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Videopremiere: Mother Mersy mit ›See Right Through Ya‹

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Mother Mersy fusionieren den Sound von Künstler*innen wie David Bowie, Joni Mitchell oder Aerosmith mit düsteren Themen, wie sie beispielsweise ein Stephen King behandelt und einer großen Portion Ästhetik und Extravaganz wie man sie im TV-Format „Ru Paul’s Dragrace“ findet.

Am 20.05. erscheint das Debütalbum FROM ABOVE, mit ›See Right Through Ya‹ erscheint nun ein erster Vorgeschmack auf die Platte in Form von Song und Video:

Neue Studie: AC/DC führt zu besseren Operationen

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Einer Studie der Universität Heidelberg zufolge arbeiten Chirurgen besser, wenn während Operationen laut AC/DC im Hintergrund läuft. Der Hard Rock soll die Präzision und Schnelligkeit beim Schneiden erhöhen, außerdem führe er zu einem gesteigerten Wohlbefinden unter den Ärzten. Sanftere Töne wie von den Beatles hätten ebenfalls einen positiven Effekt erzielt, mussten jedoch leiser abgespielt werden als der Hard Rock.

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazin

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Titelstory: Alles über die Geschichte eines Meisterwerks – George Harrisons ALL THINGS MUST PASS

Für Millionen Fans brach eine Welt zusammen, für einen der Beteiligten geschah das genaue Gegenteil: Nachdem die Beatles Geschichte waren, sah George Harrison endlich seine Chance gekommen, aus dem übermächtigen Schatten von John Lennon und Paul McCartney herauszutreten und sein eigenes Ding zu machen, ganz nach seinen Regeln. Das Ergebnis war nicht weniger als ein Meisterwerk: ALL THINGS MUST PASS.

Pearl Jam: Blick in den Rückspiegel

In ihrer mehr als 30-jährigen Geschichte erlebten Pearl Jam Ruhm und Reichtum, kämpften dabei unablässig um ihre Karriere, ihr Schicksal und ihre Integrität und mussten einige Tragödien wegstecken. „Wir haben einander immer unterstützt“, sagt Eddie Vedder – der Grund für ihre Langlebigkeit.

Die 50 besten Rockvideos aller Zeiten

Am 1. August 1981 wurde der Schalter umgelegt und die Revolution nahm ihren Lauf. „Ladies and gentlemen“, ertönte eine tiefe männliche Stimme, „Rock’n’Roll.“ Das war der Moment, in dem ein brandneuer Kanal namens MTV – für „Music Television“ – in New Jersey auf Sendung ging. Seine Mission war leicht beschrieben: das visuelle Äquivalent eines Radioprogramms zu bieten, mit Videos statt Singles und VJs – Video Jockeys – statt DJs.

Außerdem im Heft: Brian May, Ann Wilson, Jack White, Nazareth, Alex Lifeson, High South, Joe Satriani, Axel Rudi Pell, Joe Satriani, Udo Dirkschneider, Mikkey Dee und viele mehr.

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Wie immer mit Heft-CD mit Tracks von Cold Years, Udo Dirkschneider, Paul Cauthen, Wille And The Bandits und vielen mehr!

UFO: Nicht von dieser Welt

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STRANGERS IN THE NIGHT zeigte eine großartige Rockbandauf dem Zenit ihres Könnens und gilt als eines der besten Live-alben aller Zeiten. Doch als es veröffentlicht wurde, waren UFO schon nicht mehr die Band, die es aufgenommen hatte.(Text: Michael Hann)

Aus heutiger Sicht ist es unglaublich, dass ein Konzertmitschnitt das definierende Statement einer Band sein könnte – ein Relikt aus den 70ern wie Pril-Blumen und nur drei Fernsehkanäle zur Auswahl. Doch so war es nun mal. Für Bands, die auf ihren Studiowerken nie die richtige Beständigkeit erzielten oder sich im Aufnahmeraum nie so wohl wie auf der Bühne fühlten, war ein Livealbum das perfekte Vehikel: teils Greatest Hits, teils Einführung für Neuhörer, teils der Beweis, dass sie wirklich so gut sein konnten, wie ihre Anhänger behaupteten. Und es funktionierte. Man frage nur Thin Lizzy, um ein treffendes Beispiel zu nennen. Oder eben UFO, für die STRANGERS IN THE NIGHT genauso wichtig war wie LIVE AND DANGEROUS für Lizzy. „Wir waren immer mehr eine Live-Band“, sagt UFO-Sänger Phil Mogg. „Unsere Setlist war ziemlich cool. An den Punkt kamen wir allerdings mit dem Livealbum.“ Und das ist wichtig. Denn STRANGERS IN THE NIGHT war nicht nur eine Platte, die dokumentierte, wie UFO im Oktober 1978 auf der Bühne klangen. Es war auch ein Beleg für den Wandel, den sie durchlaufen hatten, seit Michael Schenker fünf Jahre zuvor als Leadgitarrist eingestiegen war – eine Veränderung als Musiker, Song-writer und Arrangeure. Ein Beleg dafür, wie sie, wenigstens zeitweise, eine wirklich großartige Rockband wurden. Die UFO, bei denen Schenker einstieg, waren eine völlig andere Gruppe als die UFO, zu denen er sie sich entwickeln half. „Im Wesentlichen waren sie eine Psychedelic-Rockband“, sagt er. „Technisch war da nicht viel los, es war eher atmosphärisch. Doch [mit dem neuen Line-up] herrschte eine ganz andere Chemie. Man entfernt ein Teil, fügt ein anderes hinzu und man erhält verschiedene Ergebnisse.“

„Damals wohnten wir, glaube ich, alle in einem Haus in Bounds Green, nahmen LSD und gingen ins Roundhouse“, erzählte Mogg letztes Jahr. „Aber dann rissen wir uns wohl am Riemen und dachten: ‚Wollen wir das wirklich durchziehen? Wie ernst ist es uns?‘ Und dann fingen wir eben an, es ernstzunehmen. Aber nicht zu ernst. “Im Laufe von fünf Alben – PHENOMENON, FORCE IT, NO HEAVY PETTING, LIGHTS OUT und OBSESSION – wurden sie von einer Band, die ihren Weg zu finden versuchte, zu einer, die auf diesem Weg angestürmt kommt. Sie tourten unablässig und bauten so Begeisterung und einen Hype auf, doch schafften nie ganz den Sprung in die Oberliga. In den USA waren sie oft als Vorgruppe unterwegs, doch das passte zu ihrer Dynamik und gab ihnen die Chance, richtig hart zuzuschlagen. „Wir hatten das große Glück, stets gute Opener-Slots zu bekommen“, sagt Schlagzeuger Andy Parker. „So spielten wir immer vor einem großen Publikum. Wenn man da einen guten Job macht, werden viele dieser Leute in Zukunft zu deiner Show kommen. Für uns funktionierte das gut. Ich liebte es ,‚Special Guests‘ zu sein, die zweite von drei Bands an einem Abend. Man musste nicht solange spielen, das Publikum war schon aufgewärmt und man kam früh nach Hause. Man konnte die Leute mit einem kurzen Set richtig umhauen.

Ein kürzeres Set und keine Headliner-Verantwortung gab der Band auch mehr Freiraum für andere Ver-gnügungen. Etwa 1976 bei drei Shows mit Fleetwood Mac in Kalifornien. Auf dem Weg zu einer davon, wie Mogg 2012 berichtete, stellten sie fest, dass ihnen gewisse Stimulanzien ausgegangen waren, also verabredeten sie sich mit dem Tourtross von April Wine an einem Truckstop. „Wir kamen dort an und dieser Typ kommt mit einem Aktenkoffer randvoll mit Zeug zu mir. ‚Oh, das ist super‘, sagten wir. Das war ein bisschen wie eine dieser Filmszenen, wo sie eine Line von hier bis nächste Woche legen. Wir waren so übermütig und sagten: ‚Yeah!‘ Doch als wir dann zum Gig kamen, konnte keiner mehr sprechen. Wir waren stocksteif. Dann kamen wir an die Reihe und konnten uns nicht bewegen. Wir waren auf der Bühne und bewegten uns keinen Zentimeter.“

Die Droge wirkte so lähmend, dass Mogg kaum seinen Mund aufmachen konnte, um zu singen. Auch der Alkohol floss in Strömen. „Heute klingt es lustig“, so Parker. „Zum Soundcheck gab es Weißwein, dann Bier, und abends dann die hoch-prozentige Sachen. Das war das Gute an dem Special-Guest-Slot: Es war immer noch Alk übrig, wenn man die Garderoben der anderen plünderte.Wir nahmen Kokain und Gras. Das wirklich harte Zeug, die richtig bösen Sachen kamen erst später. Davon habe ich immer die Finger gelassen. Ich habe ziemlich viel gekokst, aber dann starrte man immer um drei Uhrmorgens an die Decke, obwohl man in drei Stunden aufstehen musste.“ Die Ankunft von Paul Raymond im Juli 1976 als Keyboarder und Rhythmusgitarrist gab UFO schließlich die zusätzliche Tiefe, die ihnen gefehlt hatte. „Er vervollständigte die Chemie“, so Schenker. „Er war sehr gut darin, die Zwischenräume auszumalen, und das machte es perfekt. Außerdem war er ein hervorragender Songwriter. Er konnte allerdings nicht die ganzen Lorbeeren für sein Songwriting einheimsen, weil er da eine vertragliche Situation hatte.“

Rückblende: The Rolling Stones mit ›Start Me Up‹

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In der Erinnerung von Keith Richards und Produzent Chris Kimsey war der letzte UK-Top-10-Hit der Band ursprünglich völlig anders – und Keef könnte darüber bis heute nicht unbedingt erfreut sein ...

Mit seinem kurzen, knackigen, sofort unverkennbaren Riff am Anfang, dem eingängigen Refrain, dem typisch schlüpfrigen Text, dem unmittelbaren Klatschen und dem unwiderstehlichen Backbeat ist ›Start Me Up‹ einer der legendärsten Kompositionen der Rolling Stones überhaupt. Diese Attacke auf das kollektive Bewusstsein der Nation verhalf ihnen zu ihrer besten Chartplatzierung in Großbritannien seit dem globalen Phänomen ›Miss You‹ – was unglaublicherweise aber das letzte Mal war, dass sich die größte Rock’n’Roll-Band aller Zeiten in den UK-Top-10 fand. Dafür verdienten sie aber auch Jahre später prächtig daran. Angeblich allein 14 Millionen Dollar, als Bill Gates den Song persönlich als Soundtrack zum ersten TV-Werbespot von Microsoft auserkor. Nicht übel
für einen Studio-Jam, der ursprünglich eher nach Reggae klang, aufgegeben wurde und beinahe nie das Licht der Welt erblickt hätte.

1981 wollten die Stones auf Tour gehen, und wie das bei ihnen so üblich war, brauchten sie dazu ein neues Studioalbum. Laut Co-Produzent und Aufnahmetechniker Chris Kimsey gab es dabei nur leider ein Problem: „Mick [Jagger] und Keith [Richards] hatten sich zerstritten und redeten nicht mehr miteinander. Prince Rupert Loewenstein – damals ihr Manager – fragte mich: ‚Was können wir tun, um ein neues Album zu bekommen?‘ Also sagte ich, dass ich von mindestens sechs Tracks wusste, die ich bei den Sessions zu SOME GIRLS und EMOTIONAL RESCUE mit ihnen aufgenommen hatte und die wir verwenden könnten, und dass ich in den Archiven nachsehen würde, ob da sonst noch etwas Verwertbares war. Dann verbrachte ich die nächsten vier Monate damit, alles zu durchforsten, und fand diese wunderbare Sammlung von Songs.“ Eine wunderbare Sammlung von Songs, die dann mit frischem Gesang und ein paar Overdubs Vierfach-Platin erreichen und an der Spitze der Billboard-Charts stehen sollte. Ihr Titel: TATTOO YOU.

