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Paul Kossoff – Blue Soul: The Best Of Paul Kossoff

paul kossoff

Blues-Rock in Moll: Requiem für ein Genie.

Als Paul Kossoff im März 1976 im Alter von gerade mal 25 Jahren auf einem Flug von London nach Los Angeles an Herzversagen starb, hatte der ehemalige Gitarrist von Free, wie der obduzierende Arzt notierte, das Aus-sehen eines Mannes, der mindestens doppelt so alt war. Sechs Jahre zuvor war der Sohn des britischen Schauspielers David Kossoff auf dem Höhe-punkt des Ruhms angekommen, als sich Free mit dem dritten Album FIRE & WATER und dem zum Klassiker avancierten Riff-Rock-Stomper ›All Right Now‹ weltweit etablierten.

Viel hat Kossoff nicht hinterlassen: Als Vermächtnis blieben sechs Studioalben mit Free, zwei Solowerke, zwei weitere mit Back Street Crawler, diverse Konzertmitschnitte und einige Beiträge als Session-Gitarrist. BLUE SOUL: THE BEST OF PAUL KOSSOFF gibt Einblick in das kurze Wirken des Sechssaiten-virtuosen, der eigentlich zur gleichen Liga wie Ritchie Blackmore, Jeff Beck, Eric Clapton, Jimmy Page Peter Green und Mick Taylor zählte, den die Zeit aber offensichtlich vergessen hat. Allein neun Titel bleiben Free vorbehalten – davon drei live. Zwei Solonummern ergänzen sich mit einem Song des Free-Seitenprojekts Kossoff, Kirke, Tetsu & Rabbit, zwei weiteren mit Traffics Jim Capaldi sowie Gastauftritten bei Uncle Dog und The Rumble-down Band.

Freddie King – TEXAS FLYER 1974–1976

freddie kingZweite King-Retrospektiv-Box.

Nach der Box TAKING CARE OF BUSINESS 1956-1973 komplettiert dieses Set die King-Sammlung, indem sie den Schwerpunkt auf die letzten Jahre des Bluesers bei RSO legt. Dabei ragt besonders das von Mike Vernon produzierte BURGLAR her-aus, auf dem Freddie Kings le-bendiges, Funken sprühendes Spiel herrlich ins Zentrum des Geschehens gerückt wurde. TEXAS FLYER 1974-1976, das im LP-Format inkl. 80-Seiten-Hardcover-Buch veröffentlicht wird, enthält auf seinen insgesamt fünf CDs zudem eine Rei-he von Live-Aufnahmen, von denen das Gros bislang unveröffentlicht ist. Hier wird die ei-gentliche Magie von Freddie King deutlich: Bis kurz vor seinem Tod am 28. 12. 1976 rockte er voller Sturm, Drang und Leidenschaft. Ein Glück, dass dies nun noch einmal plastisch nacherlebbar ist.

Jimi Hendrix – West Coast Seattle Boy–The Jimi Hendrix Anthology / BBC Sessions Blues / Live At Woodstock / Merry Christmas And A Happy New Year

hendrixWeihnachts-Paket satt für Hendrix-Adepten und solche, die es werden wollen.

Eigentlich sollten sämtliche Archive nach brauchbarem Material ja bereits seit Jahren durchforstet sein – doch im Falle von Jimi Hendrix finden sich noch immer ungehobene Schätze: WEST COAST SEATTLE BOY – THE JIMI HENDRIX ANTHOLOGY kompiliert auf mehr als vier Stunden die erste Gesamtübersicht des vor 40 Jahren verstorbenen Virtuosen: Bis in die frühen Anfangstage zurück blickt die 4-CD-Box, als ein noch namenloser Hendrix an diversen Studioaufnahmen teilnahm oder Mitglied in den Begleitbands der Isley Brothers, Don Covays, Little Richards und King Curtis’ war.

Unveröffentlichtes Material zu Tage gefördert wurde auch von der Zeit nach dem Durchbruch: etwa eine Coverversion von Bob Dylans ›Tears Of Rage‹, Demo-Versionen von ›Long Hot Summer Night‹, ›Angel‹ oder ›1983 (A Merman I Shall Turn To Be)‹ sowie Konzertaufzeichnungen aus dem kalifornischen Berkeley beziehungsweise mit der Band Of Gypsys im Fillmore East am Silvesterabend 1969/ 70.

