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Start Blog Seite 742

Fleet Foxes – CRACK-UP

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fleet foxesComeback-Meisterwerk der Indiefolker.

Es waren harte Zeiten für Fans der Fleet Foxes, sechs Jahre oh­­­­ne Album. Ex-Drummer Josh Tillman hatte derweil Gele­genheit, als Father John Misty Weltkarriere zu machen und sich zum genialischen Chefdandy der Indieszene aufzuschwingen. Sänger und Songwriter Robin Pecknold zog es dagegen nach New York, wo er sich an der Columbia University einschrieb und musikwissenschaftliche Kurse belegte. Vielleicht liegt es daran, dass CRACK-UP, benannt nach einer Essaysammlung von F. Scott Fitzgerald, das wohl bislang komplexeste Album der Fleet Foxes geworden ist. Es ist ein mäanderndes Konzeptwerk, dessen elf fein ziselierte Songs zwischen Folk, barockem Pop und Indierock einander halten, sich ergänzen und ineinander fließen. Es geht um Einsamkeit, Trennungsschmerz und das Ringen um Liebe. „How could it all fall in one day?/Were we too sure of the sun?“, fragt sich Pecknold in ›If You Need To, Keep Time On Me‹, „aren’t we made to be crowded to­­gether, like leaves?“ im neunminütigen ›Third Of May/Odaigahara‹, das allein in sich mehr Stimmungen, Drama und musikalische Vielfalt vereint als andere das in ganzen Alben schaffen. Es ist übrigens nicht nur dieser Song, der in seinen feinen Harmonien, seiner emotionalen Dringlichkeit und poetischen Brillanz an den Paul Simon von STILL CRAZY oder HEARTS AND BONES erinnert. Nur ist CRACK-UP auf Anhieb weniger zugänglich als Simons Platten, manchmal vielleicht auch ein bisschen sperrig. Wer sich aber darauf einlässt, den erwartet nicht weniger als eine Offenbarung.

9/10

Fleet Foxes
CRACK-UP
NONESUCH/WARNER

Jason Isbell And The 400 Unit – THE NASHVILLE SOUND

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jason isbellDer Mann hat einen Lauf! In Sachen Americana definiert Jason Isbell zum dritten Mal in Folge, wo vorne ist.

Es gibt, wenn man so will, zwei Zeitrechnungen für Jason Isbell: Vor und nach der Nüchternheit. Bis 2012 war der Ex-Gitarrist der Drive-By-Truckers ein starker Trinker, dann machten seine engsten Freunde (darunter seine heutige Frau Amanda Shires und Ryan Adams) eine „Intervention“. Seit Isbell trocken ist, schuf er seine stärksten Alben: Das reuige Meisterwerk SOUTH­EASTERN (2013), das grammy-gekrönte SOME­THING MORE THAN FREE (2015). Für den Nachfolger nennt der Songwriter seine Band The 400 Unit wieder auf dem Cover und das nicht aus Zufall: Es gibt mehr laute Gitarren, mehr Rock‘n‘Roll auf THE NASHVILLE SOUND. ›Cumberland Gap‹ oder ›White Man‘s World‹ zeigen Isbell als Southern-Rock-Springsteen, inklusive durchdachter Message, immer geschrieben aus Sicht der im System Scheiternden – nur halt nicht der Me­­chaniker aus New Jersey, sondern der Kohlekumpel Kentuckys und der Farmhands in Alabama. Den­noch kommen auch die filigranen Liebesballaden nicht zu kurz: ›If We Were Vampires‹ und ›Chaos And Clothes‹ sind Highlights des dritten Volltreffers in kurzer Folge.

8/10

Jason Isbell And The 400 Unit
THE NASHVILLE SOUND
SOUTHEASTERN/AL!VE

Steve Earle & The Dukes – SO YOU WANNA BE AN OUTLAW

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steve earle albumUnd wieder Back to the Roots.

