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Brian May: Neues Zeitreise-Video zu ›Back To The Light‹

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Erst vor kurzem erschien die Neuauflage von Brian Mays 1992er Album BACK TO THE LIGHT. Jetzt gibt es ein neues Video zum Titeltrack, das May beim Zeitreisen zeigt.

Und so passiert es, dass der heutige Brian May seinem jüngerem Ich, jenem, das 1992 zusammen mit Drummer Cozy Powell im Londoner Hammersmith Odeon performt, auf die beiden Lockenköpfe gemeinsam musizieren.

„Ich empfinde sehr viel Zuneigung, wenn ich auf mich vor 30 Jahren zurückblicke. Ein junger Mann, der noch nicht ahnt, welch unfassbare Reise noch auf ihn wartet.„, so der Queen-Gitarrist über sein Eintauchen in die Vergangenheit.

Video der Woche: Rush mit ›Tom Sawyer‹

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Drummer Neil Peart würde heute seinen 69. Geburtstag feiern. Wir schauen zurück auf Rush und den Song, der seit seiner Veröffentlichung bei keinem Konzert fehlte.

Der Opener des 1981er Albums MOVING PICTURES wird bis heute gern auf Classic-Rock-Radiosendern gespielt, doch bei seiner Veröffentlichung war er in vielen Ländern nicht einmal die Single der Platte. Lediglich in der Heimat der Band, Kanada, wurde die Single ausgekoppelt. Platz 24 in den Charts, der Erfolg rannte nicht gerade die Tür ein. Dennoch ist es eines der langlebigsten Songs, der viele Preise für sich gewinnen konnte.

Geschrieben hatte die Band den Song in Zusammenarbeit mit Texter Pye Dubois. Dessen Gedicht „Louis the lawyer“ wurde überarbeitet und verlängert. Peart äußerte sich dazu: „Der Originaltext war ein Porträt eines modernen Rebellen, ein Individualist, der mit offenen Augen durch die Welt schreitet. Ich fügte noch die Versöhnung des inneren Kindes mit dem Erwachsenen und die Unterschiede zwischen dem, was Menschen in dir sehen und dem, was du wirklich bist, hinzu.“

Wenn ihr die ganze, erstaunliche Geschichte von Rush lesen wollt, gibt es hier unser Sonderheft.

Meilensteine: Janis Joplin veröffentlicht ihr Solodebüt

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11.09.1969: Janis Joplin veröffentlicht ihr Solodebüt I GOT DEM OL’ KOZMIC BLUES AGAIN MAMA!

In Janis Joplin aus dem texanischen Industriekaff Port Arthur personifizierte sich die Counter Culture der aufmüpfigen Nachkriegsgeneration auf plakative Art und Weise. Als Frontfrau der Formation Big Brother & The Holding Company im Hippie-Mekka San Francisco 1966 gestartet, folgte dank D.A. Pennebakers Kinodoku „Monterey Pop Festival“ vom Juni 1967 der internationale Durchbruch.

Das LP-Debüt BIG BROTHER & THE HOLDING COMPANY (1967) fremdelte noch mit den Charts. Nachdem Dylan-Manager Alber Grossman die Geschäfte übernahm und einen Wechsel vom Indie-Label Mainstream zum Major CBS/Columbia initiierte, folgte mit CHEAP THRILLS (1968) eine US-Nummer-eins. Grossman überzeugte Joplin, sie könne ohne Big Brother noch bigger werden. Im Frühjahr 1969 begab sie sich als Solistin auf Welttournee, in deren Rahmen am 12. April 1969 in der Frankfurter Jahrhunderthalle der einzige deutsche Auftritt stattfand. In Joplins Schlepptau befand sich die Kozmic Blues Band, eine mit Bassist Brad Campbell, Keyboarder Richard Kermode, Tenorsaxophonist Terry Clements, Baritonssaxophonist Cornelius „Snooky“ Flowers, Tenorsaxophonist Terry Clements, Trompeter Luis Gasca sowie Big-Brother-Gitarrist Sam Andrews besetzte Truppe, die sich stilistisch am Memphis Soul des Stax-Labels orientierte. Einen unverkennbar professionellen Sound aus satter Blechbläsersektion und ausgeklügelten Arrangements zwischen Soul, Funk und Rock zeichneten die TV-Kameras des Hessischen Rundfunks da auf.

Nach der Tour begab sich die Truppe samt Gästen wie Goldy McJohn (Keyboards) und Jerry Edmonton (Drums) von Steppenwolf unter der Ägide von Produzet Gabriel Mekler vom 16. bis 26. Juni 1969 in die New Yorker Columbia Records Studios. Meklers Expertise resultierte in acht erstklassigen Songs – so gut klang Janis zuvor nie. Was aus heutiger Sicht wie blanker Unsinn anmutet, schien seinerzeit der Konsens zu sein: Zwar pries man Joplins akrobatische Vokalexzesse, kritisierte aber den Soul-Funk-Rock-Kontext, in dem diese stattfanden. Rückblickend betrachtet zählt I GOT DEM OL’ KOZMIC BLUES AGAIN MAMA! zusammen mit ihrem erst posthum veröffentlichten, finalen vierten Werk PEARL (1971) zu Joplins LP-Meilensteinen.