Offiziell ungehört blieben bis-lang auch die zum Teil rein in-strumentalen Tracks ›Little One‹, ›Hear My Freedom‹, ›Cat Tal-king To Me‹, ›Hound Dog Blues‹, ›Calling All The Devil’s Children‹ und ›Lonely Avenue‹. Im Todes-jahr 1970 schließlich entstand im New Yorker Apartment Hen-drix’ finales ›Suddenly Novem-ber Morning‹.
Eine nagelneue 90-minütige DVD-Dokumentation namens VOODOO CHILD von Grammy-Preisträger Bob Smeaton liegt der Box bei, die auch als BEST OF-Version mit oder ohne DVD vorliegt. Wiederveröffentlicht werden zeitgleich auch die ausgezeichnete Doppel-CD BBC SESSIONS mit Radiomitschnit-ten aus den Jahren 1967/69, das 69er-Festival-Mega-Ereignis LIVE AT WOODSTOCK, der Mischmasch-Sampler BLUES sowie die rare Weihnachts-EP MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR.

West Coast Seattle Boy 10

BBC Sessions 10

Blues 5

Live At Woodstock 7

Merry Christmas And A Happy New Year 6

Electric Light Orchestra – Flashbacks

electric light orchestra

Wie ein Rock-Orchester die Welt eroberte.

1979 veröffentlichte Singer/Songwriter Randy Newman einen Track mit dem Titel ›The Story Of A Rock And Roll Band‹, auf dem er Jeff Lynnes Kapelle nicht nur namentlich („…I love that ELO…“) erwähnte, sondern auch Songs wie ›Mr. Blue Sky‹, ›Turn To Sto-ne‹ und ›Telephone Line‹ zitierte. Viele dachten, der Oberzyniker erlaube sich einen seiner sarkastischen Scherze. Doch weit gefehlt! Mr. Newman war es absolut ernst. Ein Umstand, der Jahre später noch weiter da-durch zementiert wurde, dass Newman Lynne als Produzenten eines Albums engagierte.

Anfänglich deutete nichts da-rauf hin, dass ELO, ursprünglich nur gedacht als Nebenprojekt der britischen Popband The Move, allzu lange existieren würde. Lynnes Kooperation mit Move-Oberexzentriker Roy Wood en-dete, als letzterer seine Expe-rimentierwut nach Debüt-LP und genialer Single ›10538 Overture‹ in den Dienst seiner neuen Band Wizzard stellte. Am Steuer des Septetts ELO stand von nun an Lynne.

In England etablierten sich die Pop-Symphoniker schnell: Sowohl das Philly Soul-inspirierte ›Showdown‹ als auch der mit Marc Bolan eingespielte Rockkracher ›Ma Ma Belle‹ zündeten. Nach dem US-Zufallstreffer ›Can’t Get It Out Of My Head‹ folgte der weltweite Durchbruch.

Mindestens Goldstatus entwickelten Hit-Alben wie FACE THE MUSIC, A NEW WORLD RECORD, OUT OF THE BLUE und DISCOVERY. Überschritten war der Zenit nach dem 86er-Werk BALANCE OF POWER. Es folgte die Auflösung, 1991 ohne Lynne aber auch die Reformierung ELO Part II. Für die 3-CD- Box FLASHBACKS wählte Jeff Lynne 53 Tracks aus: Zu Hits wie ›Roll Over Beethoven‹, ›Evil Woman‹, ›Livin’ Thing‹, ›Turn To Stone‹, ›Last Train To London‹, ›Don’t Bring Me Down‹ gesellen sich Alben-Favoriten, Alterna-tive Takes und unveröffentlichtes Material.

Epitaph – Outside The Law

epitaph

Außerhalb des Gesetzes: Kraut-Rock Goes America – und kehrt nicht zurück.