Steve Earle war ein Senkrechtstarter. Schon mit seinem Debütwerk GUI­TAR TOWN aus dem Jahr 1986 schoss der in Fort Monroe, Virginia, ge­­borene Künstler auf Platz 1 der US-Country-Charts. Zwar konnte er diesen Erfolg in der Szene nie wieder ganz erreichen, ist aber seit einer Dekade mit jedem Werk fester Bestandteil der Top-50-Albumcharts. Der bärtige Barde ist ein fleißiger Mann. 2015 veröffentlichte er mit TERRA­PLANE seine vorerst letzte Platte mit The Dukes, im letzten Jahr kooperierte er mit der Singer/Song­writerin Shawn Colvin für COLVIN & EARLE. Das Jahr 2017 steht nun wieder im Zeichen von Steve Earle & The Dukes. SO YOU WANNA BE AN OUT­LAW folgt der traditionellen Ausrichtung, die schon der Vorgänger TERRAPLANE eingeschlagen hatte. Ausgedehnte Fiddle- und Western-Guitar-Passagen geben den zwölf neuen Stücken einen nostalgischen Back-To-The-Roots-Charakter, ohne jedoch eintönig zu klingen. Beim rhythmisch-flotten Opener und gleichzeitigen Titeltrack des Albums wird Earle von Outlaw-Legende Willie Nelson unterstützt, während ›Looking For A Woman‹ ein wenig wie eine kleine Hommage an ›Copperhead Road‹ klingt, einen von Earles größten und eindringlichsten Hits. Bei ›Fixin To Die‹ kreiert er eine düster bedrohliche Szenerie, ›Girl On The Mountain‹ ist ein traurig-melancholisches Liebeslied, bei ›Walkin In LA‹ fordert er charmant zum Tanz. Mit Album Nummer 16 feiert Earle den klassischen Country aus vollem Herzen, mit all der Freude und dem Schmerz, der dazugehört.

7/10

Steve Earle & The Dukes
SO YOU WANNA BE AN OUTLAW
Warner

David Bowie – CRACKED ACTOR (LIVE IN LOS ANGELES 1974)

david bowieVon der Glam-Rock-Ikone zum Blue-Eyed-Soul-Boy.

Dass David Bowie am 3. Juli 1973 im Londoner Hammersmith Odeon le­­diglich die Kunstfigur Ziggy Star­dust zu Grabe trug, als er verkündete, sich für immer vom Tourneebetrieb zurückzuziehen, verstand die Welt ein Jahr später: Am 14. Juni 1974 startete in Montreal die „Diamond Dogs Tour“. Ein auf George Orwells Dystopie „1984“ fußendes Konzept in opulenten Kulissen, in denen Protagonist Halloween Jack samt Mu­­tanten in post-apokalyptischer Welt von Hunger City umhermarodierten.

Exzellent mit Leben füllten den Songzyklus ein optisch um­­gestylter Bowie im 40er-Jahre-Designeranzug samt orange-blonder Fönfrisur sowie ein zehnköpfiges Ensemble, darunter Saxophonist David Sanborn, Keyboarder Michael Kamen, Bassist Herbie Flowers und Pianist Mike Garson. Stilistisch näherte sich der hagere Entertainer Latin, Soul und Gospel an. Fest­gehalten auf der zwischen dem 8. und 13. Juli 1974 im Tower Theatre von Philadelphia aufgezeichneten, im Oktober gleichen Jahres er­­schienenen Doppel-LP DAVID LIVE.

Nach der Sommerpause – Gitarrist Carlos Alomar un­­terstützte von nun an Earl Slick, die Chorjungs Gui Andrisano und Warren Peace bekamen die afroamerikanischen VokalistInnen Ava Cherry, Robin Clark, Anthony Hinton, Diane Sumler und Luther Vandross an die Seite gestellt – ging es unter noch deutlicheren Soul-Vor­zeichen am 2. September mit sieben Gast­spielen im United States Universal Amphi­theatre von Los Angeles weiter.

Exakt vom 5. September stammt das Material der mit zwölfseitigem Booklet versehenen und von Tony Visconti frisch remixten Doppel-CD CRACKED ACTOR (LIVE IN LOS ANGELES 1974): Zusätzlich im Reper­toire befanden sich nun die majestätische Soul-Ballade ›It’s Gonna Be Me‹ und eine Funk-Version von ›John, I’m Only Dancing‹, beide ursprünglich geplant für das noch nicht erschienene YOUNG AMERI­CANS. Insgesamt klingt CRACKED ACTOR um einiges leichtfüßiger und stilsicherer als das zuvor erschienene DAVID LIVE.

8/10

David Bowie
CRACKED ACTOR (LIVE IN LOS ANGELES 1974)
PARLOPHONE/WARNER

GN‘R, heiß: So lief der lang erwartete Auftritt von Guns N‘ Roses in München

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guns n roses24 lange Jahre hatte man Axl Rose, in welcher Konstellation auch immer, nicht mehr auf einer Münchner Bühne gesehen – umso besser, dass er sich nun mit dem Kult-Line-up von Guns N‘ Roses am Dienstagabend wieder blicken ließ.

Und um es gleich vorweg zu nehmen: Wenn dieser Abend eines klar machte, dann dass heute nicht der Frontmann das schlagende Herz dieser Band ist, sondern Slash. Was der auch ausgiebig unter Beweis stellen durfte. Gefühlt die Hälfte der Show stand er allein im Rampenlicht und zeigte, warum er als Archetyp des Hardrock-Gitarristen gilt. Ob bei den legendären Soli der Hits oder mit einer atemberaubenden Darbietung von Pink Floyds ›Wish You Were Here‹ – this dude knows what he‘s doing.

Der Rest der Band trat kaum aus diesem überlebensgroßen Schatten heraus – inklusive Axl, der zwar immer wieder sportlich von einem Bühenende ans andere rannte, aber auch des Öfteren minutenlang komplett von der Bildfläche verschwand und stimmlich streckenweise nicht unbedingt brillierte. Zu stören schien das niemanden. Das proppevolle Stadion feierte die Klassiker lautstark ab, erduldete die CHINESE DEMOCRACY-Tracks brav und würdigte die Soundgarden-Hymne ›Black Hole Sun‹ mit gebührendem Respekt. Und freute sich darüber, dass diese Helden der Spät-80er/Früh-90er mit fast drei Stunden Spielzeit eindrucksvoll demonstrierten, wie standfest sie noch sind.

Angesichts der Tatsache, dass Axl und Slash auf der Bühne agierten, als existiere der jeweils andere nicht, darf man sich fragen, ob neues Material der Herren wirklich wahrscheinlich ist … aber wen schert‘s? Nicht die 60.000 größtenteils glücklichen Fans, die an diesem wunderschönen Sommerabend eine kraftvolle Nostalgiefeier erleben durften und nach dem furiosen Finale ›Paradise City‹ selig in die Nacht schwärmten.

Setlist:
1. It’s So Easy
2. Mr. Brownstone
3. Chinese Democracy
4. Welcome to the Jungle
5. Double Talkin’ Jive
6. Better
7. Estranged
8. Live and Let Die
9. Rocket Queen
10. You Could Be Mine
11. New Rose
12. This I Love
13. Civil War
14. Yesterdays
15. Coma
16. Johnny B. Goode
17. Speak Softly Love (Love Theme From The Godfather)
18. Sweet Child O’ Mine
19. Out Ta Get Me
20. Wish You Were Here
21. November Rain
22. Knockin’ on Heaven’s Door
23. Nightrain

Zugaben:
24. Black Hole Sun
25. Don’t Cry
26. The Seeker (The-Who-Cover)
27. Paradise City

Guns N‘ Roses live im Münchner Olympiastadion:

Evan Dando – BABY I‘M BORED

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Dandos Solowerk, liebevoll aufgemacht.

Vom Hardcore-beeinflussten Schrei­hals zu Beginn seiner Karriere über den Posterboy der Slacker-Grunge-Generation bis hin zum Dauer-Kandidaten für die Rubrik: „Was macht eigentlich?“: Evan Dandos Pfad verlief stets in Schlangenlinien. Er könnte längst Arenen füllen, doch für die ganz große Karriere ist der inzwischen 50-jährige Songwriter nicht gebaut, dafür stand und steht er sich einfach zu sehr selbst im Weg. Ob und wann wieder neue Songs geschrieben oder veröffentlicht werden – spielt das noch irgendeine Rolle? Mit Dando manövriert eines der letzten großen Flaggschiffe der 90er schnurstracks auf den Eisberg des Vergessens zu.

Vielleicht mag diese liebevoll kuratierte, mit einem 24-seitigen Buch bestückte und um tonnenweise B-Seiten und Raritäten auf einer Bonusdisc erweiterte Wiederveröffentlichung seines einzigen Soloalbums von 2003 helfen, diesen Künstler ein wenig besser zu verstehen: Wer derart weise und poetisch, von tiefer, aufrechter Melancholie erfüllt über die Abgründe des Lebens und der Liebe sinnieren kann wie Dando in diesen zwölf Tracks, für den ist Scheitern und Stagnation vielleicht weniger negativ besetzt, als es unserer auf Perma-Funktion getrimmten Gesellschaft angemessen erscheint. Langeweile? Kommt hier garantiert nicht auf!

9/10

Evan Dando
BABY I‘M BORED
FIRE RECORDS/CARGO

Anita Pallenberg: Ex-Freundin von Keith Richards überraschend verstorben

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Anita Pallenberg, langjährige Freundin von Keith Richards und Mutter zwei seiner Kinder, ist am Dienstag überraschend verstorben. Die Todesursache ist bis dato unklar.

Anita Pallenberg wurde am 25. Januar 1944 in Rom geboren. Die Tochter deutscher Eltern wandte sich schon in ihrer Teenagerzeit der römischen Kunstszene zu. Sie verbrachte Zeit in New York, zog dann nach Paris und begann dort eine Modelkarriere.

1965 besuchte sie zusammen mit einem Freund ein Konzert der Rolling Stones in München. Backstage traf sie dort das erste Mal auf Brian Jones, mit dem sie eine Affäre begann. Auch Keith Richards war sofort angetan von der schönen jungen Frau: „Sie war eine sehr starke Frau“, schrieb Richards in seiner Autobiographie „Life“. „Außerdem war sie sehr intelligent. Das hat mich sofort beeindruckt. Natürlich faszinierte mich auch ihre Schönheit, sie war eine sehr unterhaltsame Person und sehr witzig, ein echter Kosmopolit, der drei Sprachen beherrschte. Für mich war sie einfach exotisch.“

Pallenbergs Affäre mit Jones begann zu kriseln, als dieser sich immer mehr den Drogen zuwandte und seine Freundin häufiger schlug. Das brachte sie und Keith Richards, der viel Zeit mit den beiden verbrachte, immer enger zusammen. Im März 1967 führen die drei mit zwei weiteren Freunden nach Marokko. Jones erkrankte gleich am Anfang an einer Lungenentzündung und verließ die Gruppe. Als Anita und Keith von der Reise zurückkehrten, waren sie ein Paar.

Auch ihre Beziehung hatte ihre Höhen und Tiefen. 1970 drehte Pallenberg einen Film mit Mick Jagger. Richards ist überzeugt, dass die beiden eine Affäre hatten, obwohl Pallenberg es mehrmals leugnete. Zur gleichen Zeit verfielen beide dem Heroin.

1977 wurden sie wegen Drogenbesitzes in Toronto verhaftet. Beide begaben sich in eine Entzugsklinik. Doch die Therapie schlug nur bei Richards an.

Zwei Jahre später erschoss sich der 17-jährige Scott Cantrell, mit dem Anita eine Affäre hatte, in ihrem Schlafzimmer in South Salem in New York. Angeblich hatten die beiden Russisches Roulette gespielt. Gegen Pallenberg wurde ermittelt, am Ende wurde sie jedoch von aller Schuld freigesprochen. In einem späteren Interview sagte sie über diese Nacht: „Ich fühlte nichts… das machen der Alkohol und die Drogen mit dir.“

Richards und sie trennten sich kurze Zeit später nach einer 12-jährigen Beziehung, aus der zwei Kinder hervorgingen. Den Kampf gegen die Drogen besiegte sie erst 1987. In den 90er Jahren studierte sie Modedesign und startete eine Filmkarriere.

Anita Pallenberg ist am Dienstag überraschend gestorben. Die Todesursache ist noch unklar. Sie wurde 73 Jahre alt.

Green Day: Nostalgischer Clip zu ›Revolution Radio‹

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green day 2016Im Video zu ›Revolution Radio‹, dem Titeltrack ihres jüngsten Albums, zeigen uns Green Day Filmaufnahmen aus ihren Anfangstagen.

Eine gute Möglichkeit, die frühen Green Day mit ihrer aktuellen Inkarnation zu vergleichen, bieten die Punkrocker im Video zu ›Revolution Radio‹. Darin werden Mitschnitte aus frühen Clubauftritten mit neuen 360-Grad-Aufnahmen der Band gemischt.

Der Song stammt von der gleichnamigen Platte REVOLUTION RADIO, die im Oktober 2016 erschienen ist. Zuletzt gab es Clips zu ›Troubled Times‹ und ›Still Breathing‹ zu sehen.

Hier sind Green Day mit ›Revolution Radio‹: