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Motörhead: München-Konzerte erscheinen als Livealbum

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motörheadEin Livemitschnitt der beiden Motörhead-Shows aus dem vergangenen Jahr in München wird Ende Mai in verschiedenen Formaten veröffentlicht werden.

Lemmy Kilmister ist am 28. Dezember 2015 gestorben – die Legende aber lebt weiter. Nicht zuletzt dank weiterer Motörheadveröffentlichungen auch nach dem Tod des markanten Frontmanns. Am 28. Mai kommt nun ein neues Livewerk des Rock’n’Roll-Trios.

„Clean Your Clock“ setzt sich aus den beiden gut einen Monat vor Lemmys Tod aufgenommenen Motörhead-Konzerten im Münchner Zenith am 20. und 21. November 2015 zusammen. Der Mitschnitt wird als CD, DVD, Blu-ray, Doppel-Vinyl sowie als Digital Download und Limited Edition Box Set erhältlich sein.

Trackliste zu „Clean Your Clock“:
1. Start
2. Live Intro
3. Bomber
4. Stay Clean
5. Metropolis
6. When the Sky Comes Looking for You
7. Over the Top
8. Guitar Solo
9. The Chase Is Better Than the Catch
10. Lost Woman Blues
11. Rock It
12. Orgasmatron
13. Doctor Rock Pt 1
14. Drum Solo
15. Doctor Rock Pt 2
16. Just ´Cos You Got the Power
17. No Class
18. Ace of Spades
19. Whorehouse Blues
20. Overkill

Get ready for the boys to ‘Clean Your Clock’ good and proper with this live release from their last tour on May 27th!!…

Posted by Official Motörhead on Mittwoch, 30. März 2016

Gene Vincent And His Blue Caps – GENE VINCENT AND THE BLUE CAPS

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gene vincent albumMr. Be-Bop-A-Lulas Zweite: wildes Cruisen im „Pink Thunderbird“.

Als Gene Vincent 1971 mit gerade einmal 36 Jahren an einem offenen Magengeschwür und ohne einen Penny in den Hosentaschen verstarb, galt er als längst vergessener „Has-Been“. Zwei prominente Fans trauerten besonders: John Lennons und Paul McCartneys Faible für Vincent, der seit jenem sagenumwobenen Autounfall in Großbritannien 1961, der Rock’n’Roll-Kollege Eddie Cochran das Leben kostete, auf einem Bein hinkte, dokumentierte sich auf diversen Fotos aus der Frühphase der Fab Four in Hamburg. Es manifestierte sich aber auch in diversen Interviews für die Nachwelt, wenn sich Lennon und McCartney unabhängig voneinander an bizarre Begebenheiten der guten alten Zeit erinnerten und ungehemmt schwärmten. Als GENE VINCENT & THE BLUE CAPS im März 1957 als Nachfolger des Debüts BLUEJEAN BOP (1956) erschien, lag der einzige Welthit des amerikanischen Sängers und Komponisten schon ein Jahr zurück: ›Be-Bop-A-Lula‹, ursprünglich die B-Seite von ›Women Love‹, verkaufte sich weltweit mehr als zwei Millionen mal. Über vergleichbare Hitqualitäten verfügte keiner der Tracks des von Ken Nelson produzierten runden Songdutzends von gerade mal einer halben Stunde Spielzeit, für das eigens der im August des Vorjahres ausgeschiedene Gitarrist Willie Williams zurückbeordert worden war. Dennoch spiegeln atemlose Uptempo-Rocker wie ›Pink Thunderbird‹, ›You Better Believe‹, ›You Told A Fib‹, ›Double Talkin’ Baby‹, ›Red Bluejeans & A Ponytail‹ und ›Hold Me, Hug Me, Rock Me‹, aber auch die Kuschelballade ›Unchained Melody‹ oder die Midtempo-Klage ›Blues Stay Away From Me‹ perfekt den typischen Klang-Zeitgeist der rebellischen Rock’n’Roll-Ära wider. Dass das archaische Chaos von ›Cat Man‹ oder die Manie von ›Cruisin’‹ zu den Favoriten der 80er-Neo-Rockabilly-Rebellen The Cramps zählten, verwundert also nicht wirklich.

Gene Vincent And His Blue Caps
GENE VINCENT AND THE BLUE CAPS
RUMBLE
8/10

David Gilmour: TV-Auftritt mit ›Wish You Were Here‹ und ›Rattle That Lock‹

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david gilmour tv auftritt 2016 kimmelDavid Gilmour war zu Gast in der Show von US-Entertainer Jimmy Kimmel. Dort spielte er den Pink-Floyd-Klassiker und den Titelsong seines jüngsten Solowerks.

Ein entspannt wirkender David Gilmour absolvierte am Montagabend (28. März) einen seiner seltenen TV-Auftritte. Der Pink-Floyd-Gitarrist war zu Gast bei „Jimmy Kimmel Live“, der Late-Night-Sendung von Moderator Jimmy Kimmel.

Dabei spielte Gilmour eine zurückgenommene Fassung des Pink-Floyd-Songs ›Wish You Were Here‹ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1975. Außerdem ließ der Brite mit ›Rattle That Lock‹ das Titelstück seines im September erschienenen Soloalbums hören.

Hier seht ihr David Gilmour live mit ›Wish You Were Here‹ und ›Rattle That Lock‹:

Im Sommer wird David Gilmour mehrere Konzerte in Deutschland geben. Hier findet ihr alle Infos.

Bruce Springsteen: Auf ein Tänzchen mit Mom

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bruce springsteen live press blackwhiteBei seinem jüngsten Konzert in New York verließ Bruce Springsteen während ›Ramrod‹ kurzzeitig die Bühne – um mit seiner 90-jährigen Mutter zu tanzen.

Dass Bruce Springsteen nie um eine Showeinlage verlegen ist, bewies er nun erneut bei seinem Auftritt am Montag (28. März) im Madison Square Garden in New York. Als er zusammen mit seiner E Street Band den 1980er Song ›Ramrod‹ spielte, verließ Springsteen zur Überraschung des Publikums die Bühne.

Das Ziel seines Ausflugs war sein vielleicht größter Fan – seine 90-jährige Mutter Adele. Die zeigte sich auch im hohen Alter äußerst agil und tanzte mit ihrem Sohn zum ausgelassenen Track vom Album THE RIVER. Das Publikum quittierte die Aktion mit Standing Ovations.

Springsteen ist zurzeit auf großer „The River Tour“ unterwegs, in deren Zentrum sein gleichnamiges Werk aus dem Jahr 1980 steht. Im Juni ist Springsteen in München und Berlin zu Gast.

Bruce Springsteen live in Deutschland:
17.06. München, Olympiastadion
19.06. Berlin, Olympiastadion

Hier seht ihr Bruce Springsteen bei seinem Tänzchen mit seiner 90-jährigen Mutter Adele:

AC/DC: Wird Axl Rose wirklich neuer Aushilfssänger?

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Angus AxlMan mochte es zunächst nicht glauben, doch jetzt scheint es, als wäre etwas an dem Gerücht dran: Axl Rose singt bald bei AC/DC?

Es schien, eines der Gerüchte zu sein, die zu abwegig klingen, um wahr zu sein: Nachdem Guns N‘ Roses einerseits mit der Reunion von Axl Rose, Slash und Duff McKagan und andererseits AC/DC mit ihrer gesundheiltich bedingten Unterbrechung ihrer Tour bereits für genug Wirbel gesorgt hatten, hieß es plötzlich, dass GN’R-Frontmann Rose den unter einem drohenden Gehörverlust leidenden AC/DC-Sänger Brian Johnson bei einigen kommenden Shows vertreten werde.

Gestern veröffentlichte TMZ.com dann doch tatsächlich zwei Fotos, die zeigen, wie zunächst Axl Rose und später drei Mitglieder von AC/DC den selben Proberaum in Atlanta verlassen.

Während hier entweder eine unglaublich überraschende und fragliche Sensation oder ein umfangreich vorbereiteter Aprilscherz (nicht der erste mögliche Aprilscherz bei Guns N‘ Roses) im Gange zu sein scheint, veröffentlichten Guns N‘ Roses indes ein Video, in dem sie eine 21 Städte umfassende Nordamerika-Tour ankündigen. Damit steigen natürlich auch die Chancen und Hoffnungen auf einen Besuch der reunierten Guns N‘ Roses in Europa.

Seht hier das Video:

Patience… #GnFnR

Patience… #GnFnR

Posted by Guns N' Roses on Freitag, 25. März 2016

 
Rose wurde erst vergangene Woche von einem Fan in Atlanta gesichtet. Dabei verriet er bereits seine Tour-Pläne mit GN’R. Dass er aber wegen AC/DC in der Stadt sein könnte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Howard Marks – Mr Smiley

howard marks mr smileyIm Rausch der Nacht.

Da haben wir es: Aus Physikstudenten werden nicht immer Muttis Lieblinge, sondern manchmal auch Drogen­händler. So wie der Waliser Howard Marks, der es nach seinem Physik­abschluss in Oxford vorzieht, Hasch zu verticken. Keine kleinen Mengen, sondern laut Wikipedia „mindestens zehn Prozent des gesamten Welthandels von Haschisch und Marihuana“. Nach sieben Jahren in einem amerikanischen Hochsicher­heitsknast wird er Mitte der 90er mit knapp 50 vor­zeitig nach England abgeschoben. Er schreibt dort die Autobiografie „Mr Nice“, einen internationalen Bestseller. Nun folgt mit „Mr Smiley“ die Fortsetzung der Geschichte. Denn Marks rutscht nach einem Umzug nach Ibiza in die dortige Club­ und Drogen­szene ab und verkauft bald – wir ahnen es – Ecstasy. Dabei trifft er auf bizarre Unterweltgestalten, erzählt mit schonungsloser Offenheit, wie er Drogen schmuggelt, den Kick des Illegalen sucht und die Nacht zum Tag macht. Genauso lesen sich die 320 Seiten: schnell, leicht und euphorisch wie eine durchzechte Nacht. Fazit: cooles Buch. Und: Traue keinem Physikstudenten.

Mr Smiley
VON HOWARD MARKS
HEYNE HARDCORE
7/10

Die 10 skurrilsten Cover der Rockwelt (Teil 2)

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skurrilste cover_neil youngNeil Young
ON THE BEACH (1974)

Es ist das fünfte Album von Neil Young, und weil es ON THE BEACH heißt, ziert das Artwork eine idyllische Strandszene. So weit, so unspektakulär. Aber irgendwas irritiert dann doch …
Nun ist unser Gehirn eben derart programmiert, dass wir beim Betrachten eines Bildes unsere Aufmerksamkeit zunächst auf das größte Objekt richten – in diesem Fall einen Sonnenschirm im zeitgenössischen 70er-Jahre-Design. Wir erkennen sofort, dass da nur eine Camping-Ausrüstung steht, Schirm, Tisch, zwei Stühle, alles Ton in Ton. Gelb ist die dominante Farbe, was einen schönen Kontrast zum blauen Himmel über dem Ozean bildet. Nun finden wir normal sozialisierte Menschen unsere Artgenossen gemeinhin interessanter als Campingmöbel aus der Prilblumen-Ära, weshalb unser geübter Blick sogleich in die Ferne schweift, Richtung Waterkant. Dort steht Neil Young mit dem Rücken zu uns. Sein gelbes Hemd harmoniert mit dem Camping-Ensemble, er blickt versonnen aufs Meer. Noch bewegen wir uns also in der Casper-David-Friedrich- Bildsprache, modifiziert für die mittleren 70er Jahre. Ein einsamer Mensch blickt in die Natur. Aber jetzt wird’s schräg: Vorne links ragt etwas aus dem Sand. Ein Auto. Konkret: Die Heckflosse eines 1959er-Cadillacs in der Lackierung „Got­ham Gold“. Und zwar wie die Spitze eines Eisbergs, denn die restlichen knappen sechs Meter des Detroiter Eisenhaufens sind verborgen. Nun weiß man um Youngs Vorliebe für V8-Di­no­saurier einerseits und seine stete Sorge um die Natur andererseits, was gewissen Interpretationen Raum lässt. Die uns jetzt aber mal egal sind. Denn Designer Gary Burden und Fotograf Bob Seidemann spielen in erster Linie mit unserer Wahrnehmung. Da ist etwas im Vordergrund, aber dennoch verborgen. Da passt etwas nicht zur Umgebung, fügt sich aber dennoch ein. Hübsch rätselhaft, oder?
Uwe Schleifenbaum

skurrilste cover_Little Feat THE LAST RECORD ALBUM Little Feat
THE LAST RECORD ALBUM (1975)

Glatt gelogen: Das fünfte Studioalbum von Little Feat war keineswegs ihr finaler Output, und auch andere Künstler veröffentlichten noch nach 1975 „record albums“ – und tun es bis heute. Um es klar zu sagen: THE LAST RECORD AL­­BUM war und ist nicht der hellste Punkt in der Diskographie der kalifornischen Blues-Swamp-Americana-Funk-Rock-Kapelle, die im Laufe ihrer Karriere wesentlich stärkere Werke geschaffen hat. Aber hier geht es ja nicht um den Inhalt, sondern die Verpackung. Und die stammt von Neon Park alias Martin Muller (1940–1993), Haus- und Hof-Grafiker für Little Feat, der aber auch erfolgreich fremdging: Dr. Johns CITY LIGHTS stammte ebenso aus seiner Werkstatt wie WEASELS RIPPED MY FLESH der Mothers Of Invention und SPECIAL DELIVERY der Südstaaten-Rocker 38 Special. Aber zurück zur „letzten Schallplatte“. Wir sehen: eine Straße, und zwar eine typisch amerikanische Main Street, gesäumt von Geschäften und ihren Werbeschildern. Im Hintergrund: eine Götterspeise mit Sahnehäubchen und dem weltbekannten Hollywood-Schriftzug. Im Vordergrund: ein Hase, vermutlich der Sorte Lepus californicus, dem Neon Park kurioserweise ein artfremdes Geweih verpasst hat. Eine künstlerische Freiheit, die er sich übrigens 1981 beim Little-Feat-Album HOY-HOY! noch einmal erlaubte, nur dass diesmal ein Deutscher Schäferhund gehörnt wurde. Und was wollte uns der Künstler mit all dem sagen? Nun, auffällig ist der Kontrast zwischen bunter Kommerzwelt und der wüstenartigen Beschaffenheit der Straße, die zum Traumziel Hollywood führt. Ist es also ein steiniger Weg bis zum Sahnehäubchen, flankiert von allerlei Verlockungen? Möglich. Man könnte aber auch Konsumkritik hinein interpretieren, oder eine ökologisch inspirierte Mahnung. Muss man aber nicht. Man kann es nämlich auch einfach ansehen, staunen und lächeln.
Uwe Schleifenbaum

skurrilste cover_Udo Lindenberg Panik PantherUdo Lindenberg
PANIK-PANTHER (1992)

Seine größten Erfolge feierte Udo Lindenberg zwischen Mitte der 70er und Mitte der 80er Jahre – und dann wieder im neuen Jahrtausend, endlich und völlig zu Recht anerkannt als Pionier und elder statesman der Rockmusik deutscher Zunge. Dazwischen: harte Zeiten. Denn unser Udo, einst Hipster und viel zitierter Wortakrobat, fiel in den frühen 90ern bei der Coolness-Polizei in Ungnade, galt als Relikt der Vergangenheit, als zwanghaft schnodderiger und tendenziell peinlicher Berufsjugendlicher. Ein hartes, ungerechtes Urteil. Doch künstlerisch schien er seinen Zenit tatsächlich überschritten zu haben. Für semilustige Parolen, et­­wa BUNTE REPUBLIK DEUTSCHLAND war er aber immer noch zu haben, ebenso für semilustige Artworks. Wie 1992, beim Album PANIK-PANTHER. Udo mit Iro. In den Farben der Republik. Gut, das Sommer­märchen 2006 war damals noch Zukunftsmusik, der betont entspannte Umgang mit nationalen Symbolen wollte erst noch geübt werden, aber so richtig originell war die Kombination aus antinationaler Frise und nationaler Kolorierung schon damals nicht. Eine Provokation? Ja nun: für wen denn? Für Iro-Punks sicher nicht, denn die hörten ohnehin härtere Sachen. Für Deutschnationale? Theoretisch schon, aber dass irgendwelche braunen Dorfdeppen zu CD-Verbrennungen aufgerufen hätten, ist nicht überliefert. Denn braune Dorfdeppen hatten’s schon damals eher mit den Farben der ollen Reichsflagge, zudem waren die um 1992 vollauf damit beschäftigt, im Dosenbierrausch die Wohnhäuser von Migranten anzuzünden und sich dabei die Jogginghosen voll zu pinkeln. Aber vielleicht warb Udo ja auch nur für eine Art „linken Patriotismus“, für das Entreißen nationaler Symbole aus den Klauen der Sportbekleidungs-Selbstnässer. Warum auch immer, aber so könnte es gewesen sein. Was das Album allerdings auch nicht besser macht.
Uwe Schleifenbaum

