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Start Blog Seite 1276

Reviews: Gotthard – Firebirth

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Wie sich Steve Lees großer Schatten füllen lässt

Wohl kaum ein Album der Schweizer Vorzeigerocker wurde in den letzten Jahren so sehnlich erwartet wie FIREBIRTH. Lange befanden sich die verbliebenen Musiker nach dem tragischen Unfalltod des charismatischen Frontmanns Steve Lee in einer Schockstarre, bis man letztlich verkündete: „Ja, wir machen mit neuem Sänger weiter.“ Der hört auf den Namen Nic Maeder, ist Steve Lee stimmlich nicht unähnlich und singt sich souverän durch die 13 Songs der neuen Langrille. Soundtechnisch und kompositorisch bleibt bei den Eidgenossen alles beim Alten. Die stärksten Momente hat FIREBIRTH, wenn sich Gotthard wieder einmal gekonnt im Fahrwasser der Powerballaden austoben. ›Shine‹ und ›Remember It’s Me‹ sind hier die Anspieltipps. Leichte Abzüge in der B-Note gibt es für den ein oder anderen eher belanglosen Rocker, der sich zwischendurch eingeschlichen hat. (›Yippie Aye Yay‹, ›Fight‹ ). Wer HUMAN ZOO mag, der kann hier ohne Testlauf sofort zugreifen. Gotthard sind zurück, das Erbe von Steve Lee wird würdig weitergeführt, Leo Leoni und seine Mannen können sich nun der Zukunft widmen.

 

Reviews: The Gaslight Anthem – Handwritten

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Jetzt wieder mit Dreck unter den Fingernägeln.

Es ist mit Verlaub gesagt eine etwas zweifelhafte Ehre, wenn der Boss Bruce Springsteen eine junge Punk-Band adelt. Zumindest hatte er seinen Anteil daran, dass The Gaslight Anthem mit ihrem 2008-er Album THE ’59 SOUND den Durchbruch schafften und er hat, wenn man wirklich genau hinhört, den Sound der Band aus New Brunswick ebenso beeinflusst wie melodische Punkbands der Marke Jawbreaker. Arbeiterklasse-Ethos, Vier- Akkord-Refrains zum Fäusteschwingen, dazu ordentlich Soul in Groove und Vocals sind natürlich ein verdientes Rezept zum Megastartum, aber ebenso natürlich haben The Gaslight Anthem mit dem THE ’59 SOUND- Nachfolger AMERICAN SLANG das alles etwas zu glatt produziert und zu emsig auf Radioqualitäten gebürstet. HANDWRITTEN kündigt jedoch schon im Titel an, das es jetzt wieder hemdsärmeliger zugeht und tatsächlich: Das Teil hat Biss, echte Hits (hört nur die erste Single ‘45’) und das Zeug zur ultimativen Sommer-platte 2012. Well done!

 

Reviews: Peter Gabriel – Live Blood

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Die CD zur DVD.

Muss man eigentlich wirklich jede Tournee in Bild und Ton festhalten und anschließend in unter- schiedlichen Formaten auf den Konsumentenmarkt bringen? Oder hätte oft wie in diesem speziellen Fall auch nicht einfach die DVD oder Bluray allein eigentlich schon völlig gereicht? Denn: LIVE BLOOD bietet nichts besoderes oder neues, sondern haargenau dasselbe wie die gleichnamige Video- Veröffentlichung aus dem Jahr 2011. Nur, dass hier eben die visuelle Komponente fehlt, und der Fokus auf der Musik liegt. Wovon sich folglich höchstens Sammler angesprochen fühlen dürften, denn der Normalkonsument kann die Bluray ja auch einfach ohne Bild genießen und sich nur den Klängen hingeben. Hinsehen ist ja kein Muss.
Was jedoch das muss man zugeben nichts an der Qualität dieser Performance ändert. Eben Peter Gabriel mit großem Orchester und einer mehr als guten Auswahl seiner bekanntesten Stücke, die auch ohne Rock-Instrumentierung (Bass, Gitarre, Schlagzeug) auskommen und immer noch für gesträubte Nackenhaare sorgen. Selbst, wenn Ane Brun kein Ersatz für Kate Bush ist…

 

Reviews: Glenn Fey – After Hours

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Das hörten Mama und Papa.

Während Eagles-Kollege Joe Walsh sich mit seinem neuen Alleinritt ANALOG MAN wieder mal dem melodiösen Westcoast Rock widmet, blickt Glenn Frey zurück in die 1940er. Zwanzig Jahre nach seinem letzten Werk STRANGE WEATHER beschäftigt sich Frey nun mit den Liebesklassikern, die Vater und Mutter gehört haben. Er preist die Musikalität von amerikanischen Standards wie ›Sentimental Reasons‹, ›My Buddy‹ und ›The Look Of Love‹, die an Größen wie Tony Bennett, Nat King Cole und Dinah Washington erinnern. Nahezu alle Songs sind Liebeslieder, eine Ausnahme stellt der Straßen Klassiker ›Route 66‹ dar. Hinzu kommen noch ein paar neuere Nummern wie ›Caroline No‹ von den Beach Boys und Randy Newmans ›Same Girl‹. Als Freys Co-Produzenten fungierten Richard F.W. Davis und Michael Thompson, die übrigens beide Mitglieder der Liveband der Eagles waren. Der Chef-Adler, einer der kommerziell erfolgreichsten Rocker aller Zeiten, folgt damit einem Trend. Rod Stewart, Robbie Williams, Joe Jackson u.a. hatten sich bereits der Musik der Jazz- und Swing-Ära gewidmet. Das Fazit ist gespalten, die einen werden AFTER HOURS wegen seines Gefühls feiern, die anderen es als überzuckert und schmalzig abkanzeln.

 

Reviews: FUTURE OF THE LEFT – THE PLOT AGAINST COMMON SENSE

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Die Zukunft der Linken? Unentschlossen wie gehabt.

Wer sich an mclusky erinnert, weiß, was die Briten für eine famose Rockband waren. Aus ihrer Asche entstanden Future Of The Left, die, na ja, eine Band sind, aber bislang weder so richtig famos noch Rock. Klar, da gibt es mitunter recht knarzige Gitarren, es geht auch mal knackig zur Sache. Über weite Strecken allerdings scheint das Album einem etwas schwammigen Polter-Indie-Schema zu folgen, das zwar einen gewissen Unterhaltungswert hat, aber keine klare Linie. Da wird ein bisschen rumgequäkt, sprechgesungen und klabautert, andernorts sind Ansätze griffiger Melodien zu finden, was alles zusammen ein bisschen klingt wie Art Brut, nur viel weniger arty und viel mehr arbeiterklassig. Sehr speziell, bis dann mit dem allerletzten Track ›Notes On Achieving Orbit‹ plötzlich ein Prachtstück von einem Alterna-Breitwandrocker von Stapel läuft, mit dem sie sich auf den letzten Drücker noch für die erste Liga empfehlen. Wohin soll das noch führen? Im besten Fall in ebenjenen Orbit, der endlich ein kohärentes Album verspricht.

 

Reviews: The Flower Kings – Banks of Eden

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Lange Stücke, große Handwerkskunst: Die schwedische Band bleibt ihren Trademarks treu.

Es sind wohl die stoische Gelassenheit und das Vermeiden jeglicher Hetze, was The Flower Kings von den meisten ihrer Genre-Kollegen wohltuend unterscheidet. Auch auf ihrem neuen Album BANKS OF EDEN, der ersten Studioveröffentlichung seit fünf Jahren, entfacht Chefdenker Roine Stolt kein loderndes Feuer, sondern erzeugt Wärme durch permanente Reibung und breitet diese auf fünf ausladende Kompositionen (plus vier Bonusstücke) aus. Die Glut seiner Musik entsteht aus einem atemberaubend dichten Nebeneinander von Progressive Rock, Pop, Jazz und klassischen Zitaten, ein raffiniertes Gemenge, dessen magische Wirkung im Detail liegt. Und auch inhaltlich geht es Stolt nicht um Lektionen oder Dogmen, er erzählt seine Sichtweise der Dinge ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade diese Unaufgeregtheit, musikalisch wie textlich, lassen BANKS OF EDEN zu einem Hörgenuss mit Langzeitwirkung werden. Wer den schnellen Kick sucht, ist hier falsch, denn The Flower Kings punkten mit Substanz und Tiefenschärfe.

 

Reviews: ROBERTA FLACK – LET IT BE: ROBERTA FLACK SINGS THE BEATLES

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Beatles-Songs als seichte R’n’B-Nummern.

Sie gehört neben Whitney Houston und Aretha Franklin zweifelsohne zu den größten US-Soul- Stimmen der vergangenen Jahrzehnte. Das Fugees-Cover ihres einstigen US-Nummer- eins-Hit ›Killing Me Softly With His Song‹ bescherte ihr einen zweiten Frühling. Nun versucht sie sich selbst an Cover- Versionen: Anhand von Beatles- Songs will sie ihr Leben nacherzählen, erklärt die 75-Jährige, mit den Texten könne sie sich identifizieren. Aha. Ihre Interpretationen von zwölf Songs der Fab Four, darunter Klassiker wie ›Let It Be‹ und ›Hey Jude‹, wirken wenig authentisch. Die reduzierten Arrangements wirken teilweise wie aus der R’n’B-Lounge, seicht und belanglos. Dabei hat die Sängerin den Segen von Lennon-Witwe Yoko Ono höchstpersönlich. Wie zum Beweis findet sich im CD-Booklet ein Foto, auf dem Yoko und John zu sehen sind, der freundschaftlich seinen Arm um Robertas Schultern gelegt hat. Man kannte sich, man verstand sich. Das ändert aber lei- der nichts daran, dass Beatles- Hits wie ›The Long And Winding Road‹ im smoothen Jazz- Gewand höchstens als Fahrstuhlmusik taugen. Lediglich die funky Version von ›Come Together‹ kann überzeugen. Bleibt leider nur zu sagen: Let it be, Roberta, und sing lieber deine eigenen Songs.

 

Reviews: ROBERT FRANCIS – STRANGERS IN THE FIRST PLACE

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Verkanntes Genie.

Manchmal fragt man sich, was in den Köpfen der Labelbosse so vorgeht. Etwa im Falle des 24-Jährigen, der mit seinem zweiten Album BEFORE NIGHTFALL (mit der Single: ›Junebug‹) einen Überraschungshit hatte und trotzdem vor Veröffentlichung seines dritten Werks einfach fallen gelassen wurde. Ein Dreivierteljahr später er- scheint das Ganze bei einem anderen Label. Und das darf sich rühmen, einen der besten Singer-Songwriter der Gegenwart an Land gezogen zu haben. Denn STRANGERS IN THE FIRST PLACE setzt auf gefühlvollen, sphärischen Rock in bester Seventies Manier, und vereint die Spiritualität eines Leonard Cohen mit der Harmonie eines James Taylor sowie der Traurigkeit eines Tim Buckley. Alles mit sehr ausgefeilten Arrangements, filigraner Gitarrenarbeit und Texten, in denen er unglückliche Liebesbeziehungen verarbeitet. Robert Francis ist zwar noch jung, ist aber trotzdem schon eines: GROSS!