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Rodney Crowell – TARPAPER SKY

Crowell, RodneyZeitlos.

14 Monate nach der Grammy-veredelten Duettscheibe OLD YELLOW MOON, die in Kollaboration mit Emmylou Harris entstand, legt Rod-ney Crowell mit TARPAPER SKY ein weiteres, für Americana Fans unverzichtbares Album nach. Rodney geht dabei derart vielschichtig zu Werke, dass man sich bei geschlossenen Augen in einem mit Fluxkompensator ausgestatteten DeLorean wägt. Von relaxten Brooks & Dunn‘schen Momenten über Johnny Cashs Coolness bis hin zu Jerry Lee Lewis‘ Groove lädt TARPAPER SKY auf eine Reise durch die amerikanische Musikgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Trotz oder gerade wegen der sehr reduzierten Arrangements laufen die Stücke homogen ineinander über, ohne dass wegen der großen Stilvielfalt harte Cuts zwischen den einzelnen Songs erkennbar wären. Darüber hinaus beweist Rodney Crowell ein absolut sicheres Händchen in Sachen Gastmusiker (u.a. Vince Gill) sowie am Mischpult als Co-Producer. TARPAPER SKY ist somit ein heißer Kandidat für den nächsten Grammy auf dem Kaminsims im Hause Crowell.

Cheap Girls – FAMOUS GRAVES

Cheap GirlsNostalgischer Trip in die Blütezeit des College Rock.

Dass die drei Herren der Cheap Girls für die Promofotos zu ihrem vierten Album vor einer Wand mit einer amerikanischen Flagge posieren, kommt nicht von ungefähr. Das Power-Trio aus Michigan steht für die guten alten Werte, für eine Zeit, in der die USA noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und nicht das Land der ausufernden Abhörskandale und College-Rock noch eine alternative Kunstform und kein Profilierungsmodell für Major-Labels war. Musika-lisch haken sich die Cheap Girls mit FAMOUS GRAVES erneut bei Bands wie den Replacements, Superchunk und den Lemonheads unter und liefern so eine nostalgiegetränkte Hommage an die ganz großen Helden des Alternative Rock der späten 80er- und frühen 90er-Jahre ab, die trotz ordentlicher Hook-Dichte (vor allem beim lupenreinen Power-Pop-Kracher ›Amazing Grace‹) und dem treffsicher eingefangenen Sound der Zeit leider nicht wirklich so mitreißt wie einst die Originale.

Brother Firetribe – DIAMOND IN THE FIREPIT LIVE & ON FIRE

Brother_Firetribe_CD_Diamond_in_the_Firepit-7221534_malliIt’s a Final AOR-Countdown…

Nightwish-Gitarrero Emppu Vuorinen will sein Steckenpferd Brother Finetribe etablieren und veröffentlicht mit diesem Album den bereits dritten Longplayer seines Nebenprojekts. Die ganze Platte atmet den Geist der 80er Jahre und trifft mit voller Melodic-Rock-Wucht mitten ins Herz. Wo die Kollegen von House Of Lords vor allem mit unfreiwilliger Komik strotzen (ihr Sänger James Christian sieht mit einer schlecht sitzenden Langhaar-Perücke so lächerlich aus, als wollte Diether Krebs in „Sketchup“ einen alternden Rockstar karikieren), beschränken sich die Finnen auf die Hauptsache: Musik. Die elf Songs überzeugen mit funkelnden Mitsing-Refrains, Stadion-rock-Harmonien und Geschichten von Frauen, die wahrscheinlich so aussehen wie gelockte Frisör-Meisterinnen mit IHK-Abschluss aus dem Herzen von Recklinghausen. ›Tired Of Dreaming‹ ist bombastischer Van-Halen-Kitsch, ›Close To The Bone‹ ein Midtempo-Shaker der Marke Bon Jovi und das simple (aber effektive) Rockriff von ›Edge Of Forever‹ könnte auch von Foreigner sein. An anderen Stellen werden Journey und Survivor zitiert, das ist hier die ganz große Schule des Adult Orientated Rock. Brother Finetribe sind dann am besten, wenn sie die großen Gefühle inszenieren, aber ohne übertriebenen Tand und zu viel Glitzer auskommen.

The Brian Jonestown Massacre – REVELATION

Brian Jonestown MassacreÜberlebende auf dem Trip.

Wer Anton Newcombe sagt, muss auch „Dig“ sagen. Auch wenn diese Doku über den spinnerten Frontmann aus L.A. und seine (damals) dysfunktionale, dauerbekiffte Band inzwischen über ein Jahrzehnt alt ist, bleibt es die erste Assoziation. Dabei hätte wohl keiner geglaubt, der „Dig“ damals sah, dass Newcombe und Co. 2014 nicht nur immer noch a) leben, b) Musik machen und diese c) sogar tatsächlich noch mal so zielstrebig ausformulieren würden wie auf ihrem aktuellen Album REVELATION. Klar, der Sound ist immer noch ein mit trippiger Sixties-Psychedelia ausgemaltes Drone-Ding. Aber im Vergleich zu manch früherer BJM-Platte funktionieren diese Songs nicht nur in Newcombes Kopf.

Bloody Hammers – UNDER SATAN’S SUN

bloody-hammers-under-satan-s-sun-86571Dunkle Pfade in eine einsame Stadt, Geister, Herzschmerz, Okkultismus.

Nach zwei kommerziell erfolgreichen Alben beim niederländischen Label SoulSeller Records debütieren Anders Manga und seine Frau Devallia, die treibenden Kräfte hinter den Bloody Hammers, mit ihrem dritten Studioalbum nun beim renommierten Metal-Label Napalm Records. Beim Hören von UNDER SATAN’S SUN wird sofort das Kopfkino angeworfen, der Film beginnt mit einem Marsch in die düstere Stadt (›The Town That Dreaded Sundown‹), wobei deutliche Stoner-Anleihen bei ihren Labelkollegen von Vista Chino auffallen. Sehr präsente fuzzy Gitarren-Riffs, begleitet von einem mystischen Piano, harmonieren mit der kraftvollen und rauen Stimme Mangas. Das Album nimmt weiter Fahrt auf mit dem rhythmischen ›Spearfinger‹ und führt anschließend gleich zur ersten Ballade ›Death Does Us Part‹, einer Hommage an die Doom-Ursprünge der Band. Dramatisch geht die Suche nach dem imaginären Geisterbeschwörer weiter, doch leider lässt der Spannungsbogen mit dem eingängigen ›Second Coming‹ langsam nach, was auch die nachfolgenden zwei Songs betrifft. ›Dead Man’s Shadow On The Wall‹ schafft es mit seinen Speed-Metal-ähnlichen Riffs dann aber doch wieder, uns in die Haupthandlung zurückzuführen. Ein letzter Moment der Besinnung, bevor es zum Showdown und finalen Track ›The Necromancer‹ kommt. Die Spannung erreicht eine neue Höchstmarke und der Feind wird mit voller Härte auseinander genommen. Im Film zu erwarten, doch fürs Album ein überraschend gewaltiges Ende. Es leben die verdammten Happy Ends!

Below – ACROSS THE DARK RIVER

belowDer Teufel hat den Doom erfunden.

