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Start Blog Seite 1155

Bob Dylan – THE 30TH ANNIVERSARY CONCERT CELEBRATION – DELUXE EDITION

71lbG9dhj4L._SL1024_Happy Birthday Mr. Dylan.

1992 jährte sich die Veröffentlichung von Dylans Debüt zum 30. Mal. Zu diesem Anlass wurde eine große musikalische Geburtstagsparty geschmissen, die „30th Anniversary Concert Celebration“, die nun erstmals auf DVD und Blu-ray erscheint. Stars wie Lou Reed, Eddie Vedder, Tom Petty & The Heartbreakers, Eric Clapton und Ron Wood huldigten der Legende mit eigenen Interpretationen seiner Songs. Neil Young war gar so begeistert, dass er den Abend euphorisch „Bobfest“ taufte. Für einen kleinen Eklat sorgte Sinéad O’Conner, die von der Bühne gebuht wurde, da sie kurz zuvor ein Bild des Papstes in einer Fernsehsendung zerrissen hatte – was die Katholiken im Publikum ganz offensichtlich übelnahmen. Ein Highlight war dann der Auftritt von Man In Black Johnny Cash und seiner Frau June Carter, die Dylans Song ›It Ain’t Me Babe‹ interpretierten. Am Ende betrat der Rockpoet leibhaftig die Bühne und schien dabei sogar Spaß zu haben. Besonders erwähnenswert auf dieser Doppel-DVD ist auch das 40-minütige „Behind The Scenes“-Extra. Denn dort offenbart sich Lou Reed als leidenschaftlicher Dylan-Fan, Eddie Vedder ist völlig von den Socken und Frau O’Connor kommt letztlich doch noch zu ihrem Song. Ein Treffen des Who-Is-Who der Rockwelt. Und auch wen Dylan im Grunde nervt, die Interpretationen seiner Songs lohnen auf jeden Fall.

The Dukes Of September – LIVE AT THE LINCOLN CENTER

blogDukesDVDWenn Donald Fagen (Steely Dan), Michael McDonald (Doobie Brothers) und Boz Scaggs zusammen spielen, schreibt sich das Programm wie von selbst.

Die drei Hochkaräter, die hier um die Wette funkelten, wurden von einer strahlenden Band ins rechte Licht gesetzt. In dieser Nacht im Lincoln Center von New York trugen alle drei ihren Teil zum Gelingen der Show bei. Der kauzige Donald Fagen sang Steely-Dan-Klassiker wie etwa ›Peg‹ und ›Pretzel Logic‹, dazu übernahm er den Job des Master Of Ceremonies, auch wenn er die Namen der Musiker von einer Liste ablesen musste. Michael McDonald zehrte vom Katalog der Doobie Brothers und intonierte Evergreens wie ›Takin‘ It To The Streets‹ und ›What A Fool Believes‹. Boz Scaggs griff in seine Hitkiste und zauberte Soul-Perlen wie ›Lido Shuffle‹, ›Miss Sun‹ und andere hervor. Abgerundet wurde diese Auswahl von Standards wie ›Sweet Soul Music‹, ›Who’s That Lady‹ und anderen Gassenhauern. Die Dukes Of September präsentierten sich in feiner Form, vor allem Boz Scaggs brillierte einmal mehr in der Rolle des weißen Soulmannes. Die Güte des Materials war so stark, dass es das Publikum immer wieder von den Sitzen riss. Aus der hochklassigen Begleitband ragte besonders Gitarrist Jon Herrington hervor, der den bekannten Liedern durch sein gefühlvolles und leicht modifiziertes Spiel mutig neue Seiten abgewann. Fazit: Ein Gipfeltreffen etablierter Silberrücken, die als junge Dachse Soul und Jazz in den Rock einführten.

Ginger Baker – Beware Of Mr. Baker

91pfqBYZl5L._SL1500_Ein Visionär und Arschloch.

