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Blur

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untitledBrennender Asphalt.

Anstatt entweder eine realistische Rennsimulation oder einen Funracer im MARIO KART-Stil zu veröffentlichen, wählen Activision einen Mittelweg: BLUR entnimmt der Wirklichkeit Strecken in den USA, Großbritannien, Japan und Spanien, über 60 lizenzierte Autos mit (etwas zu zaghaften) Scha-densmodellen, stilsichere Grafik und peppt alles mit einsteigerfreundlicher Bedienung und Fantasie-Freudenspendern auf. Einzeln oder in Kombination angewendet, treiben Raketen, Minen, Fallen, Explosiv- oder Turbostöße, vor Fremdangriffen schützende Schilder und Abkürzungen Konkurrenten zur Verzweiflung. Für effektive Einsätze dieser „Power-Ups“, fehlerfreies Fahren, Stunts und Bewältigung kleiner Zusatzaufgaben erhalten Bleifuß-Akrobaten Fan-Punkte, mit denen sie Fahrzeuge, Spiel- und Tuning-Varianten aktivieren. Ob reguläre Rennen, beinahe atemberaubende Geschwindigkeiten des Sci-Fi-Rasers WIPE-OUT erreichende Edelwagen-Duelle oder eine auf Karosserie-Zerstörung bedachte „Motor Mash“-Abwandlung – die Motivation steigt mit der Pilotenanzahl:

Was Solisten Tage unterhält, fesselt am Vierer-Bildschirm Wochen und in bis zu 20 Teilnehmer vereinenden Online-Rennen Monate. Hier laden weitere Modi, ein Rangsystem, selbst erstellbare Pisten und eine Facebook-ähnliche Interaktionsplattform zu regem Austausch. Warum also nur einen Gang wählen, wenn ein ganzes Menü auf Verzehr wartet?

God Of War III

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mogliches-gow3-eu-coverKratos’ letzer Kampf?
GOD OF WAR III beschließt die Trilogie um den Antihelden Kra-tos. Diesmal legt sich der kahlköpfige Rächer gleich mit dem halben Olymp und Zeus persönlich an. Der Weg zu seinem verfeindeten Göttervater führt unter anderem durch den Hades und dämoni-sche Unterwelten.

Den Hauptbestandteil mar-kieren blutige, einfach steuerbare Gefechte, die bereits die ersten Episoden an die Spitze des Hack’n’Slay-Genres katapultierten: Mit Chaosklingen wehrt sich der Spartaner gegen die finsteren Kreaturen der griechischen Mythologie und erhält nach Siegen über hartnäckige Widersacher wie Hermes oder Helios (magische) Fähigkeiten und Waffen. Neben flinken Dau-men verlangen anspruchsvolle Rätsel und Minispiele ein be-sonderes Maß an Geschick und Logik.

In überbevölkerten, im Ver-gleich zu GOD OF WAR II viermal größeren Landschaften werten Grafikruckler die kino-reife Inszenierung gelegentlich geringfügig ab. Epische Musik, kraftvolle Effekte und professionelle Synchronsprecher er-zeugen allerdings eine dichte Atmosphäre, von der die meis-ten Mitbewerber nur träumen können.
Auch für Nichtspieler interessant: Parallel zum Game ist eine GOD OF WAR III-Online-EP mit Songs von Bands wie Dream Theater und Opeth er-schienen. sb.

Dominik Winter

Green Day: Rock Band

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GDROCKps3PFTuskVom Mief-Club auf die Freilichtbühne.