Sein oder nicht sein? Für die deutsch-britische Formation Epitaph war es im Januar 1975 eine Frage des Überlebens. Kurzerhand aufgelöst hatte sich das Quartett, um nicht in den Bankrottstrudel seines amerikanischen Labels Billingsgate Records zu geraten.

Dabei hatte zwei Jahre zuvor alles so erfolgversprechend begonnen: Zwei Alben seit 1971, EPITAPH und STOP, LOOK AND LISTEN, hatten in der Kraut-Rock-Szene mächtig Eindruck hinterlassen. Eindruck hinterließ im Frühsommer 1972 bei einem Rockfestival auch Billingsgate-Chef Gary Pollack bei Sänger und Gitarrist Cliff Jackson. Versprach doch der Ami etwas arg großspurig, Epitaph auf dem amerikanischen Markt zum Hit zu machen.

Einer US-Tournee folgten wenig später Aufnahmen in den Chicagoer Omega Studios, wo Dave ›Grape‹ Purple als Toningenieur fungierte. Sieben vom Gitarrenduo Cliff Jackson und Klaus Walz geprägte Stücke entstanden, die 1974 als OUT-SIDE THE LAW erschienen, sich dies- wie jenseits des Atlantiks relativ gut verkauften und die Fachleute begeisterten: Die er-klärten Epitaph zum ›The Next Big Thing‹.

Viel Freude an ihrer US-Exkursion hatte die Band aber trotzdem nicht – weder brachten der zum falschen Zeitpunkt veröffentlichte Longplayer noch die Tournee langfristigen Erfolg. Geblieben ist ein um sieben Bonustracks erweitertes Artefakt ohne allzu viele Abnutzungserscheinungen.

The Doors – Live In Vancouver 1970

the doors

 

Pforten der Wahrnehmung:Konzert-Doppel-CD aus dem Archiv.

Es ist der 6. Ju-ni 1970 in Va-couver – und Jim Morrison hat noch ziemlich genau ein Jahr und einen Monat zu leben. „It was one of those magic nights“, schwärmt Doors-Keyboarder Ray Manzarek noch heute von dem Konzert, das nun erstmals offiziell und komplett auf zwei CDs vorliegt. Tatsächlich trügt sein Erinnerungsvermögen nicht: „Jim sang mit viel Herzblut und sah toll aus – rank, schlank und mit Vollbart.“ Vor allem aber war er konzentriert bei Doors-Klassikern wie ›Roadhouse Blues‹, ›Back Door Man‹, ›Five To One‹ und ›When The Music’s Over‹, die in kristallklarer Aufnahmequalität erhalten blieben, weil zu jener Zeit diverse Konzerte für ein eventuelles Live-Album mitgeschnitten wurden.

In guter Erinnerung blieb der milde Sommerabend aber nicht nur wegen des vorzüglichen Spiels der Doors: Für immerhin vier Songs gesellte sich Robbie Kriegers Gitarren-Idol, Blues-legende Albert King, mit seiner Flying V zur Band, um virtuose Beiträge zu Willie Dixons ›Little Red Rooster‹, Barrett Strongs ›Money‹, Bo Diddleys ›Who Do You Love‹ und B.B. Kings ›Rock Me‹ zu leisten. Als Kaufanreiz dient aber ebenfalls Morrisons Spoken-Word-Poetry ›Petition The Lord With Prayer‹ sowie die wirklich erstklassigen Interpretationen der frü-hen Doors-Epen ›Light My Fire‹ und ›The End‹.

Marc Bolan – Twopenny Prince

marc bolan

Rares, Obskures und Seltsames vom King of Glam Rock.

Vom esoterischen Folk-Bar-den zum gefeierten Pop-Idol, vom philosophischen Flower-Power-Veganer zum größenwahnsinnigen Bandchef mit Faible für Champagner, Koks und Cognac – innerhalb von 18 Monaten meisterte der knapp 1.60 Meter kleine Marc Bolan aus dem Londoner Stadt-teil Hackney dieses gewiss nicht einfache Gesellenstück und dominierte von Herbst 1970 an drei Jahre lang nicht nur die britische Popwelt, sondern gleich ganz Europa. Selbst 33 Jahre nach seinem Tod in einem Mini Cooper gilt der zu Lebzeiten oft verspottete Bolan als unnachahmlich. Immer wieder werden die Archive nach Verwertbarem durchpflügt.

TWOPENNY PRINCE, so benannt nach einer Zeile aus seinem Durchbruchs-Hit ›Hot Love‹, liefert auf zwei CDs Rares, Obskures und Seltsames: etwa die für eine französische TV- Dokumentation im Studio entstandenen Versionen von ›Jee-ster‹, ›Telegram Sam‹, ›Hot Love‹ und ›Cadillac‹, gefolgt von „Acoustic Home Demos“ von ›Metal Guru‹ und ›Truck On Tyke‹ im Gespann mit Mary Hopkin. Aus den Beständen des Bre-mer Beat-Club bzw. Musikladen stammen ›Jewel‹, ›Ride A White Swan‹, ›Life’s A Gas‹ und ›Buick Macken‹.

Bemerkenswertes fand sich abermals in französischen Ar- chiven: Zwei Konzertmitschnitten (›Elemental Child‹, ›Sum-mertime Blues‹) aus dem Pariser Olympia folgt der älteste Track in der Sammlung: ›Salamanda Palaganda‹ von 1969 und noch im Gespann mit dem Ur-Perkussionisten Steve Took. Schlicht fabelhaft auch jüngst entdeckte Londoner Sessions von 1970 mit Work-In-Progress-Material zum fünften Album, dem ersten unter dem Kürzel T. Rex.

Syd Barrett – An Introduction To Syd Barrett / The Madcap Laughs / Barrett / Opel

syd barrettHommage an ein Genie: Syd Barrett zieht die Narrenkappe auf und lacht.

Mit schöner Regelmäßigkeit greift Tante EMI in die Archive, um den schmalen Output eines Genies einer neuen Generation schmackhaft zu machen. Übersehen werden bei den Gedächtnis-Kompilationen für LSD-Prinz Syd Barrett stets rare, seit Jahrzehnten auf Bootleg kursierende Tracks aus der Frühzeit von Pink Floyd wie ›Lucy Leave‹, ›King Bee‹ sowie die als Single ursprünglich ge-planten, aber zurückgezogenen Master von ›Vegetable Man‹ und ›Scream Thy Last Scream‹. Auch die erste übergreifende Kollek-tion AN INTRODUCTION TO SYD BARRETT enttäuscht durch die Abwesenheit der begehrten Raritäten. Als Zugeständnis an Sammler gibt es einen famosen Stereo-Mix von Floyds dritter Single ›Apples And Oranges‹, einmal mehr den verzichtbaren ›Bob Dylan Blues‹, einen 2010-Mix von ›Matilda Mother‹ und einen weiteren von ›She Took A Long Cool Look‹.

Man sollte lieber gleich zu den beiden LP-Originalen greifen: THE MADCAP LAUGHS entstand mit David Gilmour und Roger Waters als Produzenten sowie Mitgliedern von Soft Ma- chine zwischen Mai und Juni 1968. Barretts Kompositions-kunst manifestiert sich zwischen ›Terrapin‹, ›Octopus‹ und ›No Good Trying‹. Entfernt ähnelt das erst im Januar 1970 erschienene Debüt noch dem ersten Floyd-Klassiker THE PIPER AT THE GATES OF DAWN.

Nicht ganz so packend gelingt zwischen Februar und Juni 1970 der von Gilmour und Rick Wright koordinierte Nachfolger BAR-RETT – trotz weiterer Schätze wie ›Baby Lemonade‹, ›Dominoes‹, ›Gigolo Aunt‹ und ›Effervescing Elephant‹.

Ebenfalls digital remastert wurde die nun auf 20 Songs aufgestockte Outtake-Sammlung OPEL, die bezeugt, dass Barrett – sehr zum Verdruss von Gilmour und Co. – den gleichen Song in verschiedenen Takes jedes Mal anders zu interpretieren verstand. An die qualitative Klasse der beiden Vorgänger reicht die 1988 erstmals aufgelegte Archiv-sichtung allerdings ohnehin nicht heran.

An Introduction To Syd Barrett 7

The Madcap Laughs 9

Barrett 8

Opel 6