Reviews: DUANE EDDY – TWANGIN’ FROM PHOENIX TO L.A. – THE JAMIE YEARS

-

Reviews: DUANE EDDY – TWANGIN’ FROM PHOENIX TO L.A. – THE JAMIE YEARS

 

 

Rebellische Instrumentalhymnen aus der Wüste Arizonas.

Viele schwören ja, wenn Instrumentalhymnen auf sechs Saiten gefragt sind, auf den unglaublich virtuosen Chet Atkins. Recht so! Nicht zu unterschätzen ist aber auch der eine Generation jüngere Duane Eddy. Gerne mal als massenkompatibler Teen Posterboy und willenslose Marionette von Svengali Lee Hazlewood verkannt, beruht der immense Welterfolg des Gitarristen und Komponisten zwischen 1958 bis zur Beat-Invasion doch vor allem auf seiner Virtuosität. Mit Wurzeln im Country, Hillbilly und Bluegrass, kommt die Karriere Duane Eddys allmählich in Gang, als es ihn von New York nach Phoenix, Arizona, verschlägt, und er dort die Bekanntschaft des Diskjockeys Lee Hazlewood macht. Letzterer, ein umtriebiges Multitalent zwischen Komposition und Produktion, das 1966 auch die legendären „Boots“ von Nancy Sinatra zum „walk all over you“ auf den Weg bringt und sich selbst als Sänger mit sonorem Gebrumme unsterblich macht, nimmt den Jungspund unter seine Fittiche. Nach erfolglosem Test- versuch entwickelt sich beim lokalen Label Jamie Records ein Klangkonzept, das aufwändiger in der Produktion nicht sein könnte: Als Ausgangsbasis dient ein ausgedienter Wasser- tank aus Gusseisen, der eine Echokammer simuliert. Auf den tiefen Saiten spielt Eddy die Melodie, den Rest besorgen das signifikante Saxofon und der gelegentliche Einsatz eines Chores. Mit ›Rebel Rouser‹ folgt ein erster Welthit auf Anhieb lassen sich über eine Million Exemplare absetzen. Vor allem in Großbritannien entwickelt der smarte Kerl im sensiblen James-Dean-Look regelrechten Kultstatus, den er trotz diverser Karrieretiefs bis in die Gegenwart halten kann.

Zwischen 1958 und 1962 tummelt er sich mit 17 Titeln in den britischen Top 30. TWANGIN’ FROM PHOENIX TO L.A. – THE JAMIE YEARS zollt jener Ära opulent Tribut. Auf fünf randvoll gefüllten CDs versammeln sich 148 Songs. Von den Hitscheiben ›Shazam!‹, ›Pepe‹ und ›Because They’re Young‹ bis hin zu unveröffentlichten Archivraritäten. Dazu gibt’s Demos, Alternative-Takes sowie Basic und Master Tracks. Als wahre Augenweide erweist sich das Hardcoverbuch im Format 30 x 30 cm mit Duane Eddys Vita und zahllosen großformatigen Fotos.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Iconic: Ikonentreffen

Dem Bandnamen entsprechend ist die Besetzung dieser neuen Combo, die Serafino Perugio von Frontiers Records zusammengetrommelt hat, ziemlich hochkarätig....

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazin

Titelstory: Pink Floyd - die Reise zur dunklen Seite Anfang 1972 spielten Pink Floyd mit Ideen für ihre nächste Platte,...

Ian Anderson: Die Gefahr der dünnen Ideologie

Im aktuellen Interview mit CLASSIC ROCK sprach Ian Anderson,der britische Gentleman, über das erste Jethro-Tull-Album seit zwei Dekaden, seine...

Jimmy Hall: Neue Single ›Jumpin’ For Joy‹ vom kommenden Album

Am 16. September veröffentlicht Jimmy Hall nach fast 15 Jahren Pause sein neues Studioalbum READY NOW. Auf der Platte...

Wacken: So sah es 2022 am Festival aus

Unser Fotograf Markus Werner war auf Wacken und hat einige Eindrücke des legendären Metalspektakels für euch festgehalten. Hier findet...

Ozzy Osbourne: Gemeinsamer Auftritt mit Tony Iommi

Nachdem Tony Iommi und Ozzy Osbourne erst auf Ozzys neuer Platte PATIENT NUMBER 9 zusammenarbeiteten, traten die beiden ehemaligen...

Pflichtlektüre

Scorpions – STING IN THE TAIL

Wer hätte das gedacht? Die Scorpions rocken tatsächlich so...

Vanilla Fudge: BOX OF FUDGE

Eine Kiste voller Sahnestücke: Wie der Progressive Rock das...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen