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AC/DC: Neues Video zu ›Through The Mists Of Time‹

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Im November letzten Jahres veröffentlichten AC/DC überraschend ihr 16. Studioalbum POWER UP. Jetzt gibt es ein weiteres Video im Katalog.

Nachdem es bereits zu ›Realize‹, ›Witch’s Spell‹, ›Demon Fire‹ und ›Shot In The Dark‹ entsprechende Videos gab, folgt jetzt also ›Through The Mists Of Time‹.

Während für ›Realize‹ modernste Technik zum Einsatz kommen musste, um es so aussehen zu lassen, als ob die ganze Band tatsächlich zusammen sei, was aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich war, wurde für ›Demon Fire‹ und ›Witch’s Spell‹ auf grafische Lösungen zurückgegriffen. Ähnlich wird auch bei ›Through The Mists Of Time‹ vorgegangen, alte Fotos und Videoschnipsel aus den vergangenen Jahrzehnten der Bandkarriere ergänzen das Videokonzept.

Wer einfach nicht genug von „down under“ kriegen kann, hat in unserem AC/DC-Sonderheft auf 148 Seiten die Chance, noch einmal alles haarklein über die Geschichte der vielleicht größten Rockband der Welt nachzulesen.

Chrissie Hynde: Downgelockt mit seiner Bobness

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Kann man ja mal machen. Manch einer wurde in der Corona-Isolation zum Heimbäcker mit Sauerteig-Expertise, andere glotzten sich einmal hin und zurück durchs Netflix-Programm. Pretenders-Sängerin Chrissie Hynde? Nahm ein Bob-Dylan-Coveralbum auf. Das Ergebnis kann sich hören lassen.

Nicht, dass man Chrissie Hyndes bisherigen Lebenslauf unbedingt mit Dylan assoziiert hätte. Fassen wir eben (sehr) kurz zusammen: 1973 zieht die Amerikanerin als stürmisches Mädchen Anfang 20 aus der Kleinstadt Akron, Ohio nach London. Durch Jobs beim NME und in Malcolm MacLarens Klamottenladen SEX erlebt sie die Geburt des Punk hautnah mit. Mit den Pretenders macht das Szenegirl nach ein paar Fehlstarts ihren Traum von der eigenen Band wahr, landet im Januar 1980 mit der Single ›Brass In Pocket‹ gleich eine UK-Nr-1. In der folgenden Ära der Synthies halten die Pretenders die Fahne der Gitarrenbands hoch, landen weitere Treffer wie ›Back On The Chain Gang‹ (1982) oder ›Don’t Get Me Wrong‹ (1986). Weg vom Fenster waren Hynde und ihre Band trotz Pausen und Umbesetzungen seitdem nie. Alle paar Jahre melden sie sich zurück, zuletzt mit dem von Kritikerlob überhäuften Album HATE FOR SALE (2019).

Warum also Bob Dylan? „Ich bin keine Dylanologin“, erklärt Hynde in der zum Album gedrehten Doku „Tomorrow Is A Long Time“, mit der die interviewscheue Endsechzigerin sich Reporterfragen erspart. „Ich bin ein Fan wie jeder andere auch. Nicht der Typ, der Uni-Vorlesungen über ihn besucht.“ Es war James Walbourne, 41, seit neun Jahren Gitarrist der Pretenders, der den Stein ins Rollen brachte. Der Brite erinnert sich: „Das war damals, nach ein paar Wochen Lockdown, als Bob Dylan wie aus dem Nichts sein ›Murder Most Foul‹ veröffentlichte. Ich weiß noch, wie ich es mir alle 16 Minuten anhörte und völlig baff war. Ich habe den Song gleich Chrissie weitergeleitet“. Die Sängerin teilte die Begeisterung: „Das Lied hat für mich alles verändert. Es riss mich aus der Niedergeschlagenheit und der Unsicherheit, in der ich davor gefangen war. Ich habe gleich James angerufen. Erst haben wir nur über dann Song geschwärmt. Ganz spontan meinte ich dann: ‚Hey, wir sollten ein paar Dylan-Cover spielen‘.“ Dass das Ganze später zu einem Album werden sollte, war da noch nicht abzusehen. Das entwickelte sich in den kommenden Wochen von selbst, spielerisch. Da schickten sich Hynde und Multiinstrumentalist Walbourne Files hin und her. Chrissie sang in ihr iPhone („Die Aufnahmen von dem Teil klingen besser als die Aufnahmen aus manch teurem Studio“), Warbourne addierte am Heim-PC sparsam Gitarre, Klavier, Mandoline oder Harmonium hinzu.

„Das Ideal, das man mit einer Aufnahme versucht, ist doch immer, die Magie einer Liveperformance einzufangen“, so Hynde. Will sagen: Je mehr man sich im Profi-Studio reinkniet, desto mehr ist der Versuch zum Scheitern verurteilt. Je schlichter und natürlicher dagegen der Aufnahmeprozess – so wie hier –, desto mehr Magie. Einen weiteren Trumpf hatte das Duo noch in der Hinterhand: Toningenieur-Legende Tchad Blake, seit den 80ern eng mit Hynde befreundet. Warbourne: „Ich mailte ihm unsere Files, und ein paar Tage später kam sein Mix zurück. Keine Ahnung, wie er das anstellt, aber er hat ganze Symphonien aus den Tonspuren herausgeholt!“ So bezieht STANDING IN THE DOORWAY: CHRISSIE HYNDE SINGS BOB DYLAN seinen Reiz daraus, dass es ein zwangloses Album ist, das nicht als intellektuelle Abhandlung, sondern beinahe als Zeitvertreib und als Liebesbrief an Bob Dylans Lieder entstand. Ein Hörspaß, nicht nur für Dylanologen.

Text: Hanns van Smetius

Meine erste Liebe: ALIVE! von Alex Winter

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Als ich das Skript für den ersten „Bill & Ted“-Film erhielt, mochte ich sofort, dass diese zwei Typen aus der High School sich eher wie Grundschüler benahmen und diese Affinität zu Musik und Sprache hatten. Es erinnerte mich daran, mit elf oder zwölf Jahren vom großen Bruder eines Kumpels an Rush herangeführt worden zu sein. Daran, wie man im Speicher von irgendwem 2112 hörte und sich dachte: „Wow!“

Ich identifizierte mich total mit der Rolle von Bill, weil ich in der Schule ähnlich drauf war. Mit zehn Jahren war ich total versessen auf Kiss – den Einstieg lieferte die Ära rund um DESTROYER, ALIVE! und LOVE GUN. Ich war ein Mitglied der Kiss Army. Mein Zimmer war tapeziert mit Kiss-Postern und anderem Krimskrams. Und bei all meinen Freunden war es genauso. Zum ersten Mal live sah ich sie 1977 im Chequerdome in St. Louis, den gibt es heute gar nicht mehr. Es war das erste große Rockkonzert meines Lebens, ein Monster von einer Show.

https://youtube.com/watch?v=LeUosbClag8

Ich denke, die „Bill & Ted“-Streifen zeigen, dass Metalfans nicht zwingenderweise komplett weggedröhnt oder total dekadent sein müssen. Ich war jahrelang eng mit Lemmy befreundet und er war der netteste, bodenständigste Typ überhaupt. Ein paar Jahre später war ich Backstage bei einer AC/DC-Show und die Jungs haben gestrickt! Danach gingen sie auf die Bühne und fegten das Dach vom Konzertsaal.

Judas Priest: Tour-Verschiebung wegen Richie Faulkner

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Vor wenigen Stunden veröffentlichten Judas Priest ein Statement, in dem sie erklären, warum ihre aktuelle U.S.-Tour verschoben werden muss. Grund hierfür ist Gitarrist Richie Faulkner, bei dem ein ernste Herzerkrankung festgestellt wurde.

„Leider müssen wir den Rest der US-Tour verschieben. Richie leidet an einer ernsten Herzerkrankung. Er ist nun im Krankenhaus und wird behandelt. Wir alle schicken unserem Falken Liebe und wünschen ihm eine schnelle Genesung. Sobald wir Informationen von seinen Ärzten erhalten, können wir uns daran machen, die Ersatztermine bekannt zu geben. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.“

CLASSIC ROCK präsentiert: The Weight live!

