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Vinyl: The Cramps

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Pure Magie: Sammlerstück für Psychobillies.

Erick Lee Purkhiser und Kristy Marlana Wallace lernen sich 1972 im kalifornischen Sacramento kennen, zwei manische Vinyl-Sammler mit dem Schwerpunkt Fifties- Rock’n’Roll. Unter den Pseudonymen Lux Interior und Poison Ivy Rohrschach formt das lebenslange Ehepaar vier Jahre später die Urzelle jener bis heute kultisch verehrten Combo, die der Welt Rockabilly, aber auch Artverwandtes wie Surf, Beat und Garagen-Rock wieder schmackhaft machen sollte: The Cramps. Bis zum frühen Tod von Frontmann Interior 2009, der bei Konzerten eine wahrhaft dämonische Aura kultivierte, blieb das Duo mit immer wieder wechselnden Begleitern aktiv und variierte seinen markanten Psychobilly nur zögerlich.

Sechs Vinyl-Singles aus der Frühzeit, darunter die legendäre Gravest Hits-EP (u.a. mit ›Surfin’ Bird‹ von The Trashmen), sowie vier eigens für diese Edition neu gestaltete 45er, ausgestattet mit Fotos und Memorabilia, beinhaltet das Sammlerstück FILE UNDER SACRED MUSIC – EARLY SINGLES 1978 – 1981. Ihren zwei Varianten, den kreativen Output zu kanalisieren, bleiben The Cramps bis zum Finale treu: Zwischen Originalen der 50er und 60er Jahre wie Ricky Nelsons ›Lonesome Town‹, Peggy Lees ›Fever‹ oder Jack Scotts ›The Way I Walk‹ passt sich stilistisch nahtlos Selbstverfasstes ein. ›Human Fly‹, ›Garbageman‹, ›Mystery Plane‹ und ›TV Set‹ gelten längst als Klassiker. Selbst simple Hillbilly-Jodler wie ›Love Me‹ und ›She Said‹ strahlen pure Magie aus.

Vinyl: Ten Years After

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Zwischen Rock-Manie, Blues-Besessenheit und Jazz- Verspieltheit:
Skoobly-Oobly-Doobob.

Im Konzert-Film „Woodstock“ empfiehlt sich Gitarrist Alvin Lee mit dem ekstatischen Gitarrenglanzstück ›I’m Going Home‹ als brillanter Mr. Fingerflink – eine zehnminütige Tour de Force, zelebriert als Blues-Rock-Tsunami. Als STONEDHENGE im Februar 1969 den zweiten Frühling des British Blues Boom bereichert, sind es bis zum Auftritt beim Festival der Superlative nur noch sechs Monate, den ganz großen Durchbruch hat die Band also noch vor sich. Reichlich puristisch gestalten sich die zehn im September 1968 eingespielten Songs. Vor allem Keyboarder Chick Churchill, assistiert durch die präzise Rhythmussektion aus Bassist Leo Lyons und Drummer Ric Lee, liefert Sternstunden ab. Zwischen Rock-Manie (›Speed Kills‹), Blues-Besessenheit (›A Sad Song‹) und Jazz-Verspieltheit (›I Can’t Live Without Lydia‹) oszilliert das Quartett mehr oder minder experimentell. In ›Skoobly-Oobly-Doobob‹ erprobt sich Lee im Scat- Gesang, ›Going To Try‹ wiederum pocht mit fernöstlichem Getrommel zum Auftakt fast schon psychedelisch. Doch als Herzstück und Blaupause für den künftigen Stil von Ten Years After erweist sich der satte Rocker ›Hear Me Calling‹, in den folgenden Jahren Fixpunkt bei TYA-Konzerten. Mit einer ebenso mitreißenden Coverversion erzielen drei Jahre später auch Slade einen Volltreffer.

