Bands und Künstlern wie W.A.S.P., Billy Idol und Glenn Hughes verlieh er seinen Groove. Hughes über die Nachricht von Frankies Tod: „Ich bin so dermaßen traurig, dass mein Bruder Frankie Banali vergangene Nacht verstorben ist. Frankie spielte auf dem HUGHES: THRALL-Album. Niemand war loyaler, ehrwürdiger, mutiger und hingebungsvoller als Frankie“.

2019 wurde bei Banali Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Vor etwa zwei Monaten musste der Musiker in die Notaufnahme eingeliefert werden, was er noch auf seinen Social-Media-Kanälen postete. Nach über 21 Runden Chemotherapie und mehreren Schlaganfällen ist Banali nun im Alter von 68 Jahren in Los Angeles verstorben.

Seine Witwe Regina Banali teilte via Twitter mit: „Er lieferte sich bis zum Ende einen inspirierend tapferen, 16 Monate währenden Kampf und spielte so lange live, wie er konnte. […] Er verlor den Kampf schließlich am 20. August um 19:18 Uhr […], umgeben von seiner Frau und seiner Tochter“.

Roger Taylor: Erste Single ›We’re All Just Trying To Get By‹

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Am 01. Oktober erscheint die neue Solo-Platte OUTSIDER von Queen-Drummer Roger Taylor.

Jetzt gibt es einen Einblick in das neue Werk. Der Brite wird am Mikrofon von KT Tunstall unterstützt. Laut Videounterschrift wurden die Parts der beiden jeweils im eigenen Studio aufgenommen. Zu sehen ist der Drummer jedoch nicht nur hinter dem Mikrofon, sondern auch an der Gitarre und am Klavier.

Für den Herbst ist zur Albumsveröffentlichung auch eine Tour mit 14 Daten für Großbritannien geplant. Dazu sagte der Brite: „Das ist meine bescheidenste Tour, ich will einfach nur eine Menge Spaß, gute Musik und dass es jeder genießt. Ich freue mich sehr darauf. Werde ich auch Queen-Songs spielen? Absolut!“

OUTSIDER ist laut Taylor allen Außenseitern gewidmet und sein erstes Studioalbum seit acht Jahren.

Sturgill Simpson – THE BALLAD OF DOOD & JUANITA

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Ein leichtfüßiges Bluegrass-Hörspiel vom sonst oft so wütenden Quertreiber des Country

Das Konzeptalbum, das eine zusammenhängende Story erzählt, ist ein fester Bestandteil der Country-Historie. Man denke nur an Willy Nelsons RED HEADED STRANGER oder Johnny Cashs THE RAMBLER. So war’s eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann auch Sturgill Simpson seinen Beitrag liefern würde. Ja, der Sturkopf hat bisher von Album zu Album immer neue Haken geschlagen, manche kürten ihn schon zum Kentucky-Bowie deswegen. Aber sein Traditionsbewusstsein stand nie in Frage, siehe die zwei CUTTIN’-GRASS-Alben, auf denen Simpson mit brilanten Nashville-Virtuosen kargen Bluegrass spielte. Diese Band, inzwischen Hillbilly Avengers getauft, ist nun auch auf THE BALLAD OF DOOD & JUANITA wieder dabei. Womit schon mal klar ist: Es gibt wieder akustische Ur-Klänge, bei denen nichts an das Jahr 2021 erinnert. Außer, man erkennt in der schnell erzählten Handlung der Konzeptplatte irgendwelche Parallelen zum heutigen Amerika: Der knorrige Dood will im Kentucky des Jahres 1862 nur mit seiner Juanita ein zufriedenes Leben als Farmer führen, doch ein Schurke entführt die Herzdame. Dood wird den Kerl verfolgen und zur Strecke bringen, begleitet von Mandoline, Banjo, Maultrommel, A-capella-Gesang. Ach ja: Zu Beginn seiner Karriere verlautbarte Simpson, er werde nur fünf Studioalben machen und sich dann zurückziehen. THE BALLAD … ist diese Fünfte. Soll diese feine, aber kurze Platte wirklich sein Abschied sein? Sie fühlt sich mehr wie ein Zwischenspiel an, nicht wie ein Schlusspunkt.

8 von 10 Punkten

Sturgill Simpson, THE BALLAD OF DOOD & JUANITA, HIGH TOP MOUNTAIN/MEMBRAN