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Circus Krone – Stars in der Manege

Clash_19_05_1981The Beatles! Raubtierpisse! Eine Dachkuppel aus Holz! Der Circus-Krone-Bau ist zweifellos eine der originellsten Konzerthallen der Republik. Die Autoren Herbert Hauke und Arno Frank Eser erzählen in ihrem reich bebilderten Prachtband „Manege frei für Rock’n’Roll“ die Geschichte des Münchner Musiktempels.

Keine Frage: München ist definitiv nicht die Hauptstadt der deutschen Rock-Landschaft. Die verortet man je nach musikalischer Sozialisation in Berlin, weil dort so furchtbar viele Kreative abhängen und zwischenzeitig David Bowie wohnte. Oder in Hamburg, Stichwort „Star Club“, weiteres Stichwort: „Hamburger Schule“. Hardrocker bevorzugen Hannover-of- Scorps-Fame, Elektroniker und Punks schwören auf Düsseldorf, weil dort ein Kraftwerk steht und der Ratinger Hof. Aber München? Nein. Sehr gemütlich, etwas behäbig. In den 70ern mal wichtig, weil hier Donna Summer stöhnte und Rockprominenz Platten aufnahm.

Aber immerhin steht hier bis heute, in der Marsstraße 43, eine heilige Halle, in der so ziemlich jeder spielte, der in der Rockwelt wichtig war oder ist: der Circus-Krone-Bau. Jetzt in einem Buch verewigt von Arno Frank Eser und Herbert Hauke.

Nun gibt es bekanntlich jede Menge Bücher, die so ziemlich jeden Aspekt der Popkultur abdecken. Einer Konzerthalle wurden bislang eher selten literarische Ehren zuteil. Wie kamen Sie darauf, die Konzertgeschichte des Krone-Baus zu erzählen?
Hauke: In der Hauptsache durch sehr intensive eigene Konzerterlebnisse. Darunter die Geschichte einer Rose, die ich 1973 Tina Turner auf die Bühne geworfen habe und die mich ab diesem Zeitpunkt wie ein Zauber hinter die Kulissen der Rockkonzerte geführt hat. Andererseits die Gespräche mit vielen Weltstars, die diesen Ort als magisch empfinden und immer wieder danach streben, dort aufzutreten. Unbestritten ist es aber ein Ort mit einzigartiger Familien- und Artisten-Geschichte. Und seit über fünf Jahrzehnten eine der Hauptschlagadern der Münchner Kultur.
Eser: Der Circus Krone ist schlechthin die Geburts-Stätte der Münchner und der bayerischen Beat- und Rockszene. Jeder Musiker will hier auftreten, atmet die Luft der Historie. Die Idee zum Buch kam von meinem Rockmuseums-Partner Herbert Hauke. Und ich bin froh, dass er mich als Schreiberling vom Dienst mit an Bord geholt hat.

In Ihrem Buch beschreiben Sie die enorm wichtige Rolle, die Hans Schulz dabei spielte, den Krone-Bau für Rock-Konzerte zu öffnen. Damals eine gewagte Entscheidung, denn derartige Shows galten in der Öffentlichkeit als Synonym für Randale. War Herr Schulz ausgewiesener Rock-Fan, oder war diese neue Nutzung vor allem wirtschaftlichen Notwendigkeiten geschuldet?
Hauke: Weder das eine noch das andere. Herr Schulz kam zu diesem Job wie die Jungfrau zum Kind. Aber die Musik der 60er Jahre schlüpfte gerade von den kleinen Clubs in größere Hallen, siehe Beispiel Beatles, denen der „Star Club“ in Hamburg sozusagen über Nacht zu klein geworden war. Und einer der ersten Veranstalter von Beatkonzerten, Karl Buchmann, war Anfang der 60ger Jahre auf der Suche nach geeigneten Auftrittsorten. Unter anderem 1965 für einen Auftritt der Rolling Stones, aber auch mit vielen Beat- und Schlager-Showpaketen. Schulz hatte Vertrauen in das Buchmann-Konzept. Er ließ 1966 die Beatles ohne Versicherung der Veranstaltung auftreten. Der Versicherung war das zu riskant, aber er kannte sie aus Hamburg und sah somit überhaupt kein Problem. Die Beatles sind doch „nette Leute“, da gibt es keine Krawalle. Behördenbedenken wischte er vom Tisch und nahm das Risiko auf sich. Damals ein gewagter Schachzug, auf dem absoluten Höhepunkt der „Beatlemania“.
Eser: Soviel ich weiß, war es eine Mischung. In seinen zum Teil über fünf Dekaden reichenden Privataufzeichnungen sieht man, dass ihm das Ganze Spaß gemacht hat, dass er auf der Seite der Fans war.