Feen, die in eisenbeschlagenen Stulpenstiefeln Walzer tanzen, haben sich in deine Alpträume verirrt. Wenn du wach wirst und immer noch denkst, der Beelzebub sitzt wie ein geweihter Tony Iommi an deiner Bettkante, kannst du sicher sein, dass du in die Fänge von Below geraten bist. Ihnen wirst du nicht mehr entkommen. Der Teufel zählt ab sofort mit glänzenden Augen deine letzten 666 Sekunden rückwärts runter. Diese schwedische Doom-band geht mit der Finesse eines Hexenmeisters zur Sache. Das Quartett bedient die Saiteninstrumente derart grazil, als würden Dream Theater Klassiker von Saint Vitus covern. Das klingt zwar paradox, doch wer einmal tätowierte Gespenster an Fleischerhaken gesehen hat, weiß, dass man Doom-Metal nicht immer nur mit blutigen Wurstfingern spielen muss. Hier paaren sich sirenenartige Riffs, runter gestimmte Powerchords und Schlepper-Rhythmen zu einem sinistren Düster-Destillat. ›Ghost Of A Shepherd‹ ist der optimale Spagat aus Trouble und Metal Church. Der Song ›Portal‹ ist ein Holy-Diver-Lamento inklusive Seelen-wanderung und Ritual-Messe um Mitternacht. Das klingt spooky und ist manchmal in der musikalischen Nähe von Candlemass. ›Mare Of The Night‹ hat in jedem Crash-Becken-Schlag mehr Metal sitzen, als Joey DeMaio in seinen Oberarmen. Dagegen wirken die letzten zehn Jahre im Tourbus von Manowar wie ein Rentner-Ausflug in den Taunus. Diese Band positioniert sich sehr eigen und schreibt sehr gute Songs. Below sind im Stande, sowohl auf dem Roadburn-Festival, als auch in Wacken zu spielen. Das schaffen nicht viele Bands, die Glaubwürdigkeit als wichtigen Imagewert sehen.

Lee Bains III & The Glory Fires – DERECONSTRUCTED

leebainsdereconstructed2500pxSouthern Hoodoo Noise Attack!

Hardrock bringt das Blut in Wallung, und Countrymusik ist die beste Religion, die es gibt. Lee Bains III und seine in Alabama beheimate Truppe, jetzt frisch bei Sub Pop unter Vertrag, verschmelzen auf ihrer neuen Ausgeburt, dem Nachfolgebaby von THERE IS A BOMB IN GILEAD von 2012, beides zu einer mal hüpfenden, mal grimmig-düsteren Melange. Der ungewöhnliche Hybrid birgt heiße Southern-Sounds, grob gewirktes Ame-ricana-Feeling und – wie die Nummer ›Flags!‹ beweist – auch mal eine Schippe Punk. Als wäre man mit einem Schwarm wütender Wespen in einem Campingzelt gefangen, kämpft man mit diesen grundsympathischen Songs, wird dieses Kampfes aber auch bald müde. Was fehlt, ist die arschcoole Lässigkeit des Südens. Egal ob im Titelsong oder in ›The Weed Downtown‹ – die Gitarren klirren eine Spur zu schrill. Das gloriose Feuer, das man sich wünscht, entpuppt sich als Lärm. Es fehlen die unwiderstehlichen Hooks und die klangliche Wärme, wie sie noch dem Vorgänger eigentümlich war. Dennoch: Guter Ansatz und live wahrscheinlich das richtige Gebräu, um schnell mal einen Eimer Whiskey zu leeren und mit dem Nebenmann willkürlich einen Streit vom Zaun zu brechen.

Arthemis – LIVE FROM HELL

91IK1JYRyUL._SL1500_Live-Album für alle 80er-Fans!

Metal aus Italien genießt leider einen recht zweifelhaften Ruf. Viele finden, dass die Südeuropäer oft ein Über-maß an Pathos und Kitsch an den Tag legen oder zu sehr versuchen, die gängigen Klischees in ihre Musik zu legen. Glücklicherweise ist das jedoch bei Arthemis beides nicht der Fall. Natürlich strotzt das Album vor Pathos, doch genau im Richtigen Maß und sehr authentisch. LIVE FROM HELL wurde beim Hard Rock Hell VII-Festival in Gwynedd, North Wales, im vergangenen November aufgezeichnet. Die Dynamik der acht mitgeschnittenen Songs bleibt gleichbleibend auf hohem Niveau, Frontmann Fabio Dessi und seine Bandkollegen bieten durch und durch hohe Qualität. Vom Opener ›Scars On Scars‹ bis zum letzten Stück ›Vortex‹ geben Arthemis alles und begeistern das walisische Publikum, was auf der Aufnahme auch deutlich zu hören ist. Wirklich Neues bietet dieses Album natürlich nicht, doch vor allem Fans des 80er-Jahre-Metals werden hier glänzende Augen bekommen.