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Start Blog Seite 174

Gitarrenhelden: Randy Rhoads

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Er war technisch begabt und hatte eine fast wissenschaftliche Wertschätzung für die klassische Gitarre, die er auf dem Instrumental ›Dee‹ auf BLIZZARD OF OZZ nur ansatzweise durchblitzen ließ. Es ist ein faszinierender Gedanke, wie weit Randy Rhoads diese Kunstform noch hätte entwickeln können, wäre er nicht im Alter von nur 25 Jahren gestorben. Manche sagen, sein überschaubares Vermächtnis – nur je zwei Alben mit Quiet Riot und Ozzy Osbournes Band – habe Rhoads einen der Spitzenplätze verwehrt. Andere entgegnen, dass sein früher Tod sein wahres Können verzerrte („Er wurde ein noch besserer Gitarrist, nachdem er gestorben war“, beobachtete Lemmy trocken). Mag sein. Doch die Kraft und der Einfluss von Rhoads’ besten Soli hat nichts mit Sympathie zu tun. Die mehrspurige, neoklassische Explosion auf ›Crazy Train‹ mit Tapping, Sturzflügen und chirurgischem Picking klingt nach wie vor einzigartig lebendig. „Er machte auf zwei Alben, was die meisten auf 20 nicht hinkriegen“, sagte Zakk Wylde im Music Radar. „Das ist ziemlich bemerkenswert.“

Anspieltipp: ›Crazy Train‹ (Ozzy Osbourne, BLIZZARD OF OZZ, 1980)

Titelstory: Frank Zappa – Der fabelhaft freigeistige Freak-Bruder!

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944_Zappa0Ein Außenseiter ohne Interesse an Rock’n’Roll, ein Freiheitsverfechter, der seine Band wie ein Diktator führte, ein ausgewiesener Gegenpol zur Gegenkultur – von 1966-1970 war Frank Zapppa promiskuitiv, kontrovers, einflussreich und, nur vielleicht, ein musikalisches Genie.

Mai 1968. Frühmorgens in dem ausladenden Blockhaus mit 18 Zimmern an der Ecke Laurel Canyon Boulevard/Lookout Mountain Drive, das der berühmte „Freak-out“-Künstler Frank Zappa bewohnt. Draußen zwitschern die Finken und Spatzen, die Sonne brennt den ersten Morgensmog weg. Drinnen jedoch ist die Atmosphäre immer noch verdunkelt und düster, die Luft schwer vor Zigarettenrauch.

Wie immer war Zappa die ganze Nacht wach und hat an dem Klavier und dem Schreibtisch gearbeitet, die den riesigen Wohnbereich dominieren. Er hat sich in seinem Stuhl vom Schreibtisch zum Klavier gedreht und wieder zurück, seine Meisterwerke komponiert, eins nach dem anderen, während er starken, schwarzen Kaffee in sich reingekippt und die Zigaretten Kette geraucht hat, die seine einzige Droge sind, seit er elf war.

Jetzt schläft Frank, ebenso wie die anderen Leute, die dieses Haus mit ihm teilen: seine Sekretärin Pauline Butcher aus England, seine Exfreundin Pamela Zarubica, sein Aufnahmetechniker Dick Kunc, der Designer Cal Schenkel, der Tourmanager Dick „Snork“ Barber und die Mothers-Of-Invention-Mitglieder Ian Underwood und Jim „Motorhead“ Sherwood. Und dann sind da diejenigen, die nicht hier wohnen, manche berühmt, manche eher nicht, die in verschieden Ecken und Winkeln schlafen oder sich einfach vor dem riesigen Steinkamin unter dem Kronleuchter mit 14 Kerzen ausgestreckt haben.

Wach ist zu dieser Stunde einzig Zappas 23-jährige Frau Gail, die auf Zehenspitzen um die Körper herum schleicht, die achtmonatige Tochter Moon Unit unter ihrem Arm.