TATTOO YOU war für die Stones ein relativ stressfreies Album, auch wenn es nicht unbedingt für große Begeisterung sorgte, nur ins Studio zu gehen, um ein paar alte Outtakes aufzupolieren. „Als ich das alles gefunden hatte“, so Kimsey, „musste ich Mick überreden, neue Vocals einzusingen, was er nicht wirklich machen wollte. Als er dann doch beschloss, es zu tun, war er so auf die Kosten fixiert, dass wir das letztlich im mobilen Studio der Stones in einer Eisenbahnhalle am Stadtrand von Paris im Winter erledigten. Ich weiß noch, dass es so kalt war, als wir das Klatschen zu ›Start Me Up‹ aufzeichneten, dass man bei allen den Atem sehen konnte.“ ›Start Me Up‹ mag so durch und durch Rock sein, dass es fast schon eine Karikatur des Genres ist – das tumbe, zwei Akkorde umfassende Stakkato-Riff, gepaart mit Micks unwiderruflich notgeiler, eingeölter Sexmaschine von einem Text (der in der herrlichen Bestätigung des schon damals ein wenig angejahrten Sängers gipfelt: „you make a dead man come“). In seiner Urfassung war die Nummer jedoch ganz anderer Natur. Keith Richards erklärt in seiner unnachahmlichen Art: „›Start Me Up‹ war schon fünf, sechs Jahre im Kasten gewesen. Wir hatten etwa 45 Takes davon, die wir 1975–76 in Rotterdam aufgenommen hatten. Und jeder dieser Takes außer einem war Reggae … [singt] ‚Start me up … pah-tschick-uh-pah-pah …‘ [Keith im Irie-Modus ist ein unvergesslicher Anblick] Und dann wurde daraus dieses bizarre … [er erwägt, noch Irie-iger zu werden, aber entschei- det sich dagegen]. Das ist definitiv ein Reggaesong, so ist das einfach, aber irgendwann so um den 36. Take spiele ich diese eine Version, und Charlie steigt darauf ein, und das war die Rock’n’Roll-Fassung. Dann haben wir das total vergessen und es folgten noch weitere zehn Reggaeversionen, doch das
funkte irgendwie nie richtig für uns. Ich habe gehört, wie jamaikanische Bands daraus einen wunderbaren Song gemacht haben, aber es ist kein Wunder, dass es nicht funktionierte – wir sind nun mal keine Jamaikaner. Das ist das Ding, mein Gott, das hätte uns völlig entgehen können. Manchmal sollte man sich einfach das nehmen, was man vor sich hat: Man kann nie wissen, vielleicht ist da ein Juwel, das einem entgangen ist, während man etwas auf eine andere Art gemacht hat, weil man nur darauf fokussiert war. Aber das war ehrlich gesagt ein reiner Glückstreffer … ich liebe Glückstreffer.“


