Zur Feier ihres neuen Albums SENJUTSU, das am 03. September erschien, haben Iron Maiden jetzt ein neues Video zur Single ›Stratego‹ veröffentlicht. Der Clip ist in Form eines Animes gestaltet und zeigt fantasiereiche Kampfszenen mit japanischem Flair.
Am Ende des Videos wird klar, dass es sich bei der Schlacht um eine Partie Shogi handelt, also japanisches Schach, das Samurai-Eddie mit einer unbekannten Person spielt. Von selbiger sind lediglich die Hände mit blaulackierten Fingernägeln zu sehen sind:
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► Auf 148 Seiten beleuchten wir die ganze Geschichte von Iron Maiden. Außerdem haben wir exklusiv mit Bruce Dickinson über das neue Album SENJUTSU gesprochen.
► Welcher ist Dickinsons Lieblingssong auf der Platte? Wie singt es sich mit gerissener Achillessehne? Wird er sich seine Haare für die kommende Tournee blau färben? Haben Maiden bei Stray geklaut? All das und vieles mehr erfahrt ihr in unserer neuen Special Edition über Iron Maiden!
Im November bringen The Darkness ihr neues Album MOTORHEART raus. Jetzt veröffentlichen sie eine neue Single.
Nachdem die Briten mit EASTER IS CANCELLED 2019 eine Prophezeiung für das Pandemiejahr 2020 veröffentlichten, soll ihr neues Album MOTORHEART am 19. November erscheinen, gut zwei Jahre nach dem Vorgänger.
Begleitet wird die Ankündigung vom Release einiger Vorab-Singles. Heute erschien ein neues Lyric-Video zum Song ›Nobody Can See Me Cry‹, in dem man die ganze Band weinen sieht:
Der Track ist die Nummer sieben auf der Platte, die insgesamt neun Songs und drei Bonustracks beinhalten wird. Neben einer Vinyl-Edition soll es auch eine limitierte orangene LP geben, ebenso wie eine Kassette.
Am Donnerstag spielen Kadavar in München. Wir verlosen zwei Mal zwei Tickets für besonders Kurzentschlossene!
Die Berliner Band spielt am Donnerstag in München im Backstage. Um 20 Uhr geht es los. Wer also mal wieder Lust auf Live-Feeling hat, dem sei diese Show wärmstens ans Herz gelegt.
Ihr letztes Album THE ISOLATION TAPES erschien im Herbst 2020, nachdem eine Tour im Frühjahr pandemiebedingt abgesagt werden musste. Jetzt dürfen die Jungs aber endlich wieder spielen:
Wer endlich mal wieder tanzen und headbangen möchte, darf das auch wieder! Aktuell kann man sich zwischen Steh- und Sitzplätzen entscheiden.
CLASSIC ROCK verlost 2×2 Tickets für Kurzentschlossene:
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(Teilnahmeschluss ist der 09. September, 12:00 Uhr.)
Ob Buddy Holly, der den Kids beibrachte, eine Fender Stratocaster zu begehren, George Harrison als Pionier des amerikanischen Folkrock oder Steve Jones von den Sex Pistols, der uns die Rhythmusgitarre lehrte: Einige Gitarristen – und natürlich ihre Alben – hatten die Macht, die Welt zu verändern. Sie sorgten für einen Wandel im musikalischen Geschmack, töteten ein Genre und ersetzten es durch ein anderes. Der Rock’n’Roll war der Genozid des Country, Grunge vernichtete den Hair Metal und Oasis machten eine Zeitlang einfach alles platt. Diese Platten diktierten, welche Klamotten wir trugen, wie wir sprachen und, ja, sogar welche Drogen wir nahmen. Wir werfen einen chronologischen Blick auf 21 Alben, die nicht nur die Gegenwartskultur beeinflusst haben, sondern auch die Art veränderten, wie Gitarristen ihr Instrument spielen und welches Equipment sie dazu benutzen.
Elvis Presley HEARTBREAK HOTEL EP (1956)
Für eine ganze Generation von Nachkriegs-Kids war HEARTBREAK HOTEL das Rock’n’Roll-Äquivalent des Moments in „Der Zauberer von Oz“, in dem plötzlich alles von Schwarzweiß auf Farbe springt. Mitten in einem langsamen Blues ging Scotty Moores Gitarrensolo auf die Hörer nieder wie ein Messer. Musikkritiker hassten den Song, ebenso wie Eltern, die BBC und das Establishment im Allgemeinen – was zur Folge hatte, dass ihn die Kids noch mehr liebten. Vor Erscheinen dieser EP im Mai 1956 wollte der Durchschnitts-Teenager-Junge Fußballer, Boxer oder Dampflokomotivführer werden. Als sie dann die Charts emporstieg, nervten Kids plötzlich ihre Eltern, ihnen Gitarren zu kaufen, und fingen an, Bands zu gründen. Zwei dieser Jungspunde, John Lennon und Paul McCartney, nannten HEARTBREAK HOTEL später als einen prägenden Moment in der Geburt der Beatles.
The Crickets THE „CHIRPING“ CRICKETS (1957)
Als das Debüt der Crickets 1958 in Großbritannien erschien, war das wie ein Bombeneinschlag. Es waren nicht nur Songs wie ›That’ll Be The Day‹, ›Oh, Boy!‹ und ›Not Fade Away‹, die die Kids zum Durchdrehen brachten – die Fans verliebten sich auch in den Bandboss Buddy Holly. Bebrillt und im Geek-Look, sah Holly wie ein durchschnittlicher Junge aus, der seinen Teenager-Fans zeigte, dass man nicht so hübsch wie Elvis, so cool wie Eddie Cochran oder so gefährlich wie Gene Vincent sein musste, um Rockstar zu werden. Auf dem Cover von THE „CHIRPING“ CRICKETS konnten diese Fans auch erstmals eine Sunburst-Fender-Stratocaster erblicken, eine Gitarre, die für sie so futuristisch aussah, als sei sie aus einem vorbeifliegenden UFO gefallen. Eine jahrzehntelange Liebe zur Strat begann genau hier.
Robert Johnson KING OF THE DELTA BLUES SINGERS (1961)
Dies war eine Compilation von Columbia Records, die Aufnahmen von Robert Johnson aus San Antonio, Texas, vom November 1936, und aus Dallas, Texas vom Juni 1937 bündelte. Als sie Anfang der 60er erschien, war Johnson schon vergessen. In der Folge wurde er porträtiert als eine Art heulende Erscheinung, die dem Teufel ihre Seele verkauft hatte im Tausch für Ruhm und Reichtum – nur um dann in seinem kurzen Leben um beides geprellt zu werden. Abgesehen von diesem Bullshit-Mythos besteht Johnsons Vermächtnis aus seinem höchst kompetenten Gitarrenspiel und Songwriting. Beide trugen zum britischen Bluesrock-Boom der 60er bei: Seine Songs wurden z. B. von Cream (›Cross Road Blues‹), Led Zeppelin (›Traveling Riverside Blues‹) und den Rolling Stones (›Love In Vain‹) gecovert. Als Keith Richards zum ersten Mal Johnsons Aufnahmen hörte, glaubte er, er müsse Teil eines Duos sein: „Ich habe sehr lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass er das tatsächlich alles allein machte“.
Nach ihrem vielbeachteten Soloalbum VALVE BONE WOE, das im vergangenen Jahr erschien, hat Chrissie Hynde ihre Band Pretenders erneut reaktiviert. Ergebnis: das neue, elfte Studioalbum HATE FOR SALE, das von Stephen Street (Smiths, Blur) produziert wurde. Die Songs schrieb Chrissie allesamt zusammen mit ihrem Gitarristen James Walbourne. Im Interview spricht die Frontfrau über ihre Jugend in Ohio, ihre Anfangszeit in London, Umweltschutz, Frauenpower, Punk und was ihr die Rock And Roll Hall Of Fame bedeutet.
Chrissie, als Musikerin und Macherin giltst du als unangepasst und meinungsstark. Warst du als Jugendliche schon so rebellisch? Nein, ich war total normal. Ehrlich! Ich wuchs bei meinen Eltern in Akron, Ohio auf, mit meinem Bruder Terry. Bis 17 wusste ich gar nicht, was Rebellion überhaupt ist. Dann aber wurde ich zur Rebellin – indem ich mich entschied, Vegetarierin zu werden. Ende der 60er war das etwas Ungewöhnliches, ich gehörte zu einer Minderheit, aber darauf habe ich geschissen. Mir wurde klar, dass ich mit meiner Entscheidung recht hatte. Seit über 40 Jahren engagiere ich mich aktiv für die Sache, werde an jeder Ecke darauf angesprochen. Vegetarismus und Veganismus sind medial mittlerweile überpräsent und das ist gut so.
Für einige Protestaktionen wurdest du sogar hinter Gitter gebracht … Ich landete ein paar Mal im Knast, stimmt. Aber das war es wert, denn es hat ja etwas gebracht: Die Situation ist heute besser denn je, es hat sich ein kollektives Bewusstsein entwickelt in puncto Ernährung, Tierhaltung und Umwelt. Es tut sich was.
… auch bei den Pretenders: Vier Jahre nach ALONE gibt es nun ein neues Album, HATE FOR SALE. Die Platte sollte eigentlich schon früher erscheinen, aber immer wieder kam etwas dazwischen. Der Produzent und ich waren mit anderen Projekten beschäftigt. Ich habe in der Zeit mein Album VALVE BONE WOE gemacht, Konzerte gegeben – u. a. mit Stevie Nicks in Australien – und zu Hause viele Bilder gemalt. So zog sich die Arbeit hin.
Was hat es mit dem Titel HATE FOR SALE auf sich? Wir lieben Punk. Man könnte den Titelsong als unseren Tribut an jene Punkband verstehen, die ich als musikalischste in diesem Genre bezeichnen würde – The Damned.
Stimmt es, dass die Punkwelle dich dazu ermutigt hat, selbst eine Band zu gründen? Ja, Punk war sowas wie ein Loch im Zaun, durch das man schlüpfen und im Musikbusiness mitmischen konnte, auch wenn man selbst kein so guter Musiker war. Es gab keinerlei Regeln, man konnte tun, was man wollte, alles war plötzlich möglich. Ich war damals schon 24, 25, also für Popverhältnisse relativ alt, ich meine, die Beatles lösten sich bereits wieder auf, als sie Mitte, Ende 20 waren. Niemand in der Szene war jedenfalls so alt wie ich, höchstens noch Joe Strummer von The Clash. Also dachte ich mir: „Fuck it, ich versuch das jetzt einfach mit einer Band“.
So einfach war das aber wohl nicht … Es dauerte ewig, bis ich die richtigen Musiker zusammen hatte. Die Suche führte mich bis nach Hereford im Südwesten Englands, damals bekannt für seine florierende Musikszene. Dort fand ich zwei Mitstreiter, Gitarrist James Honeyman-Scott und Bassist Pete Farndon, und wir legten los als The Pretenders. Leider starben beide viel zu früh.
Wie kam es eigentlich zu eurem Bandnamen? Der kommt vom Song „The Great Pretender“, den ich damals in der Version von Sam Cooke im Ohr hatte. Das klang einfach gut.
Zur Welt gekommen bist du in einer Arbeiterstadt, Akron, Ohio, die besonders für ihre Reifenindustrie bekannt ist. Warum hat es dich schon recht früh von dort weggezogen? Ich wollte was erleben. Mit 17 ging ich nach Cleveland, die nächstgrößere Stadt. Von da nach Kanada und Mexiko bis nach Europa. Ich lebte einige Zeit in Paris, schließlich landete ich in London. Das war 1973, gut drei Jahre, bevor dort der Punk ausbrach.
War es schwierig, sich in der vermeintlichen Männerdomäne Rock’n’Roll zu behaupten? Im Gegenteil: Männer tragen meine Gitarren, sie nerven nicht mit irgendwelchen emotionalen Problemen und sind mir gegenüber echt easy-going. Ich hatte übrigens nie von vornherein geplant, eine Band nur mit Typen zu gründen. In Stellenanzeigen schrieb ich nie: männlicher Drummer gesucht. Ich spiele mit jedem, der mit mir Musik machen möchte. Aber es gibt halt vergleichsweise wenige Girls, die Gitarre spielen. Ich habe mich oft gefragt, warum das so ist. Mädels wollen lieber Model sein als Gitarristin. Habe ich nie verstanden. Gitarre spielen macht doch viel mehr Spaß!
Du bist auch als Malerin kreativ … Ich versuche jeden Tag, ein neues Bild zu malen. Vor ein paar Jahren habe ich mit der Malerei begonnen, quasi als eine Art Hobby. Als Kind war es mein großer Traum, eines Tages Malerin zu werden, aber dann kam der Rock’n’Roll daher …
… und du hast es bis in die Rock And Roll Hall Of Fame geschafft! Das bedeutet mir nichts. Ich spiele in einer Rockband, weil ich nicht Teil des Establishments sein will. Und die Leute, die die Rock And Roll Hall Of Fame organisieren und dafür verantwortlich sind, sind das Establishment. Die ganze Idee dahinter ist in meinen Augen falsch und hat mit Rock’n’Roll nicht das Geringste zu tun. Darum mag ich es nicht. Meine Eltern waren noch am Leben, als ich in Cleveland mit den Pretenders in diese Hall Of Fame aufgenommen wurde, die fanden das klasse, für sie war das wichtig. Sie wären zutiefst enttäuscht gewesen, wenn ich diese Auszeichnung abgelehnt hätte. Also ging ich hin.
2011, sechs Jahre später, wurdest du, ebenfalls in Cleveland, von der Menschenrechtsorganisation HRC mit dem „Ally For Equality“-Award ausgezeichnet. Fand ich deutlich besser, obwohl ich mich nicht mehr an die Preisverleihung erinnern kann. Ich verstehe, dass Awards vielen irgendwie wichtig sind, weil sie ganze Industrien am Leben halten, aber meine Sache sind sie nicht.
Siehst du dich als Künstlerin, die in der Öffentlichkeit steht und gehört wird, in einer besonderen Verantwortung? Wenn man sich politisch äußern will, darf man das, man hat das Recht. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass man automatisch zu einem Repräsentanten der Sache wird, für die man sich einsetzt. Und generell gilt: Ist man eine Dumpfbacke, sollte man besser den Mund halten. Leider hält sich nicht jeder dran. (lacht)
In den Medien wirst du gerne als Vorbild für unabhängige, starke Frauen bezeichnet, als eine Art Vorkämpferin für Frauenrechte. Stimmst du dem zu? Ich weiß nicht. Die Zeitungen versuchen halt, „ihren Fisch zu verkaufen“, wie man hier sagt. Sie wollen dir einen Stempel aufdrücken. Ich habe keine Ahnung, was die damit sagen wollen. Ich bin eine ganz normale Frau, ich mag ganz normale Leute, gehe in ganz normale Restaurants.
Lebst du noch immer in London? Allein in meinem Apartment mitten in der City, seit 46 Jahren. Ich habe keine Haustiere und tue all das, wovon ich mit 15 träumte: Musik machen, Bilder malen, einfach mal nur rumhängen. Meine beiden Kids sind erwachsen und längst aus dem Haus, ich habe die beste Zeit meines Lebens! Aber manchmal kann es auch ein hartes Stück Arbeit sein, ganz allein zu sein, wenn niemand da ist, mit dem man reden kann. Andererseits hat das Singleleben auch viele positive Seiten, wenn man seinen Seelenfrieden gefunden hat. Mir geht’s gut. Mit 60 habe ich mit dem Rauchen, dem Trinken und den Drogen aufgehört. Jetzt fühle ich mich wieder wie 15 und liebe es.
Nach Syd Barretts Weggang suchten Pink Floyd unablässig nach einem Sound – ihrem Sound. Waters, Gilmour, Wright und Mason fanden ihn letztlich auch. Doch es dauerte, und dieser lange Weg bestand aus einigen seltsamen Auftritten, ein paar verrückten Soundtracks, Experimenten im Studio und Konflikten.
In der langen, illustren Geschichte von Pink Floyd ist der Name Cyril van den Hemel allenfalls eine Fußnote. Doch 1968 hatte er die seltene Ehre, Großbritanniens wichtigste Artrockband für Matinéen in niederländischen Grundschulen zu buchen. „Vor Achtjährigen, die im Schneidersitz auf dem Boden saßen und sich fragten, was zur Hölle da gerade passierte“, wie sich der einstige Bassist Roger Waters erinnerte.
Van den Hemel leitete die Europop Agency, die die besten Underground-Bands für die Amsterdamer Hippie-Hallen Paradiso und Fantasio buchte, etwa Floyd, Deep Purple und Jethro Tull. Im Frühsommer 1968 engagierte er Pink Floyd für eine Tournee durch die Niederlande und Belgien. Ihre Hitsingle ›See Emily Play‹ und die launische Debüt-LP THE PIPER AT THE GATES OF DAWN hatten den sogenannten „Summer Of Love“ des vorangegangenen Jahres begleitet, doch Ende 1967 war Floyds talismanischer Frontmann Syd Barrett im Begriff, die Band zu verlassen. Waters, Keyboarder Rick Wright und Schlagzeuger Nick Mason ersetzten ihn mit dem Gitarristen David Gilmour. Ihre Zukunft sah jedoch sehr ungewiss aus. Anfang 1968 waren Pink Floyd dankbar für jeden Auftritt, den sie ergattern konnten, und so kam es, dass van den Hemel sie überreden konnte, in den Schulen zu spielen.