„Das Leben war totales Chaos“, erinnert sie sich heute. „Ich sagte mal zu Frank: ‚Dieser Typ ist seit drei Tagen hier und ich weiß nicht mal, wer er ist!‘ Er sagte: ‚Mach dir keine Sorgen.‘ Dann begegnete man [Groupie-Teenagerin] Miss Mercy, die ein Päckchen Butter wie eine Banane geschält hatte und es einfach so aß. Oh, und mitten in der Nacht tauchte eine Rock’n’Roll-Band auf und kam einfach herein. Es gab keine Schlösser an der Tür. Es war einfach verrückt.“

In der Küche ohne Boden („Ich weiß nicht, was passiert ist, er ist einfach verschwunden!“) sucht Gail nach irgendwelchen Resten, aus denen sie ein Frühstück zaubern könnte. Der Herd steht auf einer so hohen Plattform, dass sie sich strecken muss, um die Pfanne darauf zu stellen. Das Schlimmste ist aber, dass Gail nicht einfach zum Supermarkt fahren kann, um Essen zu kaufen. „Wir hatten kein Auto. Wenn wir einkaufen mussten, fuhr ich per Anhalter“, sagt sie. „Ich ging zur Hintertür hinaus, streckte den Daumen raus und fuhr rüber zum Markt. Mit der Wäsche habe ich das genauso gemacht! Ich hatte Moon auf einer Hüfte und die Wäsche auf der anderen… Das klingt zwar verrückt, aber diese Dinge mussten nun mal erledigt werden.“

Nichts darf ihren Mann von seiner Arbeit abhalten. Er ist nicht irgendein Rockmusiker, sondern ein Komponist. Und wie er in seiner Semi-Autobiografie „The Real Frank Zappa Book“ erklärt: „Ein Komponist ist ein Typ, der nichtsahnenden Luftmolekülen seinen Willen aufzwingt, oft mit Hilfe nichtsahnender Musiker.“

Franks einstige Sekretärin Pauline Butcher ist aus ihrem Zuhause in Singapur am Telefon und erinnert sich an ihren Boss als respekteinflößenden Mann: „Er machte sehr deutlich, dass man ihn nicht bei der Arbeit unterbrechen durfte. Und er arbeitete von der Minute, in der er aufstand, bis zur Minute, in der er ins Bett ging. Wir wagten es nicht, uns ihm zu nähern. Er blickte von seinem Schreibtisch oder Klavier auf, dachte über das nach, was man zu ihm gesagt hatte, und gab eine sehr kurze, schnelle Antwort, um klarzumachen, dass man nicht willkommen war.“ Wie Zappa in einem frühen Interview sagte: „Mein Lebenswandel ist für die meisten Menschen wahrscheinlich weder erstrebenswert noch nützlich.“

Ein Zyniker würde sagen, dass das auch für die Musik galt, die er komponierte. Aber Frank Zappa lebte sein Leben oder machte seine Musik nicht, um „den meisten Menschen“ zu gefallen. Er tat es zu seinem eigenen Vergnügen. Und jeder, der in seinem Orbit bleiben wollte, musste sich dem unterwerfen.

Gitarrenhelden: Albert Lee

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Eric Clapton nannte Lee „den größten Gitarristen der Welt“. Doch während das Hybrid-Picking des britischen Country-Asses unfassbar gut ist, sorgten seine langen Einsätze als Gastmusiker dafür, dass er nie so richtig im Rampenlicht stand.

Anspieltipp: ›Country Boy‹

Video der Woche: Ozzy Osbourne ›Bark At The Moon‹

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Wir gratulieren Ozzy Osbourne zum 74. Geburtstag! Dafür springen wir in die Vergangenheit und widmen ihm das Video zu ›Bark At The Moon‹.

BARK AT THE MOON, Ozzy Osbournes drittes Soloalbum, ist das erste nach dem Tod von Gitarrist und Co-Songschreiber Randy Rhoads. Ozzy brauchte einige Zeit, um sich von dieser Tragödie zu erholen und einen Ersatz für seinen Freund zu finden. Diesen fand er schließlich in Jake E. Lee, der den Songs des Prince Of Darkness einen Hauch mehr Metal verlieh.

Als erste Single veröffentlichte Ozzy den Titeltrack. Thematisch handelt es sich hier um eine klassische Dr. Jekyll und Mr. Hyde Story, im Video verwandelt sich Ozzy in einen Werwolf. Für das Make-Up wurde Rick Baker verpflichtet, der schon das Make-Up für den 1981er Gruselstreifen „American Werewolf“ und Michael Jacksons ›Thriller‹-Video gemacht hat. Ein schöner leicht trashig anmutender Clip – viel Spaß mit unserem Video der Woche:

Black Star Riders: Neues Video zur Single ›Riding Out The Storm‹

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Vom kommenden Album WRONG SIDE OF PARADISE haben die Black Star Riders eine weitere Single mit dem Titel ›Riding Out The Storm‹ ausgekoppelt. Thin-Lizzy-Legende Scott Gorham ist nicht mehr an Bord und auch Christian Martucci spielt nicht mehr bei den Riders. Sein Nachfolger ist Sam Wood.

Bandchef Ricky Warwick über den Song: „Wenn wir älter werden, verlieren wir leider die Menschen um uns herum, die wir lieben. Nachdem ich in den letzten Jahren sowohl meine Eltern als auch einige liebe Freunde verloren habe, habe ich begonnen meine Gefühle zu hinterfragen und über meine eigene Sterblichkeit und Moral nachzudenken. Ich habe erkannt, dass der Tod ein Teil des Lebens ist, und selbst in den dunkelsten Tagen (die wir alle manchmal erleben) habe ich verstanden, dass jeder Aspekt des Lebens eine intensive Erfahrung ist und niemals als selbstverständlich angesehen werden sollte.“

Neil Young: HARVEST 50TH ANNIVERSARY EDITION

No country for old men

Nachdem die Mitglieder von Crosby, Stills, Nash & Young 1970 getrennte Wege gingen, rekrutierte
Young eine Gruppe von Country-Session-Musikern, die er The Stray Gators taufte, und nahm eine
Country-Rock-Platte auf: HARVEST. Diese gilt bis heute als sein erfolgreichstes und wohl auch bekanntestes Werk und feiert nun ihren 50. Geburtstag. Aufgenommen im Februar 1971 überwiegend in Nashville, entstanden die eher elektrischen Songs wie ›Are You Ready For The Country?‹, ›Alabama‹ und ›Words‹ erst im September des selbigen Jahres auf Youngs Ranch in Kalifornien. Die beiden monumentalen Orchester-Tracks ›A Man Needs A Maid‹ und ›There’s A World‹ wurden in London mit dem London Symphony Orchestra aufgezeichnet. James Taylor und Linda Ronstadt sangen Backing Vocals, ebenso David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash. ›Old Man‹, der Nummer-eins-Hit ›Heart Of Gold‹, ›Out On The Weekend‹ und ›The Needle And The Damage Done‹ sind die Songs, die die Welt kennt und die Young im ungeliebten Mainstream ankommen lassen. Die 50th Anniversary Edition enthält auf einer 7-inch-Single die Outtakes von ›Bad Fog Of Loneliness‹ (bereits veröffentlicht auf der ARCHIVES Vol. 1 Box), ›Dance, Dance, Dance‹ (in einer anderen Version auf dem CRAZY- HORSE-Debüt) und ›Journey Through The Past‹. Die beiden DVDs des Box-sets geben einen neuen Einblick in die Entstehung von HARVEST. Da ist zum einen „Harvest Time“, ein bis dato unveröffentlichter zweistündiger Film mit Aufnahmen von Youngs „Harvest Barn“-Sessions in Nordkalifornien und Recording-Sessions in Nashville und London. Der zweite Film ist ein ebenfalls unveröffentlichter Mitschnitt des BBC-Solo-Konzerts vom 23. Februar 1971 (den es auch als LP und als CD gibt). Ferner sind der Box noch ein ausklappbares Poster und ein Lithographie-Druck (LP) beigelegt. Und last but not least gibt es ein Hardcover-Buch mit unveröffentlichten Fotos sowie ausführlichen Liner Notes von Joel Bernstein, der in seinen persönlichen Zeilen anmerkt, dass über den Verlauf der letzten 50 Jahre bereits etliche Mitwirkende von HARVEST verstorben sind wie etwa Danny Whitten, alle Mitglieder der Stray Gators (Kenny Buttrey, Tim Drummond, Jack Nitzsche und Ben Keith), Produzent Elliot Mazer, Youngs lebenslanger Manager Elliot Roberts sowie die HARVEST-Muse Carrie Snodgress.

9 von 10 Punkten

The Beach Boys: SAIL ON SAILOR – 1972 SUPER DELUXE 50TH ANNIVERSARY

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Nach den Schicksalsschlägen

Sommer, Sonne, Strand, Surfen, Mädchen und ein heißer Flitzer – von Karrierestart an konnten The Beach Boys mit diesem euphemistischen Idyll weltweit eine erkleckliche Fangemeinde hinter sich versammeln. Doch das Paradies verdunkelte sich spätestens, nachdem in etwa zeitgleich mehrere Ereignisse geradezu schicksalsträchtig den weiteren Weg der Strandjungs signifikant veränderten: Brian Wilsons durch Halluzinogene, Kokain und Alkohol verursachte mentale Erkrankung, Dennis Wilsons tragische Verwicklung in die Causa Charles Manson sowie Mike Loves Hinwendung zur transzendentalen Meditation des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi. Nach der 17. Studio-LP SURF’S UP (1971) erweiterte sich der Bandkern mit Ricky Fataar (Drums) und Blondie Chaplin (Gitarre, Gesang) von der südafrikanischen Band The Flames auf Septett-Größe. In Brians Heimstudio sowie in drei weiteren Studios in Los Angeles ging es an Platte Nummer 18. CARL AND THE PASSIONS – „SO TOUGH“ fand zwar bei seiner Veröffentlichung 1972 kaum Absatz, bekam aber im Laufe der Jahre Kultstatus ob solcher Perlen wie Dennis Wilsons ›Cuddle Up‹, Ricky Fataars und Blondie Chaplins ›Here She Comes‹ sowie Brian Wilsons ›Marcella‹, ›He Come Down‹ und ›You Need A Mess Of Help To Stand Alone‹. Als nicht minder Strandjungs-atypisch erwies sich der von Juni bis November 1972 in den BBC 2 Studios im niederländischen Baambrugge sowie im Village Recorders Studio von Los Angeles fertiggestellte LP-Nachfolger HOLLAND samt der beiliegenden Bonus EP MOUNT VERNON AND FAIRWAY, der erste Longplayer ohne Johnston und der letzte unter der Führung von Carl Wilson und Manager Jack Rieley. Mehr Akzeptanz als sein Vorgänger fand das in UK versilberte HOLLAND mit den Auskopplungen ›Sail On Sailor‹ und ›California Saga: California‹, das als letztes grandioses Beach-Boys-Werk in die Annalen einging. Beide Alben sind mit jeder Menge Bonus Material (u. a. SESSIONS 1972, Demos, Alternate Tracks) Teil der 6CD-Box SAIL ON SAILOR – 1972 SUPER DELUXE 50TH ANNIVERSARY EDITION, wahlweise auch in den Formaten 2CD-Set, 5 LP plus 7 Inch, 2LP plus 7 Inch oder digital erhältlich. Das Herzstück der Extras ist der bis dato in ungekürzter Version und korrekter Songreihenfolge unveröffentlicht gebliebene Konzertmitschnitt LIVE AT THE CARNEGIE HALL, aufgezeichnet am Thanksgiving-Abend 1972.

9 von 10 Punkten

The Beach Boys
SAIL ON SAILOR – 1972 SUPER DELUXE 50TH ANNIVERSARY EDITION
CAPITOL/UNIVERSAL

Neil Young: Tour-Zukunft ungewiss

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Wenn Neil Young seine künftigen Tour-Vorhaben nicht nachhaltig gestalten kann, dann möchte der Künstler nicht mehr auftreten. In einem Interview mit dem New Yorker erklärte Young: „Ich arbeite schon seit sieben oder acht Monaten mit einigen Freunden daran. Wir versuchen eine nachhaltige Tour mit erneuerbaren Energien auf die Beine zu stellen. Alles daran – die Fahrzeuge, die Bühne, die Lichter, der Sound – alles, das Energie braucht, muss sauber laufen. Kein Schmutz bei uns! Wenn es uns gelingt, ziehen wir das überall durch, wohin wir gehen. Das ist mir sehr wichtig, wenn ich noch einmal auf Tour gehe… und ich weiß gar nicht, ob ich das noch will, das muss ich noch entscheiden. Aber wenn ich nochmal auf Tour gehe, soll alles sauber ablaufen.“

Auch das Essen und Trinken bei solchen Shows soll „sauber“ sein, also aus ökologischer Landwirtschaft und nicht aus Massentierhaltung und konventioneller Landwirtschaft stammen.