Die 10 skurrilsten Cover der Rockwelt (Teil 1)

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skuriles cover_ManowarManowar
ANTHOLOGY (1997)

Seien wir ehrlich: Die Rock’n’Roll- und Metal-Welt ist geprägt durch männliche Attribute. Das kann niemand leugnen und im Grunde stört es auch nicht. Es ist doch schön, wenn man sich auf Festivals und Konzerten mit einem kühlen Bier in der Hand einfach den gitarrenlastigen Klängen hingeben kann, ohne auf spießige Etikette achten zu müssen. Da werden Fäuste gen Himmel gereckt, es wird leidenschaftlich mitgegrölt. Das macht uns Frauen auch Spaß, das müssen wir offen zugeben. Doch gibt es auch Bands, die das Ausleben dieser Attribute bzw. Klischees mehr als übertreiben.
Nehmen wir Manowar als passendstes Beispiel und sehen uns das obige Cover ihres Albums ANTHOLOGY mal genau an. Dort stehen vier Männer inmitten eines mittelalterlichen Verlieses. Die Band selbst wirkt jedoch nicht wie kühne Ritter, sondern eher, als sei sie einem der ersten „Conan – Der Barbar“-Filme entsprungen. Joey DeMaio präsentiert sich eingeölt, betont behaart und im schicken Leder-Lendenschurz in Bodybuilder-Pose und wirkt dabei wie eine Ken-Puppe aus den 90ern, die ins heimische Olivenölfass geplumpst ist. Auch Sänger Eric Adams hat diese Ölkur genossen und krönt seinen Look noch mit weißen Fellstiefeln, die aussehen, als hätte er sie von einer Strip-Tänzerin erobert – zusammen mit dem armen toten Stofftier, das er stolz in die Kamera hält, als hätte er gerade mit bloßen Händen einen Tiger erlegt. Und was machen sie in diesem Aufzug in diesem Verlies? Wollen sie arme Jungfrauen befreien? Wohl eher nicht. Es scheint beinahe so, als wären sie die armen Schweine, die befreit werden müssen.
Liebe Männer, gestattet mir eine Frage: Findet ihr das männlich? Zählen paillettenbesetzte Lederhöschen zur Grundausstattung eines echten Mannes? Falls ja, erbitte ich eine Erklärung. Natürlich, man darf die Ironie hinter dieser Aufmachung nicht außer Acht lassen. Doch was soll diese bewirken? Will eine Band, die sich die Krone der Männlichkeit auf die Stirn tätowiert hat, plötzlich genau das ins Lächerliche ziehen? Zugegeben, wenn das ihre Intention ist, dann schaffen sie das perfekt. Denn der gesamte Aufzug ist einfach nur lächerlich. Ob man das nun mit einem Augenzwinkern oder bierernst sieht, sei jedem selbst überlassen. Doch Geschlechterdiskussionen hin oder her, eines ist sicher: ANTHOLOGY hat den Preis als eines der hässlichsten Albumcover der Rockgeschichte verdient.

skurriles cover_Ted NugentTed Nugent
LOVE GRENADE (2007)

