0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1277

Reviews: LITA FORD – LIVING LIKE A RUNAWAY

Das wahre Comeback-Album.

2009 gab es ganz schön lange Gesichter als Litas Fords WICKED WONDERLAND erschien. Billigster Industrial Rock, ein aufgesetztes sexy Image und Jim Gillette (Litas damaliger Ehemann und Ex-Nitro- Heulboje ) als Strippenzieher im Hintergrund eine Combo zum Davonlaufen. Erschwerend hinzu kamen durchwachsene Live-Shows, fragwürdige Interviews und peinliche TV-Auftritte im US-Fernsehen. 2012 ist zum Glück alles besser: Ford präsentiert sich auf LIVING LIKE A RUNAWAY als grundsolide Rockerin. Feine Hooks, autobiographische Texte und die durchweg songdienliche Gitarrenarbeit verschmelzen zu einer erstaunlich frischen Einheit, die hier und da mit ein paar Samples garniert wird. Langeweile kommt nie auf, zusätzlich verleiht der erdige Sound den Songs eine ordentliche Portion Glaubwürdigkeit. Ford reitet nicht wie viele ihrer Kollegen aus den Achtzigern eher schlecht als recht auf der Nostalgiewelle sondern rockt irgendwo zwischen den Runaways, neuen Bon Jovi und Sixx A.M..

 

Reviews: FEEDER – GENERATION FREAKSHOW

0

Immer noch da, immer noch Klasse.

Auch Feeder hat jenes ungerechte Schicksal ereilt, einfach nicht mehr „of the moment“ zu sein. Zeitweise konnten sie sogar die riesenhafte Wembley Arena ausverkaufen, heimsten mit ihrem Überalbum COMFORT IN SOUND Edelmetall ein und mussten dann zusehen, wie ihre Fanbase langsam, aber sicher abwanderte. Einen triftigen Grund dafür gibt es jedoch nicht, denn Grant Nicholas und Kollege Taka Hirose haben seitdem auf weiterhin hohem Niveau gerockt, mal etwas schroffer, mal wieder etwas versöhnlicher. Nun sind sie nach dem etwas konfusen Renegades- Verwirrspiel bei Album Nr. acht angelangt, das den nett zeitkritischen Titel GENERATION FREAKSHOW trägt und gewohnt souveränen, griffigen Alterna-Rock von soft bis heftig liefert. Stellenweise wird ziemlich deutlich auf alte Hits Bezug genommen, aber in einer über zwanzigjährigen Karriere darf man sich auch mal selbst zitieren. Beweisen müssen Feeder jedenfalls nichts mehr Nicholas ist und bleibt ein großer Songwriter, egal, wie viele Menschen ihm nun zuhören.

 

Reviews: THE DANDY WARHOLS – This Machine

Indie-Rock, der wabert und blubbert.

Für eine US-Band klangen The Dandy Warhols schon häufiger ziemlich britisch, und auch ihr achtes Album hat diese gewissen Momente: ›Well They’re Gone‹ und ›Rest Your Head‹ atmen britische Verschrobenheit, was auch am psychedelisch aufgebretzelten Sound liegt ständig wabert und blubbert es auf THIS MACHINE, der Gesang kommt bisweilen wie durchs Telefon. Uramerikanisch hingegen ist das Cover von ›16 Tons‹, im Original von Merle Travis. Fraglos ein feines Lied, das in diesem Kontext allerdings nicht allzu viel Sinn macht, zudem wirkt der artifiziell kaputte Sound reichlich aufgesetzt. Sonst noch was? Ja, ›Enjoy Yourself‹ hat das Zeug zum Club-Hit und ist einer der wenigen Höhepunkte eines zwar nicht schlechten, aber irgendwie ziemlich durchschnittlichen Albums.

 

Reviews: DUANE EDDY – TWANGIN’ FROM PHOENIX TO L.A. – THE JAMIE YEARS

0

 

 

Rebellische Instrumentalhymnen aus der Wüste Arizonas.

Viele schwören ja, wenn Instrumentalhymnen auf sechs Saiten gefragt sind, auf den unglaublich virtuosen Chet Atkins. Recht so! Nicht zu unterschätzen ist aber auch der eine Generation jüngere Duane Eddy. Gerne mal als massenkompatibler Teen Posterboy und willenslose Marionette von Svengali Lee Hazlewood verkannt, beruht der immense Welterfolg des Gitarristen und Komponisten zwischen 1958 bis zur Beat-Invasion doch vor allem auf seiner Virtuosität. Mit Wurzeln im Country, Hillbilly und Bluegrass, kommt die Karriere Duane Eddys allmählich in Gang, als es ihn von New York nach Phoenix, Arizona, verschlägt, und er dort die Bekanntschaft des Diskjockeys Lee Hazlewood macht. Letzterer, ein umtriebiges Multitalent zwischen Komposition und Produktion, das 1966 auch die legendären „Boots“ von Nancy Sinatra zum „walk all over you“ auf den Weg bringt und sich selbst als Sänger mit sonorem Gebrumme unsterblich macht, nimmt den Jungspund unter seine Fittiche. Nach erfolglosem Test- versuch entwickelt sich beim lokalen Label Jamie Records ein Klangkonzept, das aufwändiger in der Produktion nicht sein könnte: Als Ausgangsbasis dient ein ausgedienter Wasser- tank aus Gusseisen, der eine Echokammer simuliert. Auf den tiefen Saiten spielt Eddy die Melodie, den Rest besorgen das signifikante Saxofon und der gelegentliche Einsatz eines Chores. Mit ›Rebel Rouser‹ folgt ein erster Welthit auf Anhieb lassen sich über eine Million Exemplare absetzen. Vor allem in Großbritannien entwickelt der smarte Kerl im sensiblen James-Dean-Look regelrechten Kultstatus, den er trotz diverser Karrieretiefs bis in die Gegenwart halten kann.

Zwischen 1958 und 1962 tummelt er sich mit 17 Titeln in den britischen Top 30. TWANGIN’ FROM PHOENIX TO L.A. – THE JAMIE YEARS zollt jener Ära opulent Tribut. Auf fünf randvoll gefüllten CDs versammeln sich 148 Songs. Von den Hitscheiben ›Shazam!‹, ›Pepe‹ und ›Because They’re Young‹ bis hin zu unveröffentlichten Archivraritäten. Dazu gibt’s Demos, Alternative-Takes sowie Basic und Master Tracks. Als wahre Augenweide erweist sich das Hardcoverbuch im Format 30 x 30 cm mit Duane Eddys Vita und zahllosen großformatigen Fotos.

 

Reviews: Devin – Romancing

0

Blutarme Rock- Geschichtsstunde.

Devin Therriault, dessen Nachname kürzlich verloren ging, springt auf seinem Debüt von 60er-Rock’n’Roll munter zu 70er-Punk, 80er-Pop und Garagenrock des 21. Jahrhunderts. Da seine Kompositionen und sein von Elvis, Johnny Thunders, Mick Jagger und Iggy Pop inspiriertes Timbre niemandem ernsthaft wehtun, kann sich der junge New Yorker einer breiten Hörerschaft sicher sein. Auch, wenn die Gitarren mal eine Nuance lauter schrammeln, behält ROMANCING immer einen handzahmen Konsenscharakter, der Türen zur Boutiquen und Supermarkt- Beschallung öffnen könnte. Es herrscht ein arger Mangel an Widerhaken und Charakter, der dafür sorgt, dass ROMANCING nur passagenweise, nicht aber über komplette Songs hinweg begeistert. Zu konstruiert-bemüht wirken Lou Reed- (›Masochist‹), New York Dolls- (›Born To Cry‹), The Black Keys- (›I Don’t Think I‹), Buzzcocks- (›You’re Mine‹), Rolling Stones-Zitate (›White Leather‹) und partout nicht berühren wollende Balladen (›My Solitude‹). Nachsitzstunden in der ›Rock’n’Roll High School‹ wären also angebracht, denn: Um ein Elvis oder Ramone zu werden, bedarf es mehr als eines Pseudonyms oder fehlenden Nachnamens.

 

Reviews: DEEP PURPLE – TOTAL ABANDON – AUSTRALIA ́99

0

Berechenbare Größe – solide aber auch ein wenig langweilig.

Übermäßig häufig gastierten Deep Purple bislang noch nicht in Australien. Legendär ist vor allem die Tour vom Frühjahr 1971 immerhin mit den unvergessenen Free im Vorprogramm, als die Band mit ihrer MKII-Besetzung erstmals weltweit für Furore sorgte. 1999 waren Gillan & Co. erneut in Melbourne zu Gast, diesmal mit ihrem vier Jahre zuvor eingestiegenen Blackmore-Nachfolger Steve Morse, der Deep Purple wieder zu einer berechenbaren Größe werden ließ. TOTAL ABANDON AUSTRALIA ́99 zeigt also eine Gruppe, die technisch auf höchstem Level agiert, im Vergleich zur exzentrischen Blackmore-Ära aber auch ein wenig langweilig klingt. Morse spielt zweifelsohne überragend, kann (und das gilt bis heute) Deep Purple kompositorisch jedoch nur selten weiterhelfen. Der Opener ›Ted The Mechanic‹ und ›Watching The Sky‹ errei- chen allenfalls Konfektionsgröße, während lediglich ›Sometimes I Feel Like Screaming‹ zeigt, was bei entsprechender Inspiration auch mit dem Morse-Line-Up möglich wäre. Außerdem: Beim Mix der Live-Aufnahmen hätte ruhig etwas mehr Mut zur Schärfe regieren dürfen, so poppig klingt die Band im Konzert gar nicht.

 

Reviews: Death Letters – Post-Historic

0

Pubertäre Identitätssuche.

Im Teenageralter komponierten Death Letters ihr erstes Album und erspielten sich den Ruf, einer der hoffnungsvollsten Newcomer der Niederlande zu sein. Auf das Gemisch aus Garagenrock und Blues des selbstbetitelten 2009er- Debüts haben Sänger/Gitarrist Duende Ariza Lora und Schlagzeuger Victor Brandt heute allerdings keine Lust mehr. Den viel zu großen Spuren von Oceansize, Cult Of Luna oder At The Drive-In folgend, winden sich die inzwischen 19-Jährigen auf POST- HISTORIC lieber durch einen Wust aus Alternative-/Indie Rock, Punk, Hardcore und Post-Rock. Mal hysterischchaotisch (›Your Heart Upside Down‹), mal in zerbrechlichen Welten schwebend (›A Room A Story A Beautiful Memory‹), wechseln Death Letters teils auch innerhalb eines Songs abrupt zwischen diesen Extremen hin und her (›Death Of The Sincere‹). Wenngleich die beiden Niederländer POST-HISTORIC als Erwachsenenausweis titulieren, gleicht die holprige Platte vielmehr einer pubertären Sturm-und-Drang-Identitätssuche. Ein Eindruck, den Loras nöliges Singen, Säuseln und gekünsteltes Schreien nur verstärkt.

 

Reviews: COWBOY JUNKIES – THE WILDERNESS – THE NOMAD SERIES VOLUME 4

0

Auch langsam kommt man ans Ziel.

Margo Timmins und ihre Kollegen sind nun auch nicht mehr weit vom 30. Bandjubiläum entfernt, was ziemlich erstaunlich ist für eine Band, die so konsequent darauf setzt, NICHT aufzufallen. Ein Jahrzehnt, bevor die Musikpresse alles in den Himmel lobte, was die Dezibelzahlen gepflegter Fahrstuhlmusik unterbot und Flüstertöne als perfektes Gegenmittel zum Grunge-und NuMetal-Getöse der 90er deklarierte, verzauberten die Cowboy Junkies ihr Publikum schon mit den sanftesten Rocktönen, die man noch als solche bezeichnen kann. Und das tun sie heute noch. THE WILDERNESS ist ein weiteres altersloses Stück Musik der kanadischen Profientschleuniger, dem das wundersame Kunststück gelingt, die Trommelfelle gleichzeitig zu streicheln und sich in ihnen festzubeißen. Denn ja, so samtpfotig Margo & Co. auch arbeiten, so erfahren sind sie darin, trotzdem griffige Melodien zu verfassen, die hauchzart, aber nachhaltig in den Gehörgang wehen und von Margos unvergleichlicher Stimme direkt ins Gefühlszentrum weiterfließen. Ja, sie machen immer dasselbe, aber sie machen es besser als alle anderen!