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Start Blog Seite 238

The Saints: Sänger Chris Bailey gestorben

Chris Bailey ist gestorben. Diese traurige Nachricht bestätigten die Saints gestern auf ihren Social-Media-Kanälen. Der Sänger wurde 65 Jahre alt.

In dem Statement der australischen Punk-Band stand geschrieben: „Mit großem Schmerz in unseren Heren müssen wir euch über das Wegscheiden von Chris Bailey in Kenntnis setzen. Der Sänger und Songwriter der Saints starb am 9. April 2022. Chris lebte ein Leben voller Poesie und Musik.“

Video der Woche: Budgie mit ›Who Do You Want For Your Love?‹

Burke Shelley hätte heute Geburtstag. Am 10. April 1950 wurde der Gründer von Budgie in Wales geboren und gründete 1968 die legendäre Proto-Metal-Band.

1971 brachte die Truppe ihr erstes Album heraus. Der Titel ›Breadfan‹ vom dritten Album NEVER TURN YOUR BACK ON A FRIEND zählt bis heute zu den berühmteren Songs des Powertrios, u.a. weil er von Metallica gecovert wurde.

In Gedenken an Burke Shelley blicken wir heute jedoch auf das Album BANDOLIER von 1975 zurück und auf eine Performance des Songs ›Who Do You Want For Your Love? bei „The Old Grey Whistle Test“.

Pink Floyd: Neue Single ›Hey Hey Rise Up‹

Nach über 30 Jahren sind David Gilmour, Nick Mason, Guy Pratt und Nitin Sawhney als Pink Floyd zusammengekommen, um den Song ›Hey Hey Rise Up‹ aufzunehmen, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Finanziell wie moralisch.

Am Gesang ist Andriy Khlyvnyuk zu hören, Frontmann der ukrainischen Band Boombox. David Gilmour, der eine ukrainische Schwiegertochter und Enkelkinder hat, kommentiert: „Wie so viele spürten wir die Wut und Enttäuschung über diesen abscheulichen Akt der Invasion eines unabhängigen, friedlichen, demokratischen Landes und die Ermordung seiner Bevölkerung durch eine der größten Weltmächte.“

Verborgener Schatz: I Flashmen mit PENSANDO

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Kansas Records, Italien, 1972, ca. 4.500 €

I Flashmen aus Italien fingen als melodische Popband an und veröffentlichten 1970 ihr Debüt CERCANDO LA VITA. Das war ein kompetentes Album mit Prog-Tendenzen, aber relativ zahm und ohne echte Highlights. Mit PENSANDO von 1972 legten sie dann aber einen ungleich gelungeneren Nachfolger vor. Im italienischen Progrock-Boom jener Zeit experimentierten so viele Bands, dass viele kaum wahrgenommen wurden. Mit dem Ergebnis, dass PENSANDO ein extrem seltenes Artefakt ist und viele der größten Händler und Sammler weltweit nie ein Exemplar davon zu Gesicht bekommen haben. Vermutlich in einer sehr kleinen Auflage gepresst, erzielt das Album heute astronomische Preise. Musikalisch hat es alle Zutaten des klassischen Italo-Prog jener Ära: emotionalen Gesang, unheimliche Melodien, laute Gitarren, wunderschöne Orgelklänge etc. In Sachen komplexe Prog-Strukturen hält es sich zurück, doch der Vibe ist belebend und die Qualität des Spiels ist durchgehend hervorragend.

https://youtube.com/watch?v=H_ffNB6jdWQ

Den Anfang macht das doomige Prog-Intro ›Ingresso‹ (Eingang), während das letzte Stück vielleicht nicht unbedingt überraschend ›Sortie‹ (Ausgang) betitelt ist. Was dazwischen passiert, ist aber abwechslungsreich und gut gemacht. Das erste richtige Stück heißt ›Ma per colpa di chi?‹ und ist sehr intensiv mit einer verzerrten Orgel und dramatischen Vocals. ›Amo mia madre‹ ist eher entspannter Latin-Rock mit einem launischen Spannungsaufbau, Falsettgesang und einem knackigen Gitarrensolo. ›Maria‹ wiederum ist grandioser früher Doom-Metal mit einer unheimlichen Hammondorgel, langsamen, wuchtigen Gitarrenakkorden und geisterhaften Vocals, während ›Sogni e delusioni‹ mit Killer-Riffs und maschinenge- wehrartigem Schlagzeug begeistert. Unterm Strich klingt das alles wie eine Mischung aus Deep Purple und den frühen Atomic Rooster. (Lee Dorian)

Meilensteine: Geordie starten durch

April 1973: Das nordenglische Power-Rock-Quartett mit Frontmann Brian Johnson startet durch

Mit klaren Zielvorstellungen gingen im Februar 1972 Vic Malcolm (Sologitarre), Tom Hill (Bass), Brian Gibson (Drums) und Vokalist Brian Johnson nach Lehrjahren in diversen lokalen Bands an den Start: Binnen eines Jahres wollte das sowohl nach der Bevölkerung in der Umgebung des nordenglischen Newcastle Upon Tyne als auch dem dort gesprochenen Dialekt Geordie benannte Quartett weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus bekannt werden. Gesagt, getan. Als im Frühjahr 1973 das von Ellis Elias und Roberto Danova stramm und wuchtig produzierte LP-Debüt HOPE YOU LIKE IT erschien, galten Geordie europaweit schon als Dauergäste sowohl in populären TV-Shows (hierzulande u. a. „Disco“, „Musikladen“, „Hits à Gogo“) als auch in den jeweiligen Top-Ten des Landes. Zu verdanken war dies den vorab ausgekoppelten Muntermachern ›Don’t Do That‹ sowie der in UK auf Rang sechs platzierten zweiten Single mit der Doppel-A-Seite ›All Because Of You‹/›Ain’t It Just Like A Woman‹.

Geordie passten perfekt in die erste Hälfte der 70er-Jahre: Dynamischer Dampfhammer-Glam-Rock auf dicken Plateausohlen mit raukumpelhaftem Unterton. HOPE YOU LIKE IT legte auf den restlichen acht Tracks mit dem gleichen energischen Elan nach. Weitere Chartsingles mit TNT-Explosionsgarantie folgten in Form von ›Can You Do It‹, ›Electric Lady‹ und ›Black Cat Woman‹. Mick Rock, 2021 verstorbene Fotografenikone, inszenierte die Combo auf dem Cover des Nachfolgers DON’T BE FOOLED BY THE NAME (1974) als Gangster-Syndikat. Auf den weiteren 45er-Scheiben ›Got To Know‹, ›Goin’ Down›, She’s A Teaser‹ und ›Ride On Baby‹ loderte zwar noch immer das Feuer lichterloh, aber für Chart entrys ließ sich die Teenager-Anhängerschaft nicht mehr mobilisieren. Bei einem Typen hinterließen Geordie bleibenden Eindruck: Als Bon Scott, seinerzeit Mitglied bei Fraternity, Geordie Anfang der 70er-Jahre im Konzert erlebte, fand er immens Gefallen an Frontmann Brian Johnson. Es war Scott, der seinen AC/DC-Kollegen von Johnson vorschwärmte.

North Mississippi Allstars: „Einmal Allstar, immer Allstar!“

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Auf SET SAIL knüpfen die North Mississippi Allstars, ein loses Kollektiv aus Musikern und Musikerinnen, das stilistisch in alle Richtungen offen ist und von den Brüdern Luther und Cody Dickinson seit nunmehr 25 Jahren vorangetrieben wird, an ihr Grammy-nominiertes Vorgängeralbum UP AND ROLLING an – mit prominenter Unterstützung. Wir waren neugierig und plauderten mit Bandleader Luther Dickinson.

SET SAIL fällt noch souliger aus als UP AND ROLLING. Wie kommt’s?
Wir haben wirklich unser ganzes Herz in die Songs gelegt und so ganz nebenbei herausgefunden, dass coronabedingte Homestudio-Aufnahmen – im Pyjama oder in Jogginghosen – tatsächlich entspannter klingen können, als in einem Studio, in dem die Uhr unerbittlich tickt. (lacht) Aber im Ernst: Textlich wollte ich mich damit auseinandersetzen, wo ich, wo wir nach 2020 stehen. Deshalb haben wir für SET SAIL auch nur Originalsongs
aufgenommen, die musikalisch eher in Richtung psychedelischer Folk-Soul-Rock tendieren.

Lamar Williams Jr. prägt die meisten der neuen Songs mit seinem Gesang – ist er jetzt ein festes Mitglied eurer, sagen wir mal, Bruderschaft?
Klarer Fall: Einmal Allstar, immer Allstar! Wir sind ja ein lockeres Kollektiv, wir können im Duo spielen, akustisch oder rockend mit vollem Besteck. Je nachdem. Wir hoffen, dass Lamar bei möglichst vielen Auftritten dabei sein wird, aber wir setzen niemanden unter Druck.

Einer der stärksten Songs ist ›Never Want To Be Pillow‹ mit William Bell am Mikro. Wie war es, mit dieser Soul-Legende zu arbeiten?
William Bell hat uns in sein Studio eingeladen, um einen Song zu schreiben. Als wir dort auftauchten, hatte er die ganze Handlung wie für einen Film angelegt. Wir nahmen also seine Geschichte und machten daraus einen Rhythmus, indem wir die Akkorde unter seine natürlichen Melodien setzten. Wir haben eine Voice-Memo-Aufnahme mitgenommen, die wir in unserem Studio bearbeitet und mit einem Beat versehen haben. Einige der
Vocals und Keyboards aus der Sprachnotiz sind in der endgültigen Aufnahme zu hören.

Mittlerweile haben bereits unzählige Musiker bei den North Mississippi Allstars gespielt. Welche stehen noch auf deiner Wunschliste?
Ich liebe es, mit älteren Musikern zu arbeiten, zu denen ich aufschaue. Buddy Guy wäre fantastisch. Und natürlich würde ich gerne wieder mit Mavis Staples arbeiten. Seasick Steve ist ohnehin ein großartiger Freund und Kollaborateur – aber Bootsy Collins wäre der Beste! Er steht ganz oben auf der Liste.

Joe Satriani: THE ELEPHANTS OF MARS

Fantastischer Label-Einstand

THE ELEPHANTS OF MARS ist nach knappen 36 Jahren bei Sony Music beziehungsweise deren Tochterlabel Relativity Joe Satrianis erste LP für earMUSIC/ Edel. Die Product Management Abteilung der in Hamburg ansässigen Company dürfte anhand der Qualität von THE ELEPHANTS OF MARS schon während des ersten Hörgenusses ein dickes Grinsen im Gesicht gehabt haben. „Satch“ liefert mit seiner 19. Studioscheibe auf der einen Seite einen sofort zündenden Querverweis seiner illustren Karriere und auf der anderen einen Blick in die Zukunft des Instrumentalgitarrenalbums. Angefangen beim Oriental-Rock-Opener ›Sahara‹ (einer herrlichen Fortsetzung des gefeierten ›Ali Farka, Dick Dale, An Alien And Me‹ vom 2020er Werk SHAPE-SHIFTING) über das an FLYING IN A BLUE DREAM (1989) erinnernde ›Sailing The Seas Of Ganymede‹ bis hin zum jazzigen Science-Fiction-Epos ›Night Scene‹ fliegt Satriani scheinbar mühelos über alle Genregrenzen. Dabei wirkt Joe
an seinen sechs Saiten trotz der extrem tighten Performance über die komplette Distanz ultra relaxt. Unterstützt wird Satriani auf THE ELEPHANTS OF MARS unter anderem von Drum-Ass Kenny Aronoff, Produzent und Keyboarder Eric Caudieux und SHOCKWAVE-SUPERNOVA- Bassist Bryan Beller.

8 von 10 Punkten

Joe Satriani/THE ELEPHANTS OF MARS/EARMUSIC/EDEL

The Sheepdogs: Neues Album OUTTA SIGHT im Juni

Am dritten Juni bringen The Sheepdogs ihr neues Album OUTTA SIGHT heraus. Auf ihrer siebten LP und insgesamt zehnten Veröffentlichung huldigen die Kanadier weiterhin ihrem Signature-Good-Time-Rock’n’Roll.

Frontmann Ewan Currie wörtlich: „Es ist eine seltsame Welt. Alle sind an einem Ort gefangen, überdenken alles. Wir wollten genau das vermeiden und einfach nur zusammen in einem Raum unsere Gitarren einstöpseln und loslegen.“

Als Vorgeschmack gibt es schon mal die neue Single zu hören, die von einem Videoclip begleitet wird:

Im Juni kann man die Sheepdogs live erleben:

09.06. Köln, Helios37

12.06. Hamburg, Knust

13.06. Berlin, Frannz-Club

15.06. München, Hansa 39

16.06. CH – Zürich, Bogen F