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Nils Lofgren – FACE THE MUSIC

Lofgren, NilsImposante 9-CD-&-DVD-Retrospektive.

46 Jahre im Musikgeschäft ohne Aussicht, den Durchbruch als Solist jemals zu schaffen, können einen Künstler desillusionieren und verbittern. Nicht so Nils Lofgren. Auf neun CDs und einer DVD blickt der 62 Jahre alte amerikanische Sänger, Gitarrist und Komponist mit schwedischen und italienischen Wurzeln mittels imposanter 169 Tracks zurück auf eine reichlich wechselvolle, jedoch stets durch ausgezeichneten Stil, Geschmack, Virtuosität und Instinkt geprägte Entwicklung. Eine Karriere, deren professioneller Start im zarten Alter von 17 Jahren mit dem Trio Grin auf das Jahr 1968 datiert. Bis 1973 veröffentlichen Grin vier Alben mit US-Rock härterer Prägung. Parallel lernt Lofgren Neil Young kennen, spielt auf den Young’schen Klassikern AFTER THE GOLDRUSH und TONIGHT’S THE NIGHT, später noch auf TRANS und UNPLUGGED. Zeitweise fungiert er auch als Mitglied von dessen Begleitband Crazy Horse, mit denen ebenfalls ein Album entsteht. Seit Mitte der 70er Jahre verfolgt der Multiinstrumentalist seine Karriere als Solist mit bis heute rund zwei Dutzend Veröffent-lichungen – die bislang letzte, OLD SCHOOL, erschien 2011. Als Kollaborateure halfen über die Jahre Neil Young, Bruce Springsteen, Ringo Starr, Graham Nash, Levon Helm, Al Kooper, Buddy Miles, Billy Preston, Aynsley Dunbar und Jeff „Skunk“ Baxter im Studio. Schlicht NILS LOFGREN betitelt ist 1975 das Debüt, das die legendäre semiakustische Liebeserklärung ›Keith Don’t Go (Ode To The Glimmer Twins)‹ an Rolling Stone Keith Richards enthält. Bis zum Ende der 70er Jahre platziert Lofgren sich mit durchweg patenten Alben jeweils in der Top 50 der US-Charts: CRY TOUGH, I CAME TO DANCE, NIGHT AFTER NIGHT und NILS funktionieren auch in Europa. In Deutschland ist Lofgren gern gesehener Gast auf Tourneen, Festivals und im TV. Als Ersatz für den zumindest zeitweise auf Solopfaden wandelnden Steve van Zandt beginnt Lofgren 1984 eine lukrative, bis heute anhaltende Zweitkarriere als Sidekick von Bruce Springsteen. Seit 1993 verlegt er seine Musik auf dem hauseigenen Label Cattle Track Road Records via Internet (www.nilslofgren.com). FACE THE MUSIC widmet sich ausführlich einzelnen Karrierestationen Lofgrens. Reiht Aufnahmen von Grin (u.a. ›Like Rain‹, ›White Lies‹, ›Slippery Fingers‹, ›Beggar’s Day‹) an Soloklassiker wie ›Moon Tears‹, ›Back It Up‹, ›The Sun Hasn’t Set‹, ›You’re The Weight‹, ›No Mercy‹, ›Incidentally… It’s Over‹ und ›Dreams Die Hard‹. Zwei CDs mit bis dato unveröffentlichtem Material runden die satte Sammlung ab.

Marcus Hook Roll Band – TALES OF OLD GRAND-DADDY

A1NU+EYYOYL._SL1500_Die Young-Brüder in ihrem Element.

George Young und Harry Vanda spielten bei den Easybeats und Flash And The Pan, produzierten unzählige Meilensteine der Musikgeschichte und arbeiteten an unterschiedlichsten Projekten zusammen. Dazu gehört auch die Marcus Hook Roll Band: Die kurzlebige Formation veröffentlichte in den frühen 70ern drei Singles und ein Album. 1973 laut Eigenaussagen über einen Monat hinweg im Alkoholdelirium eingespielt, schlägt TALES OF OLD GRAND-DADDY mit seiner saxofongetriebenen Rock-Soul-Mischung eine Brücke zwischen den Easybeats und Flash And The Pan. Neben George Young sind auf der Platte auch seine Brüder zu hören: Alex spielte das Saxofon ein, Angus und Malcolm Young konservierten kurz vor der Gründung AC/DCs einige Gitarrenspuren. Welche genau, wissen die zur Entstehungszeit dauerbreiten Bandmitglieder heute selbst nicht mehr so genau. Fest steht hingegen, dass die Scheibe auch nach über 40 Jahren noch durch Gefühl und Groove besticht. Und dass die mit fünf Bonustracks bestückte Neuauflage in einer Zeit, in der die Welt um AC/DCs Zukunft bangt, zahlreiche Abnehmer finden wird.

Powerwolf – THE HISTORY OF HERESY I (2004-2008)

281851-empZu den Wurzeln der Wölfe.

Spätestens letztes Jahr müsste auch der letzte Zweifler begriffen haben, dass Powerwolf in der ersten Liga der deutschen Musikszene angekommen sind. Mit PREACHERS OF THE NIGHT schossen sie erstmals auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Für diejenigen, die die Wölfe dadurch erst neu entdeckt haben oder natürlich auch für eingefleischte Fans der ersten Stunde gibt es mit THE HISTORY OF HERESY I nun ein hochwertiges Box-Set, das die Anfänge der Band zeigt. Mit RETURN IN BLOODRED und LUPUS DEI enthält es die ersten beiden Veröffentlichungen von Powerwolf, angereichert mit jeder Menge Bonus-Tracks. Hymnen wie ›Mr. Sinister‹ und ›In Blood We Trust‹ fehlen natürlich auch nicht. Abgerundet wird das Package durch die DVD „The Wacken Worship“, das den Auftritt der Band auf dem W:O:A 2008 zeigt und in hervorragendem Bild und Ton aufzeigt, was für eine Wucht Sänger Attila und seine Mitmusiker auf der Bühne sind. Wirklich gelungen!

R.E.M. – UNPLUGGED: THE COMPLETE 1991 AND 2001 SESSIONS

R.E.M.Ausgestöpselt: Erstveröffentlichung von zwei MTV-Shows auf Doppel-CD.

Gleich zweimal wiederfuhr den mittlerweile aufgelösten R.E.M. die Ehre, MTVs langlebige Reihe UNPLUGGED zu bestreiten. Erstaunlicherweise war weder die Aufzeichnung aus den New Yorker Chelsea Studios vom 10. April 1991, noch die vom 21. Mai 2001 in den hauseigenen MTV Studios bislang auf Tonträger erhältlich. UNPLUGGED: THE COMPLETE 1991 AND 2001 SESSIONS holt Versäumtes nach und legt sogar noch dazu. Gesellen sich doch zu den ursprünglich im TV gesendeten Titeln elf weitere, bislang unveröffentlichte hinzu. Interessanterweise entstanden beide Moment-aufnahmen, als Entwicklung und Karriere des mit Preisen, Trophäen und Edelmetall überhäuften Quartetts aus Athens, Georgia, sich an wichtigen Wendepunkten befanden. Für die erste Unplugged-Session wählten Sänger Michael Stipe, Gitarrist Peter Buck, Schlagzeuger Bill Berry und Bassist Mike Mills, deren langsamer wie unaufhaltsamer Aufstieg in den Rock-Olymp vier Jahre zuvor mit dem fünften LP-Werk DOCUMENT begann, Songs aus dem seinerzeit gerade erschienenen siebten Album OUT OF TIME mit akustischen Fassungen von ›Low‹, ›Radio Song‹ und den Überhit ›Losing My Religion‹. Weiteres Material setzt sich zusammen aus fünf Alben der vergangenen acht Jahre. Als ältester fungiert ›Perfect Circle‹ aus dem Debüt MURMUR. Fan-Favoriten wie ›Fall On Me‹ und ›It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)‹ ergänzen sich mit dem Troggs-Cover ›Love Is All Around‹ sowie den bis dato unveröffentlichten Stücken ›Fretless‹, ›Get Up‹ und ›World Leader Pretend‹. Bei der zweiten Session zehn Jahre später mit hauptsächlich Material aus Studiowerk Nummer zwölf, REVEAL (u.a. ›Imitation Of Life‹, ›All The Way To Reno (You‘re Gonna Be A Star)‹), fehlte der aus gesundheitlichen Gründen 1997 ausgeschiedene Schlagzeuger Bill Berry. Aus insgesamt acht Alben rekrutieren sich rare Goodies wie ›Daysleeper‹, ›Find The River‹, ›Cuyahoga‹ und ›Country Feedback‹. Sechs weitere, darunter auch der Durchbruchshit ›The One I Love‹, wurden als Bonus beigefügt.

V.A. – VAMPS ET VAMPIRE – THE SONGS OF SERGE GAINSBOURG

Various - Vamps et VampireSerge und die holde Damenwelt: 25 Songperlen aus drei Jahrzehnten.

Berufen fühlte sich Serge Gains-bourg in seinen rasanten 63 Jahren irdischer Existenz zu Vielerlei. Unter anderem als Chansonnier, Komponist, Schauspieler, Dreh-buchautor, Regisseur, Buchautor, Moderator, Modemacher, Maler, Zigarettenraucher und Trinker reüssierte der Sohn russisch-jüdischer Einwanderer. Nicht zu vergessen die Damenwelt, die dem immens Produktiven mit stets unrasierter, mürrischer Visage, reihenweise zu Füßen lag. Nichts unversucht ließ Gainsbourg, der Öffentlichkeit vor den Kopf zu stoßen, wenn er etwa im TV eine Journalistin als Nutte bezeichnete, bündelweise 100 Francscheine verbrannte oder aber die blutjunge Whitney Houston anzüglich anging. Seine unbändige Faszination fürs andere Geschlecht diente ab den frühen 60er Jahren auch als Antrieb, Songs an die holde Weiblichkeit zu verteilen. VAMPS ET VAMPIRE – THE SONGS OF SERGE GAINSBOURG sammelt 25 ausgesuchte Songperlen der Jahre 1961 bis 1993: Brigitte Bardots vermeintlich ungezügelte Faszination für das Kultmotorrad ›Harley Davidson‹ provoziert 1967 mit einem Clip der französischen Filmikone in hautengem Lederdress. Bardots zweiter Beitrag, die Alien-Hymne ›Contact‹, gestaltet sich noch schriller. Francoise Hardys an die Tanzinstinkte appellierendes ›Comment Te Dire Adieu‹ wie auch das balladeske ›L’Anamour‹ von 1968 umflort schlicht Zeitlosig-keit. France Gall ließ sich von Gainsbourg ihren Siegertitel ›Poupée De Cire, Poupée De Son‹ für den Grand Prix 1965 maßschneidern – wohlgemerkt nicht als Kandidatin für Frankreich, sondern für Luxemburg. Als das noch minderjährige Mademoiselle Gall ein Jahr später das schwül barocke ›Les Sucettes‹ mit Kleinmädchenstimme präsentierte, ahnte es nicht, dass sich hinter vermeintlich lieblichen Worten eine Oral-Sex-Hymne versteckte. Gestreng untersagte Papa Gall seinem Töchterlein den Umgang mit Unhold Gainsbourg. Juliet Gréco hakt lasziv eindringlich ›La Javanaise‹ und ›Strip-Tease‹ ab – letzterer Song existiert in einer noch intensiveren Fassung von Nico, fand aber leider keine Berücksichtigung. Marianne Faithfull glänzt mit noch glockenhellem Timbre in ›Hier Ou Demain‹. Nicht fehlen darf Lebens-abschnittsgefährtin Jane Birkin mit rotplüschigem Selbstporträt ›Jane B‹ und dem ein wenig angestaubten ›Con C’Est Con Ces Conséquences‹. Tochter Charlotte Gainsbourg serviert eindeutig Zweideutiges in Form von ›Elastique‹. Vanessa Paradis sorgt 1990 mit hypnotisch verrocktem ›Tandem‹ schließlich für einen späten Höhepunkt in Gainsbourgs Œuvre.

