Nachdem Neil Young seinen gesamten Musikkatalog von Spotify entfernen ließ, folgt Kollegin Joni Mitchell nun seinem Beispiel.
Auf ihrer Website ließ die Künstlerin folgendes Statement veröffentlichen: „Ich habe mich dazu entschlossen, all meine Musik von Spotify zu entfernen. Verantwortungslose Menschen verbreiten Lügen, die Menschen das Leben kostet. Ich solidarisiere mich mit Neil Young und den wissenschaftlichen und medizinischen Communities weltweit.“
Angestoßen wurden die Spotify-Kriege durch Neil Young, der das Kursieren von Falschinformationen bezüglich Covid-19 und der Impfung kritisierte. Speziell bezog sich Young dabei auf einen sehr öffentlichkeitswirksamen Podcast von Joe Rogan, in dem der Impfskeptiker und Arzt Dr. Robert Malone erklärte, die Impfbereitschaft vieler Menschen würde durch Massenhypnose und subliminale Botschaften herebeigeführt.
Auch Pop-Sänger James Blunt schaltete sich kürzlich scherzhaft in die Diskussion mit ein und drohte Spotify damit, neue Musik auf die Plattform hochzuladen, wenn sie den Podcast von Joe Rogan nicht löschen würden. Vor kurzem ließ Nils Lofgren verlauten, seinen Katalog ebenfalls von Spotify zu ziehen. Außerdem rief er andere Musiker dazu auf, es ihm gleichzutun. David Crosby twitterte, dass er seinen Kollegen sofort folgen würde, wenn er volle Kontrolle über die Verwaltung seines Musikkatalogs hätte.
Auch Joe Rogan hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert und beteuerte, dass er es sehr schade findet, dass Neil Young und Joni Mitchell sich von Spotify zurückgezogen hätten. Von beiden sei er ein Fan.
Auf Social Media kursieren derweil Hashtags wie #cancelspotify und #deletespotify.
In einem Interview, das Radiomann Eddie Trunk mit Alice Cooper für seine Show „Trunk Nation“ beim Radiosender Sirius XM führte, erzählte der König des Schockrocks von seinen Nachfolgeplänen zum Album DETROIT STORIES, das 2021 erschien.
„Ich arbeite gerade an zwei neuen Alben. Eines ist… fertig geschrieben, das andere liegt noch in der Zukunft, aber auch das wird gerade geschrieben. Es sind zwei völlig verschiedene Arten von Alben, aber sie sind Alice Cooper, reine Rock’n’Roll-Alben.“
Richard Bellia, geboren 1962 in Frankreich, kam in den 1980er Jahren in London dazu, seine Leidenschaft für die Musik und die Fotografie miteinander zu verbinden. Zuerst wurden seine Bilder in Musikmagazinen veröffentlicht, später wurde er zusätzlich noch Musikjournalist.
Er lichtete zahlreiche Rockstars analog ab, darunter u.a. The Cure, Depeche Mode, Nirvana und David Bowie, Joe Strummer, Ramones, The Cramps, L7, Rollins oder Joy Division.
In seiner neuen Ausstellung mit dem Titel „Rocking Photography“, die vom 18. März bis zum 10. April im Weltkunstzimmer in Düsseldorf stattfinden wird, spürt Bellia der Frage nach, was es bedeutet, Musik durch das fotografische Auge zu betrachten. Kuratiert wird die Ausstellung durch den Düsseldorfer Musikjournalisten Andrew Uhlemann.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung: Sa., 19. März 2022, 11 Uhr – 18 Uhr: Workshop mit Richard Bellia für Studierende der Fotografie der HSD Sa., 19. März 2022, 20 Uhr: Konzert tba. in Kooperation mit Serge&Nina, What The France, WDR Cosmo Do., 31. März 2022, 19 Uhr: Soirée française mit einer Präsentation von Richard Bellia und Livemusik von Jean Zundel Fr., 8. April 2022, 20 Uhr: MUSIKZIMMER mit POWERSOLO, Support Hack Mack Jackson
Happy Birthday Phil Collins! Heute feiert der britische Musiker und Frontmann von Genesis sein 71. Wiegenfest.
Die Bühne hatte für den in Chiswick geborenen Phil Collins schon immer eine magische Anziehungskraft. Er war nicht nun vom Schlagzeug Spielen fasziniert, sondern auch von der Schauspielerei. Als Teenager spielte er am Westend Theater, im Beatles-Film „A Hard Day’s Night“ tritt er als Komparse auf. Doch seinen Erfolg sollte er in der Musikbranche finden.
Nach dem Album ARK 2 (1969) mit Flaming Youth stiegt er 1970 als Schlagzeuger bei Genesis ein. Collins‘ rhythmische Spielweise tat dem Sound der Band gut. Nach der Tour zum Genesis-Klassiker THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY verließ Peter Gabriel die Band, um sich seiner Solokarriere zu widmen. Collins übernahm – eher widerwillig als begeistert – den Part am Mikrofon.
Genesis entfernte sich in den nächsten Jahren immer mehr vom Progressive Rock hin zum Poprock und wurde mit dem neuen Stil immer erfolgreicher. Collins äußerte sich gegenüber der Los Angeles Times einmal so: „Einige unserer Songs bestanden aus Fragmenten und waren nicht so gut konstruiert, wie es hätte sein können. Ich will unser altes Material nicht abwerten, aber die neuen Sachen sind kräftiger, konzentrierter, weniger Stückwerk. Diese Veränderungen haben nichts mit Peters Ausscheiden zu tun. Sie sind einfach ein Teil der Entwicklung unserer Musik.“
Doch Collins hatte den Erfolg von Genesis schon in den frühen 1980er Jahren mit seinen Solosongs übertroffen. Bereits seine erste Single ›In The Air Tonight‹ von seinem 1981 erschienen Solodebüt FACE VALUE erreichte Topplatztierungen in den weltweiten Charts. Viele weitere Hits wie ›Another Day In Paradise‹, ›Sussudio‹ und ›Don’t Lose My Number‹ folgten.
1991 veröffentlichte er zusammen mit Genesis deren erfolgreichsten Album WE CANT’T DANCE. Danach wurde es erst einmal still um ihn. Die Erfolge, sowohl mit Genesis als auch solo, blieben in den 90er Jahren erst einmal aus, 1996 verließ er Genesis.
2000 wagte er sich auf neues Terrain und komponierte die Songs für den Disney-Erfolg „Tarzan“ – für ›You’ll Be In My Heart‹ wurde ihm sogar ein Oscar und ein Golden Globe verliehen. Doch körperlich ging es mit ihm stetig bergab. 2002 wurde ein teilweiser Hörverlust in seinem linken Ohr festgestellt, Ende der 00er Jahre verfiel er einer schweren Alkoholsucht. Seit einer Operation an der Halswirbelsäule im Jahr 2009 sind seine Hände teilweise taub, weswegen er nicht mehr Schlagzeug spielen kann. Auch das Laufen fällt ihm immer schwerer, weswegen er die letzten Konzerte im Sitzen bestreiten musste. Dieses Jahr sind Genesis erstmals seit über 10 Jahren wieder in der Kernbesetzung auf Tour. Im März führt sie dieses auch nach Deutschland.
Heute feiert Phil Collins seinen 71. Geburtstag. Feiern wollen wir das mit ›Land Of Confusion‹ aus ihrem Album INVISIBLE TOUCH (1986), einem der coolsten Songs und Videos der Briten, der thematisch momentan wieder hochaktuell ist:
Nachdem er nach New York gezogen war, um seinem gewalttätigen Vater zu entkommen, schrieb Doug Colvin, der zukünftige Dee Dee Ramone, einen Song über das Fluchtziel an der Küste, das er so liebte und oft besuchte. Daraus wurde ein Klassiker der Ramones.
„Wer, ich? Neeeeeeee!“ Dee Dee Ramone lacht ein cartoonhaftes Lachen bei der Vorstellung, dass die Ramones auf Surfbrettern durch die Wellen gleiten, doch er gesteht, dass er schon immer gerne nach Rockaway Beach fuhr, jenem Ort, den die Ramones in ihrem gleichnamigen Song unsterblich machten.
Auf ihrer UK-Tour im Dezember 1977 sitzt Joey neben ihm auf der Couch im Backstage-Bereich und kichert ebenfalls bei dem Gedanken, während Johnny bestätigt, Dee Dee sei „der einzige Strandtyp“ in der Band, und eingestand, dass sich auf der jüngsten Single ›Sheena Is Punk Rocker‹ („der erste Surf/Punkrock-Teenager-Rebellion-Song“, in Joeys Worten) durchaus Surf-Elemente eingeschlichen hatten. „Das ist ein surfartiger Song, also wollten wir auch einen entsprechenden Klang dafür“, erklärt Johnny typisch lapidar.
›Rockaway Beach‹ ließ eine frische Meeresbrise durch den Downtown-Sound der Band blasen und fand auf dem damals neuen Album ROCKET TO RUSSIA seinen Platz neben einer durchgeknallten Version des Trashmen-Stücks ›Surfin’ Bird‹ und einer stürmischen Interpretation von Bobby Freemans ›Do You Wanna Dance‹, wie es die von Joey so geliebten Beach Boys 1965 gecovert hatten. Rockaway Beach wurde zum Lieblingsort von Doug Colvin (später Dee Dee Ramone), nachdem er im Alter von 15 Jahren mit seiner Mutter vor einem alkoholkranken Vater in Deutschland geflüchtet und nach New York City gezogen war. Für ihn war es mit seinem riesigen Vergnügungspark sein ganz privater Fluchtpunkt.
›Rockaway Beach‹ war eines von 14 Stücken, mit denen die Ramones im August 1977 ins Mediasound Studio in New York gingen, um ihr drittes Album aufzunehmen, das dann schließlich den Titel ROCKET TO RUSSIA erhielt. Als Produzenten fungierten zwar nominell Tony Bongiovi und Schlagzeuger Tommy Ramone (der bald die Band verließ, um mehr im Studio zu arbeiten), doch es war Tontechniker Ed Stasium, der mit der Aufgabe betraut wurde, die Klangattacke der Live-Shows auf Tape zu bannen. Stasium war schon mit Bongiovis Produktion auf dem Vorgänger LEAVE HOME (an dem er ebenfalls als Techniker gearbeitet hatte) unzufrieden gewesen und erinnerte sich an die „Raumklang“-Techniken, die er gelernt hatte, als er Roy Thomas Baker zusah. Er fand, sie würden fantastisch bei Mediasound funktionieren, einer umgebauten Kirche in der West 57th Street.
„Das war ein riesiger Raum, fast wie eine Kathedrale“, erinnert sich Stasium, der auch die spektakuläre Wiederveröffentlichung von ROCKET TO RUSSIA betreute, inklusive Outtakes, Live-Aufnahmen und einem „40th Anniversary-Tracking-Mix, der die Ramones so einfängt, wie sie vor Ort klangen. „Als ich dort hinkam, dachte ich: Ich werde diesen Raumklang und die Geräuschkulisse benutzen, inspiriert von Roy. Im Studio ließ ich die Band sehr nah an den aufgestellten Mikros spielen, installierte aber auch Raum-Mikros, um ihren Live-Klang einzufangen. So kam alles aufs Band und das Tracking dauerte dann vielleicht zwei Tage. Als dann Bill Inglott, mein Co-Produzent auf diesen Boxsets, der die Mehrspurbänder in den Archiven von Warner Brothers gefunden hatte, diese digitalisierte, habe ich mir als erstes den Raumklang angehört. Heilige Scheiße, klang das umwerfend! Als wir damals das Album abmischten, verwendeten wir kaum etwas davon, es lag nur unter dem Sound. Aber es war eine Offenbarung, diese Tracks jetzt zu hören! Diese Mixe sind die Band im Studio, live. Ein direkter, nackter Tracking-Mix, einfach nur die Band, die im Studio loslegt, einfangen von diesen Raum-Mikros. Keine gedoppelten Vocals, Gitarren-Overdubs oder Backing-Vocals, sondern die Ramones, immer und die ganze Zeit mit Vollgas.“
Stasium erinnert sich daran, dass ›Rockaway Beach‹ der erste Song war, der bei den Sessions aufgenommen wurde, doch für ihn ist ›Cretin Hop‹ das beste Konzentrat des Albums, das die meisten Leute als das beste der Ramones erachten. „Das ist ein lustiger Song, so typisch für die Ramones mit seinem Text und dem Witz dahinter, und so treibend, wie sie eben waren. Es fängt mit dieser E-zu-A-Akkordfolge an und sie prügeln richtig darauf ein. Das ist sehr kraftvoll, die beste Form von Minimalismus. Wir fingen einfach mit den Aufnahmen an, und das waren die Songs, die wir auswählten. Ich hatte immer gedacht, dass die Version von ›I Don’t Care‹ auf dem Originalalbum neuer gewesen sein musste, aber als ich dann neulich die Mehrspurbänder hörte, wurde mir klar, dass die Fassung, die wir bei Mediasound eingespielt hatten, nie verwendet wurde und wir stattdessen die B-Seiten-Version von ›Sheena Is A Punk Rocker‹ auf die Platte genommen hatten. Auf der Jubiläums-Reissue wird die ursprüngliche Aufnahme nun zum ersten Mal veröffentlicht. Sie ist etwas langsamer und klingt anders. Die Mehrspurbänder [der Single-Versionen] von ›Sheena…‹ und ›I Don’t Care‹ sind leider verloren gegangen, aber zum Glück haben wir diese Fassung.“
Stasium ist bewusst, dass er, nachdem alle vier Ramones, die ROCKET TO RUSSIA aufnahmen, mittlerweile tot sind, allein für ihr grandioses Vermächtnis verantwortlich ist. Diese Reissue lässt hoffen auf ähnliche Würdigungen von ROAD TO RUIN, dem von Phil Spector produzierten END OF THE CENTURY und, hoffentlich, allen fünf Konzerten, die einst für IT’S ALIVE mitgeschnitten wurden.
„Wer hätte gedacht, dass ich 40 Jahre nach den Sessions 2017 immer noch mit ihnen arbeiten würde? Dass ich die alten Bänder durchhören, diese tollen Sachen finden und diese wunderschönen Boxsets veröffentlichen würde. Die Leute finden das vielleicht mies und werden sagen, ich sei nur hinter dem Geld her, aber so sehe ich das überhaupt nicht. Dies ist wirklich etwas Besonderes für Ramones-Fans, die dieses Material lieben werden, und ich bin so stolz, mit diesem Erbe in Verbindung gebracht zu werden. Für jedes dieser Alben sind dies die definitiven Remastered-Boxsets.“
Auch wenn die Ramones selber nie surfen gingen, wird ›Rockaway Beach‹ immer dieses Wellenkammfunkeln und diese ozeanische Resonanz haben. Als die Strandpromenade 2012 von Hurrikan Sandy zerstört wurde, lief im Radio dieser Song, um zu Spenden für den Wiederaufbau aufzurufen. Dee Dees unvergessliche und so essenzielle Worte strömten also wieder durch die Stadt: „Chewin’ out a rhythm on my bubblegum/The sun is out, and I want some…“
In den gut eineinhalb Dekaden ihres Bestehens haben sich die niederländischen Soft- und Americana- Rocker um Mastermind Arjan van der Linde eine treue, zahlenmäßig durchaus beachtliche Fanschar in ganz Europa erspielt. Diese wird mit dem neuen, achten Album der Gruppe sicher nicht nur rundum happy sein, sondern dürfte auch noch mal beträchtlich anwachsen. Denn hier ist jede Menge Hit-Potenzial vorhanden. Nummern wie das atmosphärische ›Suicide Shower‹ oder das verspielte ›Etched In Skies Of Blue‹ wirken wie fürs nächtliche Autoradio geschrieben. Natürlich kann man sie auch jederzeit andernorts genießen. Aber der entspannte Drive und das warme Ambiente dieser Lieder wecken sofort eine solche Assoziation. Vanderlinde verstehen es, auch mit dem Rest der immer mal wieder an Dire Straits oder Crowded House, dann wieder an Crosby Stills & Nash oder die Doobie Brothers erinnernden Stücke zu überzeugen. Dabei wird niemals dreist kopiert, sondern immer mit eigener Note gearbeitet. Als weitere Anspieltipps seien hier das jazzig angehauchte ›Rising Waters‹, das angenehm treibende Alternative-Country-Stück ›Norwegian Mood‹ sowie das etwas knackigere ›When Hands Turn To Fists‹ empfohlen.
Vom Soul-Himmel der 70er in die Wirren der Gegenwart
St. Paul & The Broken Bones brechen mit der Vergangenheit. Auf ihrem inzwischen vierten Album macht die achtköpfige Band aus Birmingham, Alabama, einen ordentlichen Satz nach vorn in der der Musikgeschichte und tauscht den Gospel-geküssten Soul-Sound mit hinreißendem Retro-Flair, der ihr bisheriges Tun bestimmte, gegen einen deutlich moderneren Klanganstrich ein. Kamen ihre besten Lieder zuvor oft auf Samtpfoten und mit klassischen Bläsersätzen daher, entdecken die Südstaatler nun ihre Lust am grenzenlosen Experimentieren jenseits konventioneller Songstrukturen und haben dabei keine Angst, im Eifer des Gefechts auch mal über das Ziel hinauszuschießen. Inspiriert von griechischer Mythologie, Sci-Fi-Dystopien und der Kolonialgeschichte ihrer Heimat an der Golfküste tauchen Frontmann Paul Janeway und die Seinen für THE ALIEN COAST ab in der Welt von Rock’n’Roll, R’n’B, Psychedelia, Stoner Metal, Gospel und Jazz-Funk und katapultieren sich so vom Soul-Himmel der 70er in die Wirren der Gegenwart. Das Resultat ist ein in Töne gegossener Fiebertraum, explosiv und schwindelerregend zugleich.
6 von 10 Punkten
St. Paul & The Broken Bones, THE ALIEN COAST, ATO/PIAS/ROUGH TRADE
Straighter Indierock mit toller Laut-leise-Dynamik
Wie einfach Rock’n’Roll doch sein kann: Ein klarer Beat, ein stoischer Bass, das Dröhnen einer Gitarre und eine Stimme, die sagt: „It’s ok, baby, it’s ok.“ Es dauert keine halbe Minute und man ist drin in dieser dritten Platte der deutschen Band Pictures. „Unprätentiös“ nennt das klassisch besetzte Quartett (zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug) seine Musik – und die Beschreibung passt. Pictures machen nicht viel Gewese um ihren Sound, die Strukturen sind klar, die Lyrics recht simpel, die Fragen auch: ›Who Took The Soul?‹ Straighte Rockmusik ist das, wer The Jesus and Mary Chain oder den Black Rebel Motorcycle Club mag, liegt hier richtig. Aufgenommen wurde die Platte im Hamburger Clouds Hill Studio, einem Eldorado für Equipment-Freaks und Freunde analoger Aufnahmetechnik – wobei die Devise dort sehr hanseatisch heißt: machen statt lang quatschen. Und das hat sich ausgezahlt: Songs wie ›Rockets‹ oder ›Secret And The Lost Empathy‹ bieten eine grandiose Laut-Leise-Dynamik, ›In The Morning‹ dagegen klingt nach vernebelten Jingle- Jangle-Sound, wie man ihn in Manchester liebt – erstaunlich, wie nahe Pictures hier der nordenglischen Band I Am Kloot kommen.