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Hayseed Dixie – HAIR DOWN TO MY GRASS

Hayseed dixieHillbilly-Party!

Das Konzept von Hayseed Dixie ist so einfach wie genial: Man nehme eine Latte an unsterblichen Hits, arrangiere diese im Bluegrass-Stil, füge eine Portion Witz hinzu (stellvertretend sei hier die eingedeutschte Version des Scorpions-Klassikers ›Wind Of Change‹ namens ›Wind der Veränderung‹ genannt) und, howdy Partner, hier ist eines der spaßigsten Partyalben der letzten Jahre. HAIR DOWN TO MY GRASS – die inzwischen 13. Hay-seed-Dixie-Scheibe – zeigt John Wheeler (Künstler-name Barley Scotch) und seine wechselnden Mountain Music Outlaws in derselben bestechenden Form wie bei ihrem ersten Streich A HILLBILLY TRIBUTE TO AC/DC oder dem Zweitwerk KISS MY GRASS/A HILL-BILLY TRIBUTE TO KISS. Mit viel Respekt für die Originalsongs und einer ordentlichen Portion Groove an Banjo, Fidel, Mandoline und Dreadnought macht die Band mit Sitz in Nashville, Tennessee, den CD-Wechsel bei der nächsten Party unnötig.

Sun And The Wolf – SALUTATIONS

Sun And The WolfAngenehm arrangierter Psychedelic-Rock von Berliner Neuseeländern.

Viel Glück hatten Sun And The Wolf mit ihrem Debüt WHITE BUFFALO (2012) nicht gerade. Aufgenommen mit Impresario und DJ Frank Popp und auch auf dessen Label veröffentlicht, ging das kurzweilige, sich trotz des Psychrock-Trends nicht anbiedernde Album ziemlich unter. Dabei machen die drei seit Jahren in Berlin lebenden Neuseeländer (und der mehrfach gewechselte Bassist) vieles richtig. Was unter anderem an der talentierten Gesangs/Gitarren-Doppelspitze aus Brodie White und Peter Mangan liegt. White gibt gar Gitarrenunterricht in Berlin, und beide sammelten schon in Neuseeland Erfahrungen mit ihrer Garagenrock-Band The Have. An SALUTATIONS haben sie lange geschrieben und es in den letzten zwei Jahren selbst aufgenommen. Dabei ist ein psychedelisches Vielerlei entstanden, das sich hinter zeitgenössischen Vorbildern und Vorreitern wie Sleepy Sun und Darker My Love nicht zu verstecken braucht. Das pulsierende ›87 Years‹ ist nah an der Stone-Roses-via-Kasabian-Schule. ›Why Are We Not Fading‹ ist ein mehrdimensionaler Fuzzrocker. Einige Songs tauchen ab in 60s-Psych-Pop-Wölkchen, während die grandiose erste Single ›Waves In Front Of Me‹ mit ihrer zusätzlichen Percussion an die Voodoo-Priester Goat erinnert. Etwas mehr Glück wäre genau jetzt angebracht.

Trigger Hippy – TRIGGER HIPPY

TRIGGER HIPPYDas Solo-Projekt von Steve Gorman, früherer Trommler der Black Crowes und Ste-reophonics sowie einer der freundlichsten Typen im Musik-geschäft, besteht aus einem handverlesenen Team. An der Spitze dieser leidenschaftlichen Kapelle aus Nash-ville steht die blue eyed Soulsängerin Joan Osbourne sowie Jackie Greene (ebenfalls Black Crowes), der den männlichen Part am Mikro gibt und dazu noch Gitarre und Keyboards spielt. Hinzu gesellen sich Lead-gitarrist Tom Bukovanc und Bassist & Songwriter Nick Govrik. Zusammen frönen sie dem bluesbasierten Rock irgendwo zwischen Little Feat, Black Crowes, Delaney & Bonnie, Gov’t Mule, Allman Brothers, Dave Matthews u.a. Sämtliche Nummern packen den Hörer, dem gar nichts anderes übrig bleibt, als mitzugrooven. Klasse Debüt!

Beardfish – +4626-COMFORTZONE

BeardfishImmer noch frisch.

Von allen neu gegründeten Retroprog-Bands der 00er Jahre zeichneten sich vor allem Beardfish von Beginn an durch eine Extraportion Kühnheit, Wahnsinn und Humor aus. Gerade live konnten sich die Schweden ob ihrer überschäumenden Spielfreude jede Menge Fans erspielen. In diesem Jahr feiert das Quartett aus Gävle bereits seinen 13. Geburtstag, klingt aber glücklicherweise immer noch frisch, wenngleich der kreative Wirbelsturm bereits auf dem letzten Album THE VOID (2012) ein wenig an Elan verloren hatte. Das Fundament der Band ruht auch auf dem achten Album +4626-COMFORTZONE auf dem Erbe von Camel, Genesis, King Crimson, ELP und Gentle Giant, doch der Ideenquell der Band ist noch lange nicht versiegt. Die Arrangements sind pfiffig, die Ideen modern und reichhaltig. Das Quartett um Rikard Sjöblom (Gesang, Gitarre, Keyboards), der in-zwischen auch bei den deutlich konservativer ausgerichteten Engländern Big Big Train eingestiegen ist, lässt diesmal sogar wieder Vergleiche mit DESTINED SOLITAIRE (2009) zu, scheint aber heuer auf eine etwas zweideutiger und grüblerischer gefärbte Emo-tionspalette zurückzugreifen. Mit ›If We Must Be Apart (A Love Story Continued)‹ und dem melodieverliebten Titelsong hat man auch wieder zwei veritable Longtracks im Programm, während ›King‹ und ›Daughter/Whore‹ gar in Hardrock-/Metal-Härte-grade vorstoßen. Als Höhepunkt geht aber diesmal die feinnervige Ballade ›The One Inside Part Two – My Companion Through Life‹ über die Ziellinie.

Der King wird 80!

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Elvis Presley (C) Sony Music ArchivesElvis Aaron Presley wurde am 08. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi, geboren. Schon wenige Jahrzehnte später sollte er als „King Of Rock’n’Roll“ in die Musikgeschichte eingehen und viele Künstler nachhaltig beeinflussen:

John Garcia: „Was kann ich über Elvis Presley sagen, das man noch nicht weiß? Wir wissen doch alle, dass er der King ist, immer war, immer sein wird. Ich liebe Elvis so sehr, dass ich oft zu seinem Haus in Palm Springs gehe…erst neulich war ich mit Dave Angstrom, dem Gitarristen von Hermano, dort, um ihm meine Reverenz zu erweisen. BIG LOVE TO THE KING!!“

Richie Sambora: „Elvis hat den Blues in den Rock’n’Roll gebracht.“

Ace Frehley: „Was ich in meinem Leben am meisten bereue, ist, dass ich mich nie bemüht habe, Elvis live zu sehen.“

Fred Andersson (The Durango Riot): „Wir sind eine skandinavische Band, die Elvis‘ Traum vom Rock‘n‘Roll folgt. Das ist unsere Religion: Rock‘n‘Roll, und Elvis ist ihr Gott. Unser sehnlichster Wunsch ist es, dieser Essenz des Rock näher zu kommen. Wenn du dir wirklich Mühe gibst als Musiker, dann schaffst du es vielleicht bei einem Song, bei einer Melodie, so zu sein wie Elvis. Dann erhebt dich die Musik und du siehst das Licht.“

Phil Lanzon (Uriah Heep): „Ich glaube, er versteckt sich irgendwo! Elvis steht für eine Tür, die sich in der Welt des Entertainment öffnete. Und er war es, der sie öffnete, ganz bewusst. Alle anderen sind ihm dann hindurch gefolgt. Wie würde das Entertainment heute wohl aussehen, wenn er das nicht getan hätte?“

Vince Neil: „Bis heute habe ich immer Musik von ihm auf meinem Handy dabei. Denke ich an Elvis, denke ich an gute Zeiten.“
„Ich kann mich noch erinnern, als ich noch klein war und Elvis starb. Meine Mutter weinte fürchterlich und auch ich war traurig, da ich seine Filme so geliebt habe.“

