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Start Blog Seite 1180

Monster Magnet – SUPERJUDGE

monster magnetDave Wyndorf fährt die Wah-Wah-Krallen aus.

Kaum Zweifel an ihrer Lieblingsbe-schäftigung ließen Monster Magnet bereits bei ihrem Karrierestart zu: „For-get About Life“, „I’m High On Dope“ sowie „I’m Stoned, What Ya Gonna Do About It?“ lauteten 1989 die Titel der ersten Demo-Cassetten. Drei Jahre später fuhr nach dem Indie-Erstling Spine Of God das bündig betitelte Major-Debüt SUPERJUDGE seine verzerrten Wah-Wah-Krallen aus. Im allgemeinen Erfolgstaumel des Grunge wurde das Werk aber sträflich übersehen, obwohl doch eine gewisse Ähnlichkeit zu Soundgarden vorlag – die Monster Magnet ohne mit der Wimper zu zucken als Tour-Support anheuerten. MM lieferten manischen Stoner Rock, verwurzelt bei Captain Beyond und Hawk-wind, deren ›Brainstorm‹ von 1972 sie auch coverten. Wyndorf und Co. wühlten aber auch tief im Blues Rock: Willie Dixons ›Evil‹ im nahezu identischen Arrangement der Hard-Rock-Pioniere Cactus zündete perfekt. Grö-ßenwahn aus jeder Pore atmete der imposante Auftakt ›Cyclops Revolution‹. An den verkifften wie improvisierten Hippiekommunarden-Charme der Londoner Kulthelden Sam Gopal (mit Lemmy Kilmister) und Pink Fairies klammerten sich indes das polyrhythmische ›Elephant Bell‹ und das fernöstliche ›Black Balloon‹.

 

Herman Brood & His Wild Romance – LIVE AT ROCKPALAST 1978 + 1990

0885513904379Hollands einzige Pop-Ikone: Ein Drogenleben für den Rock ‘n’ Roll.

Herman Brood starb, wie er gelebt hatte: Wild, leidenschaftlich und rücksichtslos gegen sich selbst. Ein halbes Jahr nach letztem Drogenentzug – gesundheitlich schwer angeschlagen und depressiv – stürzte sich Hollands vielleicht einzig echte Pop-Ikone am 11. Juli 2001 vom Dach jenes Hotels, wo John Lennon und Yoko Ono 1969 ihr legendäres Bed-In inszenierten: dem Amsterdam Hilton. Noch unbegreiflicher als sein Freitod muten die letzten Worte an, die er in einem Brief hinterließ: „Ein Leben ohne Drogen erscheint mir nicht lebenswert“. Gleich zwei Auftritte in der populären WDR-Reihe hinterließ der Überlebenskünstler, den Wegbegleiterin Nina Hagen schon 1979 im Song ›Hermann hieß er‹ mit krassen Zeilen wie „Hermann scheißt aufs Leben“ verewigte, der sich auch als Kunstmaler, Buchautor und Gelegenheitsschauspieler versuchte. Zum Zeitpunkt des ersten Konzertmitschnitts vom 9. Dezember 1978 in der Westfalenhalle 2 von Dortmund befand sich Herman Brood mit seiner Band Wild Romance gerade im Karrierehoch. Zwei Jahre zuvor gegründet, rasen Brood, Gitarrist Danny Lademacher, Bassist Freddy Cavalli und Schlagzeuger Ani Meerman atemlos durch 24 Songs, darunter auch ›I’m Waiting For The Man‹ und ›Can’t Stand It‹ von The Velvet Underground. Doch vor allem Brood Eigengewächse, schnelle, harte und kurze Nummern zwischen Punk und Rhythm’n’Blues, die intensiven Drogenkonsum thematisieren und verherrlichen, zünden grandios: ›Street‹, ›Dope Sucks/Hot Talk‹ und ›Rock ’n’ Roll Junkie‹. Mit ›Saturday Night‹ findet sich gar ein zeitloser Klassiker. Viel zu wenig greift Brood in die Tasten seines abgeschabten Pianos. Ein etwas anderes Bild vermittelt die Aufzeichnung vom 11. Dezember 1990 in der Kölner Live Music Hall: Noch immer zelebriert Brood seinen typischen Stil. Nun mit anderen Musikern und sogar zwei Chordamen – bloß nicht mehr ganz so manisch intensiv, elegant verkommen und mit geballten Fäusten. Zwischen passablen Coverversionen von ›Da Doo Ron Ron‹, ›Heatwave‹, ›Something Else‹ und ›What Becomes Of The Broken Hearted?‹ findet sich auch wieder unvermeidlich Broods ›Rock ’n’ Roll Junkie‹ mit den prophetischen Zeilen „…but when I do my suicide for you, I hope you miss me too…“. Tun wir, lieber Herman!

Joe Cocker – SHEFFIELD STEEL

cocker, joeJoe Cocker auf den Spuren von Grace Jones.

In den späten Siebzigern geriet die fleischgewordene Windmühle des Blues-Rock ein wenig in Vergessenheit. Selbst eine von Allen Toussaint produzierte New-Orleans-Hommage wie Luxury You Can Afford versandete 1978 nahezu ungehört zwischen Punk-Aufbruchstimmung, Wave-Besessenheit und Disco-Wahn. Cockers schwere Alko-holabhängigkeit gestaltete einen Neuanfang nicht eben leicht. Erst vier Jahre später raffte sich Cocker wieder auf, und Alex Sadkin und Island-Boss Chris Blackwell verhalfen der Ausnahmestimme zum Comeback. Unter ihrer Ägide entstand mit den Studiolegenden Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Wally Badarou, Barry Reynolds, Mikey Chung und Uziah „Sticky“ Thompson in den Compass Point Studios auf den Bahamas eine windschnittige Zeitgeist-Produktion zwischen Rock, Pop und Reggae, die Cocker von der unseligen Vergan-genheit nach 1975 befreien sollte. Prägnant wirkte schon das Cover mit einem verfremdeten Motiv von Anton Corbijn. Treffsicherer Geschmack in der Titel-auswahl paarte sich mit subtilen Arrangements, die noch nicht vom blechernen Bombast der 80er Jahre dominiert wurden. Ein Hauch von Grace Jones, die seit 1980 vom gleichen Team betreut wurde, schwebte über Dylans ›Seven Days‹, Stevie Winwoods ›Talking Back To The Night‹, Randy Newmans ›Marie‹ und Andy Frasers ›Sweet Little Woman‹. Hierzulande im Radio gedudelt wurde aber vor allem die sparsam arrangierte Zeitlupenballade ›Many Rivers To Cross‹ von Reggae-Pionier Jimmy Cliff, die Cocker den Weg zum Nummer-eins-Duett ›Up Were We Belong‹ mit Jennifer Warnes und Ray Charles’ ›You Are So Beautiful‹ ebnete.

 

Can – SOON OVER BABALUMA

canCans künstlerische Progression nach dem Ausscheiden von Damo Suzuki.

Am kreativen Scheideweg befinden sich Can 1974 in gleich mehrfacher Hinsicht: Büchst der ehemalige Stra-ßenmusiker Kenji „Damo“ Suzuki doch noch vor den Aufnahmen zum sechsten Album aus. Notgedrungen übernehmen zumeist Gitarrist Michael Karoli, gelegentlich aber auch Keyboarder Irmin Schmidt lautmalerische Pflichten am Mikrofon. Eingespielt im August 1974 im hauseigenen Inner Space Studio, einem ehemaligen Kino in Weilerswist, und in den für Can gewohnt rauschhaften Schüben, bleibt SOON OVER BABA-LUMA das letzte Werk für United Artist vor dem Wechsel zu EMI in Deutschland (beziehungsweise Virgin in England). Und auch der Stil wird sich mit dem Nachfolger LANDED signifikant ändern. Fünf improvisierte Klangbilder – der Auftakt ›Dizzy Diz-zy‹ und das mit Piano und Violine an Worldbeat angelehnt ›Come Sta, La Luna‹ bringen es beide auf knapp sechs Minuten, ›Chain Reaction‹ mit Anklän-gen an Trance auf etwas über elf Minuten – atmen noch weitgehend den Ambient-Geist vom Vor-gänger Future Days. Abwechslung von hypnotischer Monotonie gibt es aber auch: Als orgiastische Rhythmusorgie mit Latin-Jazz-Anleihen funktioniert ›Splash‹. Zum Finale stehen dann noch die Naturwissenschaften auf dem Stundenplan: ›Quan-tum Physics‹.