Seit 1987 haben Green Day weltweit über 50 Millionen Tonträger verkauft und jüngst sogar ein eigenes Broadway-Musical erschaffen. GREEN DAY: ROCK BAND zollt diesen Erfolgen durch eine virtuelle Aufarbeitung der Band-Geschichte Tribut: In den Rollen der per Bewegungserfassung digitalisierten Billie Joe Armstrong (Gesang, Gitarre), Mike Dirnt (Bass) und Tré Cool (Schlagzeug) arbeiten sich Rocker von ersten Auftritten in kleinen Clubs bis zu gigantischen Bühnen des Fox Theatre in Oakland oder des Milton Keynes Bowls in Großbritannien hoch. Dabei wollen 47 Green Day-Songs – darunter die kompletten Alben DOOKIE (1994) und AMERICAN IDIOT (2004) – imitiert werden. Da das Punk-Trio für seinen eigenwilligen, oft aus zwei Harmonien bestehenden Gesang bekannt ist und rasante Rhythmen vor allem frühe Kompositionen dominieren, gestalten sich die Aufgaben schon auf leichter Schwierigkeitsstufe recht anspruchsvoll. Besonders hilfreich: Selbst im Karriere-Modus müssen Spieler keine vorgegebene Reihenfolge absolvieren, sondern wählen die nachzuahmenden Lieder stets frei. Zusätzlich erklärt ein Schlagzeug-Trainer Standard-Rhythmen und gewährt im späteren Verlauf geübten Stockschwingern Einblicke in Herrn Cools verrückte Breaks und Soli. Emsiges Schwitzen wird belohnt: Wer ›Longview‹, ›Wake Me Up When September Ends‹, ›When I Come Around‹, ›Good Riddance (Time Of Your Life)‹ oder ›Boulevard Of Broken Dreams‹ sauber an Mikrofon, (Bass-)Gitarre und Drums um-setzt, schaltet die 2009er-Scheibe 21ST CENTURY BREAKDOWN, diverse Veranstaltungsorte und rare, bisher unveröffentlichte Schätze frei: mehr als hundert Bilder und über 40-minütiges, aus Interviews, Hintergrundeindrücken und Live-Aufnahmen bestehendes Videomaterial. Fremdkompositionen fehlen zwar, dafür bleiben Musikspiel-Liebhabern dank Kompatibilität zu allen gängigen (ROCK BAND-/GUITAR HERO-)Mikrofonen, Gitarren und Schlagzeugen nochmalige Hardware-Investitionen erspart.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

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CommandAndConquer4-TiberianTwilightEnde einer Ära.

Mit COMMAND & CONQUER 4: TIBERIAN TWI-LIGHT verlassen Electronic Arts nach über 30 Millionen verkauften Einheiten das Tiberium-Universum als Handlungsort ihrer Echtzeitstrategie-Serie. 2062 naht das Ende der Menschheit: Der Erde bleiben nur noch sechs Jahre, bevor sie aufgrund der Auswirkungen des außerirdischen Kristalls Tiberium unbewohnbar sein wird. Um dies zu verhindern, muss Nod-Gründer Kane widerwillig mit der verfeindeten Bruderschaft GDI an einem Strang ziehen.

Nach der Wahl einer von drei offensiven oder defensiven Klassen agieren Spieler von einem frei auf den Schlachtfeldern positionierbaren Stützpunkt aus, der den einst starren Tiberiumsaufbau ersetzt. Zusätzlich zu der Möglichkeit, Gebiete in der Kampagne alleine oder im Koop-Modus an der Seite eines Freundes zu erobern, vereinen sich Akteure in Online-Kämpfen zu fünfköpfigen Gruppen und messen ihre strategische Kriegsführung mit rivalisierenden Teams. Dass angesichts des Finales gefilmte Zwischensequenzen und die Musik des Londoner Philharmonia-Sinfonieorchesters besonders spektakulär ausfallen und TIBERIAN TWILIGHT offene Fragen der Vorgänger in Überraschungsmomenten aufklärt, erschwert den Abschied zusätzlich.

Dominik Winter

Harry Shapiro – Jack Bruce: Composing Himself

Harry Shapiro JackBruceComposingHimself

Ein Genie, das kaum einer kennt: auf Augenhöhe mit Eric Clapton.

Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Bandkollegen Eric Clapton konnte der Bassist, Sänger, Pianist, Cellist und Mundharmonikaspieler Jack Bruce den umwerfenden globalen Erfolg des Blues-Rock-Trios Cream weder in klin-gende Münze noch in adäquaten Legendenstatus transformieren. Ein Schicksal, das auch seinen Erzfeind Ginger Baker, der mit Bruce schon einige Jahre zuvor bei der Graham Bond Organisation in Dauerfehde gelegen hatte, nach der Cream-Trennung 1968 befiel. Mag Clapton im Nachhinein als Cream-Frontmann wahr genommen werden – Jack Bruce, mit Lyriker Pete Brown Co-Komponist und Sänger von ›I Feel Free‹, ›Sunshine Of Your Love‹ und ›White Room‹, war seinem Kompagnon zu Glanzzeiten mehr als nur ebenbürtig. Doch meinte es das Schicksal, wie Autor Harry Shapiro in zahllosen Passagen des 329-Seiten-Werks JACK BRUCE: COMPOSING HIMSELF gut recheriert hat, nicht besonders gut mit Bruce. Als 1989 Clapton eine 18-Tage-Residenz in der Londoner Royal Albert Hall antrat, fanden sich Bruce und Baker zeitgleich in einem schäbigen Club in Rhode Island vor einer Handvoll Leuten wieder. Was ist da bloß falsch gelaufen? Hinterhältige Manager, zumindest zeitweise unausstehliche Egomanien, herzerreißende Scheidungen, chronische Krankheiten und langjährige Heroin- und Alkoholsucht musste ja schließlich auch Clapton verkraften.

Es scheint wohl eher an Bruces verinnerlichtem Berufsethos zu liegen, der kompromisslos statt Rock, Balladen und Blues abseits des Mainstream Jazz, Fusionen und Avantgarde bevorzugte. Da macht es keinen Unterschied, dass dieser Mann einmal fähig war, dank seiner Virtuosität den Stellenwert des Bass im Rock zu revolutionieren. Wieder entdecken lässt sich das Genie glücklicher-weise in dieser wirklich essenziellen und hervorragenden Biografie.

A Talk On The Wild Side

ATalk_BuchNeulich im Rock-Olymp: ein Plausch mit den ganz Großen.

Schon mit der im LP-Format gestalteten Reihe AN ILLUSTRATED RECORD (u.a. mit den Beat-les, Rolling Stones, David Bowie) profilierte sich der britische Autor Roy Carr (NME, Me- lody Maker, Vox) als hochseriöser Rock-Chro-nist. Für den CD/Buch-Hybriden A TALK ON THE WILD SIDE im gleichen Format öffnete er seine umfangreichen Archive und förderte Interview-Originale in Wort und Ton zutage, die längst Legendenstatus haben. An zum Teil exotischen Schauplätzen führte er unglaublich intime Gespräch mit Künstlern, die er seit ih- ren Karriereanfängen kontinuierlich begleitet hatte. John Lennon und Yoko Ono traf Carr im August 1972 spätabends im Schlafzimmer des New Yorker Americana Hotels, Mick Jagger begrüßte ihn 1974 zum stundenlangen Schmaus im lauschigen italienischen Restaurant San Lorenzo in London – und Keith Moon leerte im gleichen Jahr konsequent den exklusiven Weinkeller des noblen Pariser Hotels George V, während ihn Who-Bassist John Entwistle in einem zum stilechten Pub umgebauten Raum seines Anwesens empfing. Bauarbeiter schwirr-ten 1972 durchs neue Domizil von Cat Stevens, als der joviale Hausherr allerlei Geheimnisse verriet. Somnambul gab sich indes der mitt-erweile wegen Mordes an einem Starlet zu lebenslanger Haft verurteilte Produzent Phil Spector, der nie vor Mitternacht, manchmal erst gegen Sonnenaufgang zum Plausch bat. Befreit vom jahrelangen Heroinkonsum war Keith Richards 1978 in New Orleans – und John Bonham wiederum überraschte in fein-stem Edelzwirn, wo er doch sonst vom Lehm seiner Farm verdreckte Arbeitsklamotten und Gummistiefel bevorzugte.

