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Start Blog Seite 1176

Johnny Ramone – COMMANDO. DIE AUTOBIOGRAPHIE VON JOHNNY RAMONE

ramone, johnnyLebensrückblick eines Ramone.

Johnny hat den Längsten. Es gilt ja als Klischee, dass Rock’n’Roller ihre Lebensenergie vor allem aus dem eigenen Testosteron speisen. In seiner Autobiografie „Commando“ führt uns Johnny Ramone auf äußerst unterhaltsame Art vor, dass es doch wirklich solche Typen gegeben hat. Der Lebensrückblick des 1948 auf Long Island, New York geborenen John William Cummings ist gespickt mit klaren Ansagen. Als er 1974 seinen Job als Bauarbeiter verliert, da mutiert er zu Johnny Ramone. 20 Jahre später sind die Ramones längst über ihren Zenit hinausgewandert und die Alben immer schwächer geworden. Das erkennt der Autobiograf auch selbst. Doch selbst in dieser Zeit ist er halt der Schärfste: „Trotzdem sah ich zu keinem Zeitpunkt der neunziger Jahre eine Band, bei der ich denken musste: ‚Die Jungs sind besser als wir.’“ Wir müssen Johnny Ramone verstehen. Als Bauarbeiter beginnt er zu arbeiten, um nicht als jener Kriminelle zu enden, der er in seiner Jugend bereits gewesen ist. Nach einer göttlichen Eingebung ändert er sein Leben und zieht Häuser hoch. In diesem ehrenwerten Arbeitsethos führt er dann auch seine Band. Wahrscheinlich hätte er, der im Jahr 2004 seinem Krebsleiden erlag, jedes andere Selbstverständnis als das von den Ramones als größter lebender Band als geschäftsschädigend empfunden. Schnoddrige, kurze Sätze, jede Menge Fotos, Johnny kommentiert alle Ramones-Alben, Johnny erstellt Lieblingslisten zu Themen wie „Lieblings-Horrorfilme“ und „Lieblings-Republikaner“ („2. Richard Nixon“): Ein Zeitdokument für Fans von Rock’n’Roll, Selbstbewusstsein und Mitt Romney.

 

Kill List – Who’s next?

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Kill ListJay und seine Gattin Shel liegen derzeit im ständigen Clinch. Mangelnde Familienfinanzen sind dabei scheinbar nur eines der vielen Probleme, mit denen sich das Paar herumschlagen muss. Also macht sich Jay gemeinsam mit seinem Kumpel Gal daran, wieder damit Geld zu verdienen, was er einfach am besten kann. Und das ist nun einmal leider das Töten. Bei ihrem neuesten Auftrag, besagte titelgebende „Kill List” abzuarbeiten, zeigen sich nun jedoch einige Risse in Jays professioneller Fassade. Zwar scheinen ihre Opfer allesamt den Tod durchaus verdient zu haben, doch irgendetwas an ihrem Auftrag beunruhigt die beiden Berufskiller zusehends. Als sie obendrein auch noch das Gefühl haben, manipuliert zu werden, wollen sie den Auftrag schließlich abgeben. Doch dafür ist es bereits leider zu spät.

Was Regisseur Ben Wheatley in den ersten Minuten geschickt als Familiendrama im Ikea-Ambiente beginnen lässt, schlägt plötzlich in einen brachialen, mit schwärzestem Humor getränkten Killerthriller um, bevor Wheatley im dritten Akt eine geniale und den Zuschauer extrem überraschende Storywendung aus dem Hut zaubert. Als Musterbeispiel für unerschrockenes und atmosphärisch dichtes britisches Genrekino ist „Kill List” eine absolute Entdeckung.

Cheyenne – This must be the place

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2D_Packshot_Cheyenne_DVD_VerkaufDer etwas kindlich wirkende, zu Depressionen neigende Ex-Rocker Cheyenne (Sean Penn) macht sich auf den Weg, um jenen Nazi ausfindig zu machen, der seinen mittlerweile verstorbenen Vater im Konzentrationslager misshandelte. An sich schon keine wirklich leichte Aufgabe. Für den weltfremden Star, der sich bis vor kurzem in seinem Anwesen in Irland isolierte, je-doch eine formidable Herausforderung. Vor allem, wenn er – dem modischen Diktat der achtziger Jahre unterworfen – immer noch Perückenmähne trägt und morgendlich stets Lippenstift und Lidstrich aufträgt.

Als klassisches Road Movie verpackt, erzählt Regisseur Paolo Sorrentino dabei von den zu-fälligen Bekanntschaften, Skurrilitäten und unerwarteten Wendungen auf Cheyennes Nazi-Jagd und packt die Reise in visuell bestechende Bilder. Die mit dickem Pinselstrich nahe der Karikatur gezeichneten Figuren darf man wohl ebenso Sorrentinos persönlichem Stil zuschreiben wie auch seine kitischige Sentimentalität. Mit der wunderbaren Filmmusik von Talking Heads-Gründer David Byrne und dem immer wundervollen Sean Penn ist „Cheyen-ne“ ein existenzialistischer Roadtrip, der aber sicher nicht jedermanns Sache ist.

Mitch Winehouse – MEINE TOCHTER AMY

Winehouse, mithAmys Leben aus der Sicht ihres Vaters.

Sie hatte eine super Stimme, doch sie kam nicht klar. Am 23. Juli 2011 starb Amy Winehouse mit 416 Milligramm Alkohol auf 100 Milliliter Blut. Zum Zeitpunkt ihres Todes war sie längst ein Pop-Star jenseits des Kindertraumes: Paparazzi, harte Drogen, jede neue Liebelei „kritisch“ beäugt von den Medien. Nun hat ihr Vater ein Buch geschrieben. „Meine Tochter Amy“ schildert das Leben einer Tochter aus dem Blickwinkel ihres Vaters. Es ist nachzuvollziehen, wie es zu solch einer Veröffentlichung kommen kann. Zu den wiederkehrenden Motiven in „Meine Tochter Amy“ zählt die Erkenntnis, das eigene Kind nicht mehr erreichen zu können. Noch 2007 feiern Vater Mitch und Tochter Amy gemeinsam den Erfolg von ›Back To Black‹. Zu Beginn des Jahres landet die düster-feierliche Soul-Hymne die Nummer Eins der britischen Single-Charts. Durch die zunehmende Berühmtheit jedoch entfernen sich Vater und Tochter. Und Mitch Winehouse sitzt zuhause in Camden und weiß nicht, was er von den neusten Storys in den Boulevard-Medien über skandalöse Auftritte halten soll. Die Sprache, in der Mitch Winehouse oder sein Ghostwriter schreiben, klingt kindlich. Immer wirkt diese Kindlichkeit kalkuliert. Nicht nur geht es darum, posthum Meinungshoheit über das Leben des eigenen Kindes zu erlangen, wozu übrigens auch die teils sehr privaten Fotos beitragen. Ebenso macht Mitch Winehouse Werbung für seine Amy Winehouse Foundation für benachteiligte Jugendliche: Erfüllt seinen Zweck, wenn auch immer wieder die Sprache hölzern ausfällt.

 

Ken Scott & Bobby Owsinski – ABBEY ROAD TO ZIGGY STARDUST: OFF-THE-RECORD WITH THE BEATLES, BOWIE, ELTON & SO MUCH MORE.

scott, kenBlick hinter die Kulissen von einem, der es wissen muss.

Vielen mag der Name Ken Scott nicht geläufig sein, dabei hat wohl so ziemlich jeder auch nur halbwegs musikinteressierte Mensch schon seine Arbeit gehört: Als Produzent und Tontechniker wohnte er der Entstehung einiger der größten Alben aller Zeiten bei. THE WHITE ALBUM, ZIGGY STARDUST…, DON’T SHOOT ME I’M ONLY THE PIANO PLAYER, TRANSFORMER oder CRIME OF THE CENTURY stehen in seinem Lebenslauf, und diesen lässt er nun in einer Autobiografie Revue passieren, die über das übliche „So war das damals“-Reminiszieren hinaus geht. Gruppiert um die wichtigsten Kollaborateure (Beatles, Bowie, Elton John, äh, Duran Duran…) statt chronologisch nacherzählt, erfahren wir alles über die Lehrjahre bei EMI, die goldenen Zeiten des Abbey Road-Studios oder darüber, wie die Beatles denn wirklich so rüberkamen.

Dabei kommen Zeitzeugen zu Wort, um das Gesagte zu bestätigen, und für die Tech-Geeks werden separat von der Haupterzählung Details über Studiotechnik und Aufnahmemethoden eingeflochten. Scott hält sich dabei nicht mit sensationslüsternen Enthüllungen auf. Er sagt es, wie es war, aber immer mit dem gebührenden Respekt vor den Beteiligten und vor allem in einer wohltuend undramatischen, geradlinigen Sprache, als würde er beim Kaffeeklatsch gemütlich aus dem Nähkästchen plaudern. Ein tolles Zeitdokument, das nicht nur Rockhistoriker in die Hand nehmen sollten.

 

Marley

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MarleyBeinahe möchte man meinen, eine Dokumentation über Reggae-Legende Bob Marley zu machen sei zumindest so überflüssig wie ein weiterer Aufguss des Guido Knopp-Historitainments: nichts wirklich Neues oder Aufregendes, nur Wiedergekäutes. Im Fall von Regisseur Kevin MacDonalds Musikzeitreise trifft dieses Vorurteil dann aber doch nicht zu. Unbekannte Archivaufnahmen fördert er zu Tage und er-hält exklusiven Zugang zu jenen Mitgliedern des Marley-Clans, die sich ansonsten nur ungern öffentlich äußern. Die obligatorischen Weggenossen wie Jimmy Cliff, Lee Perry und Bunny Wailer kommen natürlich auch zu Wort und zeichnen ein Bild, das Marley zwar an die Schlagwortreihe Rastafari-Fussball-Frauen bindet, zumindest aber mit interessanten Anekdoten punkten kann.

Letztere erweisen sich deshalb als wichtiges Mittel, denn viel Material – vor allem aus den frühen Jahren – ist nicht vorhanden. Mit zweieinhalb Stunden Lauf-zeit leuchtet die Doku dann auch viele Aspekte von Marleys Leben aus, unschöne Facetten und kritische Fragen bleiben jedoch leider außen vor. Ob dies daran liegen mag, dass Familie Marley eng in das Projekt involviert war?

Anton Corbijn – Inside Out

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80502Als der Haus- und Hoffotograf des Musik-Adels hat sich der niederländische Fotograf Anton Corbijn ei-nen Namen gemacht. Sein eindringliches Drama „Control” über Joy Division-Sänger Ian Curtis begeisterte auch jene, die zuvor noch nicht von ihm gehört hatten, und erweiterten sein künstlerisches Spektrum um die Ka- tegorie „Film”.

Dokumentarfilmerin Klaartje Quirijns bekam nun die Möglichkeit, den Menschen Corbijn in den Fokus zu rücken. Der öffentlichkeitsscheue Künstler gewährt ihr dabei manches Mal nur sichtlich widerwillig Einblicke in sein Leben jenseits der Arbeit. Doch beharrlich versucht Quirijns ein Porträt zu schaffen, das sich eben nicht auf die Lob-hudeleien einstiger und aktuel-ler Weggefährten und Kollegen stützt. Einige von Corbijns be-rühmtesten Motiven – Depeche Mode, Metallica, Lou Reed, Herbert Grönemeyer – kommen zwar zu Wort, ihre Aussagen faszinieren jedoch vor allem dadurch, dass sie allesamt an dem Versuch scheitern, Corbijns einzigartiges Talent in Worte zu fassen.

John Niven – MUSIC FROM BIG PINK

*E_Niven_MusicfromBigPink_02.inddErneute liebevolle Milieu-Charakterisierung.

Der Skandal muss diesmal ausbleiben. Kein Gott wird übermäßig gelästert, keine Interna der Musikindustrie verbraten in „Music From Big Pink“. John Niven, aufgewachsen in der Region Edinburgh, wurde hierzulande schlagartig berühmt mit „Kill Your Friends“, jener Fiktion, die Nivens Arbeitserfahrung als Manager in der Musikindustrie zu einem Abgesang auf diesen Berufsstand nutzen konnte. „Music From Big Pink“, passgenau aus dem Englischen übersetzt von Stephan Glietsch, erschien in Großbritannien jedoch schon vor „Kill Your Friends“ und den ebenso erfolgreichen Texten „Coma“ und „Gott bewahre“.

Die Geschichten mögen von denkbar unterschiedlichen Ausgangspunkten abheben. Doch eines sind Niven-Romane immer: liebevolle Milieu-Charakterisierungen. „Music From Big Pink“ macht sich wie „Kill Your Friends“ das Wissen der Popgeschichte zu eigen. Denn Niven erzählt darin die Geschichte eines Dealers, der im Jahr 1966 von New York aus nach Woodstock zieht und dort ab und an Dylan trifft. Vor allem aber hängt Greg mit einer Bande Looser rum, Muckern, die sich hier mit ein paar Studiosessions ihr Hasch verdienen und da mit einer Tour ihr Koks. Allmählich aber entwickeln Gregs Freunde Ehrgeiz, und als das erste Album ihres endgültigen Pseudonyms The Band erscheint, befindet sich Greg mitten im Rock-Aufbruch der 1960er-Jahre. Mühelos webt der Autor real existierende Typen wie Lou Reed, Bob Neuwirth und Andy Warhol in seine Fiktion ein und natürlich The Band. Stimmungsvoll schreibt Niven, und vor allem: süffig.