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Mötley Crüe: „The Dirt“ kommt im März

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Motley Crüe PressIm März 2019 erscheint der vielleicht wildeste Film des Jahres bei Netflix…

Nach ewigem Hin- und Her ist es jetzt endlich fix: Am 22. März soll das Biopic über Mötley Crüe namens „The Dirt“ auf Netflix erscheinen. Das zumindest postete Sänger Vince Neil auf Twitter.

Vince Neil Twitter

Wer die zugehörige Bandbiographie über die Truppe bereits gelesen hat, der weiß, dass es bei Mötley Crüe in den 80er Jahren mehr als rund ging. Wie drastisch und detailliert der Film die Exzesse und Aussetzer der Band illustrieren wird, bleibt abzuwarten…

Bruce Springsteen: Statement zu Tour-Gerüchten

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Bruce Springsteen Broadway AlbumKommendes Jahr dürfen wir uns berechtigterweise Hoffnungen auf ein neues Album von Bruce Springsteen machen. Eine Tour wird es leider nicht geben.

In einem neuen Interview in „The Times“ sagte Bruce Springsteen, er wolle nach seinem mehr als einjährigen Broadway-Engagement wieder zu seinem Alltagsjob zurückkehren.

Daraufhin war über eine Tour mit der E Street Band im nächsten Jahr spekuliert worden, es war sogar von einer bereits bestätigten UK-Tour zu lesen. Jetzt hat sich Springsteen selbst mit einem offiziellen Statement in die Diskussion eingeschaltet, „um einige der Gerüchte zu klären“.

„Wir hoffen, bald wieder mit euch da draußen unterwegs zu sein, aber 2019 wird die E Street Band nicht auf Tour sein. Bevor ich mich wieder meinem Alltagsjob widme, werde ich nach der langen Broadway-Reihe und verschiedenen Aufnahmeprojekten, an denen ich gearbeitet habe, eine Pause einlegen. Wir hoffen, euch bald wieder zu sehen, und bis dahin haben wir einige großartige E Streeters da draußen, die regelmäßig mit ihren eigenen Projekten auftreten und die eure Unterstützung verdienen. Alles Liebe und glückliche Ferien!“

Als kleiner Trost: Am 16. Dezember startet „Springsteen On Broadway“ auf Netflix, einen Tag zuvor kommt die gleichnamige Soundtrack-Platte. Außerdem ist nächstes Jahr mit einem neuen „Singer-Songwriter-Album“ zu rechnen.

Brian Wilson: Neue Doku über den Beach-Boys-Gründer

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Brian Wilson Doku„Ein impressionistischer Film mit der Musik als treibender Kraft“: Das erwartet uns mit der neuen Doku über Brian Wilson – in der Bruce Springsteen, Elton John und Jakob Dylan zu Wort kommen.

Die noch unbetitelte Dokumentation von Regisseur Brent Wilson soll, wie der „Rolling Stone“ und „Variety“ berichten, Brian Wilsons Solokarriere der letzten 20 Jahre in den Fokus rücken.

„Es ist definitiv kein biografischer Film, er ist in keiner Weise linear“, erklärt der Regisseur. Es handle sich „mehr um einen impressionistischen Film mit der Musik als treibender Kraft“.

Er gebe Einblick in Wilsons Leben und Gedanken, während der mit Rolling-Stone-Mitarbeiter Jason Fine durch Los Angeles fährt. „Es war schön, zurückzuschauen“, so Brian Wilson. „Mich verbinden so viele Erinnerungen mit L.A., ich bin hier aufgewachsen, all die guten Zeiten mit meiner Band. Wir waren noch Kinder, als wir angefangen haben. Ich denke auch an meine Brüder Dennis und Carl zurück, die ich so sehr vermisse.“

Der Film enthält dazu neue Interviews mit u.a. Bruce Springsteen, Elton John, Nick Jonas, Taylor Hawkins und Jakob Dylan. Wann er erscheinen wird, steht noch nicht fest.

Videopremiere: Andrea Bignasca live mit ›Little Faith‹

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Andrea Bignasca Little Faith live2CLASSIC ROCK präsentiert das neue Video von Andrea Bignasca und eine Menge staunender Kinder…

Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist Andrea Bignasca hat sich mit seinem Debütnachfolger MURDER eindeutig in eine härtere Richtung entwickelt und präsentiert seinen vom Blues und Soul beeinflussten Klang nun selbstbewusst und mit einer talentierten Rockband im Hintergrund.

Mit ›Little Faith‹ kommt nun die dritte Single seines neuen Albums als Live-Version heraus und dazu gibt es gleich noch ein neues Video, welches Bignasca beim Performen vor einer Gruppe erstaunter Kinder zeigt. Sehr löblich, eine solche musikalische Früherziehung!

Bruce Springsteen: Neues Album – plus Tour?

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Bruce Springsteen TourIn wenigen Tagen endet Bruce Springsteens Konzertreihe am Broadway. Dann will er zu seinem „Alltagsjob“ zurückkehren.

Dürfen wir uns Hoffnung auf ein neues Album und eine Tour von Bruce Springsteen machen? Zumindest was ersteres betrifft, ist die Antwort ja. Denn wie er ja bereits vor einem Jahr mitteilte, arbeitet der Musiker aus New Jersey an seiner ersten Studioplatte seit HIGH HOPES von 2014.

„Weil mir kein besseres Wort einfällt, nenne ich es ein Singer-Songwriter-Album – also eher ein Solowerk“, erzählt Springsteen jetzt im Interview mit „The Times“. Wann genau die noch unbetitelte Platte erscheint, steht allerdings noch nicht fest.

Außerdem sagte Springsteen, er wolle nach seinem Engagement am Broadway in New York, wo er seit über einem Jahr regelmäßig in einem alten Theater spielt, nächstes Jahr wieder zu seinem „Alltagsjob“ zurückkehren. Und das lässt doch zumindest auf ein Tour-Comeback mit der E Street Band hoffen. Auch wenn es bisher noch keine offizielle Bestätigung dafür gibt.

Zunächst aber wird es den Songschreiber auf Netflix zu sehen geben. Dort läuft ab 16. Dezember der Konzertfilm „Springsteen On Broadway“. Schon einen Tag früher erscheint das gleichnamige Soundtrack-Album.

Der Trailer zu „Springsteen On Broadway“:

Ozzy Osbourne: Rückkehr aus der Hölle

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Ozzy OsbourneNach seinem unrühmlichen Aus bei Black Sabbath fühlt sich Ozzy Osbourne wie tot. Ende der Siebziger ist der Sänger abgeschrieben, versinkt tief in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen. Doch mit Hilfe von Menschen wie seiner Managerin und späteren Ehefrau Sharon Arden oder dem Ausnahme-Gitarristen Randy Rhoads schafft er es, als Solokünstler eine zweite Welt­karriere zu starten. Ein Einblick in die seelischen Abgründe des britischen Superstars.

Sommer 1979, es ein typischer Spätnachmittag in Kalifornien. Das Thermometer steht auf 27 Grad, die Menschen in West Hollywood bereiten sich gemächlich auf einen weiteren lauen Abend vor. In einem Raum je­­doch bleibt der allmähliche Wechsel von Tag zu Nacht unbemerkt. Denn durch die zugezogenen Gardinen dringt kein Sonnenstrahl ins Innere des angemieteten Zimmers im „Le Parc“-Hotel, 733 North West Knoll Drive. Schon seit Wochen sind die Vorhänge nicht ein einziges Mal geöffnet worden, ganz so, als wäre der Gast ein Geist, kein Mensch aus Fleisch und Blut.

In der Suite sorgt das flackernde Licht des Gaskamins für eine schummrig-fahle Atmosphäre. Von der Hitze des Asphalts, die draußen auf die Lunge drückt, ist hier nichts zu spüren – die Klima-Anlage dröhnt auf höchster Stufe, wirbelt eisige Luft herum, die nach Rauch, abgestandenem Alkohol und Essensresten stinkt. Überall liegen leere Schnapsflaschen und Bierbüchsen herum. Auch zerknüllte Shirts, verschmierte Pizzakartons und überfüllte Aschenbecher fehlen nicht. Ein Stillleben des Grauens, in dessen Mitte ein Mann sitzt: Ozzy Osbourne. Meist betrunken, wahlweise auch noch zugeraucht oder überdreht vom Kokain. Die reale Welt ist weit, weit weg.

Dabei hat er noch vor wenigen Monaten gedacht, dass ihm alles gelingen kann. Osbourne ist der Sänger von Black Sabbath, einer der größten, erfolgreichsten Rockbands dieser Zeit. Die Gruppe ist seit über zehn Jahren im Geschäft, und obwohl die Kritiken zu den letzten beiden Alben TECHNICAL ECSTASY und NEVER SAY DIE nicht so euphorisch ausgefallen sind wie zu den ersten sechs Werken, verkaufen sich die Platten nach wie vor noch blendend.

Doch dann kommt der 27. April 1979. Ein warmer Frühlingstag, doch für Osbourne einer der schwärzesten seines Lebens. Die Band probt in Los Angeles. Es gilt, die Songs für die nächste Studioscheibe zurechtzufeilen. Doch nichts geht vorwärts, mal wieder. Ozzys exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum verhindert produktives Arbeiten. Er wird gefeuert.

„Ich war auch nicht schlimmer als alle anderen bei Black Sabbath“, verteidigt sich Osbourne auch heute noch, mehr als 30 Jahre später. „Zu behaupten, dass allein wegen meiner Suchtprobleme keine vernünftigen Songs zu Stande kamen, ist kompletter Blödsinn!“

Doch seine Kollegen sehen das anders. Sie treffen ihre Entscheidung – und weigern sich, diese zu revidieren. Ozzy, zu diesem Zeitpunkt gerade mal 30 Jahre alt, hat das Gefühl, dass ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Er denkt, dass alles aus ist.

Don Arden, Black Sabbaths damaliger Manager, nimmt sich der traurigen Gestalt an. Ausgerechnet er, der als harter Hund im Business bekannt ist und den Spitznamen „Al Capone des Pop“ trägt, kümmert sich um den geschassten Sänger und bucht ihn im „Le Parc“-Hotel ein. Osbourne soll sich erst einmal beruhigen, seine Gedanken ordnen und dann neue Pläne schmieden. Doc

h statt mit frischem Mut neue Aufgaben anzugehen, zieht sich Ozzy mehr und mehr zurück, versteckt sich vor der Welt. Die Demütigung macht ihm schwer zu schaffen, er fällt in eine tiefe Depression. Seine Frau Thelma kann ihm nicht helfen, sie wohnt mit den beiden gemeinsamen Kindern Jessica und Louis John sowie Elliot, ihrem Sohn aus einer früheren Beziehung, in England, ist also weit weg. Osbourne wählt daher eine andere Methode, dem Schmerz zu entfliehen – die Betäubung. Darin hat er bereits Erfahrung, denn Alkohol, Kokain und Marihuana sind inzwischen zu treuen Begleitern des Sängers geworden. Und sollte die Wirkung nachlassen, darf es zur Abwechslung auch mal ein One-Night-Stand sein – der lenkt schließlich auch für einige Minuten von den Problemen ab.

Ozzy öffnet die Hotelzimmertür nur für folgende Personen: Drogendealer, Pizza-Boten, Alkohol-Lieferanten und Groupies. „Ich bin einfach den ganzen Tag herumgesessen und habe mich zugeballert“, versucht Osbourne seinen damaligen Alltag in Worte zu fassen. „Ich konnte an nichts anderes denken als an Black Sabbath. An diese große, erfolgreiche Band, zu der ich nun nicht mehr gehörte. Es war vorbei. Also beschloss ich, Abschied zu nehmen, mich noch mal richtig zuzudröhnen und so viele Ladies wie nur möglich zu vögeln. Dabei habe ich keine einzige von ihnen flachgelegt – ich war nämlich so dicht, dass gar nichts mehr ging. Und dann trat plötzlich Sharon in mein Leben.“

Sharon ist die Tochter von Don Arden. Sie arbeitet im Büro ihres Vaters in Los Angeles und kennt Ozzy bereits flüchtig – vor knapp zehn Jahren haben sich die beiden in Ipswich das erste Mal getroffen, der Kontakt ist danach jedoch eingeschlafen. Sharon, die den Großteil ihrer 27 Lebensjahre im Dunstkreis von Rockmusikern verbracht hat, teilt die Einstellung ihres Vaters, was das Geschäftliche angeht: Sie ist fleißig und lässt sich nicht auf der Nase rumtanzen – vor allem nicht von Künstlern.

Doch als sie Ozzy im „Le Parc“-Hotel besucht, ist sie schockiert: Der Sänger sieht ganz anders aus, als sie ihn in Erinnerung hat. Hinzu kommen die erbärmlichen Umstände, unter denen er haust. Sharon beschließt, sofort einzugreifen. „Er sah fürchterlich aus”, erinnert sich die heute 58-Jährige. „Ozzy hatte sich seit Wochen nicht rasiert und auch seine Klamotten nicht gewechselt. Er stank grauenvoll, und seine Hose war voller Flecken. Um es auf den Punkt zu bringen: Es brach mir fast das Herz, ihn so zu sehen. Ein wirklich trostloser Anblick.“

Sharon nimmt sich Ozzy zur Brust und stellt ihm in Aussicht, dass sie und ihr Vater Osbournes Management übernehmen – wenn sich Ozzy zusammenreißt, clean wird und seine Solokarriere energisch vorantreibt. Der abgewrackte Vokalist kann es zunächst nicht fassen – und ist zudem so am Ende, dass er kaum ein Wort herausbringt. Als Sharon ihm das Angebot unterbreitet, stammelt er. „Managen? Mich?“

Doch auch wenn er nicht überschwänglich reagieren kann: Ozzy Osbourne beißt die Zähne zusammen und arbeitet an seinem Comeback. Kaum jemand im Musikbusiness glaubt, dass er es schaffen wird. Doch es klappt – und zwar mit Hilfe von Sharon, die ihn ab 1980 als alleinige Managerin betreut und zwei Jahre später seine Frau wird. Ebenfalls an Ozzys Seite: der 23-jährige Gitarrist Randy Rhoads, der mit seinem unglaublichen Talent dafür sorgt, dass Osbournes erste Soloplatten BLIZZARD OF OZZ (1980) und DIARY OF A MADMAN (1981) zu den erfolgreichsten Hardrock-Alben der frühen Achtziger zählen.

„Randy war ein unglaublich guter Gitarrist“, lobt Osbourne seinen verstorbenen Freund, der am 19. März 1982 bei einem Flugzeugabsturz verstarb. „Noch wichtiger ist aber, dass er ein liebenswerter, lustiger Zeitgenosse war, der mir sehr viel bedeutet hat. Sein Tod ist die größte Tragödie meines bisherigen Lebens.“

Rhoads und Osbourne lernen sich wenige Wochen nach Sharons Angebot im „Le Parc“-Hotelzimmer kennen. Ozzy ist dabei, eine Band zusammenzustellen und macht sich auf die Suche nach geeigneten Musikern. Neben Randy Rhoads spielen auch deutliche bekanntere Rocker vor – unter ihnen z.B. Gary Moore, der gerade Thin Lizzy verlassen hat. „Die Chemie zwischen mir und Gary stimmte einfach nicht“, rekapituliert Osbourne die Session. Doch selbst Rhoads überzeugt seinen späteren Arbeitgeber und Freund nicht auf den ersten Blick. Ozzy liegt im Proberaum auf dem Sofa, als der Gitarrist das Zimmer betritt. Der Sänger mustert ihn von der Seite und denkt: „Was zum Teufel ist das denn für ein Kerl?“ Randy ist ein schmächtiger Kerl, der zerbrechlich rüberkommt – auf Osbourne wirkt er „fast wie ein Mädchen, weil er so klein war und noch nicht mal 50 Kilo wog“. Doch als Rhoads seine Gitarre einsteckt und loslegt, sind diese Gedanken wie weggefegt: „Ich dachte nur: ‚Entweder ich habe wirklich hervorragendes Equipment – oder der Typ ist wirklich unfassbar gut!‘“

Es stellt sich schnell heraus, dass Letzteres der Fall ist. Hinzu kommt, dass die beiden perfekt harmonieren, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Rhoads ist acht Jahre jünger als Osbourne und lebt noch im Haus seiner Mutter. Er hat eine klassische Musikausbildung genossen, spricht nur leise und trinkt selten Alkohol. Ozzy ist das komplette Gegenteil. „Wir haben uns von Anfang an blendend verstanden. Ein bisschen wie im Film ‚The Odd Couple‘ – wir waren ja auch ein seltsames Paar, irgendwie“, rekapituliert Osbourne. „Wenn Randy mal etwas Hartes trank, dann einen ekligen Cocktails namens ‚Golden Cadillac‘. Da ist Galliano (italienischer Kräuterlikör, Anm.d.Red.), weiße Crème de Cacao und Sahne drin. Nachdem er sich ein paar davon genehmigt hatte, kicherte er die ganze Zeit albern herum. Schon komisch. Aber in Sachen Musik schwammen wir hundertprozentig auf einer Wellenlänge. Randy war der Gitarrist, der mich in meiner Arbeit unterstützte. Bei Black Sabbath lief es immer so ab: Wenn ich eine Riff-Idee nicht gut fand, aber keinen besseren Vorschlag anbringen konnte, musste ich mich geschlagen geben und dazu singen. Sie sagten dann zu mir: ‚Mach schon, leg deine Vocals über den Song und fertig.‘ Randy tat das nie – er hatte immer viel Geduld mit mir.“

Zu dem Zeitpunkt, als Rhoads bei Osbourne anheuert, ist er offiziell noch Mitglied bei den L.A.-Rockern Quiet Riot. Die ersten Rehearsals mit Ozzy finden also im Geheimen statt. Mit von der Partie sind neben dem Duo auch noch Drummer Frankie Banali und Bassist Dana Strum. Kurz nach der Proben-Premiere fliegt Osbourne nach Großbritannien, er will nach Hause zu seiner Familie. Seine Frau wartet auf ihn, und Ozzys Beziehung zu Sharon ist ausschließlich geschäftlicher Natur.

Doch das beschauliche Dasein im Kreis seiner Lieben ist Osbourne nicht genug. Er geht oft aus, genießt das Londoner Nachtleben. Im September besucht er den „Music Machine“-Club und trifft dort Bob Daisley. Der 30-Jährige ist der Prototyp des lässigen Australierers, er redet gern und feiert gern.

Zudem kann er rocken – das hat er als Bassist von Rainbow bewiesen. Er und Ozzy teilen denselben Humor, und im Lauf der Zeit freunden sie sich an. Allerdings traut Daisley dem Frieden anfangs nicht so recht – Osbourne eilt nämlich nicht gerade der beste Ruf voraus. „Ozzy flog bei Black Sabbath raus, weil er sich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Demzufolge zählte er nicht gerade zu den vertrauenswürdigsten Personen im Rockbusiness“, so Daisley. Dennoch willigt der Basser ein, auf Osbournes Soloalbum mitzuwirken – eine Jamsession in Ozzys Haus in Stafford hat ihn überzeugt.

Im November beginnt die heiße Phase: Randy Rhoads kommt nach London. Im Büro von Don Ardens Firma Jet Records treffen der Gitarrist und Daisley erstmals aufeinander. Und Bob geht es beim ersten Anblick von Rhoads ähnlich wie Ozzy wenige Monate zuvor: Er schätzt ihn komplett falsch ein. „Randy trug enge, auf den Leib geschneiderte Klamotten, sein Haar war perfekt gestylt, zudem hatte er lange, manikürte Fingernägel. Ich dachte daher sofort: ‚Ist der Typ schwul?‘“, gibt Daisley lachend zu Protokoll. „Doch es dauerte nicht lange, bis ich herausfand, dass das definitiv nicht der Fall war…“ Zudem findet der Bassist rasch heraus, dass er ein echtes Musik-Genie vor sich hat.

Video der Woche: The Doors – ›When The Music’s Over‹

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the doorsHeute hat John Densmore von The Doors Geburstag. Als kleines Geschenk widmen wir ihm unser „Video der Woche“!

John Densmore, ehemals Schlagzeuger bei The Doors, wird heute 74 Jahre alt. In unserem „Video der Woche“ gibt es die legendäre Truppe um den Lizard King bei ihrem Konzert in der Hollywood Bowl zu sehen und zu hören.