Johnny Marr: „Elvis war der erste hyperaktive Superstar. Man hört an seinem Gesang, dass er fast durchdreht vor Freude über das, was er da tut. Sein ganzes Auftreten war so weit draußen, als sei er gerade vom Mars gelandet. Und die Leute haben, glaube ich, nie verstanden, was für ein Experte er auf seinem Gebiet war. Er konnte innerhalb von zwei Zweilen von Mario Lanza zu Dean Martin wechseln, das haben nur wenige Sänger drauf. Und er wusste genau, was er da tat, das war kein Zufall.“

Bryan Adams: „Es gab und gibt niemanden wie Elvis. Vor 20 Jahren habe ich ›Hound Dog‹ für ein Elvis-Tribut aufgenommen und gemerkt, wie schwierig es ist, seine Stimme zu kopieren. Seine Stimme war so einzigartig und anders, obwohl gleichzeitig auch so zugänglich. Und deswegen war er auch zurecht der King.“

Bono: „Elvis besaß die Weisheit, die weise Männer zu Narren macht.“

Joe Cocker: „Elvis ist der größte Blues-Sänger der Welt.“

Bob Dylan: „Als ich Elvis das erste mal hörte, da wusste ich dass ich für niemanden arbeiten werde, und dass keiner mein Boss wird ….Ihn das erste Mal zu hören, war wie aus einem Gefängnis auszubrechen.“

Elton John: „Es war Elvis, der mich an Musik interessierte. Ich bin ein Elvis-Fan seit ich Kind bin.“

Brian Setzer: „Ich glaube nicht dass es heute einen Musiker gibt, der nicht von seiner Musik beeinflusst wurde.“

Huey Lewis: „Die Zeit ist sehr schlecht zu alten Platten, aber Elvis-Platten werden besser und besser.“

Bruce Springsteen: „Es hat Anwärter auf den Thron gegeben, es hat Herausforderer gegeben, aber es gibt nur einen König. Alles beginnt und endet mit ihm.“

Mick Jagger: „Bevor irgendjemand irgendetwas machte, hat Elvis alles gemacht.“

Paul McCartney: Wann immer es mir schlecht ging, legte ich eine Elvis-Platte auf, und dann fühlte ich mich großartig.“

Little Richard: „Ich danke Gott für Elvis Presley. Ich danke dem Herrn, dass er Elvis geschickt hat, die Tore aufzustoßen, damit ich diese Strasse gehen konnte.“

ELVIS 80Außerdem gibt es seine größten Hits nun in der großartigen ELVIS 80-Box, bestehend aus 3 CDs:

CD 1: THE KING OF ROCK’N’ROLL
1 Jailhouse Rock Start
2 Blue Suede Shoes Start
3 Hound Dog Start
4 Return to Sender Start
5 All Shook Up Start
6 Don’t Be Cruel Start
7 Tutti Frutti Start
8 Hard Headed Woman Start
9 Stuck on You Start
10 (Let Me Be Your) Teddy Bear Start
11 That’s All Right Start
12 King Creole Start
13 Lawdy, Miss Clawdy Start
14 My Baby Left Me Start
15 Too Much Start
16 I Got a Woman Start
17 Shake, Rattle and Roll Start
18 (Let’s Have A) Party Start
19 Trouble Start
20 Burning Love

CD 2: THE KING OF LOVE
1 Suspicious Minds Start
2 In the Ghetto Start
3 Can’t Help Falling in Love Start
4 Love Me Tender Start
5 Always on My Mind Start
6 It’s Now or Never Start
7 Heartbreak Hotel Start
8 Fever Start
9 (You’re The) Devil in Disguise Start
10 (Marie’s The Name) His Latest Flame Start
11 Are You Lonesome Tonight? Start
12 Love Letters Start
13 Good Luck Charm Start
14 Kiss Me Quick Start
15 The Girl of My Best Friend Start
16 One Night Start
17 The Wonder Of You Start
18 (Now And Then There’s) A Fool Such As I Start
19 Don’t Start
20 Blue Moon