Vermutlich ist der Krone-Bau Deutschlands einziger Konzerttempel, in dem es immer ein wenig nach Pferd riecht. Was macht Ihrer Meinung nach den besonderen Charme der Halle aus?
Hauke: Nun, wenn es nur nach Pferd riechen würde. Nein, es riecht nach Bier, Schweiß, Pferdedung und Raubtierpisse. Und das zusammen ist weltweit doch recht einzigartig. Nein, im Ernst, an vielen Orten haben die Hallen den Charme einer ländlichen Turnhalle oder sind künstliche Arenen von Firmen, die ihren Namen damit promoten. Man findet im Krone-Bau noch den sehr warmen architektonischen Charme der 60er Jahre, unter einer wunderbaren hölzernen Rundkuppel. Und die wunderbare Nähe zum Publikum nach drei Seiten lässt dort Fans und Künstler regelmäßig zu absoluter Hochform auflaufen.
Eser: Es ist bestimmt nicht der Geruch nach Pferd, der den Charme ausmacht. Eher der Geruch nach Historie, nach Mythen, Anekdoten und Erinnerungen.

Rock-Konzerte hatte es im Krone-Bau schon zuvor gegeben, doch mit den Rolling Stones kam im September 1965 ein ganz neues Kaliber. Gut 20 Minuten Konzert und jede Menge Hysterie für 6,90 DM. Einen Tag später wurde dann in Berlin die „Waldbühne“ zerlegt. Waren die Verantwortlichen derartigen Shows damals überhaupt gewachsen?
Eser: Teils ja, teils nein. Es war viel Liebe zur Sache erforderlich. Und Gottvertrauen, das schon nichts passieren wird.
Hauke: In München war die gewaltbereite Szene schon immer etwas dünner als etwa in Berlin oder Hamburg. Anfangs waren allerdings gefühlt genauso viele Polizisten wie Besucher bei den Konzerten. Diese Präsenz fuhr man im Lauf der Jahre deutlich nach unten. Man hatte viel aus den berüchtigten Schwabinger Krawallen gelernt und setzte seither mehr auf Kommunikation als auf martialisches Auftreten. Gelegentliche Ausnahmen seien hier nicht erwähnt.

Nach ihrer Hamburger Zeit spielten The Beatles, die mit Abstand größte Band jener Ära, nur noch dreimal in Deutschland. Neben Shows in Essen und Hamburg gab’s 1966 auch ein Konzert in München. War das für den Krone-Bau eine Art Ritterschlag?
Hauke: Auf alle Fälle. Das ist unbestritten das historischste Konzert im Krone-Bau. Obwohl Zeitzeugen von einem eher schwachen Auftritt der Fab Four berichten, wurde dieser nachträglich zu einem Meilenstein der Musikgeschichte. Denn bereits zwei Monate später fand das allerletzte Live-Konzert der Beatles vor Publikum statt. Dadurch war man aus heutiger Sicht bei einem bedeutenden zeitgeschichtlichen Ereignis dabei.
Eser: Ganz bestimmt. Noch heute bringt man den Namen Circus Krone in musikalischer Hinsicht als erstes mit den Beatles zusammen. Deshalb sind auch The Beatles auf dem Titelbild unseres Buches.

