Jesse Malin: München, Orangehouse (06.02.16)

-

Jesse Malin: München, Orangehouse (06.02.16)

- Advertisment -

alyssa-wendt--5-extralarge_1206384980963Punk-Original vom Hudson River

Man mag das gar nicht glauben: Vielleicht 80 Leute – wohlgemerkt, inklusive Band – verlieren sich im Münchner Orangehouse. Dabei lässt sich Jesse Malin hierzulande selten genug sehen, zuletzt 2004. Und nur wenige Künstler im breiten Feld zwischen Singer-/Songwriter-Eloquenz und messerscharfem Big-Apple-Punk haben einen eindrucksvolleren Bühnenact zu bieten als der 48-jährige New Yorker.
Ein drahtiger Italoamerikaner, die obligatorische Schiebermütze windschief auf den schwarzen Locken – Malin könnte der kleine Bruder von Miami Steve oder ein Sohn von Robert de Niro sein. Er strahlt diese asphaltharte New Yorker Coolness aus, Street-Cleverness gepaart mit Eastcoast-Kultiviertheit, feinste (Selbst-)Ironie inbegriffen. In Songs wie ›Outsiders‹, ›The Archer‹ und dem wunderbaren Opener ›She Don’t Love Me Now‹ kombiniert er denn auch den Geist von Joey Ramone mit dem Blue-Eyed-Soul von Dion DiMucci, wobei er zwischendurch noch seine halbe Lebensgeschichte erzählt (plus die seiner Musiker). Die famose dreiköpfige Begleitband, zu der sich gelegentlich zwei Bläser gesellen, prügelt ihren Rock’n’Roll mit elektrisierendem Energielevel in den kleinen Saal und verpflanzt ihn so für knapp anderthalb Stunden an die Lower East Side. Grandioser Auftritt mit ebensolchem Abgang: Als Zugabe erst das Clash-Cover ›Rudy Can’t Fail‹, dann das epische ›You Know It’s Dark When Atheists Start To Pray‹ mit anschließender Bläser-Prozession ins Off. Glücklich darf sich schätzen, wer dabei war.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Gamechangers: Alben, die veränderten, wie wir Gitarre spielen Teil 4/7

Black SabbathPARANOID (1970) Man kann nicht wirklich über Tony Iommis Einfluss auf die Metal-Gitarre reden, ohne seine fehlenden Fingerkuppen zu...

Neil Young: Will kompletten Katalog von Spotify löschen

Neil Young möchte umgehend seinen gesamten Musikkatalog von der Plattform Spotify löschen. In einem offenen Brief an sein Management...

Meat Loaf: Leibwache der Königin zollt dem Künstler Tribut

Zu Ehren von Meat Loaf spielte die Leibwache der Königin eine Bläser-Version des Überhits ›I Would Do Anything For...

Eric Clapton: Neue “Theorie” zur Impfung

In letzter Zeit hat Eric Clapton immer wieder mit seiner Meinung zur Pandemie und zum Impfen polarisiert. Jetzt hat...
- Werbung -

Cheap Trick: … und nun zu unserem nächsten Trick

Die Optimisten aus Illinois „hatten nichts von alledem geplant“, doch weit im fünften Jahrzehnt ihrer Existenz erleben Cheap Trick...

Video der Woche: Meat Loaf mit ›Paradise By The Dashboard Light‹

1977 schufen Meat Loaf und Jim Steinmann mit Bat Out Of Hell ein Jahrhundertalbum, das an Bombast nur schwer...

Pflichtlektüre

Michael Schenker’s Temple Of Rock – SPIRIT ON A MISSION


Viel Veteranentreffen, wenig Magie. Mal Genie, mal Scharlatan. Das Leben...

Kid Rock – Der amerikanische Traum

Mit seinem neunten Album REBEL SOUL zelebriert der Mann...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen