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Start Blog Seite 1368

Robert Pehrsson’s Humbucker – ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER

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Robert Pehrsson's HumbuckerRobert und die starken Männer.

Robert Pehrsson ist Mitglied der obersten Riege des schwedischen Rock’n’Roll. Bisweilen bewegte sich der Gitarrist im Schatten seiner Frontleute wie Backyard-Babies-Mann Dregen, den er erst kürzlich bei dessen Solo-Aufnahmen unterstützte, oder Ex-Hellacopter Nicke Andersson, mit dem er sich aktuell bei Imperial State Electric die Bühne teilt. In beinahe 20 Jahren war er Mitglied in Bands wie Thunder Express, Dundertåget und Death Breath. Jetzt veröffentlicht er das erste Album unter eigener Flagge, nicht aber ohne dabei Unterstützung seiner Weggefährten zu erfahren. Die neun Songs, die dabei entstanden, sind stilistisch wie auch klanglich allesamt den 70er Jahren entrissen. Vornehmlich erinnern die Songs erstaunlich authentisch an eine locker flockige Mischversion aus Thin Lizzy und UFO. Ja, oder eben Imperial State Electric und The Hellacopters. Dass Pehrsson, dessen Gesang dem eines hauptberuflichen Rock’n’Roll-Sängers nahe kommt, auch die weichere Gangart beherrscht, beweist er mit dem 70s-Popsong ›Can’t Change‹. Mit ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER braucht er sich jedenfalls in seiner musikalischen Schwedenbande nicht zu verstecken.

Lee Ranaldo – LAST NIGHT ON EARTH

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OLE-1041-Lee-Ranaldo-Last-Night-On-EarthUnter dem Eindruck von Hurrikan Sandy: Der Sonic-Youth-Gitarrist vertont die  Apokalypse.

Das nennt man wohl George-Harrison-Effekt: Ähnlich wie der Leadgitarrist der Beatles stand Lee Ranaldo bei Sonic Youth stets im Schatten eines übermächtigen Frontduos und blühte erst nach dem Ende der Band als Solist richtig auf. Auf  seinem neuen Album fängt der 57-Jährige die düstere Stimmung der LAST NIGHT ON EARTH ein, die Hurrikan Sandy letzten Herbst in seiner Heimat an der US-Ostküste auslöste. Verständlich, dass er sich im Zuge dessen ein Stück weit vom fokussierteren, filigraneren Sound des Vorgängers BETWEEN THE TIMES AND THE TIDES abwendet. Eingängiges wie das famose ›Lecce, Leaving‹ oder das mit Barock-Charme glänzende ›Late Descent #2‹ bleibt die Ausnahme. Im Vordergrund stehen ungezügelte Improvisationen und eine beim Jammen mit seinen The-Dust-Mitstreitern Steve Shelley, Tim Lüntzel und Alan Licht entfachte Rock-Wucht. Dass Ranaldo eine Doku über die 72er-Konzerte von Grateful Dead als Inspiration gedient haben soll, glaubt man gern!

Plastic Surgery Disaster – ENDLESS

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Plastic Surgery DisasterGanz schön musikalisch für einen Speedkletterer…

Was ist schlimmer als Schauspieler, die sich einbilden, Musik machen zu müssen? Richtig: Profisportler, die sich einbilden, musikalisches Talent zu besitzen! Und jetzt möchte ein weltbekannter Allround-Bergsteiger aus Berchtesgaden auch noch Sänger einer Stoner-Rockband werden. Eigentlich ist Thomas Huber, der Ältere der beiden „Huberbuam“, das schon längst und veröffentlicht jetzt mit seiner Band Plastic Surgery Disaster das Album ENDLESS. Und so schlecht ist das nicht, was die fünf Bayern da hinbrettern. Zwar bekommt Hubers Stimme bei jedem Song eine Portion Distortion übergezogen, doch singt er mehr als passabel. Auch das zu vermutende bairische Sprachkolorit ist nicht vorhanden. Passend zur Hauptbetätigung ihres Frontmannes bauen die Instrumentalisten, allen voran Gitarrist Manfred Rödel, ein für Stoner Rock beinahe zu brachiales und schiebendes Bett aus monströsen Riffs.

Andi Deris And The Bad Bankers – MILLION DOLLAR HAIRCUTS ON TEN CENT HEADS

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andi derisMit beißendem Garagen-Metal wütet der Helloween-Frontmann gegen das Finanzsystem.

Neben dem jüngsten Helloween-Wurf STRAIGHT OUT OF HELL (2013) und anschließender Welttour fand Frontmann Andi Deris noch Zeit, ein weiteres Solo-Album einzuspielen. Für die Kürbisköpfe schreibt Deris bereits einen Großteil des Songmaterials, dazu komponierte er Lieder für seine beiden Alleinritte. Auf seinem jüngsten Wurf lässt er seiner Wut gegen Bänker, Bankster und Profiteure freien Lauf. Für Deris sind sie die Hauptverantwortlichen der grassierenden Wirtschaftskrise, die nach seiner Einschätzung noch nicht vorbei ist. Für MILLION DOLLAR HAIRCUTS ON TEN CENT HEADS hat der Blondschopf sämtliche Melodien samt Texte verfasst und zusammen mit seiner Zweitband in seiner Wahlheimat Teneriffa aufgenommen. So erklingen bissiger Hard Rock und Metal, getragen von derben Riffs sowie attackierenden Gesängen und sind – im Vergleich zu Helloween – eher bodenständig im Sound. Die Gitarre darf dreschen, das Double Bass Drum dröhnen und Deris seinen Hass auf geldgierige Haie heraus brüllen.

Gun Club Cemetery – GUN CLUB CEMETERY

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Gun Club CemetryRelaxter 70s-Rock, eingängig statt innovativ.

Was heute musikalisch angesagt sei, wisse er nicht, gibt der frühere Hurricane-#1-Frontmann Alex Lowe unumwunden zu. Kein Wunder also, dass das Debütalbum seines neuen Trios keinerlei Zugeständnisse an den Zeitgeist macht. Stattdessen gibt sich der Brite 15 Jahre nach seinem ersten musikalischen Frühling ungeniert seiner Liebe zum schnörkellosen Rock’n’Roll hin. Richtig laut und rau wird es allerdings nur selten. Röhrende Rock-Hymnen mit einem Hauch Oasis-Flair wie ›The Hollow Face Of A Shallow Man‹ bleiben die Ausnahme. Das Herzstück des Gun-Club-Cemetery-Erstlings sind herrlich abgehangen klingende Midtempo-Nummern, die mal mit dezentem Soul-Einschlag (›Before Sunrise‹), mal mit country-rockigem Touch (›No Regrets‹) und stets mit willkommener 70er-Jahre-Patina an die entspanntesten Momente der Faces und der Rolling Stones erinnern. Dass Lowe von jeher ein Faible für Balladen mit viel Pathos hat, unterstreichen zudem Stücke wie ›We Can’t Always Be The Ones‹, bei dem Bandfeeling gegen Piano und Streicher ausgetauscht wird. Preise für Originalität werden die Briten damit sicherlich nicht gewinnen, ihre Songs sind allerdings so gut, dass man trotzdem gerne zuhört.

Giuda – LET’S DO IT AGAIN

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guidaKomm, lass uns Laternen austreten!

Eine richtig gute Band aus Italien – ohne unseren südeuropäischen Freunden zu nahe treten zu wollen – zählt wohl eher zu den Seltenheiten in der Welt des Rock’n’Roll. Eine fulminante Abweichung von dieser Norm ist definitiv die Gruppe Giuda aus Rom. Als stünden sie mit einem Springerstiefel direkt im England der frühen 70ger Jahre, stiften sie auch auf dem Nachfolger ihres Debüts RACEY ROLLER mit einer homogenen Verschmelzung aus Glam Rock und Proto Punk zu Krawall an. Auf LET’S DO IT AGAIN schaffen Giuda es erneut, die glammige Hook-Gewalt von Bands wie Slade, T. Rex und The Sweet mit der räudigen Oi!-Attitüde von Cock Sparrer zu vereinen. Verwegen, doch stets geschmackvoll erinnern die Italo-Boys auch mal an eine Surf-Punk-Version von The Hives oder sogar an den kauzigen Gary Glitter.

Blue Rodeo – IN OUR NATURE

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blue-rodeo-in-our-natureKanadas Roots-Rock-Superstars.

Der Vorteil daran, fest in der Vergangenheit verwurzelt zu sein, ist, dass diese einen immer mal wieder einholt, bzw. im endlosen Reinkarnationszyklus des Genre-Recyclings in regelmäßigen Abständen wieder hochaktuell ist. Man muss nur lang genug dabei sein, um die Ernte dann auch einzufahren. Den beschaulichen Neo-Folk-Country-Pop-Rock, der seit ein paar Jahren durch die höheren Chartregionen weht, machen diese Kanadier schon seit Mitte der 80er Jahre. In ihrer Heimat wurden sie dadurch zu Superstars (mehr als jeder zehnte Kanadier hat statistisch gesehen ihre Platten im Schrank stehen), und wie um zu beweisen, wie innig sie diesen Stil leben und lieben, heißt ihr neuestes Werk nun IN OUR NATURE. 14 Stücke, die ohne jegliche Ecken und Kanten direkt auf gestresste Seelen, wehmütige Lagerfeuer-Nostalgiker und Fans liebevoll konstruierter Wohlfühlmusik zielen. Der große internationale Durchbruch wird wohl auch weiterhin außer Reichweite bleiben, aber Kenner bleiben ja bekanntlich gerne unter sich. Wohlige Wärme für die dunklen Abende, die uns bevorstehen.

Aqua Nebular Oscillator – SPIRITUS MUNDI

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Aqua Nebula OscillatorKunst statt Kommerz.

Zeige mir deinen Bandnamen und ich sage dir, wie dein Proberaum aussieht. In diesem Fall bedarf es schon einiger Fantasie, denn die französische Avantgarde-Rockband versucht seit Beginn dieses Jahrtausend so ziemlich alle konventionellen Wege zu vermeiden, hat schon früh ihre Auftritte mit Performance-Künstlern bereichert. Auch entstand jedes ihrer drei bisherigen Alben in einer anderen Besetzung. Zurzeit sind sie als Trio unterwegs und machen es dem Hörer erneut nicht leicht: Das Album startet mit einem fast vierminütigen Grusel-Intro (gleichzeitig das Titelstück), dem sich zehn schwermütig-verspielte, von Psychedelic- bis Classic Rock beeinflusste Songs anschließen, von denen jeder seine eigene Duftmarke setzt: ›Jungle Man‹ lebt von atmosphärischem Sprechgesang und vorwärtsstrebenden Drums, ›Roller Coaster‹ hingegen besticht durch ein lava-artiges Gitarrensolo, während ›Crystal Man‹ nach zwei balladesken Minuten beinahe zu einem Heavy-Rock-Ausflug wird. Wie sieht denn nun der Proberaum von ANO aus? Vielleicht ein düsterer ehemaliger Weltkriegsbunker, in dem das Filmplakat von Pink Floyds „Live At Pompeji“ hängt?