Einerseits gastierten mit den Beatles und Stones prominente Acts in München, doch verglichen mit Hamburg, dem Ruhrgebiet und Westberlin, wo es angeblich die höchste Beatband-Dichte Deutschlands gab, war die bayerische Landeshauptstadt Mitte der 60er Jahre doch eher Rock-Provinz. Es gab zwar zahlreiche Clubs, aber lokale Bands traten kaum in Erscheinung. Woran könnte das gelegen haben? Tat man sich in München besonders schwer mit der neuen Jugendkultur?
Hauke: Das war tatsächlich lange Zeit so der Fall. Die Gründe müsste wohl eher ein Soziologe erklären. Fakt ist, dass am Aufmarsch der lokalen Prominenz gemessen, Rock und Pop heute in München mittlerweile sehr salonfähig sind. Selbst Politiker schmücken sich ja mittlerweile damit, im Herzen ganz echte Rocker zu sein. Was dem echten Rockfan aber nur ein mildes Grinsen abringen kann.
Eser: Wenn ich mir die Geschichten von Hans Schulz anhöre, dann hatte er immer dann besondere Schwierigkeiten mit den Behörden, wenn es um Beat und Rock ging. Die „langhaarigen Gammler“ aus dem Englischen Garten, die Bob-Dylan-Lieder sangen, waren Anfang der 60er Jahre den soliden Bayern ein ganz besonderes Feindbild. Da fielen auch oft mal ganz schlimme Sprüche. Von wegen, der Hitler hätte vergessen, diese Typen zu vergasen und so weiter. Solche Sprüche habe ich, selbst langhaarig, selbst „Gammler“, am bayerischen Tegernsee fast tagtäglich am eigenen Leib erfahren. Die so genannte „Liberalitas Bavariae“, leben und leben lassen, griff in diesem Fall erst viel später.

Inwieweit half die Präsenz amerikanischer Soldaten und ihres Radiosenders AFN, den Rock’n’Roll auch im gemütlichen München zu etablieren?
Hauke: Das hatte sicherlich am Anfang erheblichen Einfluss. Insbesondere gab es viele kleine Live-Clubs in denen man der „neuen Musik“ lauschen konnte. Auch wenn es gelegentlich ordentliche Rangeleien ergab, wenn die „Amis“ die „deutschen Frolleins“ anmachten. Aber hier mischten sich amerikanische und bayerische Musiker, die passionierte Rock’n’Roll-Fans waren. Sie brachten teils rasante Shows auf die Bühne, unter anderem in einem Lokal namens „Cracker Box“. In dieser „Kekstüte“ ging seinerzeit gewaltig die Post ab. Aber auch in vielen US-Kasernen wurde abends abgerockt.
Eser: Die Amerikaner und der AFN halfen sehr. Man weiß ja heute, warum das so lief – das hatte politische Gründe. Aber ich bin jetzt mal ganz frech und behaupte, ohne den AFN hätte es nie Bayern 3 (Pop-Radiosender des Bayerischen Rundfunks, Anm. des Autors) geben können. Obwohl B 3 natürlich nur ein nasser Abklatsch war und ist.

Video der Woche: Michael Jackson mit ›Give In To Me‹

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Michael Jackson Give In To MeMichael Jackson, Slash und Gilby Clarke gemeinsam auf einer Bühne.

Heute hätte Michael Jackson Geburtstag. Zum Ehrentag des King Of Pop blicken wir auf eine seiner Kollaborationen mit Slash zurück. 1992 wurde das Video zum Song ›Give In To Me‹ vom Album DANGEROUS gedreht.

Der Shoot fand in München statt, die Bühne teilte sich Jackson damals unter anderem mit Slash, Gilby Clarke und Muzz Skillings (ehemals Living Colour).

Zwei Tage nach dem Dreh ging Michael Jacksons „Dangerous-Welt-Tournee“ los. Die allererste Show fand am 27. Juni im Münchener Olympiastadion statt.

Am Ende musste die Tour frühzeitig abgebrochen werden, weil sich der Künstler erstmals mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung Minderjähriger konfrontiert sah.

Skurrile Cover: The Mothers Of Invention mit WEASLES RIPPED MY FLESH

The Mothers Of Invention – WEASLES RIPPED MY FLESH (1970)

Man könnte annehmen, die Phrase „Weasels Ripped My Flesh“ sei ein weiterer schräger Einfall des vor schrägen Einfällen traditionell übersprudelnden Frank Zappa. Stimmt aber nicht, denn ein US-Magazin namens „Man‘s Life“ hatte bereits im September 1956 eine Geschichte über einen Mann veröffentlicht, der von einer Horde bissiger Wiesel attackiert worden war. Überschrift des Artikels: „Weasels Ripped My Flesh“.

