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Start Blog Seite 1283

Reviews: The Walkmen

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Heaven

Was nicht kaputt ist…

Nun sind es auch schon wieder zwölf Jahre, seit die Walkmen ins Rampenlicht schritten, doch sie klangen schon seit jeher, als seien sie irgendwie immer dagewesen. Das auf eine sehr sympathische, unaffektierte und spielfreudige Art und Weise, die ihnen zwar keine Millionenverkäufe, aber sehr treue Fans einbrachte. Das nunmehr sechste Album HEAVEN wird sie zwar vielleicht nicht gleich ins Nirvana entführen, aber ihren aufrechten Rock, der immer schön bescheiden bleibt, ohne die Hemdsärmeligkeit zur Masche werden zu lassen, beherrschen sie nach wie vor mit höchster Treffsicherheit. Vielleicht umso überraschen- der für eine Band aus der Über-Hipster-Metropole New York. Hört sich so eine urbanere, weniger weltschmerzhafte Version von Bruce Springsteen fürs 21. Jahrhundert an? Ehrlicher, schnörkelloser Rock für die kleine, große Leinwand im Kopf.

 

Reviews: Sara Watkins

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SUN MIDNIGHT SUN

Das hier ist nur Blindtext, bitte einfach austauschen.

Es scheint fast so, als hätte man mit Sara Watkins SUN MIDNIGHT SUN eines der Sommeralben des Jahres in der Hand. Okay, der typische Sommerhit rangiert leider meistens im Dance- oder Pop-Genre und bezieht sich auf Sonne und Strand. Doch was ist mit denjenigen, die sich ihren Sommerurlaub lieber in den saftigen Hügeln Irlands oder den weitläufigen Highlands Schottlands vorstellen und mit dem ganzen Strandgehopse nichts anfangen können? Genau für diese ist SUN MIDNIGHT SUN genau das richtige. Denn Watkins bietet auf ihrem zweiten Langspieler wundervolle folkige Melodien, irische Geigenparts und gefühlvollen Gesang, der sich durchaus mit Singer/ Songwriter-Größen wie Heather Nova messen kann. Die gute Laune und Freude am Leben springt einen beinahe aus der CD an und weckt schnell den Wunsch, sich einfach ans Lagerfeuer zu setzen, mitzuwippen und die Seele baumeln zu lassen. Manchmal wäre jedoch ein bisschen Abwechslung in der Komposition schön gewesen.

Reviews: Loudon Wainwright III

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OLDER THAN MY OLD MAN NOW

Der elder statesman des Folkrock glänzt auf seinem Spätwerk wie lange nicht mehr.

Vaterfreuden sehen wohl anders aus: Einige Jahre lang durfte Loudon Wainwright III mit ansehen, wie seine Sprösslinge Rufus und Martha selbst zu erfolgreichen Musikern wurden, wobei allerdings beide die diffizile Beziehung zu ihrem Erzeuger in ziemlich schonungslosen Texten verarbeiteten. Mittlerweile haben sich alle wieder lieb und sowohl Rufus als auch Martha sind zu hören auf dem 22. (!) Album ihres Papas. Und der stellt lakonisch fest, dass der Großteil seines Lebens längst hinter ihm liegt. Schon jetzt ist er älter, als sein Vater je wurde, was nicht nur den Albumtitel, sondern auch mit das beste Material inspirierte, das Wainwright seit langem abliefert. Statt melancholisch seinen eigenen Schwanengesang anzustimmen, legt er eine Spielfreude an den Tag, die seinen Folkrock ganz eindeutig neu belebt hat. Natürlich finden sich nachdenkliche Töne auf diesem Album, doch wenn er schon dem Sensenmann entgegen läuft, will er wenigstens Spaß daran haben. Und für seine eigenen „American Recordings“ hat er noch dicke Zeit.

 

Reviews: Joe Walsh

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Analog Man

Es kam immer etwas dazwischen, meint Joe Walsh, und so dauerte es geschlagene zwanzig Jahre bis der heute 64-Jährige wieder mal ein Soloalbum an den Start bringt.

Bereits Anfang der 1990er hatte er mit den Arbeiten begonnen, doch 1994 entschlossen sich die Eagles überraschend, HELL FREEZES OVER aufzunehmen. Anschließend gingen sie auf Tour und füllten weltweit Stadien (und ihre Taschen). Hinzu kam, dass Walsh etwa um die gleiche Zeit aufhörte, Alkohol zu trinken. Er musste lernen, nüchtern zu leben keine leichte Aufgabe für einen Gewohnheitsschlucker wie ihn. Für ANALOG MAN fand er Jeff Lynne (Electric Light Orchestra, Travelling Wilburys etc.) als Partner, der nach und nach auch den Job des Produzenten übernahm. Zum zweiten traf er Songwriter Tommy Lee James, mit dem er das Gros der neuen Titel schrieb, so etwa ›Lucky That Way‹, das eine Fortsetzung seines ›Life ́s Been Good‹ von 1978 sein könnte. Die aktuellen Songs haben alles, was man von dem Mann erwartet: seine krähende und dabei melodiöse Stimme, höchst süffige Chorusse, trocken humorige Texte und natürlich Gitarren, Gitarren und nochmals Gitarren. Heraus kommt ein Classic Rock Album mit starkem West Coast Touch, das Fans dieser Richtung blind kaufen können.

 

Reviews: Jack White

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Blunderbuss

Auch im Alleingang ein Goldesel.

Narrenfreiheit muss was Schönes sein. Denn machen wir uns nichts vor: Jack White könnte ins Mikro stepptanzen und die Pitchfork-Crowd würde vor ergriffener Ekstase in Ohnmacht fallen. Ob White Stripes oder Raconteurs, der Mann hat mittlerweile den Status des überintegren Oldschool-Rock-Papstes verliehen bekommen was natürlich langsam auch mal ent- sprechenden Backlash bedingt. Das Problem dabei: Auch auf seinem ersten Soloalbum BLUNDERBUSS zeigt Jack White, warum man ihm einfach nicht ans Bein pissen kann. Er spielt bluesigen Rock mit exakt dem richtigen Maß an Pathos, lässt die Gitarre mal wieder richtig schön knarzen, ohne es zu einem prätentiösen Gimmick verkommen zu lassen, schwelgt in wehmütigen, aber nie kitschigen Pianotönen und verpackt das Ganze wieder mal in Songs, die sofort greifen, ohne simpel gestrickt zu sein. Irgendwas macht der Typ einfach richtig. Verdammt.

 

Reviews: Dar Williams

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IN THE TIME OF GODS

Ambitioniert, sperrig, kurz.

Für Album neun hat sich Singer-Songwriterin Dar Williams ein besonderes Konzept ausge- dacht: Anhand verschiedener Geschichten der griechischen Mythologie übt die 45-Jährige auf IN THE TIME OF GODS Kritik an sozialen, ökologischen und politischen Missständen der Gegenwart und thematisiert (familiäre) Beziehungen: ›You Will Ride With Me Tonight‹ beruft sich beispielsweise auf Hermes, ›I Will Free Myself‹ auf Dionysos, ›The Light And The Sea‹ auf Poseidon. Musikalisch bilden zarte Akustikgitarren, Klavier- Anschläge, Besenrhythmen und Williams’ ausdrucksstarke Stimme verträumte Warmherzigkeit. Da sich die New Yorkerin vorrangig an traditionellen Folk-Wurzeln und ihren Neunziger-Veröffentlichungen orientiert, verlangt IN THE TIME OF GODS zur Erschließung allerdings mehr Hördurchgänge als die jüngsten Vorgänger: Lediglich das flottere ›Summer Child‹ knüpft halbwegs an das von stärkeren Widerhaken zusammengehalte PROMISED LAND (2008) an. An mehrfachem Betätigen der „Play“-Taste führt ohnehin kein Weg vorbei, denn die zehn Lieder erreichen gerade einmal eine Spielzeit von 33 Minuten.

 

Reviews: U.D.O

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Celebrator.Rare Tracks

Herr Dirkschneider schenkt sich zum Geburtstag ein Raritätenkästchen.

Alles Gute, Udo Dirkschneider. Der Mann mit der Motorsäge in den Stimmbändern feierte heuer seinen Sechzigsten und außerdem noch 25 Jahre U.D.O. Und neben dem Kuchen liegt eine amtliche Doppel-CD mit genau 25 Raritäten aus den zurückliegenden Jahren. Darunter finden sich eine Zusammenarbeit mit den gewohnt schmissig agierenden Hammerfall bei dem Accept- Klassiker ›Head Over Heels‹, eine durchaus hörenswerte Piano-Version von ›Balls To The Wall‹, das kernige Judas-Priest-Cover ›Metal Gods‹ oder eine russische Version von U.D.O.s ›Cry Soldier Cry‹. Dazu gesellen sich drei Outtakes, die die gewohnten U.D.O.-Trademarks bieten. Zur Doppel-CD wächst diese Sammlung aber mit Bonus-Tracks aus Japan-Veröffentlichungen und Singles. Spätestens hier ist der Augenblick der Entscheidung gekommen, dem niemand ausweichen kann: Brauche ich wirklich alle diese U.D.O.-Stücke, die wie immer in nietenbesetzten Stiefeln stampfend daherrocken, aber bei geballtem Auftreten durchaus für Ermüdungserscheinungen sorgen können? Wahrscheinlich liegt die Antwort bei einem: nicht unbedingt.

 

Reviews: The Stranglers

ACOUSTIC IN BRUGGE

Die alten Haudegen ohne Saft? Unnötig!

Mit GIANTS, ihrem vielleicht besten Album seit dem Ausstieg von Frontmann Hugh Cornwell vor über 20 Jahren, sind The Stranglers derzeit wieder in aller Munde. Wiederveröffentlichungen bleiben da nicht aus. So wird dieses über die Band Website bereits länger erhältliche Live-Album, mitgeschnitten 2007 bei einem Unplugged-Auftritt in Belgien, nun einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Ob das Werk eine breitere Öffentlichkeit auch verdient, sei allerdings dahingestellt. Natürlich, einen effektiveren Weg, von der ungeliebten Kategorisierung „Punk“ loszukommen, als in der altehrwürdigen Brügger „Stadsschouwburg“ den Strom abzustellen, dürfte es kaum geben. Aber waren es nicht gerade der kantige Charme, die unwirsche Energie, die schwarzhumorige Scharfzüngigkeit, die den Stranglers in der zweiten Hälfte der Siebziger den Aufstieg sicherten? Hier präsentieren sie sich als zahnlose Version einer vormals bissigen Band, die anscheinend vergessen hat, was sie einst groß machte. Kleiner Wink: Es waren nicht die behäbig klingenden Congas, die leider auf dieser Aufnahme viel zu viel Raum einnehmen.