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Start Blog Seite 1369

Apocalyptica – WAGNER RELOADED – LIVE IN LEIPZIG

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apocalypticaGeil und Bogen.

Die Symbiose ist ganz klar die bevorzugte Arbeitweise der Finnen, die seit 1996 in ihrer ganz eigenen Marktnische operieren. Mit Cello-Covers von Metallica zu größter Beliebtheit gelangt, waren es entweder weitere Coverversionen oder aber Kollaborationen mit bekannten Vokalisten, die ihnen anhaltenden Erfolg bescherten. 2013 wagten die einstigen Feuilleton-Lieblinge sich schließlich erneut in hochkulturelle Sphären, als sie anlässlich des 200. Geburtstags des kontroversen Meisterkomponisten die Musik zum Projekt „Wagner Reloaded“ des Choreografen und Tänzers Gregor Seyffert beisteuerten. Was wir hier hören, ist die bislang einzige Live-Aufführung vom vergangenen Juli in Leipzig – und atemberaubende Musik, inspiriert und stückweise direkt von Richard Wagner übernommen, aber von Apocalyptica in ein gänzlich anderes, majestätisch rockendes Gewand gekleidet, das tatsächlich mal eine nie dagewesene Kombination aus Klassik und Metal darstellt. Symbiose eben – und auch nach 20 Jahren zeigt das Quartett, dass es in seiner Einzigartigkeit unübertroffen bleibt.

AC Angry – BLACK DENIM

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ac angryPer Anhalter durch die Hard-Rock-Galaxis.

AC Angry – ein Projekt von AC/DC und Angry Anderson? Nein. Eine AC/DC-/Rose-Tattoo-Coverband? Ebenfalls knapp daneben. Tatsächlich stecken hinter AC Angry vier deutsche Musiker auf Schweinerock-Kurs, die alles aufgreifen, was das Rock-Genre in den vergangenen 40 Jahren hervorgebracht hat. Das Spektrum reicht von knorrigem Aussie-70er- über sleazigen US-80er-Hard- bis zu skandinavischem Punk Rock der Jahrtausendtwende – treibende Hymnen, satte Groover, Halbballaden, reichlich Klischees und zotige Sprüche (etwa Textzeilen der Marke „I’ve got my hands on your girlfriend’s tits“) inklusive. Anders ausgedrückt: Wer etwas mit AC/DC, Guns N’ Roses, Zodiac Mindwarp, D-A-D, Zakk Wylde, Gluecifer oder/und Turbonegro anzufangen weiß, wird 33 Minuten lang aus dem Grinsen nicht herauskommen. Eine hohe Toleranzgrenze gegenüber Déjà-vu-Erlebnissen ist für uneingeschränkten Hörspaß jedoch unabdingliche Voraussetzung.

A Perfect Circle – THREE SIXTY

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A Perfect Circle - Three Sixty 2CD ArtworkAlle Hits beisammen.

Maynard James Keenan widmet sich neben seiner Hauptband Tool auch diversen anderen Projekten. Seine berühmteste Nebenband ist mit Sicherheit A Perfect Circle, mit der er seit 1999 drei sehr erfolgreiche Alben veröffentlicht hat. Ob das nun schon Grund genug ist, eine Best-Of auf den Markt zu bringen, sei dahingestellt. Aber Spaß macht diese Veröffentlichung auf jeden Fall. Über die erste CD muss man nicht viele Worte verlieren. Hier reihen sich ihre zahlreichen Hits wie ›The Hollow‹, ›Judith‹, ›3 Libras‹ und ›The Package‹ aneinander. Doch das kennen wir alles schon. Das wahre Schmankerl von THREE SIXTY ist ›By And Down‹, ein neuer Song der Band – der erste seit über zehn Jahren! Ein weiteres kleines Highlight ist auch die düster anmutende Coverversion des John Lennon-Klassikers ›Imagine‹, mit der die Bonus-CD der Deluxe-Edition eröffnet wird. Im Grunde muss man THREE SIXTY danken, denn das Album erinnert einen wieder daran, wie verdammt gut diese Band ist! Hoffentlich kommt bald mehr Neues…

Beastmilk – CLIMAX

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BeastmilkCoverWenn die Gitarren Trauer tragen.

Es ist wieder 1985, die Welt steht am Rande eines Atomkriegs, der Wald stirbt und die Aussicht auf eine Zukunft in grauer Tristesse hat die Popkultur mit lebensverneinenden Individuen überflutet, die ihren Frust mit überzeugter Schwermut hinaus brüllen. Oder wie einst ein großer Berliner (meist blonder) Philosoph sang: „Und immer wenn wir traurig waren (…), dann hörten wir The Smiths.“ Im Fall des Debüts der Finnen Beastmilk ergänze man hier noch bitte Joy Divison, The Cure, Sisters Of Mercy, Killing Joke und eventuell frühe Cult. Allerdings verpacken die traurigen Skandinavier ihren Frust in so beschwingte Melodien (›Genocidal Crush‹, ›Nuclear Winter‹), dass man den Sturm der Schwarzkittel auf die Tanzflächen der Düster-Discos dieser Republik schon erahnen kann. Die Headliner-Spots auf dem Wave-Gothic-Treffen oder dem Mera Luna sind auch schon gebucht. Was wie Spott klingt, ist allerdings purer Neid: Wer aus Negativität so viel positive Kraft ziehen kann, hat viel richtig gemacht. Außer vielleicht bei der Wahl des Bandnamens. Produziert wurde dieses großartige Stück Schwermut von Kurt Ballou (Converge).

Paul McCartney – Erinnerungen sind Luxus für mich

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Mit NEW hat Sir Paul McCartney sein 16. Studioalbum veröffentlicht und sein erstes seit 2007 mit komplett neuen Songs. Mit dem Werk landete die 71-jährige Beatles-Legende in den USA auf Platz 3 (hinter Pearl Jam und Miley Cyrus), im UK und in Deutschland auf Platz 6. Es markiert damit schon jetzt das Soloalbum mit den höchsten Chartpositionen für McCartney seit FLOWERS IN THE DIRT von 1989. Das dürfte daran liegen, dass NEW ein Spätwerk ist, das vor Ideenreichtum und Poppigkeit strotzt und dem Titel alle Ehre macht. Das wiederum liegt nicht zuletzt an jungen Produzenten wie Mark Ronson und Paul Epworth, die daran Hand anlegten. Warum McCartney die Herren zu Rate zog, was seine Frau damit zu hat und wie er sich heute an John Lennon und die Beatles erinnert, erzählte er aufgeweckt und gut gelaunt beim Gespräch in London.

Paul McCartney 2 @ Mary McCartneyMr. McCartney, auf ihrer neuen Platte gibt es eine ganze Reihe freudvoller Popsongs. Sind Sie im dritten Frühling?
Nun, es gibt eine neue Frau in meinem Leben! Ich erlebe einfach eine sehr glückliche Zeit momentan. Da schreiben sich solche Lieder dann fast von alleine.

Ihre Frau Nancy hat Sie also inspiriert?
Absolut! Als ich angefangen habe, an diesen Liedern zu schreiben, waren wir frisch verliebt. Nancy hatte viel in New York City zu tun, ich blieb in London. Da die beiden Orte einen Zeitunterschied von fünf Stunden haben, war ich früher wach als sie. Ich brachte jeden Morgen meine Tochter zur Schule, und wieder zu Hause angekommen, setzte ich mich hin und schrieb ein Lied. Und wenn ich damit fertig war, wusste ich, ich könnte Nancy jetzt anrufen, weil sie aufgestanden war. Ich fragte sie also jeden Morgen: „Willst du einen neuen Song hören?“ Ich spielte ihn ihr am Telefon vor. Das war eine unglaubliche Motivation! Ich wusste, für wen ich diese Lieder schreibe.

Wooden Shjips – BACK TO LAND

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Wooden-Shjips-Back-to-Land-cover-351Neue Tapete, neuer Sound.

Manchmal ist ein Tapetenwechsel ja gar nicht so schlecht. Diese Erfahrung machte auch die amerikanische Band Wooden Shjips. Nach drei im psychedelischen Space-Rock verwurzelten Alben zogen Sänger Ripley Johnson und Schlagzeuger Omar Ahsanuddin von der Hippie-Hochburg San Francisco in Amerikas Indie-Hauptstadt Portland — und prompt klingen Wooden Shjips auf ihrem vierten Album BACK TO LAND rundum erneuert. Klar, da sind immer noch verzerrte Gitarren und melodische Riffs, gepaart mit wunderbar nölenden Keyboard-Sounds. Gleichzeitig aber wirken die acht neuen Songs strukturierter und damit auch direkter. Mal erfreuen Wooden Shjips mit neuem Minimalismus und geradezu repetitiven Melodien, dann entdecken sie die akustische Gitarre für sich. Und wo die Band früher ruppiger und ungestümer klang, regiert auf BACK TO LAND ein entspanntes Selbstbewusstsein und eine gewisse Leichtigkeit. Zugegeben, uns gefallen beide Tapeten gleich gut!

Victory Valley – SUITCASE

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Victory ValleyHandgemachter Folk-Pop-Wohlfühlsound aus hiesigen Gefilden.

Im Geiste sind Victory Valley in Kalifornien zu Hause, ansässig ist das Quartett dagegen im Westen Deutschlands, unweit von Köllefornia. Doch auch dort gedeiht warmer, einschmeichelnder Unplugged-Folk-Pop mit feinen Gesangsharmonien. Dass Victory Valley vor einigen Jahren als Coverband angefangen haben und einst Songs wie Mr. Bigs ›To Be With You‹ nachspielten, scheint allerdings auf ihrem Debütalbum noch deutlich durch. Zwar reihen die vier Musiker mühelos Wohlklang an Wohlklang, eine eigene Identität haben sie dagegen (noch) nicht wirklich entwickelt. Zielstrebig verfolgen sie den von ihren Vorbildern seit Jahrzehnten ausgetrampelten Pfad und setzen in zumeist gemäßigtem Tempo etwas zu sehr auf die todsichere Melange aus klassischem Songwriting und emotionalen Texten. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit SUITCASE eine Platte, die das musikalische Pendant zum 70er-Jahre-Lederköfferchen auf dem Cover ist: altmodisch, aber grundsolide.

Tricky Lobsters – THE BLUE HOSPITAL CONSPIRACY

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Tricky LobstersKrankenhaus. Reif.

Ohne größeres Interesse seitens der Öffentlichkeit geweckt zu haben, werkeln die Rostocker seit bald 20 Jahren an ihrer Version des guten alten Rock’n’Roll, und zwar mit erfrischender Ehrlichkeit. Wie oft liest man schon eine Selbstbeschreibung einer Band, die verkündet, man klaue „nicht mehr als nötig“ von seinen Vorbildern? Als chronisch gelangweilter Musikkonsument, der schon alles gehört zu haben glaubt, wird man so auch diesem Trio vorwerfen können, es erfülle diese Offenherzigkeit etwas zu konsequent, denn die Grundzutaten sind natürlich hinlänglich bekannt. Die Tricky Lobsters machen daraus aber einen wohlschmeckenden Trank, der erdigen Blues- mit wuchtigem Stoner-Rock und spürbarem Enthusiasmus verbindet und so bestens zu unterhalten weiß. Sicher, die eine oder andere Band kann das mit ein bisschen mehr Schliff, aber darum geht’s hier nicht. Sympathisch, straight, schweißgebadet.