Ted Nugent ist ein wahrer Mann! Er ist großer Verfechter von Schusswaffen (angeblich hat er selber mehr als 350 Knarren zu Hause), geht gern auf die Jagd (je größer die Beute, desto besser!), seiner Meinung nach gehört die Frau an den Herd und der Mann aufs Schlachtfeld. Dass der Motor City Madman den ein oder anderen großen Hit geschrieben und musikalisch durchaus qualitativ hochwertig sein kann, lassen wir jetzt mal außen vor.
Blicken wir lieber auf dieses Cover zu seinem 2007 erschienenen Werk LOVE GRENADE, denn dort haben wir alle Machoallüren des Herrn Nugent versammelt. Nun gut, die Frau ist nicht gerade am Herd, sondern gleich die große Beute des werten Jägers. Wie ein Brathühnchen sitzt die junge Dame da auf dem Gourmetteller (große Brüste und ein wohlgeformter Hintern natürlich inklusive) — oder vielleicht auch wie ein Spanferkel. Anstelle eines Apfels prangt eine Handgranate in ihrem Mund, dem Titel nach zu urteilen das Liebeselement der Szene… Auch der Blickwinkel ist interessant. Der Betrachter scheint nämlich schon am Tisch zu sitzen, zurückgelehnt in seinem Stuhl, um… ja, um was? Um der Lady ein Ständchen auf der daneben liegenden Gitarre zu spielen? Einen großen Schluck aus der Whiskyflasche zu nehmen? Oder sollen wir unser „Mahl“ genießen? Schön romantisch hat es uns der Herr Nugent gemacht mit einem prasselnden Kaminfeuer. Einen kleinen Keks als Aperitif haben wir schon genossen. Jetzt wartet die dralle Dame auf ihr Schicksal. Doch vielleicht sehen wir das alles ganz falsch. Das ist nicht etwa ein Macho-Bild, sondern extrem feministisch. Denn die Dame könnte auch ein Auftragskiller sein. Die Granate ist schon da. Mit einem neckischen Kopfnicken könnte sie den Stift ziehen und dann… ja, dann wird der Jäger zum Gejagten.

skurriles cover_fleetwood macFleetwood Mac
MYSTERY TO ME (1993)

Dass Fleetwood Mac einen leichten Hang zu seltsamen Covermotiven haben, ist kein Geheimnis. Auf THEN PLAY ON reitet ein nackter Jüngling auf einem weißen Ross über eine Blumenwiese. KILN HOUSE wirkt, als hätte ein Kind seinen letzten Schulausflug mit Buntstiften gemalt. Aber MYSTERY TO ME ist mit Sicherheit das skurrilste Werk dieser Sammlung. Veröffentlicht wurde es im Oktober 1973. Die Besetzung: Bob Welch und Bob Weston an der Gitarre, Christie McVie am Mikrofon und Keyborad, John McVie am Bass und natürlich Bandboss Mick Fleetwood am Schlagzeug. Viele Jahre musikalisch unterschätzt, gilt es heute als eine der Perlen Fleetwood Macs vor dem weltweiten Durchbruch mit RUMOURS im Jahre 1977.
Doch über die Musik wollen wir hier ja nicht reden, sondern über die essentiellen Fragen: Warum sitzt dieser Affe am Strand und stopft sich eine fette Sahnetorte ins Maul? Und was macht dieses angebisse Buch dort? Warum weint der Primat? Hat ihm jemand das Herz gebrochen und er versucht nun, seinen Frust mit Süßem zu lindern? Oder leidet er unter dem Sand, der überall – natürlich verstärkt durch den Zuckerguss – in seinem Fell klebt? Hat man ihn kaltherzig aus dem Dschungel gerissen und an der Küste zurückgelassen? Vielleicht liegt sein Gemütszustand jedoch auch am Inhalt des blauen Buches. Was kann dort nur geschrieben stehen? Ist er gar ein Schriftsteller in einer mentalen und kreativen Krise? Oder steckt vielleicht eine tiefere, wenn nicht sogar mystische Bedeutung hinter diesem Artwork? Erstaunlicherweise ja. Ihr damaliger Gitarrist Bob Welch beschrieb das Konzept des Covers einmal folgendermaßen: „Egal wie sehr man sich auch mit Wissen vollstopft, am Ende bleiben wir alle doch nur Affen.“ Affen, die Torte essen? Nun gut.