CD 3:
THE KING OF TODAY (Remixes)
1 Shake That Tambourine (Alle Farben Remix) Start
2 Bossa Nova Baby (Viva Elvis) Start
3 A Little Less Conversation (JXL Radio Edit Remix) Start
4 Blue Suede Shoes (Viva Elvis) Start
5 Rubberneckin‘ (Paul Oakenfold Remix / Radio Edit) Start
6 Burning Love (Viva Elvis) Start
7 Suspicious Minds (Viva Elvis)
THE KING OF DUETS
8 Love Me Tender (Viva Elvis) (Feat. Dani Klein) Start
9 The Lady Loves Me (feat. Ann-Margret) Start
10 You’re The Boss (feat. Ann-Margret) Start
11 Today, Tomorrow And Forever (feat. Ann-Margret) Start
12 There Ain’t Nothing Like A Song (with Nancy Sinatra)
THE KING OF SPECIAL VERSIONS
13 Are You Lonesome Tonight? (Laughing Version) Start
14 Wooden Heart (Muss I Denn – Laughing Version)

Klappe die Zweite! (Teil 3)

Und der dritte und letzte Teil unserer Film-Geheimtipps:

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AC/DC – Wir gegen die Welt?

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Photo of Angus YOUNG and Malcolm YOUNG and AC/DCNach ihren Erfolgen der frühen 80er schlossen AC/DC die Tür und  sperrten die Welt aus. Und Gnade jedem, der es wagte, sich mit ihnen anzulegen.

„Bestätigung“. Das war das Wort, das Bon Scott benutzte, als ich ihn im Winter 1979 fragte, was ihm der Erfolg hauptsächlich gebracht habe. Wir saßen in einer schäbigen Einzimmerwohnung in Westlondon und rauchten einen Joint. HIGHWAY TO HELL ging auf beiden Seiten des Atlantiks mächtig ab, doch egal wieviel neuen Ruhm und Geld ihm der Erfolg verschafft hatte, war offensichtlich, dass Bon davon mehr oder weniger unbeeindruckt war.
„Ich trinke gern, rauche gern und habe gern Spaß“, sagte er. „Aber das war schon immer so. Das hier…“ – sagte er und wischte welch vage, nicht greifbare Idee von „Erfolg“ ich auch gerade gemeint hatte mit einer Handbewegung weg – „das hier bedeutet nur, dass ich die ganze Zeit etwas richtig gemacht haben muss, von dem die Leute sagen, dass ich es falsch machte.“ Tragischerweise für Bon Scott sollte genau dieses Ethos des freigeistigen Lotterlebens, das HIGHWAY TO HELL feierte und das der Erfolg nun für ihn legitimierte, nur wenige Monate später zu seinem Tod an Suff und Drogen führen.
Auch für die anderen AC/DC-Mitglieder – vor allem ihre Gründer und Anführer, die Brüder Angus und Malcolm Young – sollte die Bestätigung durch den Erfolg weitreichende Konsequenzen haben. Nicht in Form ihres Todes, sondern in Form des langjährigen, beinahe tödlichen Rückzugs von der Welt, die sie nun zu erobern begonnen hatten.
Der Wendepunkt kam Ende 1981 mit der Veröffentlichung von FOR THOSE ABOUT TO ROCK WE SALUTE YOU. Der Erfolg des Vorgängers BACK IN BLACK – ein Erfolg, nach dem sie lange gestrebt hatten – hatte es ihnen gestattet, die Tore zuzuschlagen, die Zugbrücke hochzuziehen und die Welt auszusperren. „Als es die Band endlich geschafft hatte – so richtig geschafft hatte –, wurde alles anders“, beobachtet Ian Jeffery, ihr damaliger Tourmanager. „Entweder war man bei ihnen hinter den verriegelten Toren oder man war komplett ausgeschlossen. Man war unwichtig. Und so blieb es.“