Diese heimlichen Gigs ereigneten sich nachmittags vor den regulären Shows und ohne das Wissen des Bandmanagements. „Cyril sagte: ‚Ihr müsst nur das Schlagzeug und einen Verstärker mitbringen‘“, so Waters. „Dann karrte er uns die Schulhalle.“ Keiner der Beteiligten erinnert sich, was Floyd da spielten, nur an die verblüfften Gesichtsausdrücke ihres jungen Publikums. Diese Gigs dauerten so lange, wie van den Hemel brauchte, um die Gage in Gulden abzukassieren, was selten mehr als 15 Minuten waren. „Dann sagte er: ‚Wir haben das Geld! Wir hauen ab!‘“ Das war für die Band das Zeichen, ihre Instrumente in den Lieferwagen zu werfen und sich aus dem Staub zu machen wie Bankräuber auf der Flucht. Ein paar Stunden später standen sie dann auf der Bühne in Sälen wie dem Concertgebouw in der niederländischen Hafenstadt Vlissengen und verbogen bekifften Jugendlichen mit Songs wie ›Astronomy Domine‹ und ›Interstellar Overdrive‹ die Hirnwindungen. Business as usual.
1973 machte ihr achtes Studioalbum THE DARK SIDE OF THE MOON Pink Floyd zu einer der größten Bands des Planeten. Doch damals, als sie mit quietschenden Reifen von den Parkplätzen niederländischer Schulen rasten, schien Weltruhm eher unwahrscheinlich. Sie versuchten noch, herauszufinden, was für eine Band sie überhaupt sein wollten. Und diese Reise der Selbstfindung würde Filmsoundtracks und Performance-Art-Happenings beinhalten, ebenso wie einen Mann, der im Monsterkostüm ins Publikum pinkelte, und eine Frau namens Constance Ladell mit einem radioaktiven Herzschrittmacher …
Die neuen Pink Floyd begannen, als David Gilmour in ihrem Proberaum erstmals seine Strat einstöpselte und spielte wie Jimi Hendrix. Gilmour war in Cambridge mit Waters und Barrett aufgewachsen, doch ahmte nicht Barretts abstrakten Gitarrenstil nach. Er war schon mit 15 ein semiprofessioneller Musiker – und das hörte man. „Es war eine Erleichterung, ihn in der Band zu haben“, so Mason. „Zunächst hatten wir aber noch diese Idee gehabt, ein Quintett zu sein – David würde den Großteil der Arbeit übernehmen, während Syd zuhause blieb und Songs schrieb.“ Dies erwies sich als nicht praktikabel, als Barrett keinerlei Songs ablieferte. Sein Verhalten war immer unvorhersehbarer geworden, ausgelöst durch nicht diagnostizierte psychische Störungen und seinen Konsum halluzinogener Drogen. Eine Zeitlang standen die beiden Gitarristen gemeinsam auf der Bühne, doch das war problematisch.
Ein Roadie erinnerte sich an einen Gig, bei dem der desorientierte Barrett so nah bei Gilmour stand, dass er kaum drei Zentimeter von seinem Gesicht entfernt war: „Dann begann Syd, herumzulaufen, fast so, als würde er überprüfen, ob er ein dreidimensionales Objekt sei“. Gilmour besteht darauf, sich nicht erinnern zu können, welches Bandmitglied vorschlug, Barrett für einen Auftritt an der Universität von Southampton im Januar 1968 einfach nicht abzuholen. Doch dieser spontane Beschluss auf dem Rücksitz eines Autos sollte ihr Leben tiefgreifend verändern.
Am 6. April wurde offiziell bekanntgegeben, dass Syd Barrett Pink Floyd verlassen hatte. In der Woche darauf erschien die neue Single ›It Would Be So Nice‹, eine Popnummer im Stil der Kinks, auf der Keyboarder Rick Wright sang. Sie floppte. „Kompletter Müll“, sagte Waters später. Die Band kehrte in die Abbey Road Studios zurück, um sich die Wunden zu lecken und ihr zweites Album fertigzustellen. Sie hatten es noch mit Barrett angefangen, doch es war Waters, der A SAUCERFUL OF SECRETS über die Ziellinie brachte. Er war der unerfahrenste Musiker von ihnen (und Wright wurde nie müde, Interviewern zu erzählen, wie er Rogers Bass immer wieder stimmen musste), aber er hatte zuvor in einem Architektenbüro gearbeitet und hatte Angst davor, wieder dorthin zurückkehren zu müssen. „Ich hasste es einfach, unter der Kandare zu stehen“, sagte er 1970. „Und wenn ich will, kann ich mir eines Tages immer noch ein eigenes Haus bauen.“ Waters nahm die Zügel in die Hand und machte sich fast durch schiere Willenskraft zum Songwriter. Doch er und auch der andere Hauptsongwriter Rick Wright mussten erst noch eine neue Richtung finden. „Wir konnten nie wie Syd schreiben“, sagte Wright. „Wir hatten nie die Fantasie, um uns Texte wie er einfallen zu lassen.“
https://youtube.com/watch?v=8RbXIMZmVv8
Die Tracks, die A SAUCERFUL OF SECRETS definierten, waren die, die am wenigsten nach den alten Pink Floyd klangen: ›Set The Controls For The Heart Of The Sun‹ und das Titelstück waren Mini-Symphonien mit ausgedehnten Instrumentalpassagen. Eine Art Testlauf für das, was später mit ›Echoes‹ und ›Shine On You Crazy Diamond‹ kommen sollte. Pink Floyd lancierten A SAUCERFUL OF SECRETS am 29. Juni 1968 beim Midsummer High Weekend, einem kostenlosen Festival im Londoner Hyde Park. Die Hippie-Elfen Tyrannosaurus Rex und der aufrichtige Folkie Roy Harper wärmten das Publikum auf, bevor Floyd ihr neues Epos präsentierten. Der Festivalmoderator, DJ John Peel, hörte es sich bekifft in einem Boot auf dem Serpentine-See im Park an. „Die Klänge fielen um unsere Körper mit einer samtenen Berührung und dem Geschmack von Honig“, schwärmte er in der Zeitschrift Disc.
Der Gitarrist und Gründer von Black Oak Arkansas Rickie Lee Reynolds ist im Alter von 72 Jahren verstorben.
Wie seine Tochter in einem Facebook-Post mitteilte, konnte der 72-Jährige nach einem Herzstillstand im Krankenhaus nicht reanimiert werden. Die Welt fühle sich „ein kleines bisschen kälter und leerer“ an.
Benannt hatten sich Black Oak Arkansas nach ihrer Heimatstadt. Nach ihrer Gründung in den 1960er Jahren folgte das Debütalbum im Jahr 1970 und auch der finanzielle Erfolg ließ nicht lange auf sich warten mit Songs wie ›Jim Dandy‹, einem Cover von LaVern Baker, das auf den Spitznamen des extrovertierten Frontmanns Jim „Dandy“ Mangrum anspielte. Reynolds verließ die Band 1976, kehrte aber 1984 wieder zu Black Oak Arkansas zurück.
Ron Bushy verstarb vor einer Woche im Alter von 79 Jahren. Wir widmen ihm unser Video der Woche.
Der bekannteste Hit von Iron Butterfly ist wohl ›In A Gadda Da Vida‹ aus dem Jahr 1968. Gut zwanzig Jahre später coverten Slayer diesen Song für den Film „Unter Null“.
Die psychedelische Rockband gründete sich 1966 und veröffentlichte zwei Jahre später ihr Debütalbum. Darauf zu finden: ›In A Gadda Da Vida‹. In seiner ursprünglichen, 17-minütigen Version wurde der Track im Studio einmal eingespielt, weitere Takes waren nicht nötig. Um ein Single-taugliches Format zu erreichen, wurde der Song auf knapp drei Minuten gekürzt.
Schlagzeuger Ron Bushy hatte gerade Kopfhörer auf, als er nach dem Titel des Stücks fragte und verstand deshalb ›In A Gadda Da Vida‹, obwohl der Song eigentlich „In The Garden Of Eden“ heißen sollte. Ein weiterer Grund könnte der vermutlich nicht ganz nüchterne Zustand von Sänger Doug Ingle gewesen sein.
Eigentlich wollte der Drummer mit seiner eigenen Band The Voxmen durchstarten, als er nach San Diego zog. Doch Iron Butterfly wollten ihn unbedingt als festes Mitglied haben und schließlich konnte man sich einigen.