Die zehn begrüßenswertesten Songs der Musikgeschichte

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1. ›Hello It’s Me‹ (Todd Rundgren)

2. ›Hello‹ (Oasis)

3. ›Hello Hello‹ (Caravan)

4. ›Hello Darlin’‹ (Conway Twitty)

5. ›Hello, I Love You‹ (The Doors)

6. ›Hello World‹ (Lady Antebellum)

7. ›Hello Walls‹ (Willie Nelson)

8. ›Hello Again‹ (The Cars)

9. ›Hello In There‹ (John Prine)

10. ›Hello, Goodbye‹ (The Beatles)

Meilensteine: „Rockpop“ startet

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10.09.1977: Das ZDF startet die erste Testsendung der TV-Show „Rockpop“ mit Moderator Christian
Simon

Bei den bundesweiten Sendern ARD und ZDF sowie den regionalen Dritten der ARD spielte Popkultur Mitte der 70er-Jahre nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Radio Bremen bot allmonatlich bundesweit den „Musikladen“ an. Im NDR 3 gab es Specials vom „Musikladen“ und dem „Beat-Club“, WDR 3 konterte ab 1974 mit dem vorzüglichen „Rockpalast“, dem ab 1977 zusätzlich zweimal im Jahr per Eurovision die live aus der Essener Grugahalle übertragene „Rockpalast Nacht“ auf der ARD folgte. Reichlich träge hingegen das ZDF: Bis auf den allmonatlichen Mainstream in „Disco“ und „Hitparade“ kam es nur selten zu popkulturell relevanten Ausstrahlungen.

Als der 26-jährige Christian Simon – von 1974 bis 1977 Redaktionsmitglied und Moderator bei Radio Luxemburg – in einer Pressemeldung verkündete, „Wir stellen deutsche Rockgruppen, die keine Fernsehchance hatten, ebenso vor wie internationale Spitzenleute; von Folk bis Punkrock sind sämtliche Spielarten präsent“, ließ das aufhorchen. Am 10.09.1977 flimmerte die erste von zwei „Rockpop“-Testsendungen über den Bildschirm. Im Rahmen der Berliner Funkausstellung begrüßte der artig gescheitelte Simon u. a. Uriah Heep, Tina Charles, Heavy Metal Kids und Hot Chocolate. Tatsächlich fanden sich mit Satin Whale, Birth Control, Guru Guru, Eloy, Jane sowie Udo Lindenberg & das Panikorchester auch deutsche Rockacts. Ebenfalls gelistet: Etta Cameron, Soulful Dynamics sowie Linda & The Funky Boys – allesamt Produktionen aus deutschen Tonstudios.

Eine zweite Testsendung folgte am 22.10.1977, richtig an den Start mit von da an zehn Sendungen pro Jahr im samstäglichen Vorabendprogramm ging „Rockpop“ dann am 14.01.1978 und lief bis Ende 1981. Abgelöst wurde das Format peu à peu von dem seit 1978 am späten Abend gesendeten Konzept „Rockpop In Concert“ mit dürftiger Annäherung an die „Rockpalast Nacht“, da keine komplette Liveübertragung stattfand, sondern lediglich komprimierte Konzertimpressionen zu sehen waren. Anfänglich noch mit Moderator Simon, übernahmen dann wahlweise Thomas Gottschalk, Fritz Egner, Ingeborg Schober, Diether Dehm, Christina Funk und Peter Illmann.

John Blek – ON ETHER & AIR

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Starke Emotionen und sanfte Melancholie

Mit seiner Musik steht John Blek auf den Schultern der großen irischen, britischen und amerikanischen Singer/Songwriter und findet dabei doch immer wieder Wege, Altbewährtes in ein neues Licht zu rücken. Zuletzt dienten dem Troubadour aus Cork die vier Elemente als grobe Rahmenhandlung für einen Vier-LP-Songzyklus, der nach CATHARSIS VOL. 1 (Wasser), THISTLE & THORN (Erde) und THE EMBERS (Feuer) nun mit ON ETHER & AIR (Luft) seinen Abschluss findet. Anders als das Vorgängeralbum, das auf Bleks Fingerpicking und seine einnehmend-durchdringende Stimme konzentriert war und mit anrührenden Geschichten um oft etwas schräge Charaktere kokettierte, ist ON ETHER & AIR spürbar kollaborativer ausgerichtet.

Mit alten Wegbegleitern und neuen Freunden wie Kris Drever, Cheyenne Mize und Kit Downes zelebriert Blek hier einen herrlich naturbelassenen, aber nie zu rustikal wirkenden Bandsound zwischen Intensität und Erhabenheit und findet so mit starken Emotionen und sanfter Melancholie die ideale klangliche Szenerie für seine Texte über die menschliche Sehnsucht nach ungezügelter Freiheit.

7 von 10 Punkten

John Blek, ON ETHER & AIR, K&F RECORDS/BROKEN SILENCE

The Vaccines – Back In Love City

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Die Rock‘n‘Roll-Punks steuern in die Sci-Fi-Electro-Rock-„Genusszone“

Nachdem die Indie-Gitarrenkultur den Selbstzerstörungsknopf gedrückt hatte, setzte ein hysterischer Run auf die elektronischen Rettungskapseln ein. Wo andere Bands zynische Versuche unternahmen, sich mit Synthpop oder Disco neu zu erfinden, ist dieses fünfte Album der Truppe um Frontmann Justin Hayward-Young wesentlich geschickte konzipiert, um eine Hörerschaft für sich zu gewinnen, die zuvor wenig mit den Vaccines anfangen konnte. Ihre elektronische Wiedergeburt ist in Love City angesiedelt, einer futuristischen Neon-Dystopie aus verbotener Liebe, Skandal und Reue, die vermutlich auf den Irrungen und Wirrungen des unlängst zurückgetretenen britischen Gesundheitsministers Matt Hancock basiert. In dieser verruchten, gesetzlosen Metropole träumen Humanoide von Affären im Jenseits (›Paranormal Romance‹), Sexbots überprüfen die Papiere ihrer Kunden in der „Genusszone“ (›Back In Love City‹) und revolutionäre Auftragskiller streifen durch die ›People‘s Republic Of Desire‹.

Die ganze Zeit düsen dabei Disco-Beats, Synthie-Bläser und balearisches Knistern auf Hoverbahnen entlang, beritten von einem gigantischen holografischen Freddie Cowan, der eine digitalisierte Rekonstruktion einer Surfgitarre aus den 50er-Jahren spielt. Der Liebesbrief an alles Amerikanische in ›Heart Land‹ bringt uns dann wieder auf die Erde zurück, und einige der besten Tricks hier sind von Muse „inspiriert“ – auf ›Wanderlust‹ trifft Spaghetti-Western auf Sci-Fi-Fuzz-Metal, ›Bandit‹ ist Androiden-Disco in Reinkultur und ›XCT‹ will wie Mozart klingen, der sich am Cyberpunk des 25. Jahrhunderts versucht. Mit dem mechanisierten Uptempo-Knaller ›Jump Off The Top‹ und dem hervorragenden Abschluss ›Pink Waster Pistols‹ zeigen die Vaccines schließlich endgültig, dass ihr Retro-Rock‘n‘Roll bestens geeignet ist für dieses Upgrade der nächsten Generation.

8 von 10 Punkten

The Vaccines, Back In Love City, SONY

Text: Mark Beaumont

Pokey LaFarge – IN THE BLOSSOM OF THEIR SHADE

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Frischer Schwung in der Krise

Während der Aufnahmen zu ROCK BOTTOM RHAPSODY, seinem letzten Album, ging es ihm nicht so gut. Danach hätte es noch schlimmer kommen können. Die Pandemie machte geplante Konzerte unmöglich, Pokey musste sich einigeln. Aber die Phase der Einkehr half am Ende, sorgte für Re-Fokussierung. Sein spanischer Heiratsantrag klingt so feurig, dass die Dame des Herzens einfach Ja sagen muss. Eine weitere Liebeserklärung erhalten die Niederlande, genauer gesagt Rotterdam, wo er sich sicherer als zu Hause in den USA fühlt. In der Ballade ›Long For The Heaven I Seek‹ sucht er Halt beim Herrn im Himmel, auch das erscheint harmonisch. Natürlich gibt es Dellen in der Laune, beispielsweise wenn er ans Trinken denkt oder ›To Love Or Be Alone‹ singt. Am Ende helfen eine schöne Melodie oder witzige Aussagen über Hindernisse hinweg. So ist das bei Pokey.

Um ihn gab es so um das Jahr 2013 herum einen ziemlichen Hype, als er bei Jack White gastierte und einen Beitrag in der Serie „Boardwalk Empire“ platzierte. Bis heute dreht sich bei ihm alles um Blues, Country, Rockabilly, Jazz und Swing. Keiner kriegt diese OId-School-Mischung so stimmig wie er hin. Jetzt bringt er sie mit frischem Schwung zu neuer Blüte. Wunderbar.

8 von 10 Punkten

Pokey LaFarge, IN THE BLOSSOM OF THEIR SHADE, NEW WEST/PIAS/ROUGH TRADE