Vinyl: Status Quo

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Status Quo auf dem kreativen Zenit

Status Quo benö- tigten rund zehn Jahre und diverse Stilwechsel, doch als im Herbst 1973 ihr sechstes Studiowerk HELLO! in den Verkaufsregalen steht, ist das britische Quartett endlich dort angekommen, wo 1962 schon die Urformation The Spectres hingezielt hatte: an der Spitze. HELLO! platziert sich als erstes Quo-Album auf Rang eins der UK-Charts, ›Caroline‹ erweist sich als ihre bislang erfolgreichste Single. Doch das Album feiert noch mehr Premieren: Sämtliche Kompositionen stammen aus eigener Feder, Schlagzeuger John Coghlan betätigt sich im kollektiv komponierten ›Roll Over Lay Down‹ erstmals offiziell als Co-Autor, zudem markiert ›Forty-Five Hundred Times‹ das erste musikalische Zu- sammentreffen mit dem ab 1976 fest integrierten Keyboarder Andy Bown, damals noch bei Peter Frampton in Lohn und Brot. Echte Überraschungen im Klangkonzept offeriert HELLO!, das jetzt als 180-Gramm-Vinyl-Ausgabe mit Posterbeilage vorliegt, allerdings nicht. Stilistisch setzen Status Quo den seit dem dritten Album MA KELLY’S GREASY SPOON eingeschlagenen Weg konsequent fort: Boogie & Shuffle mit Wurzeln im R&B, bei immerhin vier der acht Songs co-komponiert von Roadie und Mundharmonikaspieler Bob Young.

Thin Lizzy – Nightlife Deluxe Edition/Fighting Deluxe Edition

Die Wandlung der dünnen Lisbeth: vom Irish Folk zum Stadion Rock.

Alles auf Neustart: So ergeht es 1974 der irischen Formation um den Charismatiker Phil Lynott und Schlagzeuger Brian Downey. Nach dem Europaweiten Folk-Rock-Hit ›Whiskey In The Jar‹ und deutlich härterem Kurs auf dem drittem Album VAGABONDS OF THE WESTERN WORLD verliert das Ur-Trio Silvester 1973 Gitarrist Eric Bell und den laufenden Plat- tenvertrag. Übergangsweise springt kurzfristig Gary Moore von Skid Row ein und tätigt in dieser Zeit auch Studioaufnahmen. Ebenfalls nur für Wochen wirken Ex-Atomic Rooster John Du Cann und Andy Gee mit. Nach endlosen Tests fällt die Wahl allerdings auf Scott Gorham aus Kalifornien und Brian Robertson aus Schottland. Mit Phonogram findet sich auch ein neuer Vertragspartner.

Vergleichsweise zahm, unentschlossen und noch auf der Suche nach einem schlüssigen Konzept klingt das von Ron Nevison mit Lynott coproduzierte NIGHTLIFE: Modisch funky funktionieren ›She Knows‹, ›Showdown‹ sowie ›Philomena‹. Auf ›Still In Love With You‹ gastieren Kratzröhre Frankie Miller als Zweitstimme und Sechssaitenwunder Gary Moore. Einen vagen Ausblick auf die Zukunft geben ›It’s Only Money‹ und ›Sha-La-La‹. Für die Bonus-CD wurden BBC Sessions und die Demos mit Gary Moore ausgegraben. Auf die richtige Spur kommt die dünne Lisbeth mit einem von US-Rocker Bob Seger geborgten Song: ›Rosalie‹ klingt mit zweistimmigen Sologitarren und kräftiger Hookline eingängig, aber sich dabei aber anbiedern zu wollen.

FIGHTING wirkt zwar nicht so ausgewogen wie das internationale Durchbruchswerk JAILBREAK ein Jahr später, doch das neue Rezept funktioniert zumindest bei Songs wie ›Suicide‹, ›For Those Who Love To Live‹ und ›Ballad Of A Hard Man‹. Für den noch ein wenig unausgegorenen Rest gilt indes die Botschaft von Titel Nummer 7: ›Spirit Slips Away‹. Auf der Bonus-Scheibe finden sich einmal mehr exklusive Versionen für den britischen Rundfunk, eine Handvoll Demos, Alternativ-Takes und US-Mixe.

Suzi Quatro – Your Mama Won’t Like Me

Emma Peel des Glam Rock: Was Deine Mutter garantiert nicht mag.

Mag Suzi Quatro aus heutiger Sicht auch wie eine Rock- Fußnote wirken, die ihren Lebensabend zwar lukrativ, aber mit mild belächelter Reputation auf dem Oldie-Konzertmarkt verbringt: In der Aufbruchstimmung der siebziger Jahren zählte die US-Bassistin mit gar nicht damenhafter Stimmgewalt zur Speerspitze des noch neuen Girlie-Rock. Im Siegeszug des Glam Rock, der nichts anderes als ein halbseidenes Rock’n’ Roll-Revival war, gerierte sich die junge Detroiterin nach Umzug ins Pop-Mekka London als verrockte Emma Peel im haut- engen Lederanzug.

Beim dritten Album YOUR MAMMA WON’T LIKE ME von 1975 – ihrem letzten Werk, an dem das Hitlieferanten-Team Nicky Chinn und Mike Chapman als Songwriter und duzenten mitwirkte – tauschten Suzi und ihr Trio den knochentrockenen Rock von ›Can The Can‹ und ›Daytona De- mon‹ gegen ein amerikanisier- tes Konzept zwischen Disco und Funk. ›Strip‹, ›Can’t Trust Love‹ und ›New Day Woman‹ integrierten, ungewohnt für die auf Bravo-Starschnitt fixierte damalige Teenanhängerschaft, wuchtiges Bass-Pumpen, Fender-Piano und opulente Hintergrundchöre. ›I Bit Off More Than I Could Chew‹ nennt sich der knackige Eröffnungssong, der Quatros Dilemma und das sich daran anschließende Drama der Erfolglosigkeit im Titel prophetisch vorwegnimmt. Eigentlich schade. Denn angestaubt wirken weder der mit Chuzpe rausgehauene Titelsong, noch ›Paralyzed‹, ›Prisoner Of Your Imagination‹ oder gar die variantenreiche Coverversion von Peggy Lees ›Fever‹.

 

 

Paul & Linda McCartney – Ram The 40th Anniversary Deluxe Edition

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Rustikales aus dem schotti- schen Hochland:
Pauls und Lindas kleines Meisterwerk

McCartneys Solostart wirkte etwas halbgar, unter mal eben Hingehuschtem fand sich nur ein patenter Song: ›Maybe I’m Amazed‹. Doch wetzt der seinerzeit auf rustikales Landleben im schottischen Hochland geeichte Macca die Scharte schnell wieder aus, als er ein Jahr später das einzige Duo- Werk mit Gattin Linda folgen lässt: RAM mit seinen zwölf Songs schwelgt regelrecht in ländlicher Idylle, die sich ungeniert auch auf dem Cover ausbreitet.

Entstanden im Heimstudio, eingespielt aber in New York mit Schlagzeuger Denny Seiwell, den Gitarristen David Spinozza und Hugh McCracken sowie den McCartneys an diversen Instrumenten, entwickelt sich der Longplayer rasch zum Fan-Favoriten. Vor allem in den USA schätzt die Anhängerschaft zwar eingän- gige, aber sich nicht anbiedernde Songs wie ›Too Many People‹, ›3 Legs‹ und ›Dear Boy‹ zwischen Folk, Pop, Rock und Blues, die sich in den Texten mit Widersacher John Lennon Auseinandersetzen, der auf IMAGINE gewohnt sarkastisch antwortet. Im Vakuum nach der Trennung rennen ohnehin sämtliche Produktionen der Liverpooler offene Türen ein. Paul und Linda tönen auf RAM am meisten nach Beatles, wenn sie in ›Uncle Albert/ Admiral Halsey‹ ironisch ›Yellow Submarine‹ fortsetzen, wenn ›Smile Away‹ und ›Eat At Home‹ aufs WHITE ALBUM und ›Monkberry Moon Delight‹ sowie ›Back Seat Of My Car‹ auf ABBEY ROAD abzielen.

Als schlicht erstaunlich entpuppen sich die diversen Formate zum Jubiläum: mehrere CD-Ausgaben und gleich zwei Vinyl-Editionen liegen vor. Besonders THE 40th ANNIVER- SARY DELUXE EDITION überzeugt mit reichlich Zusatzmaterial aus Demos, Alternative Takes und Singles. Zusätzlich findet sich das erst 1977 veröffentlichte, instrumentale RAM- Coverwerk THRILLINGTON unter Pauls Pseudonym Percy „Thrills“ Thrillington. Aber auch die kompletten Stereo-und Mono-Mixe finden sich auf drei CDs, dazu gibt’s eine DVD- Doku, zwei Bücher, fünf Drucke, acht Text-Faksimiles und einen exklusiven Download.

Neuauflagen: Lenny Kravitz

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If The Nineties Were Sixties:
Es ist erst dann vorbei, wenn es vorbei ist.

Wie facettenreich eklektisch Kravitz die Vergangenheit aufarbeitet und sie wie Gegenwart klingen lässt, unterstreicht 1989 schon eindrucksvoll das Debüt LET LOVE RULE. Doch erst der Nachfolger MAMA SAID zwei Jahre später legt die multitalentierte Vielfalt des Sohns von Fernsehproduzent Seymour Kravitz und Schauspielerin Roxie Roker ebenso selbstverständlich offen wie seinen Hang zu haut- engen Schlaghosen, schnieken Krokostiefeln, knallbunten Sakkos und einer lässig um den Hals geschwungenen Federboa.

Mag MAMA SAID auch zaghaft mit der introspektiven Folk-Ode ›Fields Of Joy‹ starten – die Sly & The Family Stone-Hommage ›Always On The Run‹ mit Slashs Kreissägenriff, die zuckrige Streicheropulenz in der Philly-Soul-Reminiszenz ›It Ain’t Over Til It’s Over‹ oder das balladeske Ray Charles- Gelübde ›Stand By My Wo- man‹ legen nah: Lenny Kravitz zeigt an zeitgemäßen Rock- Trends und Pop-Moden definitiv keinerlei Interesse. Eine Art Anti-Konzept, das er bis zum heutigen Tag ohne Ausnahme erfolgreich durchzieht.

Dass er sich beim Gegenentwurf zum kurzlebigen Rock-Allerlei ebenso ungeniert bei Idolen der Vergangenheit bedient wie Kollege Prince, sei ihm nachgesehen. ›What Goes Around Comes Around‹ tönt mit Falsettgesang und verjazztem Saxofon wie ein Echo von Curtis Mayfield. ›Stop Draggin’ Around‹ nickt in Richtung Jimi Hendrix Experience. Psychedelisch vertrackt an die Flower-Power-Zeit erinnert das Space-Age-Opus ›What The… Are We Saying‹.

Für das digital optimierte Doppelalbum 21st ANNIVER- SARY DELUXE EDITION hält MAMA SAID satte 21 Archivnovitäten bereit, darunter Demos, Instrumentals, Remixe und Konzertmitschnitte.

Neuauflagen: George Harrison

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George Harrison
Archivplünderungen bei George: Vergessenes, Vergangenes und Verlorenes.

Stets marginali- siert fühlte sich George Harrison im übermächtigen Schatten von John Lennon und Paul McCartney. Als im April 1970 das Ende der Fab Four besiegelt wurde, konnte er erstmals aufatmen. Wie angenehm und unkompliziert es sich auf Augenhöhe musizieren lässt, hatte er ja schon bei Sessions mit Bob Dylan & The Band im „Big Pink“ in Woodstock und bei seinen Soloproduktionen WONDERWALL MUSIC und ELECTRONIC SOUND erfahren können. Mit Eifer machte sich der von der indischen Philosophie beseelte Asket an die Produktion jenes Meilensteins, der in Form der Triple-LP-Box ALL THINGS MUST PASS 1970/71 weltweit als Soundtrack der Jesus-Welle diente.

Ein Hauptteil der EARLY TA- KES VOLUME 1 rekrutiert sich aus Material des globalen Bestsellers, Demo- oder Alternativ-Versionen von ›My Sweet Lord‹, ›I’d Have You Any Time‹ und ›All Things Must Pass‹ tönen ohne Phil Spectors Wall- Of-Sound-Bombast noch überzeugender. Wie sehr sich Harrison im Beatles-Zirkus isoliert und ausgesperrt fühlte, illus- trieren exemplarisch ›Run Of The Mill‹ und ›Behind That Lo- cked Door‹. Behutsam verfuhr „Little Georgie“, wie Paul Mc- Cartney Harrison selbst noch auf dem Totenbett nannte, auch mit den Dylan-Kompositionen ›Let It Be Me‹, ›Mama You’ve Been On My Mind‹ und ›The Light That Has Lighted The World‹. Für die ausgezeichnete Post-Produktion zeichneten übrigens Harrison-Witwe Olivia sowie Giles Martin, Sohn von Beatles-Produzent George Martin, verantwortlich.