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Start Blog Seite 923

Jeff Healey – HEAL MY SOUL

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healy jeffUngehörtes aus dem Archiv.

Er starb 2008 im Alter von nur 41 Jahren, aber Jeff Healey hat in seiner kurzen Karriere sehr viel Musik aufgenommen. Warum dieses großartige Rock-Album jahrelang unter Verschluss gehalten wurde, ist ein Rätsel. Denn a) sind die Zeiten für Gitarren-Musik aus dieser Sparte nie besser gewesen und b) heben sich die zwölf Songs kaum vom Qualitätsstandard eines Joe Bonamassa ab. Healey, früh erblindet, war einer der emotionalsten Künstler seiner Zunft, brachte den Blues authentisch rüber. Doch auch Jazz oder Rock konnte er seinen eigenen Stempel aufdrücken. Dieses posthume Album gehört zu seinen besten Werken, es pendelt zwischen klassischem Laid-Back-Blues (›Baby Blue‹), Pop/Rock (›I Misunderstood‹, ›Love In Her Eyes‹) und Blues-Rock (›Temptation‹), jeder Song ist ein Beweis für die einzigartigen Songwriter-Qualitäten des Kanadiers. Normalerweise schwingt bei Veröffentlichungen dieser Art immer ein fader Beigeschmack mit, hier kann man wirklich froh darüber sein, dass seine Familie dieses Projekt unterstützt hat.

Jeff Healey
HEAL MY SOUL
PROVOGUE/ROUGH TRADE
8/10

The Limiñanas: Joy Division-Mann Peter Hook unterstützt französische Band

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the liminanasSeht hier das Video zur neuen Single der französischen Psych-Rocker The Limiñanas. Bei ›Garden Of Love‹ bekam das Duo berühmte Unterstützung von Peter Hook (Ex-Joy Division und New Order).

Das 60s-/70s-Psych-Rock-Duo The Limiñanas besteht aus Marie (Gesang und Schlagzeug) und Lionel (Gitarre, Bass, Keyboards und Gesang), doch auf ihrem neuen Album MALAMORE, das am 20. Mai erscheint, sind zudem zahlreiche Gäste an Bord. Der bekannteste von ihnen dürfte Peter Hook sein, der den Limiñanas seine unvergleichlichen, hohen Bass-Melodien für die erste Single ›Garden Of Love‹ geliehen hat. Jetzt wurde zu diesem Song ein Videoclip veröffentlicht.

Marie und Lionel über die Zusammenarbeit mit Peter Hook: „Wir sind riesige Joy Division- und New Order-Fans und Peter hat den Song vollkommen verwandelt. Wir sind wirklich stolz auf das Stück und darauf, dass er bereit dazu war, uns seine Zeit zu widmen.“

Seht hier den Clip zu ›Garden Of Love‹:

The New Roses: Wiesbaden, Schlachthof (26.02.16)

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The New Roses2Warten auf den Durchbruch

Schon seit knapp zwei Wochen ist der Wiesbadener Gig „Sold out“. Das liegt nicht nur daran, dass die Band ein Heimspiel hat, sondern auch an dem Umstand, dass er als Release-Show des neuen Albums DEAD MAN’S VOICE angekündigt wurde und zugleich den Tourauftakt markiert. The New Roses – das schon vorab – werden ihrem Ruf gerecht, eine schweißtreibende, authentische und äußerst sympathische Band zu sein. Ein knackiger, satter Sound rundet die energischen Rocksongs ab, weshalb das Gesamtpaket an diesem Abend die volle Punktzahl einfährt. Die Anwesenden werden fast 100 Minuten lang mit zeitlos-erdigem Rock verwöhnt, wobei der Schwerpunkt logischerweise auf den Songs des neuen Albums liegt. Doch genau die, etwa ›Heads Or Tails‹ und ›Partners In Crime‹ heizen hervorragend ein. Höhepunkte wie ›Ride With Me‹ und ›I Believe‹ rauben einem durch die energische Spielweise fast den Atem. Aber auch Stücke vom 2013er-Debüt WITHOUT A TRACE kommen zum Zuge, etwa ›Whiskey Nightmare‹, das mit Zuschauerjubel be­­grüßt wird. Sänger und Gitarrist Timmy Rough ist der unumstrittene Mittelpunkt der Band, selbstsicher, kommunikativ und stimmgewaltig dominiert er das Geschehen. Als The New Roses den Konzertabend schließlich mit Bob Segers ›Old Time R’n’R‹ beenden, lautet das Fazit: Amerikanischer kann eine deutsche Band nicht klingen. Und weiter: The New Roses hätten den großen Durchbruch wirklich verdient.

Biters: München, Garage Deluxe (23.02.16)

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bitersDie wilden 70er 

Nur wenige Rockfans verirren sich an diesem Champions League-Abend in die Garage deluxe. Die paar Unverbesserlichen, die Stadionrock höher bewerten als das Fußballstadion, werden mit einer spektakulären Show belohnt. Die Biters aus Atlanta entführen für eine Stunde in die 70er Jahre, als Bands wie Cheap Trick und Kiss über die Erde streiften. 60 Minuten sitzt jede Pose und jede Geste, die Instrumente tief, die Tattoos genau richtig und vor allem die starken Melodien punktgenau. Obwohl das geplante Intro ›Baba O’Riley‹ zu Anfang nicht vom Band kommt, geht die junge Band gleich steil, als ob sie das Wembley-Stadion rocken würde. Die neuen Songs wie ›1975‹ und ›Heart Fulla Rock N Roll‹ versprühen den Geist der 70er, die ältere Nummer ›So Many Nights‹ klingt sogar nahezu identisch wie der Thin-Lizzy-Klassiker ›The Boys Are Back Town‹. Das hat nichts mit Abkupferei zu tun, sondern mit Respekt vor den Helden. Zwischendrin werden weitere Idole zitiert und mal kurz ›Detroit Rock City‹ von Kiss oder ›Hold On Loosely‹ von 38 Special angespielt.
Ein noch deutlicheres Bekenntnis zu den 70ern als die abschließende Kiss- Cover-Version von ›Strutter‹ geht sowieso nicht. Vorher aber zieht Fronter Smith noch mal alle Register, spielt Gitarre auf den Schultern eines Roadies, trinkt mit den Fans auf der Bühne Bier und springt kopfüber in die überschaubare Menge. Anschließend fühlt man sich, als ob man eben Cheap Trick, Lizzy und Kiss auf einmal erlebt hat, dabei waren es „nur“ die Biters.

The Temperance Movement: München, Backstage Halle (16.02.16)

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the temperance movementGute Leute!

Wo am Vorabend mit den Winery Dogs die Technik regierte, kommt heute das Feeling zum Zuge. Die wieder randvolle Backstage-Halle erlebt eine bewegende UND bewegte Show. Den Anfang machen die Jungrocker Factory Brains aus Schweden und sie machen ihre Sache ziemlich gut. 30 Minuten rührt und rockt sich gewaltig was auf der Bühne. Unglaublich, wie reif diese Burschen – wie jung sie wirklich sind, sieht man nach ihrem Auftritt aus der Nähe am Merchandise – rocken und rollen.
Anschließend kommt es natürlich nicht zum Stillstand, denn The Temperance Movement legen eine kurze aber intensive Performance hin. Sänger Phil Campbell mit seiner Körpersprache und Choreographie zwischen Mick Jagger, Scott Weiland und Adam Levine, ist Dreh- und Angelpunkt dieser erdigen Truppe und zappelt und röhrt sich durch ein 15 Song starkes Set. Mit Ausnahme von zwei Nummern wird das komplette neue Album WHITE BEAR unters feiernde Volk gebracht, das Campbell wiederholt mit „good people“ anspricht.
Nach zwei neuen Stücken – schon beim zweiten legt der Sänger die Lederjacke ab, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben – kocht mit ›Midnight Black‹ vom Debüt die Halle. Phil Campbell hüpft, hampelt und fuchtelt, dass allein das Zusehen Spaß macht. Noch mehr Spaß macht aber seine erdige und raue Stimme, die die klasse Kompositionen perfekt in Szene setzt.
Nach 80 Minuten beenden die Zugaben ›Battle Lines‹ und die Ballade ›Lovers And Fighters‹ vom Erstling emotional den Abend. Bezeichnenderweise trägt Campbell zu den Encores ein Gremlins-Shirt – man weiß ja was passiert, wenn die nass werden – und schwitzt auch das noch schnell durch.