Die Österreicher dürfen wieder spielen! Im Herbst kommt das Quartett auch nach Deutschland.

Nachdem The Weight 2017 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten, machten sie sich an den Nachfolger IN CONTROL, der 2020 erschien. Viel Zeit zum Touren blieb da allerdings nicht. Mit einem neuen Album im Gepäck machen sich die Wiener jetzt also wieder auf den Weg nach Deutschland:

02.10.2021 AT, Dornbirn, Conrad Sohm
08.10.2021 AT, Salzburg, Rockhouse
16.10.2021 AT, Wien, Chelsea
29.10.2021 AT, Innsbruck, Junge Talstation

21.10.2021 DE, Chiemgau, Blues Club
22.10.2021 DE, Erlenbach am Main, Beavers
23.10.2021 DE, Ravensburg, Zehntscheuer
04.11.2021 DE, Leipzig, Mörtelwerk
05.11.2012 DE, Heimthaus, Twist
06.11.2021 DE, Oldenburg, Cadillac
18.11.2021 DE, Nürnberg, Z-Bau
19.11.2021 DE, München, Strom
20.11.2021 DE, Bayreuth, Glashaus

Titelstory: The Beatles – ABBEY ROAD

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Beatles Abbey RoadKurz nach dem „Alptraum“ der Aufnahmen zu LET IT BE begannen die Beatles mit der Arbeit an ihrem nächsten Album – von dem sie wussten, dass es ihr letztes sein würde. Dessen Entstehung war alles andere als von Liebe, Frieden und Verständnis geprägt. 50 Jahre später gilt ABBEY ROAD dennoch für viele als das beste aller Beatles-Werke.

In ihrer Abwärtsspirale war es zweifellos einer der absoluten Tiefpunkte. Im Januar 1969 hatten die Beatles ihre wirklich nichts beschönigende Dokumentation „Let It Be“ und den dazugehörigen Soundtrack aufgenommen. Seit den Sessions zum Weißen Album zerfielen die niedlichen Pilzköpfe und die Arbeit an LET IT BE war für alle eine Qual gewesen. Tony Bramwell, ihr Roadie seit Liverpooler Zeiten und später ein Leiter bei Apple Records, erinnert sich: „Das Weiße Album war der Anfang vom Ende. Alles veränderte sich zu dieser Zeit, und letztlich machte Paul fast alles, während die anderen kaum noch mehr als Sessionmusiker waren.“

Lennons Heroinsucht hatte bei den Aufnahmen zu LET IT BE ihren traurigen Höhepunkt erreicht und die anderen kamen damit schlicht und ergreifend nicht klar. „Wir waren enttäuscht, dass er dem Heroin verfallen war, weil wir nicht wirklich wussten, wie wir ihm helfen konnten“, erklärte McCartney Barry Miles in dessen Buch „Many Years From Now“. „Wir hofften einfach, dass er nicht zu weit gehen würde.“
Ein weiterer Stolperstein wurde der Band am 28. Januar in den Weg gelegt, als John und Yoko sich im Londoner Dorchester Hotel mit dem amerikanischen Musikmogul Allen Klein trafen, weil Lennon der Meinung war, NEMS Enterprises, die Managementfirma ihres verstorbenen Managers Brian Epstein, würde die Beatles finanziell ausbeuten.

„Brian Epstein war ein wundervoller Mensch, er hatte eine sehr gute Intuition für das Theatralische, er wusste, dass wir etwas Besonderes hatten und vertrat uns sehr gut“, fand Lennon. „Doch er hat sich in geschäftlichen Fragen sehr schlecht beraten lassen. Er wurde über den Tisch gezogen. Das wurden wir alle.“

Lennon wollte folglich, dass Klein das Management der Beatles übernehmen und ihre völlig chaotischen finanziellen Angelegenheiten regeln würde. Tony Bramwell sagte es so: „Es gab riesige Spesenrechnungen – Catering, Getränke, kostenlose Autos und Häuser für irgendwelche Leute. Jeder Beatle hatten seinen eigenen Assistenten, und die waren allesamt überbezahlt.“

Lennon war sofort von Klein beeindruckt und beschloss, ihn zu seinem persönlichen Berater zu machen. Umgehend schrieb er Sir Joseph Lockwood, den Vorsitzenden von EMI, an: „Sehr geehrter Sir Joe, ab jetzt kümmert sich Allen Klein um alle meine Angelegenheiten.“ Diese Personalie sorgte für eine weitere Kluft zwischen Lennon und McCartney, der darauf bestand, sich weiterhin von dem Anwalt Lee Eastman vertreten zu lassen, Linda McCartneys Vater.