Mit ›When The Music’s Over‹ eröffneten die Ikonen ihre bis heute legendäre Show vom 05. Juli 1968 in Los Angeles.

Seht hier The Doors live mit ›When The Music’s Over‹:

Billy Idol im Interview: Der letzte Rebell

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Eigentlich ist es ein Wunder, dass er überhaupt noch lebt, geschweige denn Musik macht. Was sich Billy Idol in den 80ern und frühen 90ern an Drogen aller Couleur einverleibt hat, ist geradezu unmenschlich. Doch der gebürtige Brite hat es nicht nur überlebt, sondern auch sehr amüsant dokumentiert – in seiner Autobiografie DANCING WITH MYSELF und auf seinem neuen Album KINGS & QUEENS OF THE UNDERGROUND, mit dem er ein Comeback nach neunjähriger Plattenpause feiert. CLASSIC ROCK hat ihn in Berlin getroffen und festgestellt: Der Mann ist noch genau wie früher. Eben der letzte Rebell.

Was sich auch optisch niederschlägt. Denn William Michael Albert Broad trägt noch dieselbe kurze, wild abstehende Platinumhaarpracht wie auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Dazu schwere Lederjacke, Vivienne-Westwood-Hemd, schwarze Jeans und Creepers – also genauso wie in den goldenen 80ern, als er mit REBEL YELL, WHIPLASH SMILE und CHARMED LIFE einen Bestseller nach dem anderen landete, der Frauenschwarm schlechthin war und den Status eines internationalen Superstars genoss. Nur, dass die Gesichtsfurchen inzwischen etwas tiefer sind, die phosphorisierten Hollywood-Zähne wohl auch im Dunkeln leuchten und er lieber ein stilles Wasser schlürft als ein frisch gezapftes Bier. Doch schließlich ist er ja auch schon 58 und hat – wie er süffisant erzählt – wirklich nichts, aber auch gar nichts ausgelassen. Womit er zu verstehen geben will, dass er das berühmte Lemmy-Gen besitzt, eigentlich längst unter der Erde liegen statt im vornehmen Ritz Carlton am Potsdamer Platz sitzen müsste, und er mehr als berechtigt ist, seine Lebensgeschichte in Wort und Musik zu fassen. Denn genau darum geht es bei der Kombination aus Buch und Tonträger, die im November Gegenstand einer ausführlichen Deutschland-Tour ist. Aber eins nach dem anderen…

Billy, wenn man sich die autobiografischen Texte auf KINGS & QUEENS OF THE UNDERGROUND vor Augen führt, hat man das Gefühl, das Album wäre nichts anderes als dein Leben, verpackt in Songs. Wie therapeutisch ist das Ganze? Und was hast du dabei über dich selbst erfahren?
Es ist schon so, dass mir erst beim Verfassen, also beim gezielten darüber Nachdenken, bewusst geworden ist, was für einen unglaublichen Mist ich über die Jahre verzapft habe. Ich meine, ich habe zum Beispiel erst jetzt erkant, wie übel mein Drogenproblem wirklich war – und wie halbherzig meine Versuche, davon loszukommen. Denn mit Drogen zu experimentieren ist ein Riesenspaß. Das Ding ist nur, dass diese sogenannte Hochzeitsreisensphase, in der alles toll ist, nicht lange anhält. Sondern irgendwann sorgen sie halt dafür, dass du tot oder verrückt bist bzw. im Knast landest. Und ich empfinde nichts davon als sonderlich aufregend.

Was dich nicht daran gehindert hat, bis Mitte der 90er weiterzumachen…
Ich liebe es, für die Musik zu leben. Und dieser ganze Rock’n’Roll-Lifestyle, mit allem, was dazu gehört, war einfach nur ein Mittel, um der Musik näher zu kommen – um sie so hinzukriegen, wie sie sein sollte. Denn Drogen können dir auch dabei helfen, deinen Horizont zu erweitern oder dich besser zu konzentrieren. Ich bin zum Beispiel ein bisschen AAD – ich leider unter einem Aufmerksamkeitsdefizit. Und das ist eine Krankheit, die es in meiner Kindheit noch gar nicht gab. Aber ich bin mir sicher, wenn man sie damals als solche erkannt hätte, dann hätte man es wie heute gemacht – man hätte mir jede Menge rezeptpflichtige Drogen verschrieben. Insofern bin ich mir ziemlich sicher, dass ich früher – vielleicht sogar unbewusst – Drogen genommen habe, um mich besser konzentrieren zu können. Natürlich ist das nicht der Sinn der Sache, aber ich hatte eine Menge Spaß dabei und würde nie behaupten, dass ich das nicht getan hätte. Gleichzeitig musste ich Anfang der 90er aber doch etwas kürzer treten. Denn ich hatte Kinder, die einen Vater brauchten, und das hat definitiv für ein Umdenken gesorgt. Als ich dann das Buch geschrieben habe, wurde mir klar, dass ich mich da wirklich etwas zusammengerissen und auch verändert habe. Ich meine, ich war sogar fünf Tage in der Rehaklinik, was ich gehasst habe. Im Ernst: Diese AA-Sitzungen waren gruselig. Nur: Ich musste wieder die Kontrolle über mich erlangen, das war mein Ziel. Ich wollte nicht zum Opfer meines zügellosen Appetits werden.

Bedauerst du denn irgendetwas? Wünschst du dir, du hättest schon früher auf die Bremse getreten?
Ich bedauere gar nichts. Es ist nur so, dass ich mittlerweile erkenne, was da alles schief gelaufen ist. Eben dass die Drogen gerade in den 90ern dafür gesorgt haben, dass ich kaum noch Musik zustande gebracht habe und dass alles ein bisschen langsamer wurde. Denn es hat wirklich lange gedauert, bis ich mich von ihnen befreien konnte. Gleichzeitig – und das ist eine Tatsache – kommt man aber nie völlig davon los. Im Sinne von: Ich werde immer ein Junkie, ein Alkoholiker und ein Sex-Süchtiger sein. Gib mir eine Linie, ein Bier und du da, komm gefälligst her und gib mir einen Blowjob. (lacht)

Das klingt nicht wirklich geläutert.
Warum auch? Ich hatte eine fantastische Zeit, und für mich stand sie für vollkommene Freiheit – während ich gleichzeitig nicht gemerkt habe, welche Fesseln ich mir selbst ans Bein binde. Es ist also ein zweischneidiges Schwert. Und du musst dir klar sein, worauf du dich da einlässt. Nämlich dass es durchaus passieren kann, dass du ein schlimmes Ende nimmst. Ich kenne etliche Leute, die zwar leben, die aber doch nicht mehr wirklich im Hier und Jetzt sind. Einfach, weil sie zu viel Gas gegeben haben. Und ich möchte nicht dasselbe Schicksal erleiden – selbst, wenn ich zum Beispiel immer noch Pot rauche und das eine oder andere Glas trinke. Der Unterschied zu früher ist, dass ich mich damals während dieses Interviews komplett hätte vollaufen lassen.

Aber du hattest auch Momente, in denen dein Körper nicht mehr mitgespielt hat, in denen er quasi den Dienst verweigert hat…
Ja, und das habe ich auch erkannt. Einfach, weil diese Weckrufe gar nicht zu ignorieren waren. Und damit meine ich nicht nur den Motorradunfall von 1990, der sicherlich der größte und schmerzhafteste war, sondern da waren noch mehr. Aber erst als ich 1994 eine Überdosis genommen habe, musste ich quasi reagieren. Nach dem Motto: Was willst du – Gesundheit oder Tod?

Das war eine Überdosis GHB, eigentlich Steroide für Bodybuilder…
Und der Witz war, dass es ganz legal in Fachgeschäften für gesunde Ernährung, in sogenannten Health-Food-Stores, erhältlich war. (lacht) Insofern haben es damals viele Leute genommen, und es sorgte dafür, dass man problemlos drei Tage am Stück durchmachen konnte, was toll war. Ein Riesenspaß. Das Problem war nur, dass man nicht zu viel nehmen durfte, weil man sonst in ein Koma fiel und jeder dachte, du wärest tot oder würdest sterben. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in irgendwelchen verfluchten Krankenhäusern aufgewacht bin, aber es war der Horror, die Augen zu öffnen, diese hässlichen Decken anzustarren und zu erkennen: „Nicht schon wieder!“ Das ist mir so oft passiert, dass es irgendwann nur noch peinlich war. Also gerade gegenüber meinen Kids.

Und es muss ein teurer Spaß gewesen sein – genau wie die zweijährigen Sessions zu CHARMED LIFE, die eine einzige Orgie gewesen sein sollen. Weißt du, wie viel die Produk­tion gekostet hat?
Es muss ein Vermögen gewesen sein. Weshalb ich es eigentlich gar nicht wissen möchte. Es war bestimmt eine Wahnsinnssumme. Wobei es aber auch so ist: Es war ein gutes Album, das sich hervorragend verkauft und sich somit selbst finanziert hat. Nur: Wahrscheinlich hätten wir es auch wesentlich günstiger aufnehmen und dabei genauso viel Spaß haben können. Doch das war damals halt so üblich, und CHARMED LIFE war ein Party-Album, das bei einer einzigen großen Party entstanden ist. (lacht)

Vermisst du das in der heutigen Rockmusik?
Ja, was ist mit der heutigen Jugend los? Hat die verlernt, Spaß zu haben? Also wenn ich noch einmal jung wäre, ich würde mich wahrscheinlich umbringen, bei dem ganzen Zeug, das es heute so gibt. Aber – und das ist wichtig: Wir haben damals auch etwas geschaffen, dass hervorstach und das immer noch relevant ist. Einfach, weil wir uns entsprechende Mühe gegeben haben, und weil Keith Forsey ein so guter Produzent war, dass er sichergestellt hat, dass die Platten auch heute noch geil klingen. Das war uns wichtig, darauf haben wir eine Menge Energie und Zeit verwendet, und das ist es ja auch, worum es beim Punkrock ging – nämlich etwas zu machen, das bleibenden Einfluss auf die Gesellschaft hat und die Kultur verändert.

Ist das der Grund für den nostalgischen Albumtitel – für KINGS & QUEENS OF THE UNDERGROUND? Handelt es sich dabei um eine Hommage an eine bessere, eine rebellische Zeit, als Musik noch eine gesellschaftliche Relevanz besaß?
Nun, es ist meine Geschichte – und die von vielen Leuten aus dieser Zeit, die nicht mehr bei uns sind, aber deren Attitüde, deren Idealismus und deren Musik wirklich etwas bewegt hat. Eben, weil sie sich gekümmert haben. Und weil sie – genau wie ich – dem Rock’n’Roll einen kräftigen Tritt in den Hintern verpassen wollten. Wir sagten: Es ist Zeit für etwas Neues, für Veränderungen, dafür, das gesamte System neu zu starten.

Wobei dir The Clash mit ihrer „no Elvis, no Beatles, no Rolling ­Stones“-Parole aber eindeutig zu weit gingen.
Ich fand es wichtig, dass wir gesagt haben, dass es höchste Zeit für Veränderungen war. Und mit diesem Statement haben sich The Clash abgegrenzt und einen klaren Standpunkt bezogen. Was ich mit Generation X auch getan habe. Aber wenn Tony James und ich ehrlich waren, mussten wir zugeben, dass wir sehr wohl mit diesen Gruppen aufgewachsen waren. Und Elvis war anfangs einfach großartig, genau wie die Beatles und die Stones. Sie alle standen für Anarchie und Rebellion – für das, was auch wir wollten. Und sie waren genauso leidenschaftlich und engagiert wie wir. Nur 1977 hatten sie halt all das verloren, was wir an ihnen toll fanden. Weshalb wir etwas Neues brauchten, etwas mit frischer Energie. Und das war Punk. Gleichzeitig habe ich aber auch nie vergessen, dass ich mit sechs Jahren eine Beatles-Single gekauft hatte, nämlich ›She Loves You‹. Ein toller Song. Für mich war Punk nur eine neue Version davon.

Die du gelebt hast – schließlich warst du Mitglied von Chelsea und Generation X bzw. gehörtest zum Bromley Contingent, zum inneren Zirkel der Sex Pistols…
Das war mein Leben, ja. Ich war von Anfang an dabei.

Fortsetzung auf Seite 2