Walter Trout – THE OUTSIDER

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91YUxugPfML._SL1500_Grundsolides Handwerk vom enthusiastischen Blues-Außenseiter.

Alles neu im Jahr 2008. In komplett veränderter Besetzung präsentiert Blues-Rocker Walter Trout sein Studiowerk THE OUTSIDER: Schlagzeuger Joe Parfumi muss Kenny Aronoff (u.a. Bob Seger, John Fogerty, John Mellencamp) weichen. James „Hutch“ Hutchinson übernimmt zwölfmal den Basspart, Rick Knapp, der drei Jahre zuvor den legendären Tieftöner Jimmy Trapp ersetzte, hingegen nur einmal. Aufgaben an der Hammond B 3 teilen sich Sammy Avila und Skip Edwards. Geblieben ist auf den 13 rustikal von John Porter in Szene gesetzten Songs die seelenvoll tiefe Liebe des Gitarrenvirtuosen und manischen Vokalisten zu Blues und Artverwandtem: ›Welcome To The Human Race‹, ›Child Of Another Day‹, ›Sanjay‹ und ›The Restless Age‹ operieren stilistisch wuchtig im Dunstkreis von britischen Blues-Rockern wie Juicy Lucy, Steamhammer, Snafu sowie Whitesnake, bevor sich David Coverdales Truppe in wesentlich kommerziellere Gefilde verabschiedete. ›The Love Song Of J. Alfred Bluesrock‹ wildert zünftig in der Domäne von Stevie Ray Vaughn & Double Trouble, lässt sich aber parallel auch als eine Hommage an die britischen Hammond-Orgel-Koryphäen Graham Bond und Brian Auger interpretieren. ›Gone Too Long‹ verleibt sich mit deutlichem Latin-Flavor die Stil-Gratwanderungen von Santana ein. Rory Gallagher schickt Grüße aus dem Jenseits in ›Can’t Have It All‹. Im Titelsong wiederum steckt der Geist von Flinkefinger Johnny Winter. Mit filigranem Einsatz der Dobro-Gitarre brilliert das semiakustische ›The Next Big Thing‹, aus Louisiana importierte Swamp-Rock-Anteile dominieren ›Don’t Wanna Fall‹. Lediglich ›All My Life‹ mit kitschig-sentimentalem Akkordeoneinsatz und allzu eingängigem Refrain verkauft sich weit unter Walter Trouts künstlerischem Niveau.

Chuck Berry – ONE DOZEN BERRYS

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Chuck Berry - One Dozen Berrys - FrontSüße kleine 16: Chucks famoses zweites LP-Werk für Chess.