Der Titel stand bereits fest, als Zappa den Grafiker Neon Park kontaktierte, der das Ganze für ein Honorar von 250 Dollar adäquat illustrieren sollte. Park, seiner Mutter auch be­­kannt als Martin Muller, stieß bei der Suche nach Inspiration auf eine Zeitschriftenanzeige der Firma Schick aus Stamford, Connecticut, die 1953 ihren Elektrorasierer „Model 20“ beworben hatte. Darauf zu sehen: Genau – jener Grinsemann mit Schlips und Kragen, der sich eine elektrische Rasur gönnt. Der Rest: gutes grafisches Handwerk. Und fertig war ein mittlerweile legendäres Album-Cover, das anfangs jedoch nicht überall goutiert wurde. Zunächst meldete die Vertriebsfirma Warner Bedenken an, die das Motiv zu blutig fand, dann allerdings doch einlenkte. Dafür weigerte sich eine offenbar zart besaitete Mitarbeiterin der Druckerei, das Bild überhaupt zu berühren, weshalb ein Kollege ranmusste.

In Deutschland erschien WEASELS RIPPED MY FLESH dennoch mit einem anderen Artwork – das allerdings nicht harmloser ausfiel als Parks Original, sondern wesentlich blutrünstiger. Man sieht eine silbern lackierte Babypuppe, die in einer Mausefalle steckt, während ihr das Blut aus dem Bauch rinnt. Über Geschmack soll man zwar nicht streiten, doch das beleidigend vordergründig um Schockeffekt bemühte Artwork offenbart auch eine objektive Schwäche: Kein Wiesel weit und breit, was einem den Bezug zum Albumtitel nicht unbedingt erleichtert.

Metallica: Eine Giftschlange namens Hetfield

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Welch eine Ehre: Eine Giftschlange wird nach James Hetfield benannt.

Ein Stein auf dem Mars trägt den Namen der Rolling Stones, drei kleine Mirkoben heißen wie die Mitglieder von Rush, jetzt haben Forscher eine neue Giftschlangen-Art entdeckt und diese auf den Namen „Atheris hetfieldi“ getauft, nach James Hetfield von Metallica.

Die Schlange zählt zu den afrikanischen Buschvipern und lebt am Fuße eines Vulkans in Äquatorialguinea. Die Forscher beschreiben das Tier folgendermaßen: „ein massiver, dreieckig geformter Kopf, der ihm eine Drachen-artiges Aussehen verleiht und an das Image eines Sängers einer Heavy-Metal-Band erinnert.“

William Shatner: ›The Thrill Is Gone‹ feat. Ritchie Blackmore

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william shatner the bluesSo klingt die Zusammenarbeit von William Shatner, Ritchie Blackmore und Candice Night.

Star-Trek-Ikone William Shatner (er spielte Captain Kirk) bringt im Oktober ein neues Album mit dem Titel THE BLUES raus. Kollaborieren wird er darauf unter anderem mit Künstlern wie Tyler Bryant, Brad Paisley und auch Ritchie Blackmore und dessen Frau Candice Night.

Mit dem Paar hat er sich den Blues-Klassiker ›The Thrill Is Gone‹ vorgenommen und das Cover gleich als ersten Vorgeschmack auf die kommende Platte veröffentlicht.

Dokken – THE LOST SONGS: 1978–1981

Eine transatlantische Zeitreise

Bevor Dokken 1983 mit der Wiederveröffentlichung von BREAKING THE CHAINS ihren Majorlabeleinstand feierten, verschlug es den jungen Don Dokken nach seinen ersten Gehversuchen in südkalifornischen Studios ins norddeutsche Hamburg. Dort kreuzten sich seine Wege mit dem späteren Star- und Dokken-Produzenten Michael Wagener (u. a. Ozzy Osbourne, Mötley Crüe, Accept). Diese historische Epoche vor den unzähligen MTV-Heavy-Rotation-Hits des Quartetts beleuchtet nun die liebevoll zusammengestellte und hervorragend gemasterte beziehungsweise im 80er-Stil mit neu aufgenommenen Spuren aufgepeppte Compilation THE LOST SONGS: 1978–1981. Neben den „neuen“, unbekannten Tracks dürften die sechs Stücke der 1989 (illegal vom deutschen Independent Label Repertoire) veröffentlichten und 1979 in der Hansastadt aufgenommenen BACK IN THE STREETS E.P. ein Highlight für Dokken-Chronisten sein. THE LOST SONGS: 1978–1981 ist in seiner Gesamtheit ein Zeitzeugnis, wie sehr Dokken den auf catchy Melodien und Hooklines getrimmten Metalsound der wichtigsten Dekade der Popkultur beeinflussten.

7 von 10 Punkten

Dokken, THE LOST SONGS: 1978–1981, SILVER LINING/WARNER

Vibravoid – THE DECOMPOSITION OF NOISE

Denn sie wissen genau, was sie tun – und auch warum

Es ist ein tragisches Missverständnis, wenn sich heutzutage gefühlt jede dritte Retro-Rockband „psychedelisch“ zu nennen wagt. Ganz ehrlich: Das Verwursten von gut abgehangenen Tony-Iommi-Riffs und Texten, in denen sich „doom“ auf „mushroom“ reimt, ist definitiv nicht genug. Geht also besser ein Bier trinken und überlasst die auf magische Weise bewusstseinsexpandierenden Klänge lieber den Profis von Vibravoid, die seit rund 20 Jahren wissen, wie das funktioniert – dieses Außerweltliche, Rätselhafte und bisweilen auch schamanenhaft Repetitive. Für episches Eintauchen sorgt ›The Essence Of Noise‹, erfreulich abgefahren gerät auch der Filmmusik-Outtake ›Im Zeichen des Zwilling‹, der im besten Sinne an die experimentelle Frühphase von Tangerine Dream erinnert.

Weitere Facetten offenbaren der einnehmende, geradlinig rockende Titeltrack, das kompakte ›World Of Pain‹ und das ätherische ›It Happened Tomorrow‹, letzteres mit melodischem Pink-Floyd-Touch der prä-orchestralen Barrett/Gilmour-Übergangsphase. Machen wir’s kurz: Genau so sollte mit Herzblut produzierte Psychedelic im Jahr 2020 klingen.

8 von 10 Punkten

Vibravoid, THE DECOMPOSITION OF NOISE, STONED KARMA/CARGO

Flashback: Vor 50 Jahren startete das Isle Of Wight Festival

The Who Isle Of WightEines der legendärsten Festivals überhaupt ging vor einem halben Jahrhundert los.

Genau heute vor 50 Jahren ging das dritte Isle Of Wight Festival los. Legendär wurde diese Edition des Events vor allem aufgrund seiner Größe und dem damit einhergehend größeren Chaos. Leider liegen keine genauen Zahlen vor, jedoch waren in dem Jahr geschätzt bis zu 700.000 Menschen auf dem Gelände. Somit hätten das Isle Of Wight Festival also circa 300.000 Menschen mehr besucht als Woodstock im Jahr zuvor.

Das Line-Up der fünf Festival-Tage bestand aus Künstlern wie The Who, Joni Mitchell, The Doors, Joan Baez, Supertramp, Black Widow, Procol Harum, Chicago, Jimi Hendrix, Ten Years After und vielen mehr.

Immer wieder wurde das Festival von Menschenmengen gestört, die die 3 Pfund Eintritt nicht zahlen wollten und freien Eintritt zum Gelände forderten. Bei ihrem legendären Auftritt nehmen The Who darauf Bezug, als Pete Townsend in seiner Ansage meint: „Blues for all the people that paid to get in.“

Am letzten Tag wurde den Wartenden und Demonstrierenden schließlich freier Eintritt gewährt, da sich das Festival wohl bereits zu diesem Zeitpunkt als finanzielles Fiasko erwiesen hatte.

Einen ausführlichen Bericht über das „Isle Of Wight Festival“ von 1970 findet ihr in der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK, die am 16. September erscheint.