Ursprünglich ›Never Stop‹ betitelt, lag diese Reggae-Interpretation Richards möglicherweise mehr am Herzen, als er zugeben würde. Kimsey erinnert sich: „›Start Me Up‹ war schon seit den BLACK-AND-BLUE-Tagen da. Es war eine Reggae-Idee von Keith und er bestand absolut darauf, dass es auch eine Reggae-Idee bleiben sollte. Es kam immer wieder als Reggae-Groove auf, doch dann wurde das immer weiter verwässert und als es dann so aufgenommen wurde, wie wir es heute kennen, machten wir nur zwei Takes davon.“ Der bewährt Modus Operandi der Stones war (und bleibt), dass sie ihre Kompositionen in Jams erschaffen, statt sich strikt an vorab ausgearbeitete Arrangements zu halten, und ›Start Me Up‹ bildete da keine Ausnahme, wie Kimsey bestätigt: „Bei vielen Songs der Stones dauerte es vier oder fünf Tage, bis wir sie im Kasten hatten. Sie spielten jedes Stück drei oder vier Stunden lang und machten dann mit was anderem weiter. So war das Muster bei den Aufnahmen. Und eines Tages hieß es dann: ‚Oh wow, das ist eine richtig gute Version von der Nummer‘, wir behielten den Take und machten weiter. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nur kurz nach der finalen Fassung von ›Miss You‹ mit der Version von ›Start Me Up‹ loslegten, die wir heute kennen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde ›Start Me Up‹ also praktisch zur selben Zeit aufgenommen wi ›Miss You‹.“ Doch auch als diese Rockfassung von ›Start Me Up‹ festgehalten worden war, war Keith offenbar alles andere als begeistert. „Als das aufgenommen wurde“, so Kimsey, „hörte er es sich an und hielt ziemlich wenig davon. Er sagte: ‚Das klingt wie etwas, das ich im Radio gehört habe. Schmeiß es weg.‘ Und das tat ich nicht. (lacht) Ich habe mehrmals gesehen, wie sie es live spielen, und immer, wenn ich dabei bin – ich weiß nicht, ob er das absichtlich macht –,spielt er am Anfang die falschen Akkorde …“

Heart: Die Wilson-Schwestern im Clinch?

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Die Wilson-Schwestern sind sich aktuell nicht einig darüber, wie es mit Heart weitergehen soll. Das berichtete Ann Wilson unseren Kollegen des britischen CLASSIC ROCK Magazines.

Zerstritten seien die beiden Heart-Damen dabei jedoch nicht. Sie hätten lediglich noch keinen für alle passenden Kompromiss gefunden.

Ann dazu wörtlich: „Nach fünfzig Jahren breche ich immer noch gerne Regeln, sie ist zufrieden damit, eher das ganze LA-Image-Pferd zu reiten und an vielen Legacy-Dingen zu arbeiten. Das unterscheidet uns gerade sehr. Doch so etwas wird immer passieren, das geht dann auch wieder weg und wir werden uns danach noch mehr lieben.“

Frank Turner: Warum nicht mal wieder Punkrock?

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Eineinhalb Dekaden lang feierte Frank Turner große Erfolge als Folkrock Troubadour. Mit FTHC kehrt der Brite nun zu seinen Wurzeln zurück. Nach einer langen Reihe von (übrigens fast durchgehend sehr guten!) Scheiben mit meist akustischem Folkrock und zuletzt sogar Elektronik-Experimenten macht der Ex-Frontmann der Post-Hardcore-Veteranen Million Dead nun wieder knackigen Punkrock. „Ich habe schon eine Weile mit einer Rückkehr zu diesem Sound geliebäugelt“, gesteht er. „Wenn die Pandemie nicht gekommen wäre, hätte es aber vielleicht noch zwei, drei Alben gedauert. Aber so hatte ich eine Menge Zeit zum Grübeln und dachte mir irgendwann: ‚War um nicht jetzt?‘. Dann legte ich einfach los.“ Einer der Auslöser dieses Gedankens war ein Punk-Festival in Slowenien im Sommer 2019, bei dem Turner und seine Band auftraten. „Bevor wir auf die Bühne gingen, lief ich ein wenig herum und schaute mir das Treiben auf dem Gelände an“, erinnert er sich. „Ich fühlte mich augenblicklich wie zu Hause und realisierte, dass dies meine Leute sind – Typen wie ich einer war und im Grunde bis heute einer bin. Kurz danach kam dann die Anfrage einer meiner ewigen Heldenbands, NOFX, ob ich nicht Lust hätte für ein Split-Album ein paar ihrer Songs zu covern, während sie eine Handvoll meiner Kompositionen aufnahmen.“


Die daraus im Sommer 2020 entstandene, WEST COAST VS. WESSEX getaufte Disc machte Turner so viel Spaß, dass er nun beschloss, für sein nächste eigenes Werk unverändert gefühlvolle, aber auch wieder deutlich deftiger zur Sache gehende Nummern aufzunehmen. Ein großartiger Einfall wie FTHC – das Kürzel steht übrigens für „Frank Turner Hardcore“ – zeigt. Enthalten sind viele mitreißende, sowohl intellektuell wie emotional bewegende Lieder. Die meisten davon bieten einen Blick in Turners Seelenleben. ›Haven’t Been Doing So Well‹, ›My Bad‹ oder ›Farewell To My City‹ etwa sind autobiografischer Natur ohne dabei in eine plumpe oder gar selbstgefällige Nabelschau abzugleiten. Vielmehr dürfte so gut wie jeder von uns hier die eigene Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben wiedererkennen. Diese Art des „persönlich Universellen“ war schon immer eine der großen Stärken des sympathischen Künstlers.

Aus den 14 Songs des neuen Longplayers stechen ›Fatherless‹ und ›Miranda‹ besonders heraus. In ihnen beleuchtet Turner die Beziehung zu seinem Vater. ›Fatherless‹ handelt davon, wie er sich als von seinem jähzornigen, gefühlskalten Erzeuger in ein Internat abgeschobenes, mit psychischen Problemen alleingelassenes Kind von ihm abwandte und dann als Erwachsener lange keinerlei Kontakt zu ihm pflegte. In ›Miranda‹ geht es dagegen um die Gegenwart: „Nach Jahren der Entfremdung teilte er mir plötzlich mit, dass er eine Gender-Transition begonnen hätte. Mittlerweile ist mein Vater eine Frau und eine nahezu komplett andere Person – rücksichtsvoll, verständnisvoll, liebevoll. Ich habe ihr den Song vorgespielt und ich glaube, sie genießt diese Form der Aufmerksamkeit sogar ein wenig. Jedenfalls können wir uns zum ersten Mal seit Dekaden wieder normal unterhalten und sogar zusammen lachen.“

The chase is better than the catch: Auf der Jagd nach dem runden Gold

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Was die Convenient Consumer von Streamingdiensten, die damit werben, soundsoviele Millionen Songs verfügbar zu machen, niemals verstehen werden: Musikgenuss hat etwas mit Kultur zu tun. So wie essen: Ich kann mir in fünf Minuten ein Fertiggericht „zubereiten“ und bin danach satt – der Zweck der Nahrungsaufnahme ist erfüllt. Ich kann mich aber auch mit einem interessanten Menschen zum Essen in ein Restaurant verabreden, dessen Küche mir ein unvergessliches Geschmackserlebnis bietet, und einen anregenden Abend verbringen. Was wird wohl mehr zu meiner Lebensqualität beitragen?

Das Argument der Streamingdienste, wirklich fast jeden Song bereitstellen zu können, der jemals aufgenommen wurde, hat einen faden Beigeschmack. Wer nämlich Musik mit Nerd-hafter Besessenheit inhaliert, für den macht genau dieses „fast“ den Unterschied aus. Spezialisten suchen Spezielles, und hier fangen die Probleme an. Es kann nämlich durchaus passieren, dass dein Lieblingsprogger die acht Alben, die er in den letzten vier Jahren auf seinem eigenen Label veröffentlicht und neben einer Auflage an physischen Tonträgern ausschließlich auf diesen einen Streamingdienst gestellt hat, aufgrund seiner plötzlich entflammten Liebe für Sleaze Rock ganz fürchterlich verkopft findet – und schwupps sind die von seinen Followern liebgewonnenen Werke nicht mehr abrufbar, da vom Künstler gelöscht (auch bei Netflix stehen die Filme nicht bis in alle Ewigkeit zur Verfügung).

Es ist also beileibe nicht so, dass alles überall zu finden ist – und da braucht es nicht mal Big Player wie einen Neil Young oder eine Joni Mitchell, die ihren Katalog vom Netz nehmen. Schon mal was von Glenn Danzig gehört? Der Mann hat zunächst Punk- und später Rock-Geschichte geschrieben, mit Kult-Produzent Rick Rubin Meilensteine auf dessen Label American Recordings veröffentlicht, Songs für Johnny Cash und Roy Orbison geschrieben und sein All-time-Evergreen „Mother“ von 1988 wird auch Jahrzehnte später nicht nur zu Muttertag von Fans lauthals mitgesungen, wann immer er in irgendeiner Rockdisco auf diesem Planeten die Leute auf die Tanzfläche zieht. Findet man den dazugehörigen, selbstbetitelten Longplayer auf Spotify? Nope, ebenso wenig wie den Rest seines Kataloges. Und hier beginnt das, was uns Rockfans das Adrenalin in die Bahnen pumpt und was vielleicht gerade noch die HipHop-Produzenten nachempfinden können, wenn sie in den crates diggen: die Jagd.

Die Suche nach Raritäten, verloren geglaubten Platten, Dachbodenfunden oder schlicht Scheiben, die es zwar zum Zeitpunkt ihres Erscheinens zuhauf zu kaufen gab, ein paar Dekaden später aber nirgendwo mehr zu finden sind, weil sie schlicht und ergreifend nicht neu aufgelegt werden. Die Preise für Originalpressungen der ersten drei Danzig-Alben auf Vinyl bewegen sich auf eBay derzeit zwischen 180 € und 270 €, bei CDs hält sich das noch im Rahmen. Tonträger mit Sammlerwert sind eine Sache, doch manchmal kann auch eine obskure Veröffentlichung eines Künstlers, nach dem heute kein Hahn mehr kräht, oder schlicht eine nicht unbedingt seltene, doch wie bereits erwähnt nicht mehr nachgepresste CD oder Vinylplatte einen Musikliebhaber zur Verzweiflung bringen. Das muss nicht sein. Bei medimops beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Suche nach einem Danzig-Album fündig zu werden, aufgrund des großen Sortiments ziemlich hoch – wobei man zudem meist sogar noch ein Schnäppchen machen kann, da dort sehr preisgünstige Medien zu finden sind.

Wie gut, dass sich Geschmäcker oder vermeintliche „Haben müssen“-Bedürfnisse im Laufe der Jahre ändern können und somit eine Platte, die einmal die Welt für einen bedeutet hat, sich vielleicht irgendwann nur noch wie ein Fremdkörper in der Sammlung anfühlt, ein Relikt aus einer Phase, aus der man längst hinausgewachsen ist. Was tun? Sie zu Geld machen (denn wenn es eine goldene Regel gibt, dann die, dass man Fotos und Tonträger nicht wegschmeißt). Und mit etwas Glück landet sie über Umwege genau bei demjenigen, der gerade nach ihr gesucht hat. Wer kennt es nicht, das Gefühl, wenn im Second-Hand-Plattenladen oder auf dem Flohmarkt beim Durchblättern der Scheiben genau jene vor einem auftaucht, die man schon ewig gesucht hat? Um keinen Verdacht zu erregen bzw. die durch nichts mehr aufhaltbare Kaufabsicht zu verbergen, unterdrückt man mit aller Gewalt den Freudenschrei, doch das Herz pocht Boom, Boom, Boom bis zum Hals. Ob eBay, amazon Marketplace, medimops oder andere Plattformen: Mit ein wenig Geschick lässt sich fast alles finden. Und dieses Gefühl, wenn die Trefferliste tatsächlich das gewünschte Ergebnis enthält, ist mit nichts zu vergleichen und raubt einem ebenso den Atem wie ein Chicken Tikka Jahangiri in einem renommierten indischen Restaurant. Fast.