Gamechangers: Die 21 Alben, die veränderten, wie wir Gitarre spielen Teil 1/7

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Gamechangers: Die 21 Alben, die veränderten, wie wir Gitarre spielen Teil 1/7

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Ob Buddy Holly, der den Kids beibrachte, eine Fender Stratocaster zu begehren, George Harrison als Pionier des amerikanischen Folkrock oder Steve Jones von den Sex Pistols, der uns die Rhythmusgitarre lehrte: Einige Gitarristen – und natürlich ihre Alben – hatten die Macht, die Welt zu verändern. Sie sorgten für einen Wandel im musikalischen Geschmack, töteten ein Genre und ersetzten es durch ein anderes. Der Rock’n’Roll war der Genozid des Country, Grunge vernichtete den Hair Metal und Oasis machten eine Zeitlang einfach alles platt. Diese Platten diktierten, welche Klamotten wir trugen, wie wir sprachen und, ja, sogar welche Drogen wir nahmen. Wir werfen einen chronologischen Blick auf 21 Alben, die nicht nur die Gegenwartskultur beeinflusst haben, sondern auch die Art veränderten, wie Gitarristen ihr Instrument spielen und welches Equipment sie dazu benutzen.

Elvis Presley
HEARTBREAK HOTEL EP (1956)

Für eine ganze Generation von Nachkriegs-Kids war HEARTBREAK HOTEL das Rock’n’Roll-Äquivalent des Moments in „Der Zauberer von Oz“, in dem plötzlich alles von Schwarzweiß auf Farbe springt. Mitten in einem langsamen Blues ging Scotty Moores Gitarrensolo auf die Hörer nieder wie ein Messer. Musikkritiker hassten den Song, ebenso wie Eltern, die BBC und das Establishment im Allgemeinen – was zur Folge hatte, dass ihn die Kids noch mehr liebten. Vor Erscheinen dieser EP im Mai 1956 wollte der Durchschnitts-Teenager-Junge Fußballer, Boxer oder Dampflokomotivführer werden. Als sie dann die Charts emporstieg, nervten Kids plötzlich ihre Eltern, ihnen Gitarren zu kaufen, und fingen an, Bands zu gründen. Zwei dieser Jungspunde, John Lennon und Paul McCartney, nannten HEARTBREAK HOTEL später als einen prägenden Moment in der Geburt der Beatles.

The Crickets
THE „CHIRPING“ CRICKETS (1957)

Als das Debüt der Crickets 1958 in Großbritannien erschien, war das wie ein Bombeneinschlag. Es waren nicht nur Songs wie ›That’ll Be The Day‹, ›Oh, Boy!‹ und ›Not Fade Away‹, die die Kids zum Durchdrehen brachten – die Fans verliebten sich auch in den Bandboss Buddy Holly. Bebrillt und im Geek-Look, sah Holly wie ein durchschnittlicher Junge aus, der seinen Teenager-Fans zeigte, dass man nicht so hübsch wie Elvis, so cool wie Eddie Cochran oder so gefährlich wie Gene Vincent sein musste, um Rockstar zu werden. Auf dem Cover von THE „CHIRPING“ CRICKETS konnten diese Fans auch erstmals eine Sunburst-Fender-Stratocaster erblicken, eine Gitarre, die für sie so futuristisch aussah, als sei sie aus einem vorbeifliegenden UFO gefallen. Eine jahrzehntelange Liebe zur Strat begann genau hier.

Robert Johnson
KING OF THE DELTA BLUES SINGERS (1
961)

Dies war eine Compilation von Columbia Records, die Aufnahmen von Robert Johnson aus San Antonio, Texas, vom November 1936, und aus Dallas, Texas vom Juni 1937 bündelte. Als sie Anfang der 60er erschien, war Johnson schon vergessen. In der Folge wurde er porträtiert als eine Art heulende Erscheinung, die dem Teufel ihre Seele verkauft hatte im Tausch für Ruhm und Reichtum – nur um dann in seinem kurzen Leben um beides geprellt zu werden. Abgesehen von diesem Bullshit-Mythos besteht Johnsons Vermächtnis aus seinem höchst kompetenten Gitarrenspiel und Songwriting. Beide trugen zum britischen Bluesrock-Boom der 60er bei: Seine Songs wurden z. B. von Cream (›Cross Road Blues‹), Led Zeppelin (›Traveling Riverside Blues‹) und den Rolling Stones (›Love In Vain‹) gecovert. Als Keith Richards zum ersten Mal Johnsons Aufnahmen hörte, glaubte er, er müsse Teil eines Duos sein: „Ich habe sehr lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass er das tatsächlich alles allein machte“.

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