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Start Blog Seite 1378

Vince Neil – TATTOOS & TEQUILA

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VinceNeilDer Crüe-Sänger macht noch immer eine ganz gute Figur.

Vince Neils Solowerk sieht zunächst wie eine Farce aus – es beinhaltet nämlich fast ausschließlich Cover-Songs. Neu ist der Titeltrack, ein Mötley-Rocker, leicht überproduziert und auf modern getrimmt. Tut nicht weh, aber auch nicht Not. Weiter geht’s dann mit dem Cover-Kabarett: Von The Sweets ›AC/DC‹ bis zu ZZ Tops ›Beer Drinkers And Hell Raisers‹ lieffert Neil Vorhersehbares, aber auch ein paar Überraschungen – ›Long Cool Woman‹ von den Hollies etwa, oder CCRs ›Who’ll Stop The Rain‹. Alles exzellent umgesetzt von den Slaughter-Kollegen Dana Strum und Jeff Blando sowie Drummer Zoltan Chaney. Mittendrin streut Neil einen weiteren neuen Track ein: ›Another Bad Day‹, eine echte Achtziger-Schmuse-Ballade. Ganz gediegen, das alles. Aber gibt es eigentlich jemanden, der Cover-Alben mehrere Male am Stück hört?

Melvins – THE BRIDE SCREAMED MURDER

MelvinsHässliche Perfektion: Melvins bleiben Besorgnis erregend.

Sie sind die dicke Fischgräte in der Kehle des Rockbusiness, die auch nach 25 Jahren noch quer steckt. Was nicht immer an ihrer Qualität liegt, sondern am Element des Schreckens, weiß man doch nie, was man bekommt – La Montanara-Chöre (wie hier in ›PG X 3‹), Metal mit Trompete oder Porno-Soundtracks im Kakerlaken-Kostüm.

Auch das neue Album schlägt also Haken, als gelte es das Leben – und ist dabei tight und unangreifbar. Auf ›The Water Glass‹ lebt Buzz seine Lust an Marines-Stammesgesängen mit Ruf und Antwort aus, die auch Jello Biafra begeistern, in Melvins-Hand aber noch perfider wirken. Sehr hübsch: Das genörgelte Who-Zitat am Ende von ›I’ll Finish You Off‹, das ein Doom-Cover von ›My Generation‹ ankündigt, während ›Evil New War God‹ und ›Hospital Up‹ an STAG-Zeiten erinnern.

Meat Loaf – HANG COOL TEDDY BEAR

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MeatLoafKeine neue Null-Diät, aber eben leider auch keine Haute Cuisine.

Dass Meat Loaf-Alben ohne seinen zweiteiligen BAT OUT OF HELL-Songwriter und -Arrangeur Jim Steinman immer nur die halbe Miete sind, ist eine durchaus berechtigte Einschätzung. Noch fürchterlicher aber wird es, wenn andere versuchen, Steinmans Genius nachzuahmen. Daran ist sogar Hard Rock-Hofkomponist Desmond Child gescheitert: Trotz einiger echter Steinman-Songs hat er als Produzent des unsäglichen BAT OUT OF HELL III: THE MONSTER IS LOOSE komplett versagt.

Insofern ist das elfte Meat Loaf-Album fast schon wieder eine Wohltat. Soundschrauber Rob Cavallo (Green Day) befreit das füllige Oktavenwunder mit frischem Wind aus seinem historischen Klang-Korsett, ohne dabei aber auf den pompösen Produktionsperfektionismus zu verzichten oder typische Meat Loaf-Merkmale gänzlich auszumerzen. Das (überwiegend gute) Songwriting ist gleich mehreren Musiker-Köpfen zuzuschreiben, und als Gaststars dürfen auf HANG COOL TEDDY BEAR mitunter Jack Black, Justin Hawkins (Ex-The Darkness), Brian May und Steve Vai ran. Sogar der symphatischste Doktor der TV-Geschichte hat einen Kurzauftritt: Hugh Laurie haut auf ›If I Can’t Have You‹ ausnahmsweise mal nicht verbal rein, sondern stattdessen in die Pianotasten. Und der alte Meat? Singt für Ü-60 immer noch wie ein junger Hackbraten-Gott. Kein neues Festmahl, aber es macht Spaß und trotzdem satt.

