0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1350

Queens Of The Stone Age – RATED R DELUXE EDITION

QueensOfTheStoneAgeRatedRDeluxeStoner Rock für die Generation Praktikum: „Nicotine, Valium, Vicodin, Marijuana, Ecstasy And Alcohol“.

Nicht ohne provokanten Hintergedanken benannte die Kyuss-Nachfolge-Organisation Queens Of The Stone Age das zweite Album zur Jahrtausendwende RATED R – und etablierte sich mit einer hypnotischen Mixtur aus Psychedelic und Stoner Rock prompt als die Festival-Favoriten der Generation Praktikum. Zehn Jahre später wird das Werk zum runden Jubiläum mit einer doppelten DELUXE EDITION gewürdigt.

Aus dem einst blauen wird nun ein rotes Cover, das R ziert nun ein zusätzliches X. Nach wie vor schräg und frisch dröhnen mit Drogenbotschaften überfrachtete Manifeste wie ›Better Living Through The Chemistry‹, ›Monsters In The Parasol‹ oder ›I Think I Lost My Headache‹. Als „ein soziales Experiment“ bezeichnete Sänger und Gitarrist Josh Homme gar den Opener im flotten Stakkato-Rhytmus ›Feel Good Hit Of The Summer‹, der im manischem Dröhn-Refrain immer wieder auf die Stimulanzien „Nicotine, Valium, Vicodin, Marijuana, Ecstasy And Alcohol“ pocht.

Für CD Nummer zwei wurden ordentlich Archiv-Novitäten ausgegraben: Sechs rare B-Seiten paaren sich mit einem Konzertmitschnitt des Reading Festivals aus dem Jahr 2000. Doch Vorsicht: Der Genuss dieses Albums macht garantiert süchtig!

The Pretty Things – S.F. Sorrow Deluxe Edition

PrettyThingsSFSorrowPsychedelic-Meilenstein in wohl verdienter Deluxe-Edition.

Als die ewigen Pechvögel ließen sich die Pretty Things bezeichnen, wenn allein Erfolg, Ruhm und Geld als Gradmesser einer Karriere zählen würden. Doch die „Hübschen Dinger“ mit den einst längsten Matten im verwegenen Beat-Zirkel zählen zu jenen phantasievollen Grenzgängern, denen rüde R’n’B-Imitationen schnell langweilig wurden, und die deshalb nach neuen Ufern suchten. Nach einjähriger Studioklausur mit Pink-Floyd-Produzent Norman „Hurricane“ Smith legte das Londoner Quintett im Dezember 1968 das erste Konzeptwerk mit durchgängiger Story vor: S.F. SORROW, einen Songzyklus, der die deprimierende Lebensgeschichte eines gewissen Sebastian F. Sorrow erzählt. Im Rückblick längst als ein Meilenstein der Psychedelik- und Underground-Ära anerkannt, starb das Album seinerzeit allerdings einen einsamen Tod an der Ladenkasse. Diverse Bonustracks, vor allem aber Details und Anekdoten rund um die Produktion im Making-Of der DVD machen die Re-Edition S.F. SOR-ROW DELUXE EDITION zum Must-Have.

Kingdom Come – GALACTIC ZOO DOSSIER/KINGDOM COME/JOURNEY

KingdomComeJourneyDie Nacht der Schweine: Vom God Of Hellfire zum Metal Monster.

Der Wahnsinn ist wohl eine Reise in die Hölle: Nur eine LP lang führte der „God Of Hellfire“ die Crazy World Of Arthur Brown an, dann war auch schon wieder Schicht im Schacht. Noch ab- gehobener agierte dann die Nachfolge-Formation Kingdom Come, die es immerhin auf drei abenteuerliche Alben brachte – in der Neuauflage ergänzt um diverse Bonustracks. Auf der Bühne spielte der ehemalige Londoner Philosophiestudent Brown nicht nur weiterhin mit dem Feuer, er ließ sich auch spektakulär kreuzigen, geisterte als nackter Leichnam umher oder
exerzierte hoch über dem Publikum auf einem Kran seltsame Rituale.

Schlicht famos geriet der Einstand mit GALACTIC ZOO DOSSIER 1971, einem barbarischen Space-Rock-Grusical in mehreren Akten mit absurden Gehörgangputzern wie ›Internal Messenger‹, ›Metal Monster‹ und ›Night Of The Pigs‹. Verdächtig nah am Stil-Orbit der Kollegen von Hawkwind kreuzte Brown ein Jahr später mit KINGDOM COME – und zimmerte mal eben einen Psych-Rock-Klassiker mit der Hymne ›The Experiment‹.

Mit JOURNEY fand das gruselige Triptychon 1973 unter der Leitung von Produzent Dave Edmunds dann seine Formvollendung. Hypnotische Klanglandschaften wie ›Time Cap-tives‹, ›Superficial Roadblocks‹ und ›Spirit Of Joy‹ scherten sich einen Dreck um Massenkompatibilität.

GALACTIC ZOO DOSSIER: 8

KINGDOM COME: 8

JOURNEY: 8

Sam Gopal – Escalator

SAM GOPAL - ESCALATOR AVersponnen bis mystisch-fernöstlich: Lemmys Wurzeln.

Als der malaysische Tabla-Spieler Sam Gopal im „Sum-mer Of Love“ 1967 mit gleichnamiger For-mation im Ladbroke-Grove-Di-strikt rund um den Portobello Market in der europäischen Hippie-Hauptstadt London an den Start ging, schwebte ihm eine einzigartige Klangvision vor: angloamerikanischen Rock mit fernöstlicher Rhythmik zu verbinden. Doch erst als sich Gitarrist und Sänger Ian Willis – alias Prä-Motörhead Lemmy Kilmister – der Flower-Power-Formation anschloss und angeblich in einer Nacht auf Methedrin neun der elf Songs komponierte, kam die Sache ein wenig in Bewegung. Als ESCALATOR Anfang ‘69 auf dem Indie-Label Stable Records erschien, war die große Raga-Psychedelic-Welle allerdings schon wieder am Abebben. Nach geschätzten 15 LP- Verkäufen landeten die verbliebenen Kopien auf Grabbeltischen – frei nach dem Motto: Die Ladenhüter von Gestern sind die Kultobjekte von Morgen! Nichts von seinem Charme eingebüßt hat das esoterische Werk mit hypnotischen Tracks wie ›You’re Alone Now‹, ›The Dark Lord‹, ›Cold Embrace‹ sowie einer Single-Rarität als Bonus.

Foghat – NOT LIVE AT THE BBC

FoghatNotLiveAtTheBBCEnergetischer Konzertmitschnitt der vor allem in den USA aktiven Engländer.

Als ein Teilableger des British-Blues-Boom-Relikts Savoy Brown setzte das Londoner Quartett 1971 auf zwölftaktige Phrasen mit reichlich Schmackes – und feierte dann tatsächlich ungeahnte Er- folge vor allem in den USA. Stark amerikanisiert präsentiert sich denn auch die Mixtur aus Blues, Boogie und Hard Rock auf NOT LIVE AT THE BBC, einem Rundfunk-Mitschnitt der Reihe „The Long Island Blues Warehouse Radio Show“ vom Sommer 2007, der schon einmal unter dem Titel LIVE AT THE BLUES WAREHOUSE er-schienen ist.

Allerdings in leicht modifizierter Form: Die ursprünglich acht Songs wurden jetzt um die zuvor unveröffentlichten Stücke ›Terraplane Blues‹, ›Cali-fornia Blues‹ und ›Shake Your Money Maker‹ ergänzt. Dafür fehlt ein längeres, aber letztlich auch verzichtbares Interview-Segment, in dem sich die Briten über die beiden verstorbenen Gründungsmitglieder Dave Peverett und Rod Price auslassen. Ordentlich Druck machen Foghat mit Gitarrist und Sänger Charlie Huhn, der mal bei Ted Nugent und den Hannovera-nern Victory spielte. Zwischen dem Willie-Dixon-Standard ›I Just Want To Make Love To You‹ und dem selbst komponierten US-Chartrenner ›Slow Ride‹ empfehlen sich Foghat denn auch als gemäßigte Ausgabe des archaischen Pfeil-und-Bogen-Rednecks Ted Nugent.

The Dandy Warhols – BEST OF THE CAPITOL YEARS 1995 – 2007

DandyWarholsBestOfCapitolWenn jeden Tag Ferien wären: 15 Minuten Ruhm für Warhols Retro-Dandies.
Zu Zeiten gnadenloser globaler Vermarktung verwundert es kaum, dass sich internationale Firmenimperien gerne mal der Gegenkultur bemächtigen, um das kapitalistische Image ein wenig aufzupolieren. Schon drei Alben lang versuchten die amerikanischen Alternative-Rock-Ideologen im Sixties-Retro-Chic den Status des ewigen Geheimtipps hinter sich zu lassen, als Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite kam: Wählte doch eine allmächtige Telekommunikationsfirma ausgerechnet den zuvor bereits mit nur mäßigem Erfolg als Single veröffentlichten Song ›Bohemian Like You‹ als Themenmelodie für einen TV-Werbespot. Plötzlich stand die postmoderne Formation um den charismatischen Frontmann Courtney Taylor-Taylor für 15 Minuten im Rampenlicht, bevor wieder der Schatten auf sie fiel.

Mit seiner Mixtur aus Singles (u.a. ›Not If You Were The Last Junkie On Earth‹, ›Every Day Should Be A Holiday‹, ›We Used To be Friends‹), Album-Tracks (›Good Morning‹, ›Scien- tist‹) sowie dem bislang unveröffentlichten ›This Is The Tide‹ geriet der Querschnitt BEST OF THE CAPITOL YEARS 1995 – 2007 schon ein wenig willkürlich. Warum diese gelungene, zeitlos-windschnittige Mixtur aus Psychedelic und Pop Art nicht einen bleibenden Eindruck hinterließ, wissen allerdings allein die Götter im Rock-Olymp.

Curved Air – RETROSPECTIVE (ANTHOLOGY 1970 – 2009)

CurvedAirRetrospectiveAnthologyRepertoire Zwischen den Stilen: Großbritanniens Prog Rock-Hoffnung der siebziger Jahre.

Wenn heutzutage der Name Curved Air fällt, dann meist nur als Fußnote der Popgeschichte: Startete in einer der späteren Besetzungen der britischen Formation doch Police-Drummer Stewart Copeland seine Karriere. Dabei galt die Formation um Sängerin Sonja Kristina, E-Violinist Darryl Way und Multi-Instrumentalist Francis Monkman mal als Großbritanniens große Prog-Rock-Hoffnung, die auch noch hochwertige Chart-Hits der Sorte ›Back Street Luv‹ lieferte.

Trotz hoher Mitglieder-Fluktuation und zeitweiliger Trennung blieb die Kreativität des Quintetts stets auf hohem Niveau, wie das Doppel-CD-Set RETROSPECTIVE (ANTHO-LOGY 1970 – 2009) mit seinen 28 Tracks illustriert. Herrlich versponnen verbinden die 2008 reformierten Curved Air Klassik, Elektronik, Pop, Rock und Celtic Folk mit ganz eigener Note –auch wenn der Vergleich der einst als Sexsymbol der Hippies geltenden Sonja Kristina mit Jefferson Airplanes Grace Slick immer wieder bemüht wurde.

Paul Butterfield Band – ROCKPALAST: BLUES ROCK LEGENDS VOL.2 SPV

PaulButterfieldBandEin Mann brennt ausschließlich für den Blues – und verglüht.

In die Lehre ging der Mundharmonikaspieler und Sänger bei Blues-Legenden wie Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Little Walter und James Cotton. Bei seinem Auftritt in der dritten ARD Rocknacht am 15. September 1978 galt Paul Butterfield schon beinahe selbst als Blues-Legende – wenn auch eine, die den kreativen Zenit bereits überschritten hatte.

Butterfield, der sich 1965 selbständig gemacht hatte und im gleichen Jahr beim Newport Folk Festival einen Eklat provozierte, als er elektrisch verstärkt auftrat und Teile seiner Band Bob Dylan begleiteten, liefert mit den neun rasanten Tracks von ROCKPALAST: BLUES ROCK LEGENDS VOL. 2 dennoch ansprechende Leistungen. Mit dem Doppel-Gitarrengespann Buzzy Feiten und Peter Atanasoff an seiner Seite zündete der 1987 verstorbene Frontmann, dessen Stimme ein wenig an Neil Young erinnert, ein beseeltes Blues-Feuerwerk. ›One More Heartache‹, ›New Walking Blues‹ und ›Be Good To Yourself‹ zehren ebenso vom Chicago-City-Blues wie vom Manic-Funk eines James Brown. Geradezu puristisch hingegen klingen ›Fool In Love‹, ›Goin’ Down‹ und ›Born Under A Bad Sign‹.