Noch interessanter als die Lokalitäten sind natürlich die vielfältigen Themen, über die sich Carr mit den ganz Großen des Musikgeschäfts auszutauschen pflegte. Nicht nur nachzulesen, sondern in diesem speziellen Falle auch nach-zuhören.

Michael Köhler

Roadie

Roadie_DVDNostalgisches Roadmovie rund ums Rockbusiness.

Travis W. Redfish, Bierkutsch­er aus der texanischen Provinz und eher einfach gestrickt, steht auf pompse Cowboyhüte, zünftigen Country und glaubt fest an die große Liebe. Die begegnet dem von Meat Loaf interpretierten Rie­senbaby in Person des lasziven Groupies Lola Bouil­liabase (Kaki Hunter). Doch die führt nur eines im Schilde: Sie möchte von Schock-Rocker Alice Cooper flach gelegt werden. Aus tiefer Liebe zum Luder heuert Travis bei Hank Williams Jr.’s Travelling-Road-Show an, und von da an nimmt das Unheil in Regisseur Alan Rudolphs ROADIE aus dem Jahr 1980 seinen Lauf. Der Plot mit seinen vielen authentischen Konzertszenen erinnert an die zwei Jahrzehnte später von Cameron Crowe gedrehte, auto­biografische Insider-Beichte ALMOST FAMOUS. Doch im Gegensatz zu Crowes Streifen, der bis auf Peter Frampton in einer Nebenrolle auf schau­spielernde Musiker verzichtete, wimmelt es in Rudolphs Komö­die nur so vor Popgrößen. Hank Williams Jr., Roy Orbison, Alice Cooper und Deborah Harry samt Blondie spielen sich selbst und sind natürlich mit diversen Songs vertreten.

Eine sehr unterhaltsa­me Momentaufnahme aus ver­gangener Zeit, deren Tiefgang sich erst auf den zweiten Blick er- schließt. Vor allem fasziniert Meat Loafs subtile Schauspiel­kunst, die sechs Jahre zuvor in der ROCKY HORROR PICTURE SHOW ihren Anfang genommen hatte.

Michael Köhler

The Sex Pistols – WHO KILLED BILL?

SEX PISTOLSWie man aus Nichts eine Jugendbewegung inszeniert.

Malcolm McLarens Rolle als Drahtzieher der Punk-Revolution dürfte die Musikwelt auch noch nach seinem plötzlichen Tod eine ganze Weile beschäftigen. Schlicht Schluss machte er mit der vormals unumstößlichen Tugend der Virtuosität. Jeder kann drei Akkorde lernen, lautete die Botschaft, als McLaren die von ihm gecasteten bösen Buben The Sex Pistols 1976 den Medien zum Fraß vorwarf und damit einen historischen Umsturz wagte.

Festgehalten wurde die stufenweise Eroberung – erst London, dann England und der Rest der Welt – in zahllosen TV-Beiträgen rund um den Globus. WHO KILLED BILL? fasst die Archivstücke chronologisch zusammen, verzichtet aber auf Wichtigtuerisches so genannter Experten, spricht doch die an Bemerkenswertem nicht gerade arme Geschichte der Sex Pistols prinzipiell für sich selbst. Bill Grundys legendäres frühes Interview mit den Pistols in der Newsshow „Today“ fehlt ebenso wenig wie die berüchtigte Release-Party von ›God Save The Queen‹ mit anschließender Verhaftung, abartige Tournee-Impressionen aus Europa und Übersee sowie Sid Vicious’ langsames Dahinsiechen mit Dauergroupie Nancy Spungen. Aufgerollt werden aber auch Post-Pistols-Ereignisse sämtlicher involvierter Parteien – dabei wollten die Sex Pistolen den Starkult doch eigentlich beenden, oder?