Für die Young-Brüder war es schon immer „wir gegen die Welt“ gewesen. Sie waren zwei von acht Kindern, die in der Nachkriegszeit in einer Sozialbausiedlung in Glasgow geboren wurden, und wanderten dann nach Australien aus, wo sie als Kinder mit „seltsamem Akzent“ aufwuchsen. Von Anfang an waren sie ein Zwei-Mann-Clan. „Sie vertrauten niemandem, nicht mal mir“, so Michael Browning, der sie als Manager durch die 70er führte. „Obwohl ich ihnen Geld gegeben und geholfen hatte, musste ich mich immer noch von ihrem älteren Bruder George ausfragen lassen, bevor ich sie überzeugen konnte, mir den Job zu geben.“
George Young – dessen frühere Band The Easybeats in den 60ern die „australischen Beatles“ gewesen war, bis sie von einer korrupten und gleichgültigen Musikindustrie hoch verschuldet abgeschoben wurde – war es auch, der Malcolm und Angus ihr tiefes Misstrauen gegenüber Außenstehenden eingeimpft hatte. In den 70ern fuhren sie damit sehr gut. Aber in den frühen 80ern fingen sie an, die Reihen zu schließen und ihren engsten Vertrautenkreis auszudünnen. Michael Browning wurde nach HIGHWAY TO HELL gefeuert und im Regen stehen gelassen („Es war, als hätte ich nie existiert“, sagt er heute. Sein Ersatz, Peter Mensch, ging fünf Tage nach ihrem Auftritt beim Monsters-Of-Rock-Festival 1981. Laut Jeffery fand Malcolm, dass Mensch „zu aufgeblasen“ wurde). Am schockierendsten war jedoch die Entscheidung, sich von Mutt Lange zu trennen, dem Mann, der erheblichen Anteil an ihrem weltweiten Erfolg hatte. Offiziell hieß es, Lange sei zu langsam. „Er brauchte immer ewig, um etwas auf die Reihe zu kriegen“, sagte Angus Young 2011 im CLASSIC-ROCK-Interview. „Ansonsten wären wir in einer Woche drinnen und wieder draußen gewesen, würde ich sagen.“
Ian Jeffery sagt, der Grund für Langes Verbannung aus dem engsten Kreis war einfacher geartet: „Es war eine Zeit, in der die Brüder alles in Frage stellten. Malcom sagte, ‘Wieso zahlen wir diesem Typen all dieses fucking Geld? Wir können das fucking selber machen‘.“ Laut Leuten, die ihn kennen, war und ist Malcolm Young mehr als nur AC/DCs Rhythmusgitarrist – er ist der Mann, der die Band von Anfang an mit eiserner Hand führte.
„Die Band gehörte Malcolm“, so Jeffery. „Es war Malcolm, der [Schlagzeuger] Phil Rudd sagte, sich an den Beat zu halten; Malcolm, der [Bassist] Cliff [Williams] sagte, wo er zu stehen und wann er ans Mikro zu treten hatte. Als Brian [Johnson] einstieg, war es Malcolm, der ihm sagte, er solle zwischen den Liedern die fucking Klappe halten und einfach nur dastehen und singen. Es war immer Malcolm, hinter jeder einzelnen Entscheidung.“
Nach Menschs Entlassung wurde Jeffery als AC/DCs Manager eingestellt, auch wenn es größtenteils nur eine nominelle Abmachung war. Mitte der 80er kümmerte sich die Band selbst um ihre Geschäfte. „Ich kümmerte mich um alle Leute, mit denen sie nicht reden wollten, was die meisten waren. Ich traf nie große Entscheidungen, ich erstattete immer Bericht an Malcolm und Angus und ließ sie entscheiden, was sie tun wollten.“
Es waren nicht immer gute Entscheidungen. Vielleicht die schlechteste war es, sich nach FOR THOSE ABOUT TO ROCK von Lange zu trennen. Auf den folgenden Alben FLICK OF THE SWITCH (1983) und FLY ON THE WALL (1985) wurden die Band sowie Malcolm und Angus als Produzenten genannt – der endgültige Beweis, dass die Young-Brüder nun das Sagen hatten. Künstlerisch waren es die schwächsten Alben ihrer Karriere. Kommerziell waren sie im Vergleich zu den Megasellern BACK IN BLACK und FOR THOSE ABOUT TO ROCK Flops. Als das passierte, suchten die Brüder nach einem Sündenbock. Diesmal musste Ian Jeffery dran glauben: Wochen nach Erscheinen des Albums wurde er gefeuert.
„[Malcolm] sagte, ‚Wir brauchen dich nicht mehr’“, so Jeffery. „Ich fragte, was er meinte. Er sagte, ‚Wir brauchen dich nicht mehr. Wir sind fertig‘, und ging zur Tür raus. Das war’s.“

Ende der 80er waren AC/DC wieder auf Kurs, selbst wenn die Mauer um sie herum mittlerweile so hoch war, dass nicht mal der Präsident ihrer Plattenfirma, Doug Morris, direkt mit ihnen reden durfte. Einzig ihr Anwalt John Clark und ihr Buchhalter Alvin Handwerker, beide in New York ansässig, hatten Zugang zu ihnen.
Was auch immer im Inneren ablief, Malcolm Youngs unantastbare Vision und angeborener Starrsinn hatten sich ausgezahlt. Die Alben THE RAZORS EDGE (1990) und BALLBREAKER (1995) hatten AC/DC wieder als einen der größten Rock-Acts etabliert.
Doch der Young-Clan forderte immer noch Opfer. Der Manager Stewart Young (nicht mit ihnen verwandt) wirkte nicht nur daran mit, die Band von ihrem Beinahe-Karriere-Selbstmord Ende der 80er zurückzuholen, er half ihr auch durch Malcolms „Urlaubsjahr“, als er mit der Alkoholsucht kämpfte. Dennoch erhielt er Mitte der 90er einen Anruf von Alvin Handwerker, der ihm mitteilte, die Band wolle nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten. Selbst Rick Rubin, der langjährige AC/DC-Fan, der BALLBREAKER produziert hatte, bekam die kalte Schulter gezeigt, nachdem er im Studio mit der Band gestritten hatte.
„Sie sind ein extrem eingeschworener Clan“, sagt Derek Shulman, der einstige A&R-Mann, der in der frühen 90ern AC/DCs Label Atco leitete und half, sie wieder als echte Macht zu etablieren. „Man ist entweder total drin oder total draußen. Der innerste Kreis ist äußerst eng verbunden, sehr familienorientiert, du musst ihr Vertrauen haben, und sie müssen glauben, dass du sie nicht verarscht, denn diesen Mist können sie durchschauen.“
Die Band hat nicht nur die Welt von sich, sondern auch sich selbst von der Welt ferngehalten. Albert, ein ehemaliger Mitarbeiter ihrer Produktionsfirma, erinnert sich an ein Gespräch mit Malcolm über Metallica, die kurz zuvor mit AC/DC gespielt hatten. Malcolm kratzte sich am Kopf und sagte mit vollem Ernst: „Yeah, ich glaube, ich habe von ihnen gehört. Sie sollen gut sein, oder?“ Erst vor Kurzem haben AC/DC sich dem Fortschritt gebeugt und ihre Musik für iTunes freigegeben (auf Spotify sind sie aber nach wie vor nicht). Mangels jeglicher Information über ihr Privatleben sind über die Jahre diverse Gerüchte aufgekommen. Das beste besagt, dass Angus in Holland mit seiner Frau eine Tulpenfarm besitzt, eine Behauptung, die er verneint.
Der undurchschaubare Alvin Handwerker überwacht bis heute ihre Geschäfte von seinem Büro in New York aus, aber die Mauer um AC/DC ist hoch wie eh und je und jegliche Information wird streng kontrolliert. Im Februar 2009 mussten sieben Konzerte abgesagt oder verschoben werden – ohne Angabe von Gründen. Erst Monate später gab Brian Johnson zu, dass ihm Endobrachyösophagus diagnostiziert worden war, eine Krankheit der Speiseröhre, die unbehandelt zu Krebs führen kann. Letztes Jahr ging das Gerücht um, ein Bandmitglied sei schwerkrank, obwohl kein Name genannt wurde – bis heute nicht. In der Welt von AC/DC gilt das Need-to-know-Prinzip. Und der Rest der Welt muss es in der Regel nicht wissen. Ian Jeffery: „Wenn es um die großen Entscheidungen geht, ist es letztendlich immer Malcolm, der wirklich über alles nachdenkt und die Resultate liefert.“

Klappe die Zweite! (Teil 2)

Und weiter geht es mit den nächsten 25 Gemeintipps:

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