Black Rebel Motorcycle Club – THE HOWL SESSIONS

black rebel motorcycle clubKeineswegs Ausschussware, sondern durchaus hochwertiger Stoff: BRMC dokumentieren alle Facetten ihres gesamten Stilspektrums.

Tief verwurzelt im Folk, Rock, Gos-pel und Delta-Blues operiert das nach einem Werk von Beatnik-Poet Allen Ginsberg benannte Howl – nach dem Debüt von 2001 sicherlich das beste Werk von BRMC. 2005 erschienen, legte die Band ein Jahr später noch einmal mit der EP THE HOWL SESSIONS nach: Sechs Songs, die es – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf das Hauptwerk geschafft hatten, ließen zumindest Fanherzen höher schlagen. Denn das war keineswegs Ausschussware, sondern von ›Grind My Bo- nes‹ über ›Wishing Well‹, ›Steal A Ride‹ und ›Feel It Now‹ bis hin zu ›Heaven‹ durchweg hochwertiger Stoff. Im Original längst vergriffen, liegt der Able-ger THE HOWL SESSIONS nun um zwei Songs er-weitert endlich auch auf Vinyl vor. ›Sympathetic Noose‹ in alternativer Version mit mäandernden E-Gitarren-Schleifen legt locker das Original auf HOWL flach. Peter Hays ›Grind My Bones‹ fasziniert mit akustischen Bottleneck-Akzenten. Robert Levon Beens introspektive Akustik-Folk-Ode ›Mer-cy (Extended)‹ um eine verlorene Liebe zieht me-lancholisch ruhig ihre Bahn – und doch brodelt es unter der verträumten Oberfläche. ›Pretend‹ zitiert am Horizont The Velvet Underground und wurzelt im Gospel.

 

Joe Bonamassa – BEACON THEATRE – LIVE FROM NEW YORK

Bonamassa, JoeEnthalten: ’ne Menge Musik, Überraschungen und Bonamassa.

Wer sich momentan mit dem Musikgeschäft befasst, kommt um den Namen Joe Bonamassa nicht herum. Hier ein Solo Album, da eine Kollaboration, dort eine Tournee. Auch in Deutschland war der wohl umtriebigste Mann im Rock’n’Roll-Business dieses Jahr unterwegs und stellte sein Können unter Beweis. Diejenigen, die dabei nicht das Vergnügen hatten, Herrn Bonamassa live zu erleben, können dies mit seiner neuesten DVD Veröffentlichung nachholen.

Aufgenommen am 5. November 2011, zeigt sich der Gitarrist auf BEACON THEATRE – LIVE FROM NEW YORK in zeitnaher Bestform. Zu hören und zu sehen sind Stücke seines letzten Soloalbums DUST BOWL, sowie seiner früheren Werke. Und weil es sich für einen Bluesmusiker so gehört, rutscht auch die ein oder andere Coverversion zwischen das eigene Material. Darunter beispielsweise Gary Moores ›Midnight Blues‹ oder ›Bird On A Wire‹ von Leonard Cohen. Für insgesamt sechs Songs holt sich Bonamassa tatkräftige Unterstützung auf die Bühne. Mit Beth Hart spielt er ›I’ll Take Care Of You‹ und ›Sinner’s Prayer‹ von ihrem gemeinsamen Album DON’T EXPLAIN. Rock-Urgestein John Hiatt tritt für seine Lieder ›Down Around My Place‹, sowie ›I Know A Place‹ mit Gitarre ans Mikro, während Queen-Kolla-borateur Paul Rodgers ›Fire And Water‹ und ›Walk In My Shadows‹ von Free zum Besten gibt.

Dafür, dass auch im Wohnzimmer wenigstens ein bisschen Live-Gefühl entsteht, sorgt zum einen der wirklich gute Ton. Keine Note Bonamassas oder seiner Band geht verloren und auch das Publikum steuert seinen Teil zur Konzertatmosphäre bei. Zum anderen wurde der Auftritt mit mehr als nur ein oder zwei statischen Kameras eingefangen. So kann man sowohl das Geschehen auf der Bühne aus verschiedenen Perspektiven miterleben, als auch das anmutige Beacon Theatre bestaunen. Nach gut 110 Minuten Konzert (und 40 Minuten Bonus DVD) nimmt Joe Bonamassa schließlich seine Sonnenbrille ab und kassiert stehende Ovationen. Auch von uns.

Ten Years After – A SPACE IN TIME

ten years afterLass uns die Welt verändern: Ten Years After auf dem Zenit.

Ohne Fleiß kein Preis: Ten Years Afters ungehemmter Kreati-vitätsfluss liefert von 1967 bis 1970 sechs exzellent Alben zwischen Blues, Rock und Jazz für die Progressivmarke Deram. Für den siebten Longplayer A SPACE IN TIME wechselt das britische Quartett 1971 zum gerade frisch aus der Taufe gehobenen Label Chrysalis. In jener Phase ist die Band auf dem absoluten Karrierezenit, nicht zuletzt durch den ekstatischen Auftritt beim Woodstock-Festival, das als Konzertdokumentation 1970 weltweit in die Kinos kommt. A SPACE IN TIME ist deutlich eingängiger und facettenreicher als das Frühwerk konzipiert und wirft den massiven Singlehit ›I’d Love To Change The World‹ ab. Pianist Chick Churchill, Bassist Leo Lyons und Schlagzeuger Ric Lee unterwerfen sich Komponist Alvin Lees Diktat, der akustische Arrangements in ›Here They Come‹, ›Over The Hill‹, ›Hard Monkeys‹ und ›I’ve Been There Too‹ bevorzugt. Gewohnt griffigen Blues-Rock mit psychedelischen Momenten liefern Ten Years After zum Auftakt mit ›One Of These Days‹. Mit kompliziertem Riff überzeugt ›Let The Sky Fall‹. ›Baby Won’t You Let Me Rock’n’Roll‹, purer Fifties-Rockabilly, zollt Elvis Presley Tribut, dessen Karrierestartjahr 1956 die Band im November 1966 zum Anlass nahm, sich von Blues Trip und Blues Yard in Ten Years After umzubenennen. ›Uncle Jam‹, einzige Gruppenkomposition, beschwört zum Ausklang vertracktem Club Jazz.

The B-52s – WITH THE WILD CROWD! LIVE IN ATHENS, GA

B52s Wild Crowd DVD cover (hr)Immer noch der Hummer.

Man bezeichnet sie gerne als die ultimative Partyband, doch dabei vergisst man allzu leicht, dass die B-52s nicht nur große Surrealisten sind (wer sonst landete Hits über Krustentiere, Liebe im Jahr 3000 oder Pla-neten mit kopflosen, unsterblichen Bewohnern?), sondern vor allem auch große Song-writer. Anlässlich ihres 34.

Bandjubiläums 2011 allerdings stand ganz klar die Party im Vordergrund – und sie haben nicht vergessen, wie das geht. Klar, außer dem scheinbar alterslosen Gitarristen Keith Strickland sind sie etwas fülliger geworden und hopsen nicht mehr wie angestachelt über die Bühne. Doch Fred Schneider quäkt immer noch liebenswert schieftönig, während Kate Pierson und Cindy Wilson nach wie vor wunderschöne Vokal-harmonien in die Mikros zaubern. Was als zunächst etwas gemächlicher Homecoming-Gig beginnt, kommt gegen Ende zusehends in Fahrt, und mit den abschließenden ›Planet Claire‹ und ›Rock Lobster‹ kocht der Kessel wirklich über. Ansonsten? Nur ein, wenngleich sehr langes, Interview mit allen vier Mitgliedern. Aber egal – man muss sie einfach lieb haben!