Stolze 87 Jahre alt geworden ist Chuck Berry im Herbst 2013. Genauer gesagt am 18. Oktober – ein denkwürdiges Geburtsdatum, dass der Rock’n’Roll-Pionier mit der ebenfalls 1926 geborenen und stets auf Krawall getrimmten deutschen Schauspiellegende Klaus Kinski teilt. Beide Charaktere lassen sich unzweifelhaft als Visionäre ihres Fachs, aber auch als wüste Skandalnudeln identifizieren. Doch wen interessieren im Medienzeitalter mit praktisch sekündlichem Tabubruch noch die Schandtaten von Vorvorgestern? Als relevant erweist sich allein das künstlerische Erbe. Davon findet sich reichlich auf dem ursprünglich 1958 für die Marke Chess erschienenen Album ONE DOZEN BERRYS, produziert von den Labeleignern Leonard und Phil Chess. Es ist das zweite LP-Werk des Sängers, Gitarristen, Komponisten und Texters mit Blick für das Wesentliche. Nicht nur Keith Richards kennt das u.a. mit Willie Dixon (Bass), Hubert Sumlin (Gitarre), Fred Below (Schlagzeug) sowie Johnny Johnson und Lafayette Leake (beide Piano) eingespielte Dutzend wie seine eigene Westentasche: Genial simple Riffs, Licks, Harmonien und Takte, die Chuck Berry da aus dem Ärmel schüttelt. Deriviert aus Gehörtem, Erlebtem und Gesehenem der Lehr- und Wanderjahre: zum Teil recht harte Zeiten, die Mr. Berry als „Juvenile Delinquent“ da hinter sich bringen musste. Eingeflossen in Klassiker wie ›Sweet Little Sixteen‹, ›Reelin’ And Rockin’‹ und ›Rock And Roll Music‹, die der DNA des Rock Stil, Schmiss und Schliff verliehen. Dreist erlaubt es sich Berry nicht nur, den ollen Ludwig van Beethoven zu überrollen, sondern auch ein ›Rockin’ At The Philharmonic‹ zu wagen. Man stelle sich die Empörung des konservativen Establishments der späten 50er Jahre vor! Chuck Berry stimmt den ›Guitar Boogie‹ an, lobhudelt genüsslich ›How You’ve Changed‹, betütelt eindeutig in ›Oh Baby Doll‹ seine blutjunge Gespielin und behauptet gar rotzfrech ›It Don’t Take But A Few Minutes‹. Frühe Rock-Experimente im Studio wagt der gute Chuck auch: Teilen sich doch ›Blue Feeling‹ und ›Low Feeling‹ das gleiche Playback, nur bei letzterer Aufnahme wesentlich langsamer gespielt.

Black Rebel Motorcycle Club – BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB

BRMCVinylFragen über Fragen: Was geschah mit meinem Rock’n’Roll?

Selten passte ein Bandname so perfekt: Entstammt der Terminus Black Rebel Motorcycle Club doch aus jener Zeit, als das weiße Nachkriegs-Amerika zwischen gewachsenem Wohlstand, tief verwurzeltem Konservatismus, bigotter Religiosität und mieser Denunziationen der McCarthy-Ära in den frühen 50er Jahren seine erste wüste Jugendrevolte durchlebte. In den blitzblanken Suburbs der Metropolen rumorte es verdächtig. Perfekt widergespiegelt in Regisseur Laszlo Bene-deks Kult-Road-Movie „The Wild One“ von 1953. Da agiert der in Jeans und Leder gekleidete junge Marlon Brando als Anführer einer derben Rocker-gang namens Black Rebel Motorcycle Club. Noch vor James Dean und Elvis Presley avanciert Brando zum Jugendidol. Ein raffiniert kalkulierter Pop-Ikonen-Status, den sich der 1998 in San Francisco aus der Taufe gehobene Black Rebel Motorcycle Club krallt und clever zu Eigen macht. Stilistisch inspiriert von The Velvet Underground, T. Rex, The Jesus & Mary Chain, Spaceman 3, Love And Rockets und Oasis, stellen die Frontmänner Peter Hayes und Robert Levon Been auf dem Debüt BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB von 2001 geschickt die rhetorische Frage ›Whatever Happened To My Rock’n’Roll (Punk Song)?‹. Mit zehn weiteren hypnotisch inszenierten Drei-Akkorde-Hymnen, zumeist im Zeitlupentakt, gelingt es BRMC, sich zumindest für die nächsten Jahre unangreifbar als smartes Sprachrohr und gutes Gewissen des Independent Rocks amerikanischer Prägung zu installieren. Doch im Gegensatz zu den Kollegen von The Black Keys hat es das Kreativ-Duo trotz exzellenter Nachfolge-werke leider nie aus der Enge verräucherter Club-Gigs geschafft.