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Start Blog Seite 1156

V.A. – ALL MY FRIENDS – CELEBRATING THE SONGS & VOICE OF GREGG ALLMAN

UMG_cvrart_00888072353985_01_RGB72_1500x1500_14CMGIM00142.1200x1200-75Musiker diverser Genres feiern den Southern-Rock-Pionier.

Die Verdienste von Gregg Allman und seines früh verstorbenen Bruders Duane sind so zahlreich wie gewichtig. Sie erfanden den Southern Rock, indem sie Rock, Country, Blues und Jazz vermengten. Wichtiger war vielleicht noch, dass bei den Allman Brothers aus dem rassistischen Süden der USA in den 60er Jahre verschiedene Hautfarben zusammen spielten. Und so zollten Künstler aus den verschiedenen Sparten Gregg Allman am 10. Januar 2014 im historischen Fox Theatre zu Atlanta Tribut. Dabei waren Rocker wie Warren Haynes, Derek Trucks, Susan Tedeschi und Sohn Devon Allman, Blueser wie Taj Mahal, Keb Mo, Sam Moore (von Sam & Dave), Country-Stars wie Trace Adkins, Vince Gill, Martina McBride, Eric Church und Freunde wie Jackson Browne, Dr. John, Widespread Panic und andere. Die musikalische Leitung hatte Don Was, der bereits mit einer Menge Promi-Acts gearbeitet hat. Auch Gregg Allman selbst meldete sich mit seinem melancholischen Blue-Eyed-Blues-Organ zu Wort, im Duett mit Jackson Browne singt er dessen ›These Days‹ sowie sein ›Melissa‹, mit Vince Gill und Zac Brown ›Midnight Rider‹ und mit Taj Mahal den ›Statesboro Blues‹. Auch die Allman Brothers, die sich Ende 2014 auflösen werden, traten mit den Klassikern ›Dreams‹ und ›Whipping Post‹ auf die Bühne. Der Abend stand ganz im Zeichen des typischen Allman-Rock, bei dem die gleißende Slide Guitar, die klagende Hammond und der Rhythmus-Teppich aus zwei Schlagzeugen nicht fehlen durften. Das Live-Album würdigt die Lebensleitung des 66-Jährigen auf adäquate Weise, die zeigt, dass seine Lieder und Lieblingscoversongs nichts von ihrer Kraft und Lebensfreude eingebüßt haben.

Triggerfinger – BY ABSENCE OF THE SUN

81OpokTqz-L._SL1200_Gut gemacht, aber nur halbwegs originell.

In ihrer belgischen Heimat sind Triggerfinger seit einem Jahrzehnt Rock-Halbgötter, ihr Drummer Mario Goossens, ein Veteran mit mehreren Bands im CV, wurde bereits zum „besten Musiker des Landes“ gekürt. Hierzulande war es jedoch ausgerechnet eine eigentlich für eine Radio-Session aufgenommene Akustik-Coverversion (von Lykke Lis ›I Follow Rivers‹), die das Trio zum Begriff machte. Wer aufgrund dieses Hits nun bluesige Balladen erwartet, der irrt gewaltig. Vielmehr demonstriert das Trio um den graubärtigen Frontmann Ruben Block, warum man es im Nachbarland mit Queen Of The Stone Age, Soundgarden und – in der Tat – Led Zeppelin vergleicht. Es röhrt, wummert und groovt heavy auf enorm hohem Level. Allenfalls ein bisschen mehr Persönlichkeit und Unverwechselbarkeit könnte der Band nicht schaden. So treu folgt sie den Blues/Stoner-Rock-Originalen, dass man sich ein paar Brüche und Ausflüge wünscht.

Toto – LIVE IN POLAND – 35TH ANNIVERSARY TOUR

totoLeistungsschau zum Geburtstag.

Ob im Studio oder live, in diesem Fall letzteres, aufgenommen in Polen und 21 Songs umfassend: Toto provozieren auch weiterhin, sich Gedanken über Grundsätzliches zu machen. Etwa die Frage, inwieweit spielerische Fähigkeiten etwas mit Kunst zu tun haben, oder eben doch nur mit Handwerk. Das hat goldenen Boden, wird von den Herren bekanntlich beherrscht, da gibt es nichts daran zu rütteln, aber beim Anhören dieses Live-Mitschnitts geht es einem wie beim Betrachten einer prunkvoll verzierten Rokoko-Kaminuhr mit all ihren Schnörkeln und Engelchen: Man sollte die zur Erzeugung notwendige handwerkliche Kompetenz und Raffinesse respektieren, was aber noch lange nicht heißt, dass einem das Ergebnis auch gefallen muss. Auch auf die Gefahr hin, Billionen von Toto-Fans zu vergraulen: Braucht man ›Africa‹ und ›Rosanna‹ tatsächlich in einer weiteren Version? Wer diese Frage freudig bejaht: Okay, greif zu. Ansonsten: besser bleiben lassen.

Chris Thompson – TOYS & DISHES

thompson, chrisDie Stimme der Earth Band mit einem Dutzend neuer Songs.

Schreck lass nach: Das Intro des Album-Openers ›Million $ Wonder Hit‹ rollt einem mit Rockmusik sozialisierten Menschen spontan die Zehennägel auf: Wird das jetzt ein Musical, oder was? Nein, wird es nicht. Dafür erschließt sich dann auch gleich der Witz hinter diesem überdrehten Einstieg, denn Chris Thompson, der die Höhen und Tiefen des Rock-Business kennt, kommentiert im dazugehörigen Song die Gepflogenheiten der Hit-Maschinerie. Und weiter geht’s: mit einer kunstvollen, aber auch etwas altmodischen Pop-Rock-Melange, die unübersehbar in Richtung Mainstream schielt, irgendwo zwischen Springsteen und Meat Loaf, doch in diesem Segment geben heute andere den Ton an. Intelligent gemacht ist das (fast) alles, da merkt man die ganze Routine des ehemaligen Mitstreiters von Manfred Mann, der sich eine Nullnummer wie ›Eddie Wants To Rock‹ aber getrost hätte sparen können. Nettes Album, mehr aber auch nicht.

Sweet Apple – THE GOLDEN AGE OF GLITTER

sweet appleSpiel und Spaß mit J Mascis.

Okay, da sind also diese vier Buddies, allesamt Veteranen des US-Undergound, aber als Mitglieder diverser Bands (u.a. Cobra Verde, Guided By Voices, Witch) über die Staaten verstreut. 2010 haben sie trotzdem die Zeit gefunden, gemeinsam ein Album als Sweet Apple aufzunehmen. Das hat ihnen genug Spaß gemacht, sich vier Jahre später für einen Nachfolger zusammen zu finden. Also geht’s mit ein paar Freunden (darunter Mark Lanegan) ins Studio, wo man dem Seventies-Rock huldigt. Grinsend Frampton-Stadionrockpop-Nummern wie ›Boys In Her Fanclub‹ einspielt, sich durch Cheap-Trick-Powerrock (›Reunion‹) und sogar eine psychedelisch ausgefranste Schwurbel-Orgie (›You Made A Fool Out Of Me‹) juxt. Kompetent, dabei augenzwinkernd, aber halt auch spürbar ein unbeschwertes Nebenprojekt. Muss uns das interessieren? Ja, denn einer dieser vier Buddies ist J Mascis. Mr. Dinosaur Jr himself. Er ist der König Midas, der auch hier zu Gold macht, was er berührt. Immer, wenn seine Gitarre erklingt, steigen die Songs um drei Level. Dann wird THE GOLDEN AGE OF GLITTER mehr als nur Genre-Spielspaß. Dann nämlich wird es Genre-Spielspaß mit J Mascis an der Gitarre! Aber sicher ist das ein großer Unterschied! Es ist der Unterschied, der dafür sorgt, dass es sich lohnt, diese Platte zu hören!

Steve Martin And The Steep Canyon Rangers – LIVE & ON FIRE

Steve_and_Edie_DVD_Cover_Hi_ResMit Schirm, Charme & Mandoline.

Steve Martin ist vor allem durch seine lustigen Auftritte als Schauspieler bekannt, wie in „Tote tragen keine Karos“ oder „Im Dutzend billiger“. Anfang dieses Jahres erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Doch der Humorist ist auch seit Jahren ein vielbeachteter Musiker. Im Jahr 2010 erhielt er sogar den Grammy in der Kategorie „Bestes Bluegrass-Album“ für THE CROW – NEW SONGS FOR THE FIVE-STRING BANJO. Neben Fiddle, Mandoline, Banjo spielt vor allem der Gesang auf LIVE & ON FIRE die Hauptrolle. Mit mehrstimmigem Acapella-Vocals bringt die Ode ›Atheists Don’t Have No Songs‹ das Publikum zum lachen. Denn wir wissen ja nicht erst seit Slayer, dass die Gleichung ›God Hates Us All‹ stimmt. Um Komiker zu werden, so sagte Steve Martin mal in einem Interview, brauchst du eine verkorkste Kindheit und ein abgebrochenes Studium. Um Country-Musiker zu sein brauchst du aber mehr. Vor allem widrige Lebensumstände. Die Frau ist weggelaufen, das Finanzamt sollte hinter dir her sein und der letzte Arztbesuch hat bedrohliche Leberwerte prognostiziert. Im Umfeld der Steep Canyon Rangers ist aber alles in bester Ordnung und porentief rein. Der Song ›Love Has Come For You‹ ist Bluegrass-Folklore, ›Hunger‹ könnte im mittleren Westen zwischen Bryan Adams und Toto im Autoradio laufen und ›Pretty Little One‹ könnte als Song für Markenbutter aus Irland die richtige Ergänzung für einen TV-Spot sein. Unterm Strich ist dieses Album Adult-Orientated-Country-Entertaimnent. Also etwas für Leute, die die Dixie Chicks besser finden als Johnny Cash.

The Shrine – BLESS OFF

shrineUngestüm und unausgefeilt.

Als „Psychedelic Violence Rock And Roll“ bezeichnen The Shrine ihre Mucke. Die drei Kuttenträger aus Los Angeles mögen es gerne rotzig, ungestüm und ungeschliffen, die elf Stücke auf dem vorliegenden Longplayer klingen eindeutig nach einer spontanen Garagenproduktion. Die Protagonisten Josh Landau, Courtland Murphy und Jeff Murray verarbeiten Einflüsse aus Hard Rock, Stoner Rock, Psychedelic, Punk und Rock’n’Roll zu einem eigenen Stil, der sich irgendwo zwischen den frühen Black Sabbath, St. Vitus, The Rolling Stones und Black Flag einordnen lässt, aber dennoch keinen allzu großen Wiedererkennungswert aufweist. Dazu sind weder Gesang noch Songwriting charismatisch und ausgefeilt genug. Allem Anschein nach sind The Shrine in erster Linie eine Just-For-Fun-Band, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Das mag durchaus sympathisch und ab einem gewissen Alkoholpegel auf einer wilden Party auch genau das Richtige sein – für die heimische Stereoanlage fehlen der Musik jedoch die nötige Tiefe und das gewisse Etwas, das den Hörer dazu bringt, wieder und wieder Repeat zu drücken.

Prong – RUINING LIVES

prongNeues von den ungekrönten Königen des modernen Stahls.

Seit 28 Jahren prägen Prong den modernen Metal wie keine zweite Band. Ganz einfach deshalb, weil Oberhaupt Tommy Victor seiner Zeit von jeher stets ein ordentliches Stück voraus ist, sich nie an irgendwelchen Trends orientiert, sondern diese in der Regel initiiert. Die Krux: Während viele der „Inspirierten“ – allen voran Größen wie Korn oder Nine Inch Nails – schon lange riesige Stadien füllen, werden Prong wohl auf ewig eine klassische Club-Formation bleiben. Umso unverständlicher, wenn RUINING LIVES aus den Lautsprechern hämmert, denn der 47-jährige Victor lässt seine (teils deutlich jüngeren) Mitbewerber immer noch mächtig alt aussehen: Die Industrial-Gitarrenarbeit und die Grooves sprühen nur so vor moderner, lebendiger Frische, die Thrash-Metal-/Hardcore-Aggressionen treffen mit geballter Authentizität mitten in die Kauleiste, die durchaus poppigen Melodien krallen sich auf Anhieb fest. RUINING LIVES ist der eindeutige Beweis: Der exquisite Vorgänger CARVED INTO STONE aus dem jahr 2012 war eben doch kein letztes Aufbäumen nach einer längeren Schwächephase, sondern der Beginn eines zweiten Frühlings. Und der wird angesichts Tommy Victors derzeitiger Topform hoffentlich noch lange anhalten.