13th Floor Elevators – 7TH HEAVEN: MUSIC OF THE SPHERES – COMPLETE SINGLES COLLECTION

0f13233dada518ffaeb143eff2c0edb3Definitive Singles-Kollektion der Garagenrocker.

Drei Studioal­ben und ein Konzertmit­schnitt in zwei Jahren genüg­ten, um das texanische Garagen-Quintett um Sänger, Gitarrist und Komponist Roky Erickson in den Annalen der Rock-Historie zu verewigen. Mit 7TH HEAVEN: MUSIC OF THE SPHERES liegen endlich jene raren Mono-Mixe vor, die auf Börsen und Auktionen als 7-Inch-Singles schon seit Jahrzehnten absolute Höchst­preise erzielen. Mehr als 45 Jahre nach ihrer Entstehung zünden Garagenrocker wie ›You’re Gonna Miss Me‹, ›Reverberation (Doubt)‹, ›She Lives (In A Time Of Her Own)‹, ›Slip Inside This House‹ und ›May The Circle Remain Unbroken‹ noch immer ganz hervorragend.

Ihr Urheber Roky Erickson, der gerne als das amerikanische Gegenstück zu Pink-Floyd-Gründer Syd Barrett betrachtet wird, genießt seitdem Kultstatus, der durch zeitweilige Inhaftierungen und Zwangsaufenthalte in der Psychiatrie nur noch gesteigert wurde. Eigenwillige Cover von Bob Dylans ›It’s All Over Now Baby Blue‹ und Bo Diddleys ›Before You Accuse Me‹ sowie vier extrem rare Stereo-Mixe (drei echt, einer gefälscht!) der FRENCH RIVIERA EP machen die Kollektion zum Muss.

The Stooges – YOU DON’T WANT MY NAME… YOU WANT MY ACTION, EASY ACTION

stooges coverRare Artefakte, nur für Diehard-Fans geeignet.

Aufmerksamen Stooges-Fans dürfte nicht entgangen sein, dass zwischen THE STOOGES (1969) und FUN HOUSE (1970) einerseits sowie RAW POWER (1973) andererseits eine rund dreijährige Kreativpause liegt. In jener Phase stieg nicht nur der Konsum von Heroin, Alkohol und Tabletten, es veränderte sich auch die klassische Vierer-Besetzung: Für Bassist Dave Alexander kam Jimmy Recca, und Ron Asheton arrangierte sich mit James Williamson zum unschlagbaren Gitarren-Duo. Überlebt haben aus dieser Ära des Umbruchs keinerlei Studioproduktion, aber es existieren einige Konzertmitschnitte.

Vier dieser obskuren Artefakte finden sich nun inklusive Buch sowie Repliken von Polaroids und Tickets auf der auf 1000 Stück limitierten Box YOU DON’T WANT MY NAME… YOU WANT MY ACTION. Aufgezeichnet in Detroit, New York und St. Louis im April und Mai 1971, rackerte sich das Quintett jeden Abend durch die immer gleiche Set-Liste, von der lediglich ›I Got A Right‹ im Langzeit-Repertoire überlebte. Ein optisch schon ganz auf den Glam-Rock eingeschworener Iggy Pop tauchte öfter mal minutenlang im Publikum ab oder verzog sich wegen offensichtlich massiver Entzugserscheinungen gleich ganz in die Garderobe. Derweil rotierte die Rest-Band durch instrumentalen Prä-Punk wie ›Fresh Rag‹, ›Children Of The Night‹ oder das von ›Big Time Bum‹ in die Impotenzklage umgetitelte ›Over My Dead Cock‹.

Spirit – THE BEST OF 1968 – 1977: FRESH FROM THE TIME COAST

61vKBHAnFrLFacettenreicher Stilmix zwischen Post-Psychedelic und Fusions-Futurismus.

„Label­über­greifend“ lautet das Losungs­wort für das hinlänglich dokumentierte Werk der Westcoast-Formation Spirit. Mit ihrem Hang zu Genre-Überblendungen stachen Spirit seinerzeit hervor, die 43 auf zwei CDs verteilten Tracks von THE BEST OF 1968 – 1977: FRESH FROM THE TIME COAST dokumentieren die wechselhafte Geschichte des Quintetts in über 150 Minuten Spielzeit.

Es ist das erste Mal, dass die wichtigsten Tracks der fünf Epic- und vier Mercury-Alben auf einer Werkschau kompiliert wurden. Das Ergebnis ist ein ganz erstaunlicher Stilmix aus Rock, Jazz, Funk, Blues, Folk und Psychedelic. Stücke wie ›I Got A Line On You‹, ›Fresh Garbage‹, ›Dark Eyed Woman‹, ›1984‹ und ›Nature’s Way‹ avancierten zu Un­­derground-Favoriten, nach dem Wechsel ihrer Plattenfirma geriet Spirits Karriere allerdings ein wenig ins Stocken. Doch auch auf späteren Songs wie ›Victim Of Society‹, ›Looking Into Darkness‹ und ›Farther Along‹ musizierte die Band ungebrochen innovativ.

Public Image Limited – METAL BOX / PLASTIC BOX

public1_CD_backJohn Lydons Postpunk-Projekt: Experimente um ihrer selbst Willen.

Die 1978 von Ex- Sex-Pistol John Lydon mit Bassist Jah Wobble und Gitarrist Keith Levene gegründete Band brachte es im Laufe von 14 Jahren auf acht Studioalben – wie die Neuauflage des 1999 schon einmal aufgelegten 4-CD-Sets PLASTIC BOX in großzügigen 60 Songs illustriert: LP-Tracks, 12-Inch Mixes, BBC-Sessions sowie Single-A- und B-Seiten addieren sich zu einer Sammlung, die minutiös nicht nur die Entwicklung der Band,  sondern auch das Stilempfinden der achtziger Jahre seziert. Während das Kollektiv anfangs (›Flowers Of Romance‹) anarchistisch experimentierte, neigte sich die Ausrichtung nach Levenes und Wobbles Abgang zum Kommerziellen (›This Is Not A Love Song‹), und das Spätwerk spiegelte sich wortwörtlich im Titel ›Dissappointed‹ wider.

Mit Sinn fürs Detail wartet der Meilenstein METAL BOX auf: Drei CDs in runder Miniatur-Blechdose ahmen naturgetreu das Original aus dem Jahr 1979 nach: Elf reichlich schräge Klanglandschaften zwischen Dub Reggae, Post Punk und Prog Rock, die von diversen Kraut-Rockern, Captain Beefheart und Arnold Schönberg inspiriert wurden. Ob ›Death Disco‹, ›Poptones‹ oder ›Careering‹ nun als Kunst, Kakophonie oder Kokolores einzustufen sind, weiß wohl selbst John Lydon nicht genau. Der Mann hat jedenfalls Humor.

Mercury Rev – THE PEEL SESSIONS

CS1785102-02A-BIGKompromisslos eigenständiger Post-Punk.

Das amerikanische Quartett um Jonathan Donahue ließ  sich kommerziell nie vereinnahmen. Weshalb John Peel, die mittlerweile verstorbene britische Radio-Ikone und bekennender Indie-Förderer, Mercury Rev gleich mehrmals zu Studiosessions einlud. Zwischen 1991 und 2001 zog es die von der britischen Indie-Kultur inspirierte Combo gleich fünfmal in den Londoner Stadtteil Maida Vale, wie die Doppel-CD THE PEEL SESSIONS im Booklet notiert.

Etwa zur Zeit des punkigen Debüts YERSELF IS STEAM ging die erste Show über den Sender. 1999 folgte dann der Durchbruch mit dem makellosen Album DESERTER’S SONGS. Der Live-Mitschnitt beinhaltet zudem noch vier Songs von ALL IS DREAM sowie geschmackvoll inszenierte Cover-Versionen von so unterschiedlichen Künstlern wie Captain Beefheart, John Lennon, Black Sabbath und Peggy Lee. Was wiederum von Mercury Revs nach allen Seiten offener Experimentierlust zeugt.