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Goodbye, Malcolm. We salute you!

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malcolm young gestorbenEs war eine Nachricht, die nicht nur die Rockwelt erschütterte: Keine vier Wochen nach dem Tod seines älteren Bruders, dem früheren Easybeats-Star und AC/DC-Produzenten George Young, verstarb am 18. November 2017 auch AC/DC-Gründer Malcolm Mitchell Young im Alter von nur 64 Jahren. Der Rhythmusgitarrist und Songwriter war Ideengeber, Visionär und Boss, kurz: Herz und Seele von AC/DC. 2014 wurde bekannt, dass „Mal“ an Demenz litt und die Band verlassen muss.

Ein Schock für Angus und Millionen Fans. Jetzt wurde Malcolm, der zuletzt in einem Pflegeheim lebte, von seinem schweren Leiden erlöst. Mit ihm geht ein Gigant des Hardrock – und ein absoluter Antistar, der sich – wie seine Bandkollegen – nullkommanull aus Glamour und Ruhm machte und nur für die Musik lebte. Mit seinen Riffs wird er in Erinnerung bleiben, auf ewig. Eine Hommage.

Der 28. November 2017. Ein sonniger, wenngleich extrem trauriger Tag in Sydney, Australien. An­­dächtig zieht eine schwarzgewandete Trauergemeinde von der St. Mary’s  Cathedral durch die College Street. Am Straßenrand Hunderte Fans in AC/DC-Shirts, die Scots College Pipes And Drums Band spielt australische Folksongs wie ›Along the Road To Gundagai‹ und den AC/DC-Klassiker ›It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)‹.

Malcolm Young, der am 18. November gestorben ist, wird hier heute zu Grabe getragen. Sein jüngerer Bruder Angus ist schwer von Trauer gezeichnet, auf Fotos kann man erkennen, wie er versucht, seine Tränen zurückzuhalten. Er trägt einen Gitarrenkoffer. Darin: Mals Lieblingsgitarre, eine sandfarbene 1963er-Gretsch, liebevoll „The Beast“ genannt. Angus platziert das Instrument sichtlich bewegt auf dem Sarg. Eine letzte Verbeugung.

Der denkbar traurigste aller Anlässe brachte „Acca Dacca“, wie die Band down under genannt wird, an diesem Tag zusammen: Frontmann Brian Johnson, die ehemaligen Bassisten Cliff Williams und Mark Evans, ex-Drummer Phil Rudd, Produzent Harry Vanda, dazu australische Rockgrößen wie Jimmy Barnes und Gary „Angry“ Anderson von Rose Tattoo. Sie alle waren gekommen, um ihrem Freund Malcolm im Kreis der Familie die letzte Ehre zu erweisen.

In der St. Mary’s Cathedral erinnern Freunde und Familienmitglieder in teils launigen Trauerreden an Mal: „Shopping sah bei Malcolm so aus“, erzählt Neffe Bradley Horsburgh, der Sohn von Mals Schwester Margaret: „Ein paar schwarze T-Shirts, zwei paar Jeans. Fertig!“ Und weiter: „Malcolm war weit entfernt vom Stereotyp des Rockstars. Er verbachte seine Zeit am liebsten mit seiner Familie. Berühmt war er für seine Riffs und berüchtigt für seine Segelkünste. Wer sich in Lebensgefahr begeben wollte, ging mit Mal zum Segeln…“

Statt großer Blumengebinde hatte man bei der Beerdigung um Spenden für die Heilsarmee gebeten. Herz zeigen für die, mit denen es das Leben nicht so gut meint – auch das ist typisch Young!

„Malcolm redete nicht viel, war aber stets freundlich, gab Autogramme, posierte für Fans.“

Auf die Meldung von Malcolms tragischem Tod hin bekundeten unzählige Kollegen ihr Beileid per Twitter. Eddie Van Halen, Tony Iommi, Lars Ulrich von Metallica, Guns N’ Roses, Def Leppard, Scorpions, Ozzy Osbourne und Zakk Wylde, Dave Mustaine, Tom Mo­­rello, Vince Neil, Ron Wood von den Rolling Stones. Einhelliger Tenor: „A sad day for Rock’n’Roll!“ Und die Foo Fighters spielten bei ihrem Konzert in Mexico City Malcolm zu Ehren den Klassiker ›Let There Be Rock‹ und zeigten dabei sein Konterfei auf einem riesigen Backdrop.

Mit seiner Musik hatte Malcolm nicht nur Millionen Fans in aller Welt berührt, sondern auch viele Musikerkollegen inspiriert.

MALCOLM,
DER ROCK-GIGANT

Malcolm Young mag zwar nur 1,60m gemessen haben, auf der Bühne aber wurde er zum Giganten, zur treibenden Kraft von AC/DC. Zwischen der Gründung im November 1973 und seinem krankheitsbedingten Ausstieg im Jahr 2014 machte er AC/DC zusammen mit Bruder Angus zur größten Hardrock-Band der Welt: mit BACK IN BLACK schufen sie das nach Michael Jacksons THRILLER meistverkaufte Album der Musik-Geschichte.

Jedes ihrer Stadionkonzerte war ausverkauft. Und 2003 wurden sie schließlich verdientermaßen in die „Rock & Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. Malcolm war talentiert, zielstrebig und ehrgeizig, ein harter Arbeiter, der alles gab, aber immer bescheiden blieb und unbeirrbar seinen Weg ging: no Stop signs, speed limits…

„ANGUS, DU MACHST
DAS THEATER!“

Die Rollenverteilung bei AC/DC wurde relativ früh klar festgelegt – natürlich von Malcolm: „Angus!“, hatte er einst lapidar zu seinem jüngeren Bruder gesagt, „du machst auf der Bühne das Theater, denn mich würde das nur vom Saufen abhalten!“ So erzählte es mir Angus vor Jahren in einem Interview. Ein Statement für die Ewigkeit – und ein klares Anzeichen dafür, dass es von jeher Malcolm war, der bestimmte, wo es bei AC/DC lang ging, auch wenn Youngster Angus in seiner Schuluniform immer im Rampenlicht stand, sowas wie das Maskottchen der Band wurde und die meisten Fans ihn für den Chef hielten.

In meiner Zeit als Reporter hatte ich oft mit AC/DC zu tun, hatte Angus ab 1990 über 20 Jahre hinweg mehrfach interviewt, in München, Köln, Hamburg oder in London, zu Alben wie THE RAZOR’S EDGE, BALLBREAKER, der LI­­VE-DVD oder dem BONFIRE-Boxset.

Manchmal war Brian Johnson mit dabei, Malcolm nie. Ge­­spräche mit den Medien überließ er lieber seinem Bruder – aber innerhalb der Band hatte Mal das Sagen. Ich erinnere mich an einen Termin in Stuttgart 1991 auf der RAZOR’S EDGE-Tour. Interview mit Angus backstage vor der Show in der Schleyerhalle. Er erschien nicht im Bühnenoutfit, statt Schuluniform trug er ausgewaschene Jeans und ein dunkelblaues Sweatshirt, dessen Ärmel er zweimal umkrempeln musste, weil sie viel zu lang waren. Angus erzählte sehr launig, mit trockenem Humor. Wie immer trank er Tee und rauchte Kette.

Von Malcolm war weit und breit nichts zu sehen. Nach dem Interview stand für die gesamte Band noch ein Meet & Greet an – neben Brian Johnson, Basser Cliff Williams und Drummer Chris Slade tauchte jetzt auch Malcolm auf und widmete sich sofort den beiden jungen Fans, die das Treffen gewonnen hatten. Er redete nicht viel, war aber stets freundlich, erfüllte bereitwillig Autogrammwünsche und posierte geduldig für Fotos. „Ohne Fans, kein AC/DC“, das war Mal immer klar – für sie gab er alles und erwartete das auch von seiner Band.

Im Hintergrund fühlte er sich am wohlsten. Auch auf der Bühne. Sein Stammplatz war hinten links vor den meterhohen Marshall-Amps. Da stand er während der Show fast wie angewurzelt und drosch, Kippe im Mundwinkel, gnadenlos seine knochentrockenen Riffs in die Saiten seiner Gretsch-Gitarre, mit einer Präzision, die unheimlich war. Dieser Platz hatte den Vorteil, dass der Rhythmusgitarrist seinen Bierbecher stets in Griffnähe hatte. „Ich habe eigentlich nie viel getrunken“, wird Malcolm später sagen, „aber immer konstant!“ Der Alkohol wird ihm Jahre später zum Verhängnis werden, erstmals 1988 auf der BLOW UP YOUR VIDEO-Tour, als er zur Entziehungskur musste und von Neffe Stevie Young, ehemals Gitarrist der Band Starfighters, ersetzt wurde.

Das „Theater“, das Angus auf der Bühne veranstaltete, hatte sich zu Karrierebeginn durch Zufall ergeben. Angus war während eines Auftritts über sein Gitarrenkabel gestolpert und hingefallen. Das war ihm peinlich. Also machte er das beste aus der Situation, blieb am Boden und drehte sich immer wieder um die eigene Achse, während er weitersolierte, als sei der Leibhaftige hinter ihm her. Das Publikum johlte. „Das war bei diesem Gig das einzige Mal, dass die Menge jubelte“, erinnert sich Angus, „also behielt ich die Nummer einfach bei…“

Video der Woche: Can 1971 mit ›Paperhouse‹

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Can live 1971In Gedenken an Michael Karoli gibt es im ‚Video der Woche‘ einen Auftritt von Can zu sehen.

Heute vor acht Jahren ist Michael Karoli gestorben. Er war Gitarrist und später auch Sänger der Band Can. Sein Bekannter Holger Czukay hatte ihn in die Band geholt.

In Gedenken an Karoli und eine der besondersten Gruppen, die Deutschland jemals hervorgebracht hat, gibt es heute einen Auftritt von Can aus dem Jahr 1971 zu sehen. Damals spielten sie ihre Nummer ›Paperhouse‹ vom Album TAGO MAGO im beliebten „Beat-Club“.

Babe Rainbow im Interview: Surfin’ Australia

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Babe Rainbow Angus Dowling Interview
Foto: Kristofski
Daheim in Australien surfen sie dreimal am Tag, dazwischen nehmen sie Alben auf wie gerade TODAY, das in einem Traumland zwischen luftigem Folkpop, lässigem Funk und karibischer Schwerelosigkeit spielt. Ein paar Fragen an den engelsgleich dreinschauenden Sänger Angus Dowling (im Bild rechts).
 
Interview: David Numberger
 
Eure Videos sehen aus wie ein Paradies voll Sonne, Meer, schicken jungen Menschen, Freunden, Familie, Style. Lebt ihr tatsächlich so?
Das ist genauso wie da, wo wir herkommen. Alle haben Babys, jeder ist blond, manchmal sieht es nach einer privilegierten weißen Kultur oder so was aus. Was es vermutlich auch ist. Aber das war keine bewusste Entscheidung, das sind einfach alles Freunde von uns.

Habt ihr je an eine Mode-Kollaboration gedacht?
Oh, yeah, etwas wie Gucci. Haha. Keine Ahnung. Wenn uns jemand fragen würde, ob wir Lust haben, klar. Viele der Surfermarken versuchen, Sachen mit uns zu machen, aber wir mögen die moderne Surfkultur nicht wirklich. Wir haben nichts dagegen, aber sie steht uns nicht.

„Wir haben rumprobiert, Weed geraucht, Wein getrunken, und dabei ein paar Songs gemacht.“

Ist es wahr, dass ihr euer eigenes Essen anbaut?
Ja! Ich lebe am Strand, aber Jack und Elliot aus der Band wohnen beide auf ihren Farmen. Dort wachsen Avocados, Macadamia, Obst, Gemüse. Wir essen alle zusammen, ich helfe ihnen dafür auf der Farm.

Wann habt ihr euch eigentlich kennengelernt?
Zu High-School-Zeiten beim Surfen, vor acht bis zehn Jahren. Jack, Elliot und ich haben dann irgendwann die Band gegründet, später kam Miles dazu, unser kleiner Drummer. Dann ist da noch unser schöner Freund aus Paris, Luca, der uns immer bei den Aufnahmen hilft. Er hat viele eigene Projekte und ist auf Tour nicht dabei.

Wie klingt euer neues Album?
Es ist wie eine japanische Playlist. Wir hatten uns davor ewig nicht gesehen, weil wir alle verreist und beschäftigt waren. Jack ist Vater geworden, genauso Elliot. Wir trafen uns im Studio und hatten nicht wirklich was geschrieben. Also haben wir rumprobiert, Weed geraucht, Wein getrunken, und dabei ein paar Songs gemacht. Mehr Konzept gabs da nicht, was passiert ist, ist passiert. Es sind viele Ideen drin, die sich über die Zeit angesammelt hatten. Momentan arbeiten wir schon ernsthaft am nächsten Album, das wird der Richtung, in die wir wollen, mehr entsprechen. Aber wir mögen das aktuelle schon auch sehr. Japanische Playlist deshalb, weil Leute aus Japan immer die besten Playlists machen.

Steve Gorman: Über Trigger Hippy und die Black Crowes | uncut

Trigger Hippy Press 2019Steve Gorman im Interview über seine aktuelle Band und darüber, wie sehr Chris Robinson ihm heute am Arsch vorbeigeht.

In der Woche des Interviews mit Classic Rock war bei Steve Gorman in Nashville so einiges los. Seine neue Radioshow „Steve Gorham Rocks“ flirrte gerade erstmalig durch den Äther, seine Biographie „Hard To Handle: The Life And Death Of The Black Crowes“ sollte erscheinen – ach ja: Gorman war übrigens der Drummer der Black Crowes. Der Black Crowes mit den Robinson-Brüdern, die sich jetzt nach sechs Jahren Funkstille wieder zusammengetan haben. Ohne Gorman… – und zufällig erblickte auch noch das Album der wundervollen Reinkarnation seiner Band Trigger Hippy das Licht der Welt. Gerade wegen seiner früheren Erfahrungen bei einer Chaostruppe wie den Crowes war es dem Schlagzeuger wichtig, mit Trigger Hippy alles anders zu machen…

Als du mit dieser neuen Inkarnation von Trigger Hippy angefangen hast: Was waren die wichtigsten Kriterien für dich nach all den turbulenten Jahren bei den Black Crowes?
Da gibt es vieles zu bedenken. Mir gefällt der Grundgedanke, dass man sich gemeinsam vorwärts bewegt. Dass die Mentalität und der Vibe in der Band passt, dazu muss man sich natürlich darüber einig sein, was und wie man es tun will. Bei diesem Album waren Nick und ich ziemlich geduldig. Wir wollten nicht in ein neues Line-Up stürzen, weil wir das Gefühl hatten, unsere Ideen sind es Wert, auf die richtigen Partner zu warten. Falls die überhaupt des Weges kommen würden. Wir wollten zwar immer weitermachen, aber je älter ich werde, desto geduldiger werde ich auch. Klingt seltsam, aber man lernt einfach aus seinen Fehlern. Wir wollten echt abwarten, bis sich alles richtig anfühlt. Und genau so haben wir das gemacht.

Du wolltest also keinesfalls etwas erzwingen?
Ja und um ehrlich zu sein, haben wir das bei der ersten Platte getan. Retrospektiv lässt sich das natürlich leicht sagen, damals kapierte ich das noch nicht ganz. Ich hoffe, ich blicke in acht Jahren nicht auf dieses Jahr zurück und erzähle dasselbe. Es fühlt sich aktuell jedenfalls nicht danach an.

Ihr habt circa fünf Jahre für den Release des Debütnachfolgers gebraucht. Wann hattet ihr endlich die richtigen Leute gefunden?
Wir haben natürlich nicht fünf Jahre durchgehend an der Platte gearbeitet, es dauerte einfach nur so lange, bis wir die anderen beiden ausfindig gemacht hatten. Anfang 2016 haben wir erstmalig darüber gesprochen. Ich traf zufällig auf meinen Kumpel Ed und er wollte unbedingt gemeinsam jammen. Das fühlte sich richtig an, damals spürten Ed, Nick und ich, dass wir vielleicht eine gemeinsame Richtung gefunden hatten. Ab da schrieben wir an den Songs und nahmen Demos auf, wenn wir Zeit hatten. Auch hier haben wir uns echt Zeit gelassen, weil wir alle ziemlich beschäftigt sind. 2018 trafen wir dann auf Amber Woodhouse und wir wussten sofort, dass sie perfekt zu uns passt. Vor circa einem Jahr also waren wir soweit, dass wir das Album fertig machten. Seitdem hing es in der Warteschleife.

Wie viel Einfluss hatten Ed und Amber auf das Album?
Ed war während des gesamten Prozesses dabei, Amber kam zwar erst später dazu, hat die Songs aber trotzdem nochmal massiv verändert. Einfach durch ihre Art und Weise verpasste sie den Liedern einen ganz anderen Vibe. Songs wie beispielsweise ›Born To Be Blue‹ erhielten durch sie eine total entspannte, fast schon meditative Atmosphäre. Ihre Gesangsleistung hat die Lieder auf ein ganz anderes Level gehoben. Sie spielt auch Saxophon, zwar nicht auf dem Album, aber live und auf den neuen Songs, die wir gerade basteln. Wir sind ständig am Schreiben und sie ist ein sehr wichtiger Teil dieses Prozesses.

›Born To Be Blue ‹ist mein Lieblingssong auf der Platte. Mir gefällt die Entwicklung, der Vibe…
Das war der erste Song, den wir fertig hatten, seine Entstehung liegt also am längsten zurück. Nick, Ed und ich spürten sofort, dass er irgendwie besonders ist. ›Born To Be Blue‹ funktioniert als Rückgrat des ganzen Albums, es schnürt das ganze Paket zusammen. Es ist das Schlüssellied auf FULL CIRCLE AND THEN SOME.

Wie würdest du deine künstlerische Beziehung zu Nick beschreiben? Hattet ihr dieselbe Vision?
Ja, wir spielten zusammen und es hat sofort gefunkt. Danach hat er mir ein paar seiner Ideen vorgespielt und ich dachte mir sofort: Mann, das ist grandios. Ich habe viele Freunde, die Musik machen und obwohl die meisten davon wirklich gut sind, finde ich mich in ihren Nummern nicht automatisch wieder. Bei Nick hingegen arrangierte, trommelte und produzierte ich sofort in meinem Kopf mit. Es fühlte sich an, als gehörten sie zu mir. Unsere erste Kollaboration liegt zehn Jahre zurück, in dieser Zeit haben wir eine sehr angenehme Arbeitsweise gefunden. Ich bin ein großer Unterstützer seiner Werke.

Wird das aktuelle Line-Up von Trigger Hippy länger halten als das letzte?
Ich hoffe es zumindest. Ich bin Realist, aber auch ein Träumer. Ich würde mir wirklich wünschen, dass diese Version der Band zusammenbleibt. Das tun wir alle. Wir wollen uns zu einer Gruppe entwickeln, in die wir alle unsere Energie stecken können. Trotzdem muss man auch berücksichtigen, dass wir keine 20 mehr sind. Wir steigen jetzt nicht in einen Van und touren zwölf Monate lang durch die Welt, um auf uns aufmerksam zu machen. Heutzutage gibt es da andere Werkzeuge und wir werden versuchen, uns diese zu Nutze zu machen. Ich glaube fest daran, dass man allein vielleicht schneller vorwärts kommt, man es gemeinsam aber viel weiter schafft. Der erste Schritt ist deswegen, dass alle bei jeder Entscheidung an Bord sind. Das verlangsamt zwar den Prozess, aber wenn du so ein gewisses Momentum erreichst, dann ist es das Größte. Mir ist egal, wie weit wir kommen, aber wir müssen uns alle gemeinsam in dieselbe Richtung bewegen.

Ronnie Wood With His Wild Five – MAD LAD: TRIBUTE TO CHUCK BERRY

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Ronnie Wood Chuck Berry Tribute

Ein Fan bezeugt seinen Respekt – und findet den richtigen Ton

Tribute-Alben können eine verdammt fade Angelegenheit sein, und das gleich aus mehreren Gründen. Etwa, wenn den Helden von einst in einem modernen Studio-Hochglanz-Sound gehuldigt wird, der die Essenz, also den mitunter rumpelnden Charme der Originale, komplett ignoriert. Oder wenn sich der ausführende Künstler aus lauter Eitelkeit offenbar wichtiger nimmt als das Werk, dem es Tribut zu zollen gilt. Was das mit Ronnie Wood und seinen wilden Fünf zu tun hat? Erfreulicherweise gar nichts. Aufgenommen im kleinen „Tivoli Theatre“ in Wimborne, Südengland, atmen die elf Songs genau jene Club-Atmosphäre, die Berrys Rock’n’Roll- und R’n’B-Standards am besten zu Gesicht steht. Dass Wood kein begnadeter Sänger ist, kann man verschmerzen, da er einerseits von Imelda May stimmgewaltige Unterstützung erfährt, ein allzu verkrampftes Ringen um Perfektionismus andererseits den Spaß an der Freud’ hätte eliminieren können. Würde da draußen jemand ernsthaft „Toto plays Berry“ hören wollen? Gott bewahre! Stimmlich mag also Luft nach oben sein, aber an der Gitarre zeigt Wood, dass er Berrys Trademarks nicht nur theoretisch verstanden hat, sondern tatsächlich mit Leben füllen kann, während im Hintergrund Pianist Ben Waters lustvoll klimpert. Es ist die Essenz des Berry-Sounds, nicht mehr und nicht weniger. Mit Klassikern wie ›Little Queenie‹, ›Back In The USA‹, ›Rock’n’Roll Music‹ und natürlich ›Johnny B. Goode‹. Laut Wood werden noch zwei Hommagen an weitere Vorbilder folgen.

7/10

Ronnie Wood With His Wild Five
MAD LAD: TRIBUTE TO CHUCK BERRY
BMG/WARNER

Video der Woche: Styx mit ›Too Much Time On My Hands‹

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James Vincent Young wird heute 71 Jahre alt. Zum Geburtstag des Gitarristen von Styx blicken wir heute zurück auf das erfolgreichste Album der Proto-AOR-Band aus den Staaten.

1981 veröffentlichte die Truppe ihre Platte PARADISE THEATER und eroberte damit die Nummer eins der US-Albumcharts. Erdacht wurde das Konzeptalbum vorrangig von Keyboarder und Hauptsänger Dennis DeYoung. Die Single ›Too Much Time On My Hands‹ hingegen wurde von Tommy Shaw gesungen.

Styx mit ›Too Much Time On My Hands‹:

Nick Waterhouse: München, Technikum (12.11.2019)

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Nick Waterhouse live München Kritik

Was hat er an? Ja, mag irgendwie komisch klingen, aber heute ist das die erste Frage. Denn ganz klar, der Style ist integraler Teil der Inszenierung des Nick Waterhouse. Und er enttäuscht hier schon mal nicht. Graubrauner Anzug, dunkelgrünes Hemd, dunkelblaue Krawatte. Die weißbraune Fender-Gitarre annähernd auf Brusthöhe. Schaut schick aus. Mit Waterhouse auf der Bühne: Ein Keyboarder, zwei Saxofonisten, ein Schlagzeuger, eine Bassistin und eine Hintergrundsängerin. Und was gleich auffällt und so ganz anders ist als bei so vielen anderen Konzerten: Die Stimme ist ganz nach vorne gemischt. Was großartig ist. Genauso die Gitarre. Hier spielt keine Band, sondern ein Solokünstler mit Band.

Der schneidende, elegante Gesang von Waterhouse, sein auf den Punkt sitzendes Gitarrenspiel mit gnadenlosem 50s-Twang sind der Star. Was nicht heißen soll, dass seine Begleitmusiker nicht gut wären, überhaupt nicht. Wenn er sie vorstellt, sagt Waterhouse, ganz Showman, Sachen wie „the most interesting man I have ever known“. Jeder (außer der Bassistin, glaube ich) darf Solos hinlegen, Waterhouse geht dann bewundern in die Knie, spielt im Knien, im Sitzen. Es ist großartig anzuschaun. Man hat sich eine perfekt arrangierte Retro-Show erwartet, das hier ist mehr.

Der 33-jährige Musiker aus Los Angeles hat vier Alben veröffentlicht, er spielt Songs von allen. ›Dead Room‹ bleibt hängen, ›Katchi‹, logisch, ›LA Turnaround‹, ›By Heart‹ oder ›I Feel An Urge Coming On‹. Es gibt viele Gruppen, die es sich im Sound der 50er und 60er gemütlich gemacht haben, Waterhouse hat eine davon auf seinem Label, die Allah Las, aber so gut wie er selbst kanns sonst keiner. Das wird heute klarer denn je. Sicher, er baut auf vergangener Musik auf, er erfindet sich nicht neu und es wird sich zeigen, ob ihm die eigenen Genregrenzen mal zu eng werden, aber die Mischung aus Balladen und Rockern, das Gefühl fürs Timing, ja, auch die Songs an sich, das ist alles so perfekt, dass mans nicht besser machen könnte. Als er dann von der Bühne ist, schallt, stilecht, ›Here Comes The Night‹ von Van Morrison aus den Boxen.

Text: David Numberger

„Die Nacht der von Neil Young Getöteten“: Tickets für Theaterstück gewinnen!

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Neil Young Theaterstück GewinnspielEin Leben ohne Neil Young? Für Schriftsteller Navid Kermani unvorstellbar. In Hamburg kommt sein Roman „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ auf die Bühne. Wir verlosen Tickets!

Was machen, wenn die neugeborene Tochter nicht aufhört zu schreien? Vor dieser Frage stand Autor Navid Kermani. Hilfe kam von: Neil Young. Wenn er die Songs des Kanadiers spielte, herrschte Ruhe. Kermani hat einen Roman über seine Erfahrungen geschrieben, es heißt „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ und kommt einer Reise durch den Kosmos des großen Songwriters gleich.

Inspiriert davon, bringt Regisseur Sebastian Nübling ab dem 16. November das fast gleichnamige Stück „Die Nacht der von Neil Young Getöteten“ auf die Bühne des Hamburger Thaila Theaters. Es geht um die Musik Youngs, darum, was sie einem über das Leben sagt und wie sie einem helfen kann, mit selbigem klarzukommen. Wir verlosen 10×2 Freikarten für die Aufführung am 19. November!

Alle Termine und weitere Infos zum Stück gibt es auf der offiziellen Homepage des Thalia Theaters. Und für alle, die bei unserer Verlosung kein Glück haben, gibt es Trost. Wer zum Ticketkauf (außer am Abend der Premiere) einen Neil-Young-Fanartikel mitbringt (Platte, CD, T-Shirt, Konzertkarte etc.), bekommt zu einem gekauften Ticket ein kostenloses dazu.

Hier teilnehmen:

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(Teilnahmeschluss: 17.11.2019)