Joe Jackson: Essen, Lichtburg (15.02.16)

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joejackson_photo_gal_37255_photo_13716758_lrGROSSES KINO!

„Wir spielen heute ein paar alte Songs, ein paar neue und ein paar Cover“, lautet die simple Vorgabe, die Jackson zum Auftakt seiner Deutsch­­landtournee ausgibt. Und genau daran hält sich der 61-Jährige im grauen Sakko und mit ausgedünnter Jim-Jarmusch-Frisur auch: Mit seiner dreiköpfigen Band, die aus erfahrenen Cracks wie Graham Maby, Doug Yowell und Teddy Kumpel besteht, kombiniert er fast 100 Minuten lang Songs vom aktuellen Album FAST FORWARD mit den Highlights seines umfangreichen Backkatalogs – von ›It’s Different For Girls‹, das er ganz alleine am Keyboard intoniert, über ›Is She Really Going Out With Him?‹, ›Real Men‹, ›Another World‹, ›Sunday Papers‹ bis (natürlich) ›Steppin‘ Out‹. Dabei ist der gebürtige Brite immer dann am stärksten, wenn er richtig beherzt drauflosrockt, statt frei zu im­­provisieren. Wohin das führt, zeigt sich bei einer Version von Joni Mitchells ›Big Yellow Taxi‹, das er in bester New-Orleans-Manier bringt und das sich nur noch anhand des Texts erkennen lässt. Großartig – wenn nicht gigantisch – sind dagegen seine Interpretation von David Bowies ›Scary Monsters (And Super Creeps)‹ und die furiose Gaspedal-Fassung von Televisions ›See No Evil‹, das noch punkiger anmutet als das Original, und mit dem er seine New-Wave-Wurzeln offenlegt. Die 1.250 Zuschauer, die meist genauso alt sind wie der Meister, sind jedenfalls begeistert. Und das große Finale mit ›One More Time‹ und ›A Slow Song‹ reißt auch den Letzten aus dem plüschigen Sessel. Ganz großes Kino!

Jesse Malin: München, Orangehouse (06.02.16)

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alyssa-wendt--5-extralarge_1206384980963Punk-Original vom Hudson River

Man mag das gar nicht glauben: Vielleicht 80 Leute – wohlgemerkt, inklusive Band – verlieren sich im Münchner Orangehouse. Dabei lässt sich Jesse Malin hierzulande selten genug sehen, zuletzt 2004. Und nur wenige Künstler im breiten Feld zwischen Singer-/Songwriter-Eloquenz und messerscharfem Big-Apple-Punk haben einen eindrucksvolleren Bühnenact zu bieten als der 48-jährige New Yorker.
Ein drahtiger Italoamerikaner, die obligatorische Schiebermütze windschief auf den schwarzen Locken – Malin könnte der kleine Bruder von Miami Steve oder ein Sohn von Robert de Niro sein. Er strahlt diese asphaltharte New Yorker Coolness aus, Street-Cleverness gepaart mit Eastcoast-Kultiviertheit, feinste (Selbst-)Ironie inbegriffen. In Songs wie ›Outsiders‹, ›The Archer‹ und dem wunderbaren Opener ›She Don’t Love Me Now‹ kombiniert er denn auch den Geist von Joey Ramone mit dem Blue-Eyed-Soul von Dion DiMucci, wobei er zwischendurch noch seine halbe Lebensgeschichte erzählt (plus die seiner Musiker). Die famose dreiköpfige Begleitband, zu der sich gelegentlich zwei Bläser gesellen, prügelt ihren Rock’n’Roll mit elektrisierendem Energielevel in den kleinen Saal und verpflanzt ihn so für knapp anderthalb Stunden an die Lower East Side. Grandioser Auftritt mit ebensolchem Abgang: Als Zugabe erst das Clash-Cover ›Rudy Can’t Fail‹, dann das epische ›You Know It’s Dark When Atheists Start To Pray‹ mit anschließender Bläser-Prozession ins Off. Glücklich darf sich schätzen, wer dabei war.

Black Sabbath: New York, Madison Square Garden (27.02.16)

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black sabbath 2015Triumph des Loslassens

Über kurz oder lang läuft es in Rock-Karrieren auf die Frage hinaus: Gibt es noch Hingabe, besteht der Pakt zwischen Band und Fans, funktioniert die Aura – obwohl sich Zeiten und Menschen massiv verändert haben? Als Black Sabbath vor 46 Jahren ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlichten, war die Vorstellung einer Heavy Metal Band mit drei Mitgliedern über 60 Jahren eine absurde Vorstellung. Wer dies auch heute noch lächerlich finden könnte, wird auf der derzeit laufenden Abschiedstour von Sabbath eines Besseren belehrt – denn auch Metal-Godfather Ozzy Osbourne hat seinen … nun ja… Reifeprozess inzwischen in Richtung Würde gelenkt. Der zweite Konzertabend in New York ist durch und durch klassisch geprägt. Die als ultimativ letzte vermarktete Tour „The End“ löst die durchklingende Melancholie im Madison Square Garden mit einem 14-teiligen Set ein, bei dem der jüngste Titel, ›Dirty Woman‹, aus dem Jahr 1976 stammt. Hier gibt es keine Experimente, keine Überraschungen, nicht einmal Effekte, die den Namen verdienen: Auf der Bühne steht, repräsentiert durch den 67-jährigen Ex-„Prince of Darkness“, eine Lebensleistung, deren Haupterrungenschaft es ist, immer noch zu leben. Osbourne gibt alles, was er zu geben hat, dirigiert souverän skurril die riesige Arena. Obwohl ihm das Leben und vor allem er sich selbst einiges mitgegeben hat, steht das Wesentliche, die Musik, nicht in Frage. Mit Düsternis und Schmerz wurde sich arrangiert, das Bedrohliche ist dem Vertrauten gewichen, das Familiäre überwiegt nicht erst seit „The Osbournes“. Diese Akzeptanz der Dinge findet beim (angeblichen) Abschiedskonzert in New York City ihre fast dezente Entsprechung. Bei aller Wucht sind Ozzy, Tony Iommi und Geezer Butler leiser, essentieller geworden und zeigen in diesem gigantischen Kammerkonzert voller bekannter Hymnen das, was sie am besten können. Unterstützt werden sie vom 30 Jahre jüngeren Drummer Tommy Clufetos, dessen langes Solo als Übergang von ›Rat Salad‹ zu ›Iron Man‹ zu einem der Highlights des Abends zählt. Loslassen ist hier die Devise, nicht mit Pathos, sondern mit Freude: ein paar Routine-Explosionen, ansonsten Bodenhaftung. Gefeiert werden keine Egomanen, sondern eine Karriere. Und dennoch wird man einen von Hoffnung getragenen Verdacht nicht los: This is not the end, my friend.
Christina Raftery

Setlist:
01. Black Sabbath
02. Fairies Wear Boots
03. After Forever
04. Into the Void
05. Snowblind
06. War Pigs
07. Behind The Wall Of Sleep
08. N.I.B.
09. Hand Of Doom
10. Rat Salad
11. Iron Man
12. Dirty Women
13. Children Of The Grave
Zugabe:
14. Paranoid