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Joan Jett: ACOUSTICS-Vinyl zum Record Store Day

Am 25. März hat Joan Jett zusammen mit ihren Blackhearts CHANGEUP veröffentlicht, eine umfassende Sammlung neuaufgenommener Akustik-Versionen ihrer Songs mit den Runaways und als Solokünstlerin.

Exklusiv zum Record Store Day erscheint in diesem Kontext nun am 23. April ACOUSTICS auf Vinyl. Die Scheibe enthält acht Songs, fünf davon neuaufgenommenen Akustiksongs, drei davon bisher unveröffentlicht.

Die besten Blues-Rock-Songs: Teil 2

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Wir werfen einen Blick auf die genialsten Bluesrock-Stücke. Einige davon sind bestens bekannt, doch keine Angst: Für Überraschungen ist gesorgt!

›Mississippi Queen‹
MOUNTAIN, 1970

Mountain mögen in der Rockhistorie etwas übergangen worden sein, doch Momente wie dieser machen sie unverzichtbar für die Sammlung eines jeden Bluesrockfans. Von der Kuhglocke am Anfang über Leslie Wests laszive Gitarre bis zu der rauen Stimme ist klar, warum dies ihr erfolgreichster Song wurde – der von Künstlern wie Bachman-Turner-Overdrive, Ozzy Osbourne und jüngst sehr überzeugend von den US-Aufsteigern Joyous Wolf gecovert wurde.

›Cherry Red‹
THE GROUNDHOGS, 1971

Gitarrist und Bandchef Tony McPhee behauptete, dieser fast sechsminütige Marathon sei in einem einzigen donnernden Take eingespielt worden. Und man spürt diese Chemie, während er, Bassist Peter Cruikshank und Schlagzeuger Ken Pustelnik sich dieses wütende kleine Riff gegenseitig zuspielen. McPhees Falsett ist dabei das perfekte Gegengewicht zu diesem Macho-Groove, doch der Schlüsselmoment ist das Finale, bei dem sich der Song nach einem allmächtigen, bewusstseinserweiternden Space-Jam wie der Terminator aus dem Schutt erhebt und für eine letzte Runde in den Himmel schießt.

›Layla‹
DEREK & THE DOMINOS, 1971

Aus heutiger Sicht erscheint uns ›Layla‹ totgespielt, überpräsent und viel zu lang. Keiner dieser Kritikpunkte traf jedoch 1971 zu, als Claptons brüllende Gitarre auf diesem Lick einfach nur Gänsehaut auslöste. Die Kraft des Songs täuscht über den Herzschmerz in seinem Kern hinweg – Layla war George Harrisons Frau Pattie und unerreichbar –, und die Wendung am Ende zum wehklagenden Outro (mit Unterstützung von Duane Allman) war einer von Claptons emotional aufrichtigsten Momenten.

›L.A. Woman‹
THE DOORS, 1971

An ihrem Ende kehrten die Doors noch mal zu ihren Wurzeln zurück mit einem letzten Album, das Schlagzeuger John Densmore als „roh und simpel“ bezeichnete und das noch mal dem Blues huldigte. Das Titelstück quetschte dabei so viel Saft wie nur möglich aus den altbekannten Formen. Beginnend mit Klangeffekten aus einem Slasherfilm, einem gummiartigen Bass und Jim Morrisons „stranger in town“-Gesang, ist dieser siebenminütige Klassiker die pure Dynamik. In einem Moment bremst er für den „Mr. Mojo Risin’“-Part zu einem benommenen Schleppen ab, im nächsten erwacht er mit Robby Kriegers sprudelndem Gitarrensolo wieder zum Leben.

›Lazy‹
DEEP PURPLE, 1972

Normalerweise wäre ein siebenminütiges Stück schwer zu übersehen, doch unter all den anderen legendären Songs auf MACHINE HEAD fiel es ›Lazy‹ schwer, von nicht so hartgesottenen Purple-Fans anerkannt zu werden. Ihr Problem. Von dem Moment an, wo Ritchie Blackmore mit diesem gewundenen Riff loslegt, ist der Song eine meisterhafte Lektion in Sachen feurigem, instinktivem Blues, bei der jedes einzelne Mitglied seine Muskeln spielen lassen durfte. Nicht übel für eine so offensichtlich geklaute Nummer. „Es gab da ein Ding von Eric Clapton namens ›Steppin’ Out‹“, äußerte sich Blackmore über die Inspiration zu ›Lazy‹.

›Messin‘ With The Kid (Live)‹
RORY GALLAGHER, 1972

The Kid war ein Spitzname für Junior Wells, der den Song 1960 als knackigen, aber ziemlich mittelmäßigen 12-Takter veröffentlicht hatte. Zum Klassiker wurde er erst, als ein weiterer Jungspund seine Klauen hineinschlug: Rory Gallagher, der ihn als Opener seines Albums LIVE! IN EUROPE mächtig aufbohrte, was den Iren auf beiden Seiten des Atlantiks zum Star machte. Für einen Gitarristen, der für seinen bombastischen Stil bekannt war, war die Offenbarung sein engelsgleich zarter Touch bei drei Minuten – bevor das Outro detoniert.

›Black Coffee‹
HUMBLE PIE, 1973

Das Doppelalbum EAT IT von 1973 war wie ein Festmahl, bei dem Humble Pie auf jeder Plattenseite eine andere Strömung auslebten. Am stärksten waren aber die R’n’B-Coverversionen auf Seite 2, angeführt vom sexy Groove von ›Black Coffee‹. Man muss schon ein mutiger weißer Junge sein, um sich an jene Zeilen zu wagen, die einst Tina Turner geschmettert hatte. Doch Steve Marriotts Kreischen eines Textes, der für ihn mit ein bisschen Hilfe von dem Gospeltrio The Blackberries angepasst worden war, wirkte wie pure Magie. Trink das.

›Roy’s Bluz‹
ROY BUCHANAN, 1974

Der Kultblueser hätte Anfang der 70er den Durchbruch schaffen können, als er angeblich von den Stones umgarnt wurde. Doch kommerzielle Aspekte spielten für Buchanan keine Rolle, als Beleg gelten Songs wie ›Roy’z Bluz‹. Auf diesem Slowburner fragt er sich, ob er das Himmelsreich anstreben, sich mit der Hölle begnügen oder doch auf der Erde bleiben solle (was er letztlich nicht tat). Der schleppende Vibe wird bei 3:29 Minuten punktuiert, wenn Buchanan ein beißendes, entfesseltes Solo vom Stapel lässt, das drei volle Minuten weiterdonnert.


›Cause We’ve Ended As Lovers‹
JEFF BECK, 1975

Jeff Beck widmete dieses Instrumental von BLOW BY BLOW Roy Buchanan, der die Angriff-und-Rückzug-
Phrasierung sowie die Schönheit der sich entfaltenden Melodie sicher geschätzt hätte. Für Beck, damals in seinen Dreißigern, war es ein Fluchtweg aus dem „simplen Rock“, wie er es beschrieb, der seine frühe Karriere befeuert hatte. „Es wäre mir lieber, wenn die Leute nach ›Cause We’ve Ended As Lovers‹ schreien würden“, gestand er 1975 in einem Interview mit „Guitar Player“. „Nach etwas mit Klasse.“

›Ice Cream Man‹
VAN HALEN, 1978

Ihre Coverversion des Kinks-Klassikers ›You Really Got Me‹ zog die Aufmerksamkeit auf sich, doch es lohnt sich, bis zum Ende von VAN HALEN weiterzuhören, wo die Band einem weiteren überraschenden Helden Tribut zollt: dem Blueser John Brim aus Chicago mit seinem Song von 1969. Das getragene Tempo und der akustische Vibe wirken angesichts eines Songs wie ›Eruption‹ auf demselben Album wie Anomalien, doch dann, bei 1:10, Minuten, drehen die Herren so richtig auf. Das Tüpfelchen auf dem i sind ein Solo mit einer klassischen EVH und David Lee Roths anspielungsreicher Gesang, der es gerade noch schafft, nicht ins Lächerliche zu kippen.

Text: Henry Yates/Polly Glass

Queen: Heute vor 30 Jahren fand das große Freddie Mercury Tribute-Konzert statt!

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Am 20. April 1992 fand das spektakuläre Tribute-Konzert zu Ehren des damals kürzlich verstorbenen Queen-Sängers Freddie Mercury statt.

Heute vor 30 Jahren fand eines der wohl spektakulärsten Konzertereignisse überhaupt statt:
Im Londoner Wembley Stadion gedachte die Crème de la Crème des Musikgeschäfts der Ikone Freddie Mercury, die im November zuvor an Aids verstorben war. Betitelt wurde das Event daher mit „Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awareness“.

freddie mercury live

Unter den zahlreichen Künstlern, die die insgesamt drei Abschnitte des Abends bestritten, befanden sich damals Größen wie Metallica, Guns N‘ Roses, David Bowie, Tony Iommi, Robert Plant, Elton John und viele mehr.

Hier singen David Bowie und Annie Lennox zusammen ›Under Pressure‹:

Unterstützt wurden sie von einer über 70.000-köpfigen Menge, die ganz in Brian Mays Sinn das Leben seines verstorbenen Bandkollegen und Sängers feierten, statt in stummer Trauer über dessen Tod zu erstarren. Bis heute sind einige unvergessliche Momente dieser Wembley-Show im kollektiven Gedächtnis von Musikliebhabern fest verankert.

So auch der Auftritt der drei übrig gebliebenen Queen-Mitglieder, die sich bei ›Tie Your Mother Down‹ von Joe Elliott von Def Leppard und Slash begleiten ließen. Pure Gänsehaut!

Seht hier den Auftritt von Slash, Joe Elliott und Queen mit dem Hit ›Tie Your Mother Down‹:

Das Konzert sollte nicht nur einer Legende gedenken, sondern auch die Krankheit Aids, der Freddie Mercury erlag, in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Die Erlöse der Show wurden genutzt, um die Aids-Stiftung „The Mercury Phoenix Trust“ ins Leben zu rufen.

Sehr hier auch unser Video der Woche, in dem Elton John zusammen mit Axl Rose das legendäre ›Bohemian Rhapsody‹ beim Freddie Mercury Tribute Concert darbietet.

Rob Halford: Tauft eine Ladung Kätzchen

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Wer Rob Halford bei Instagram folgt, der dürfte mitbekommen haben, dass der „Metal God“ ein Herz für Katzen hat. Deshalb hat der Judas-Priest-Frontmann jüngst „im Namen des Metal“ einige Kätzchen getauft, für die Organisation Kitten Rescue in Los Angeles.

Halford gab jedem der getauften Kätzchen einen Namen und erinnerte dabei u.a. an den verstorbenen Drummer der Foo Fighters, Taylor Hawkins. Weitere Kätzchen-Namen waren Turbo, Angel, Starbreaker und Rocker.

Meat Loaf: Das Jahr der Fledermaus

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Es hielt sich jahrelang in den Charts und wurde zum meistverkauften Debütalbum aller Zeiten. Und es brach dem Sänger fast das Genick. Wir erzählen die Geschichte von BAT OUT OF HELL.

Eine Begegnung mit Jim Steinman, dem Erschaffer von BAT OUT OF HELL, war ein denkwürdiges Erlebnis. Nach jahrelangem Genuss aus der Ferne dieser überlebensgroßen Persönlichkeit mittels seiner kunterbunten Bombastsongs war das Treffen mit dem Leibhaftigen alles andere als enttäuschend. Er reichte zum Gruß eine weiche, mollige Hand mit langen Fingern und gepflegten Nägeln. Er hatte eine lange Mähne aus komplett grauem Haar, einen korpulenten, untrainierten Körper, ein rundes Mondgesicht, das selten Tageslicht zu sehen bekommt, und eine Stimme wie der Zeichentrick-Bösewicht The Hooded Claw. Und er trug eine teure Lederjacke, auf die mehr schlecht als recht ein paar nackte Frauen gemalt worden waren.

Wir befanden uns in den Pinewood Studios, wo er die Videoaufnahmen zu dem Song ›It’s All Coming Back To Me Now‹ beaufsichtigte, der ersten Single seines Projekts Pandora’s Box. Der Regisseur war vielleicht der einzige Mann auf der Welt, der in den Maßstäben seiner kreativen Vision mit Steinman mithalten konnte: Ken Russell. Der war da schon ein erfahrener Mittsechziger mit „Tommy“, „Die Teufel“, „Die Hure“ und einer jahrelangen Zusammenarbeit mit Ollie Ried im Lebenslauf, doch selbst er schien von der unbändigen Energie von Steinmans ganz speziellem Wahnsinn zu zehren. Das spärliche Drehbuch sah vor, dass Sänger in Elaine Caswell von einem großen Python sexuell erregt werden und sich lüstern auf einem Bett winden sollte, das im Takt zur Musik aufleuchtete, umgeben von einer Truppe verwirrter, halbnackter Tänzer*innen auf Tagesausflug von ihrem Job beim Musical „Cats“. Der auf zwei Tage angesetzte Dreh lief übelst aus dem Zeitplan und jede weitere Stunde kostete 35.000 Pfund extra. Steinman bot unbekümmert an, aus eigener Tasche dafür aufzukommen, und Russell nickte zurück und grinste. Sie hatten Spaß und beim Mittagessen planten sie einen Höhepunkt für das Video, der nicht im Skript stand und Virgin Records schockieren würde, die auf dem Papier die Kunden waren.

Steinman verlangte – und Russell stimmte ihm absolut zu –, dass das einzige gebührende Ende für den Clip darin bestünde, einen Mann auf einem Motorrad die Treppen eines örtlichen Kirchenturms hochfahren zu lassen, worauf er dann oben abspringen und schließlich explodieren würde. Nur zwei Menschen – Jim und Ken – waren überrascht, als die Leiter des 500 Jahre alten Gotteshauses ablehnten. Doch das war Jim, perfekt mit diesem Beispiel zusammengefasst: Man fängt an, indem man im großen Maßstab denkt, und sieht dann weiter.

Wir trafen uns in den nächsten Tagen noch zweimal und er erwies sich als faszinierender, komplexer Mensch. Er war besessen von Motorrädern, doch hatte nie den Führerschein gemacht. Die Charaktere in seinen Songs waren Heldenfiguren, schön und dem Untergang geweiht, doch er selbst war ein Junggeselle, der ein einsames Leben führte. Als wir Abendessen gingen, bestellte er alles – wirklich alles – von der Speisekarte und aß ein bisschen von jedem Gericht. Abgesehen von der Musik war seine große Liebe edler Wein. Einer seiner Manager sagte mir, dass wenn er über jeden Wein, den er je probiert hat, auf dieselbe Art und Weise schreiben würde wie seine Songs, „wäre es das genialste Buch über Wein aller Zeiten“.

Ein bisschen Zeit mit Jim Steinman zu verbringen, gewährte einem aber vor allem einen Einblick darin, wie jemand eine so einzigartige, verrückte, besondere, durchgeknallte, tumbe und aufgeblasene Platte wie BAT OUT OF HELL schreiben konnte – bis heute das meistverkaufte Debütalbum und drittmeistverkaufte Album überhaupt aller Zeiten. Wie heißt es doch? Es sind die Stillen, die man im Auge behalten sollte. Ein Schulkamerad von Jim Steinman sagte mal: „Jim wusste, was es bedeutet, cool zu sein, und er wusste, dass er es nicht war“. Stattdessen verbrachte der seltsam aussehende Junge einen Großteil seiner Zeit damit, „mir vorzustellen, eine Fledermaus sitze auf meiner Schulter“, und erschuf in seinem Kopf einen Ort für die Art von Mann, von der er wusste, dass er nie zu ihr gehören würde: ein Land für die Heldenhaften. Nun musste er nur noch den Rest der Welt davon überzeugen.

In einer anderen Ecke jenes Landes, genauer: unter dem endlosen Himmel von Texas, durchlebte ein Klassenfettsack, ein richtig großer Junge mit einer großen Persönlichkeit, ebenfalls große Emotionen. In einer Szene, die direkt aus einem Steinman-Song kommen könnte, war er bei der Beerdigung seiner Mutter so verzweifelt, dass er ihre Leiche packte und die Bestatter anschrie: „Ihr könnt sie nicht haben!“

Wenig später versuchte sein Vater, ein Alkoholiker, ihn umzubringen. Das hinterließ natürlich tiefe Spuren bei Marvin Lee Aday, der schon seit der Junior High School den Spitznamen Meat Loaf trug. Er war ein Typ, von dem man Notiz nahm, und sein Weg von Texas nach New York war alles andere als gewöhnlich. Abgesehen von einem Komparsenauftritt bei der Ermordung von JFK und einem Job auf einer Truthahnfarm kam und ging er in diversen Bands und wurde immer von der Bühne angezogen. Seinen ersten Erfolg feierte er mit einer Rolle in dem 60er-Jahre-Hippie-Nudisten-Musical „Hair“.

Auch Jim Steinman sah seine Zukunft auf der Bühne. Was ihn unter Rockautoren so einzigartig machte, war aber die Tatsache, dass sein Songwriting nicht vom Blues oder Jazz beeinflusst war, geschweige denn vom Rock’n’Roll. Nein, seine Wurzeln lagen in klassischen Kompositionen am Klavier statt an der Gitarre. Die einzigen Einflüsse aus der Rockmusik waren das rebellische Element und ihre schiere Größe. Bald verband er diese Werte mit seiner Besessenheit von den Sehnsüchten eines Teenagers und seinem Verlangen, Songs zu schreiben, und erschuf so ein Paralleluniversum, in dem er leben konnte. „Ich betrachtete Klassik und Rock’n’Roll nie wirklich als verschiedene Dinge. Das tue ich immer noch nicht“, sagte er. „Schon als ich aufwuchs, mochte ich Extreme in der Musik – große gotische Texturen. Subtile Sachen sprechen mich nie wirklich an. Die Dire Straits mögen gut sein, aber ich kann einfach nichts mit ihnen anfangen. Ich fühlte mich angezogen von William Blake oder Hieronymus Bosch, und sah keinen Sinn darin, Songs über gewöhnliche Dinge aus dem wahren Leben zu schreiben.“

Er schrieb mehrere lange Bühenstücke: „The Dream Engine“, „More Than You Deserve“ und „Neverland“. Das erste davon wurde fertiggestellt, während Steinman noch auf das exlusive College von Amherst in Bundesstaat New York ging. Seine akademischen Leistungen waren äußerst bescheiden, doch er wurde vom Unternehmer Robert Stigwood entdeckt, der ihn bei RSO unter Vertrag nahm. Steinman schrieb in seinem Auftrag den Song ›Happy Ending‹ für Yvonne Elimann, dann wurde er vom legendären Broadway-Produzenten Joseph Papp entdeckt, der von „The Dream Engine“ so begeistert war, dass er die Rechte an der Show noch während der Pause der Aufführung am College kaufte.

Papp wollte Steinman damit am Broadway lancieren, doch der sexuelle Inhalt stand ihm im Weg. Stattdessen lief das Stück in Washington mit Richard Gere. Interessanterweise sagte Steinman: „Gere hat eine der großen Rock’n’Roll-Stimmen, die er aber nie einsetzt, weil er befürchtet, die Leute würden ihn nicht als Schauspieler ernstnehmen, wenn er singt“. Papp hielt an Steinman fest und engagierte ihn bei einigen Projekten, etwa beim Festival „Shakespeare In The Park“ 1971 im New Yorker Central Park. Steinman hatte da schon mit dem Off-Broadway-Lyriker Michael Weller die Arbeit an „More Than You Deserve“ begonnen. Und durch einen glücklichen Zufall war der große Junge aus Texas zu dem Zeitpunkt auch schon in New York angekommen. Er hatte gerade ein erfolgreiches Engagement in der „Rocky Horror Show“ absolviert und suchte Arbeit.

„Meat war das Fesselndste, was ich je erlebt habe“, erinnerte sich Steinman. „Er war korpulenter als heute, richtig fucking riesig, und nachdem ich mit Wagner aufgewachsen war, waren all meine Helden überlebensgroß. Seine Augen drehten sich in seinen Schädel zurück, als sei er besessen. Bei der Audition sang er ‚You gotta give your heart to Jesus‘ … Ich kann als arrogant erscheinen, weil ich mir mancher Sachen absolut sicher bin, und bei ihm war ich mir auch absolut sicher.“

Meat Loaf: „Als ich Jim kennenlernte, wohnte er mit weiß Gott wie vielen anderen Leuten in einem Apartment an der 102nd Street. Sein Bett war in der Küche, das Kopfende am Kühlschrank. Ich sagte: ‚Was ist, wenn jemand etwas aus dem Kühlschrank holen will?‘ Und er antwortete: ‚Glaub mir, das will niemand‘.“ „More Than You Deserve“ war mäßig erfolgreich, doch es ist bedeutend als Startpunkt des Klassikers ›Tonight Is What It Means To Be Young‹ und das großartige Titelstück, das auf Meat Loads Album DEAD RINGER von 1981 erschien. Für sein nächstes Projekt, „Neverland“, griff Steinman 1975 dann wieder ein weiteres seiner textlichen Steckenpferde auf: Peter Pan. Davor waren er und Meat schon mit der „National Lampoon“-Show auf Tour gewesen, in der sie Dan Aykroyd und John Belushi ersetzt hatten. Die beiden fanden drei der Songs aus „Neverland“ – ›Bat Out Of Hell‹, ›Heaven Can Wait‹ und ›Formation Of The Pack (All Revved Up With No Place To Go)‹ – außerordentlich gut und Steinman begann, sie als Teil eines Werks aus sieben Songs zu entwickeln, die sie als ein Album aufnehmen wollten.

„Ich hatte nie beabsichtigt, Musik zu machen, weil ich mich als Musiker nicht für gut genug hielt. Film und Theater waren mein Ziel, aber dann dachte ich: ‚Das macht Spaß, lass es uns tun‘“, sagte Steinman. „Ich wollte nicht, dass es einfach nur ein Haufen Songs wird, sondern dass es das Gefühl vermittelt, man würde in ein komplettes Film- oder Theateruniversum eintreten. Niemand konnte damit umgehen. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie es klingen würde, wenn es fertiggestellt war.“ Während er in diesen Erinnerungen schwelgte, bewegte sich Steinmans Gesichtsausdruck irgendwo zwischen erstaunt und amüsiert. Er fand es fast unmöglich, das wahre Leben zu verstehen. „Ich dachte bei diesen Songs nie an mein eigenes Leben … Aber sie waren definitiv besessen“, gestand er. „Sie drehten sich komplett um meine Obsessionen. Keiner von ihnen findet für mich in einer normalen Welt statt. Sie finden in sehr extremen Welten statt, wiederum sehr operatisch. Der Schlüsselbegriff ist wohl ‚erhöht‘.“ Die Bildsprache war wie schon bei „The Dream Engine“ aufgedreht und testosteronschwanger. Songs wie ›Paradise By The Dashboard Light‹, ›Two Out Of Three Ain’t Bad‹ und ›For Crying Out Loud‹ zeigten die typische Teenagersicht auf Sex und das Leben: unstillbare körperliche Verlangen und unrealistisches romantisches Begehren, geschrieben von einem Mann, der nie dafür angenörgelt wurde, den Klositz nicht runterzuklappen.

„Ich war ein Teenager genau zu der Zeit, als Sex von total unterdrückt in den frühen 60ern in komplett frei in den 70ern überging, und das war sehr verwirrend“, gab er zu. „Ich weiß noch, dass ich zitterte wie Espenlaub, als ich das erste Mal Sex hatte. Panisch, dass ich alles falsch machen würde, und auch ein bisschen entsetzt.“ Doch die grundlegende Unschuld seiner Vision wurde zu seiner Rettung. „Gott sei Dank wussten wir nichts darüber, wie man Alben macht, sonst wäre es nie passiert. Ich wollte ein Album machen, das wie ein Film klang.“

Van Halen: Allstar-Tribut zu Ehren von Eddie im Gespräch

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Joe Satriani bestätigte, dass eine Tribut-Tournee zu Ehren des verstorbenen Eddie Van Halen im Gespräch sei. Weitere Anwärter für ein solches Unterfangen seien Alex Van Halen und David Lee Roth. Das gab der Musiker während eines Podcasts zu Protokoll, in dem er hauptsächlich über sein neues Studioalbum ELEPHANTS FROM MARS sprach.

Video der Woche: Chicago mit ›Will You Still Love Me?‹

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Heute widmen wir unser Video der Woche Jason Scheff. Das langjährige Mitglied von Chicago feiert heute sein 60. Wiegenfest.

Über 30 Jahre lang war Jason Scheff Bassist und eine der Stimmen der Jazzrock-Kombo Chicago. Als Peter Cetera 1985 die Band verließ, nahm der damals 23-jährige Scheff seinen Platz ein und füllte die großen Fußstapfen überraschend gut.

Etwa ein Jahr nach Ceteras Ausstieg veröffentlichten Chicago ihr Album CHICAGO 18. ›Will You Still Love Me?‹ war eine der Singleauskopplungen und der erste Top-Ten-Erfolg in neuer Besetzung:

Nazareth: SURVIVING THE LAW

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Hardrock-Songs zwischen Nostalgie und Moderne

1968 gründeten ein paar Kumpels um Sänger Dan McCafferty in dem schottischen Kaff Dunfermline eine
Band namens Nazareth. Ein Umzug nach London und zwei Alben – NAZARETH (1971) und EXCERCISES (1972) – später gelang ihnen 1973 mit RAZAMANAZ schließlich der Durchbruch und im Jahr darauf avancierten sie dank der Ballade ›Love Hurts‹ zur Weltband. Die folgenden Dekaden glichen einer Achterbahnfahrt: Es ging schnell nach oben – und im gleichen Tempo wieder abwärts. Mit dem vorliegenden Epos ist ihnen zwar nicht das „reife“ Alterswerk gelungen, aber die Songs rocken und die Melodien stimmen auch. Die durchgetretene Bassdrum bei ›Runaway‹ erinnert tatsächlich an ›Razamanaz‹ und das Slide-Solo in diesem Song lässt sogar Erinnerungen an ›Bad, Bad Boy‹ wachwerden. ›Better Leave It Out‹ klingt fast wie ein Texas-Rocker der Marke ZZ Top und bei ›Ciggies And Booze‹ träumt die Kukident-Generation von den guten, alten Zeiten als man noch drei Tage hintereinander feiern konnte und trotzdem fit wie ein Turnschuh war. Zwischen Nostalgie und einem guten Schuss 70er-Jahre-Verklärung gelingt Nazareth ein perfekter
Spagat, der gekonnt in der Realität mündet.

8 von 10 Punkten

Nazareth, SURVIVING THE LAW, FRONTIERS/SOULFOOD