Ringo war unterdessen mit anstrengenden, 13-wöchigen Filmarbeiten in den Twickenham Film Studios beschäftigt, wo er in „Magic Christian“ an der Seite von Peter Sellers eine Nebenrolle spielte. Was natürlich bedeutete, dass er für jegliche Beatles-Projekte kaum Zeit hatte.

Paul McCartney, wie immer optimistisch in allen Bandbelangen, antwortete auf seine Art auf den deprimierenden Start in jenes neue Jahr: Er ging zurück an die Arbeit und schlug ein Beatles-Album vor, das sich sehr von LET IT BE unterscheiden sollte. „Ich war ziemlich überrascht, als Paul mich anrief und sagte: ‚Wir werden noch eine Platte machen, würdest du sie gerne produzieren?‘“, erinnerte sich George Martin an die Geburtsstunde von ABBEY ROAD. „Ich antwortete sofort: ‚Nur, wenn du sie mich so produzieren lässt, wie wir das früher gemacht haben.‘ Und er entgegnete: ‚Das wollen wir auch.‘ Ich sagte: ‚Auch John?‘ Und er antwortete: ‚Ja, ehrlich‘.“

Status Quo: Gründungsmitglied Alan Lancaster gestorben

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Alan Lancaster ist im Alter von 72 Jahren in seiner Wahlheimat Sydney, Australien gestorben. Das teilte sein Freund Craig Bennet auf Social Media mit. Das Gründungsmitglied von Status Quo war schon länger schwer an MS erkrankt.

1985 stand er vorerst zum letzten Mail mit seiner Band beim Live-Aid-Konzert auf der Bühne. Danach spielte er ab 2013 noch einige Shows mit Status Quo unter dem Banner „Frantic Four“.

Mercury in München

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„My God, they do know how to boogie!“

Am 5. September wäre Freddie Mercury 75 Jahre alt geworden, am 24. November jährt sich sein Todestag zum 30. Mal. Ja, 2021 ist ein Mercury-Jahr und eine Stadt scheint sich in ganz besonderem Maße an den ikonischen Frontmann zu erinnern: München. Nicht nur hat die bayerische Landeshauptstadt dieses Jahr eine Straße nach dem Queen-Sänger benannt, nun erscheint mit „Mercury in München“ auch ein Buch, das sich intensiv mit Mercurys Jahren in der Isarmetropole von 1979 bis 1985 befasst.

Und so widersprüchlich es auf den ersten Blick auch wirken mag, dass eine der exzentrischsten und schillerndsten Figuren der Rockgeschichte ausgerechnet eine so verschlafene Stadt wie die „Mia san mia“-Metropole als zweite Heimat wählte, so sehr wird beim Lesen der Lektüre dann doch deutlich, warum es gerade München sein musste.

Denn einerseits vermochte die damals international bekannte Clubszene der Stadt Freddies hedonistische Bedürfnisse zu befriedigen, andererseits erlaubte ihm ihre Boden- bzw. Rückständigkeit, ein relativ normales Alltagsleben abseits von Paparazzi- und Fan-Stalking zu leben. In München durfte Freddie Mercury Freddie Mercury sein und war umgeben von Menschen, die es ehrlich mit ihm meinten, ihn in ihrer Mitte aufnahmen. Mit 94 Schwarz-Weiß-Abbildungen, einem 16-seitigen Farbbildteil und zwei Stadtkarten mit Mercurys Stationen in München lässt sich eine bis dato wenig bekannte Seite des Stars entdecken.

Mercury in München von Nicola Bardola, HEYNE HARDCORE

8 von 10 Punkten

Text: Melanie Weierer