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Start Blog Seite 1367

Human Fortress – RAIDED LAND

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Human FortressFünf Jahre nach ihrem bislang letzten Lebenszeichen haben sich die deutschen Prog/Power-Metaller Human Fortress wieder zusammengerauft. Mit ihrem neuen Frontmann Gus Monsanto ist ein Album entstanden, das kompositorisch die hohe Qualität früherer Jahre halten kann, durch den geänderten Gesang (ihr früherer Frontmann Jioti Parcharidis singt jetzt bekanntlich bei Victory) allerdings etwas zahmer klingt als die Songs zu Parcharidis’ Zeiten. Trotzdem absolut hörens- und empfehlenswert.

The Earls Of Mars – THE EARLS OF MARS

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Earls Of MarsDie Briten The Earls Of Mars, eine skurrile Mixtur aus traditioneller Rockband und kosmischer Klamauk-Truppe, nehmen respektlos die Lichtgestalten der Musikgeschichte aufs Korn: ›The Astronomer Pig‹ beschäftigt sich augenzwinkernd mit Pink Floyd, ›The Mirrored Staircase‹ geht David Bowie forsch an den Kragen und ›Mr Osbourne’s Hazelnuts‹ dürfte Ozzys Lendengegend gewidmet sein. Erfrischend frech, diese Rock-Hasardeure!

William Shatner – PONDER THE MYSTERY

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Shatner, WilliamCpt. Kirk auf Prog!

Als Schauspieler ist William Shatner eine Koryphäe. Als Sänger dagegen polarisiert er wie kein Zweiter – und das schon seit seinem ersten Album von 1968. Was sich nun mit PONDER THE MYSTERY fortsetzt: Ein 15-Song-Marathon, in dem er seine Lebensgeschichte rezitiert. Und zwar mit der Anmutung eines Shakespeare-Darstellers, der sich in einen Song verirrt hat und über Liebe, Tod und Selbstfindung sinniert. Alles unterlegt mit lupenreinem Prog-Rock, der zwischen sphärischer Mystik, haltlosem Bombast und virtuosen Solo-Einlagen pendelt sowie in erster Linie von Billy Sherwood (Ex-Yes), aber auch von Kollegen wie Robby Krieger, Zoot Horn Rollo, Nik Turner, Rick Wakeman, Mick Jones (Foreigner) und Steve Vai stammt. Ein Line-up, bei dem ja eigentlich nichts schief gehen kann.

Antlered Man – THIS DEVIL IS THEM

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Antlered ManAntlered Man aus London machen es ihren Zuhörern nicht leicht: Sie verweigern ein klar ersichtliches Konzept, reihen Riffs, Licks und Parts ohne offenkundiges Arrangement aneinander und malträtieren ihre Instrumente ziemlich harsch. Über diese Geräuschkulisse platziert Sänger Damo Ezekiel Holmes bisweilen krude Melodiebögen, deren Zerbrechlichkeit immer dann deutlich wird, wenn ohne Vorwarnung Gitarre, Bass und Schlagzeug über sie hereinbrechen. Manches erinnert in Klang und Instrumentierung an frühe Black Sabbath, anderes an die experimentelle Ausrichtung deutscher Bands in der Krautrock-Ära der 70er. Eines muss man der britischen Gruppe lassen: Konventionen lassen sie sich mitnichten als Korsett auferlegen, zudem beweisen Antlered Man Mut und Konsequenz. Indes: Beides muss auch der Konsument mitbringen, plus Robustheit, um dieses eigenwillige Treiben genießen zu können.

Howe Gelb – THE COINCIDENTALIST

gelb, howeMusik für die Stunden nach Mitternacht.

Was ist nur mit Howe Gelb los? Mit 57 Jahren ist er für beginnende Altersmilde eigentlich noch zu jung, doch ›Vortexas‹, der Opener seines neuen Albums, klingt eindeutig nach Bekennerballade, gesungen – besser: geraunt – gegen halb vier Uhr morgens, und zwar über einen ranzigen Tresen gebeugt, der nach vollen Aschenbechern und leeren Schnapsgläsern riecht. Und so geht’s zunächst auch weiter, wer jene Gitarrenbreitseiten und Noise-Attacken sucht, mit denen Giant Sand einst das Americana-Genre in Richtung Indie-Rock erweiterten, der muss warten. Und zwar, bis das Album vorbei ist, und dann CENTER OF THE UNIVERSE von 1992 in den Player schieben. THE COINCIDENTALIST oszilliert über weite Strecken zwischen sparsam inszeniertem Folk und melancholischen Pianoklängen, bereichert um Gelbs typisch spröden, narrativen Gesangsstil. Das klingt zunächst nicht allzu spektakulär, doch – ebenfall typisch Howe Gelb – wachsen einem die Stücke nach mehreren Durchläufen deutlich enger ans Herz. Musik für die Stunden nach Mitternacht.

Scorpions – MTV UNPLUGGED IN ATHENS

ScorpionsRuhestand?! Nein Danke!

Die Scorpions erlebten auf ihrer „Get Your Sting And Blackout / The Final Sting“-Tour mir nichts dir nichts ihren zweiten Frühling: Meine, Schenker (beide 65) und Jabs (58) legten in diesen drei Jahren eine derart heiße Sohle aufs Parket, dass es nach der letzten Show der mehrfach den Globus umrundenden Konzertreise im Dezember 2012 in München einfach weitergehen musste. Mit MTV UNPLUGGED IN ATHENS steht nun ihr erstes Lebenszeichen seit diesem historischen Tag in den Läden. Das 24 Songs umfassende Doppelalbum (optional als BluRay/DVD) bietet neben den obligatorischen Scorpions-Klassikern eine ganze Latte an selten live gespielten Songs sowie vier neue Stücke. Die große Überraschung hierbei ist die von Rudolf Schenker gesungene(!!!) Ballade ›Love Is The Answer‹. MTV UNPLUGGED IN ATHENS katapultiert sich mit seinen geschmackvollen Arrangements in eine Liga mit den akustischen MTV-Ausflügen von Eric Clapton, Alice In Chains und Neil Young. Einzig und alleine der größte (weltweite) Scorpions-Hit ›Rock You Like A Hurricane‹ – vorgetragen als Duett mit Revolverheld-Sänger Johannes Strate, der seine Parts ziemlich lustlos ins Mikro trällert – gibt einen Punkt Abzug.

Steven Wilson – DRIVE HOME

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Steven WilsonÜber die Bedeutung des Briten Steven Wilson in der aktuellen Prog-Szene muss man wohl keine weiteren Worte verlieren. Ebenso wenig über die Begeisterung, die der introvertierte Künstler allerorten auslöst. Bleibt also nur, die Zusammensetzung dieser EP zu erläutern, die aus einem Edit (›Drive Home‹), einer wegen seines exponierten Orgeleinsatzes wunderbar an The Nice und frühe Yes erinnernde Nummer (›The Birthday Party‹), einer Orchesterversion von ›The Raven That Refused To Sing‹ sowie vier Live-Tracks besteht. Und wie eigentlich immer bei diesem Mann: Der Genuss von DRIVE HOME beginnt bei der allerersten Note und endet erst mit dem allerletzten Ton. Dazwischen liegen zahllose Momente voller Glücksgefühle, aber auch von Melancholie und Selbstvergessenheit. Dass der deutsche Schlagzeug-Guru Marco Minnemann das Material eingetrommelt hat, darf getrost ebenso als Qualitätsmerkmal gewertet werden wie die Soloarbeit von Gitarrist Guthrie Govan. Diese Veröffentlichung glänzt durch seine Mehrdimensionalität und steht damit in bester Wilson-Tradition.

Saxon – UNPLUGGED AND STRUNG UP

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SaxonHits der Sachsen als Orchesterfassungen und Balladen.

Alte Ohrwürmer in neuen Versionen, das freut die Die-Hard-Fans, die das Strickmuster „same but different“ bevorzugen. Im Falle von Saxon klappt das prima, die Orchesterversionen ausgewählter Klassiker wie ›Crusader‹, ›Call To Arms‹ u.a. funktionieren gut. Das Pathos der Heavy-Metal-Hymen passt problemlos zu den schwelgenden Klängen eines Orchesters. Zudem enthält die Scheibe einen knackigen Remix von ›Stallions Of The Highway‹ sowie Neuaufnahmen von ›Forever Free‹ und ›Just Let Me Rock‹, deren Sinn sich dem Kritiker nicht erschließt. Hinzu kommen Akustikversionen von vier weiteren Songs (›Frozen Rainbow‹, ›Iron Wheels‹, ›Requiem‹, ›Coming Home‹). Zu Lagerfeuerklampfen kann Silberrücken Biff Byford zeigen, dass seine Stimme über mehr Tiefe und Möglichkeiten verfügt, als man anhand der Rock-Fassungen ahnte. Als Bonus gibt es das komplette Album HEAVY METAL THUNDER von 2002 oben drauf, eine ganz nette Geste, die jedoch die alten Anhänger nicht unbedingt nötig hätten. Das Doppelalbum wirkt etwas zusammengeschustert, aber den einen oder anderen neuen Aspekt im bekannten Song könnte der Die-Hard-Fan durchaus entdecken.