Viele behaupten, Ginger Baker hätte das Rock’n’Roll-Schlagzeugspiel erfunden. Mit seiner wuchtigen Spielweise prägte er nachfolgende Drummer-Generationen und erfand in gewisser Weise den Heavy Metal (auch wenn er das bis heute bereut). Doch Peter Edward Baker (wie er mit bürgerlichem Namen heißt) war – und ist bis heute – auch eine sehr eigene und sehr schwierige Person. Das zeigt die Dokumentation „Beware Of Mr. Baker“ schon in den ersten Szenen. Regisseur Jay Bulgur spricht mit Baker bei dessen Haus in Südafrika (dort lebt der 74-Jährige seit einiger Zeit) und erzählt ihm, dass er für den Film auch mit einigen seiner ehemaligen Mitmusiker reden wird. Daraufhin rastet Baker aus, beschimpft ihn wild und schlägt ihn schließlich mit seinem Gehstock ins Gesicht – Bulgurs Nase ist gebrochen. Doch das hat den jungen Regisseur nicht aufgehalten. Neben sehr ehrlichen Aussagen von Baker selbst, spricht er auch mit seinen Weggefährten wie Eric Clapton und lässt viele Schlagzeuger zu Wort kommen (etwa Neil Peart, Carmine Appice und Lars Ulrich), die beschreiben, warum Baker einen so großen Einfluss hatte. Auch seine Kinder sprechen ehrlich über ihren extravaganten Vater. Abgerundet mit vielen Originalaufnahmen aus den letzten fünf Jahrzehnten, ist „Beware Of Mr Baker“ nicht nur das Portrait eines außergewöhnlichen Mannes, sondern das einer ganzen Rockgeneration.

Wovenhand – REFRACTORY OBDURATE

wovenhandEr kann eben nicht anders.

Beständigkeit ist oft eine bewundernswerte Eigenschaft. Seit dem Ende von 16 Horsepower hat David Eugene Edwards konsequent alle zwei Jahre ein Studioalbum veröffentlicht. Ebenso konsequent ist er dabei seinem – zugegebenermaßen ziemlich einzigartigen – Stil treu geblieben, jenem immer wieder fesselnden Gebräu aus akustischem Donnerhall, gänzlich kitschbefreitem Drama-Country und dem Pathos eines Hohepriesters mit Schlangengift im Blut. Mit THE LAUGHING STALK erklomm er damit 2012 ungeahnte Höhen und demonstrierte, wie viel Macht in Musik stecken kann. Zwei Jahre später bleibt er stoisch auf Kurs und unterstreicht dies auch noch mit einem Albumtitel, der im Prinzip in zwei Worten dasselbe sagt: immer weiter so. Er vermag immer noch, rauschhafte Atmosphären zu erzeugen, und die innige Verehrung seiner Fans wird ihm auch weiterhin sicher sein. Doch an die Kraft des Vorgängers kommt das siebte Wovenhand-Album nicht heran.

Wishbone Ash – BLUE HORIZON

1394998234_folderYes, Yes, Jethro & ein wenig Ash.

Die gute Nachricht vorweg: Fans der Band werden mit dem 24. Studiowerk der Veteranen sehr gut leben können. Die seltsame Nachricht: Yes-Fans auch. Dieser merkwürdige Spagat beginnt mit ›Take It Back‹, der zunächst an das Ash-Meisterwerk ARGUS gemahnt, aber wie ›Being One‹ eben auch an die alte Jon-Anderson-Truppe um das Jahr 1973 herum. Am irritierendsten: ›Strange How Things Come Back Around‹, das auf einem leicht hypnotischen, in den Hintergrund gemischten Funk-Riff basiert, welches man bereits von den Rolling Stones zu kennen glaubt. Eingefügt: ein La-la-la-Chor, was aber nicht meschugge, nur eben ungewöhnlich ist. Andere Nummern, die poppigen nämlich, erinnern vage an die Eagles oder It’s A Beautiful Day. Als Boogie-Rock mit Crawler-Gesang scharwenzelt ›Mary Jane‹ um die Ecke. Und als wäre das alles an Überraschungen nicht schon genug, leuchtet auf dem im bewährten Line-up des Vorgängers ELEGANT STEALTH aufgenommenen Albums dann schließlich ›American Century‹ auf: Die eigenwilligen Tonfolgen zu Beginn erwecken Assoziationen an folkigen Jazzrock und an Gentle Giant, der teils zweistimmige Gesang ist wunderschön, und gleichzeitig hat man Bilder von Jethro Tull in Slowmotion vor Augen. Mit einem guten Riff beginnt der Titelsong, wandelt sich jäh zu einem adäquaten Derrick-Krimi-Track, um – parbleu! – als straighter Rocker zu enden. ›All There Is To Say‹ tritt zum Abschluss mit keltisch-maurischen Klängen an den verwunderten Hörer heran, denn auch einen Gastmusiker haben Wishbone Ash diesmal im Gepäck: Pat McManus, der dezent die Geige spielt. – Wertgeschätzter Leser, Sie sehen den Kritiker verblüfft, doch beileibe nicht verärgert. Denn was wäre das Leben, wenn es keine Überraschungen mehr bieten würde? So etwas wie ein AC/DC- oder Motörhead-Song.

Winger – BETTER DAYS COMIN’

wingerHard Rock auf hohem Niveau.

Ende der 80er und Anfang der 90er, als Hair-Metal noch das Maß der Dinge war, feierten Winger mit ihrem selbstbetitelten Debüt und dem nachfolgenden IN THE HEART OF THE YOUNG ihre größten Erfolge. Doch dann kam die Grunge-Welle, Metallica warfen im NOTHING-ELSE-MATTERS-Video Pfeile auf eine Winger-Zielscheibe und Beavies And Butt-Head machten sich über die Formation lustig. Nach dem gefloppten 93er-Album PULL löste sie sich auf. Seit Mitte der 2000er-Jahre sind Winger wieder aktiv. BETTER DAYS COMIN’ ist das dritte Album nach der Rückkehr und bietet modernen Hard Rock der gehobenen Güteklasse. Von jeher zeichnen sich Winger durch überdurchschnittliche instrumentale Fähigkeiten aus, und auch der aktuelle Longplayer ist diesbezüglich wieder eine Demonstration der Stärke. Das Songschreiben haben Kip Winger, Reb Beach und Co. ebenfalls nicht verlernt. Ob der Opener ›Midnight Driver Of A Love Machine‹, ›Better Days Comin’‹ oder das große Finale ›Out Of This World‹, sie bestechen durch große Melodien und entwickeln sich schnell zu Ohrwürmern. Wer melodischen Hard Rock auf hohem Niveau und Bands wie Def Leppard oder Van Halen schätzt, sollte reinhören.

Ray Wilson – GENESIS VS. STILTSKIN – 20 YEARS AND MORE

wilson, rayGanz schön mutig.

Die Liaison des früheren Stiltskin-Sängers Ray Wilson mit den Popgöttern Genesis währte nur 24 Monate und ein kurzes, vergleichsweise erfolgloses Studioalbum (CALLING ALL STATIONS, 1997), die Nachbereitung dieser für ihn so unsagbar wichtigen Karrierephase hingegen dauert nun bereits seit 15 Jahren an. Dass Wilson immer wieder Genesis-Klassiker zum Mittelpunkt seiner munter fortgesetzten Bühnenaktivitäten macht, könnte als Blasphemie bezeichnet werden, oder als mutige Herausforderung. Denn neben seinem größten Genesis-Erfolg ›Congo‹ und den üblichen Verdächtigen wie ›That’s All‹ oder ›No Son Of Mine‹ wagte sich der Mann im April 2013 in Warschau auch an künstlerische Kreuzbrecher wie ›Carpet Crawlers‹ und ›Ripples‹, die als heilige Kühe der Bandhistorie gelten und von Genesis-Nerds eigentlich nur im Original akzeptiert werden. Aber Wilson macht seine Sache gut, wirft neben seiner einschmeichelnden Stimme auch seinen Charme und die zweifelsfrei vorhandene Eloquenz in die Waagschale und manövriert sich geschickt zwischen großen und kleinen Meisterwerken hindurch, um zum Höhepunkt des regulären Sets nicht einmal mit dem extrem risikobehafteten ›Mama‹ auf Grund zu laufen. Erstaunlich.

Bob Wayne – BACK TO THE CAMPER

wyne, bobCountry für Außenseiter.

In den USA hat sich Country-Outlaw Bob Wayne bereits einen Namen gemacht, in Europa arbeitet er noch an einer größeren Gefolgschaft. Country? Ja, richtig! Mr. Wayne, der bevorzugt Lederweste, Bandana und Cowboystiefel trägt, setzt Instrumente wie Banjo, Mandoline, Fiddle und Steel-Guitar ein und orientiert sich an alten Helden wie Hank Williams jr. und sr., David Allan Coe und Johnny Cash. Ein ordentliches Tempo legen Bob und Band in Songs wie ›Till I Die‹, ›I Just Got Out‹ oder ›Hillbilly Heaven‹ vor, dem stehen ruhige Stücke wie ›Granuaile‹ oder ›Showdown‹ entgegen. In ›20 Miles To Juarez‹ ist Gastsängerin Elizabeth Cook zu hören, das eingängige ›The Dope Train‹ ist ein Duett mit Country-Altmeister Red Simpson. Auch instrumental ist BOB THE CAMPER für Hillbilly-, Bluegrass- und Country-Liebhaber eine Entdeckungsreise wert, denn die als Begleitband agierenden Outlaw Carnies erweisen sich als gute Musiker. Die Scheibe deckt ein breites Spektrum von witzig, prollig über gefühlvoll, ironisch bis kitschig ab und ist dabei zumindest immer eines: unterhaltsam. Fazit: Nicht jeder Song ein Treffer, aber kurzweilig ist der Trip mit dem Camper allemal!