Skurrile Cover: The Mothers Of Invention mit WEASLES RIPPED MY FLESH

-

Skurrile Cover: The Mothers Of Invention mit WEASLES RIPPED MY FLESH

- Advertisment -

The Mothers Of Invention – WEASLES RIPPED MY FLESH (1970)

Man könnte annehmen, die Phrase „Weasels Ripped My Flesh“ sei ein weiterer schräger Einfall des vor schrägen Einfällen traditionell übersprudelnden Frank Zappa. Stimmt aber nicht, denn ein US-Magazin namens „Man‘s Life“ hatte bereits im September 1956 eine Geschichte über einen Mann veröffentlicht, der von einer Horde bissiger Wiesel attackiert worden war. Überschrift des Artikels: „Weasels Ripped My Flesh“.

Der Titel stand bereits fest, als Zappa den Grafiker Neon Park kontaktierte, der das Ganze für ein Honorar von 250 Dollar adäquat illustrieren sollte. Park, seiner Mutter auch be­­kannt als Martin Muller, stieß bei der Suche nach Inspiration auf eine Zeitschriftenanzeige der Firma Schick aus Stamford, Connecticut, die 1953 ihren Elektrorasierer „Model 20“ beworben hatte. Darauf zu sehen: Genau – jener Grinsemann mit Schlips und Kragen, der sich eine elektrische Rasur gönnt. Der Rest: gutes grafisches Handwerk. Und fertig war ein mittlerweile legendäres Album-Cover, das anfangs jedoch nicht überall goutiert wurde. Zunächst meldete die Vertriebsfirma Warner Bedenken an, die das Motiv zu blutig fand, dann allerdings doch einlenkte. Dafür weigerte sich eine offenbar zart besaitete Mitarbeiterin der Druckerei, das Bild überhaupt zu berühren, weshalb ein Kollege ranmusste.

In Deutschland erschien WEASELS RIPPED MY FLESH dennoch mit einem anderen Artwork – das allerdings nicht harmloser ausfiel als Parks Original, sondern wesentlich blutrünstiger. Man sieht eine silbern lackierte Babypuppe, die in einer Mausefalle steckt, während ihr das Blut aus dem Bauch rinnt. Über Geschmack soll man zwar nicht streiten, doch das beleidigend vordergründig um Schockeffekt bemühte Artwork offenbart auch eine objektive Schwäche: Kein Wiesel weit und breit, was einem den Bezug zum Albumtitel nicht unbedingt erleichtert.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Review: Jess And The Ancient Ones – VERTIGO

Ominös psychedelisch Auch auf ihrem vierten Album bleiben Jess And The Ancient Ones sich und ihrer psychedelischen Richtung treu. Vor...

Review: The Steel Woods – ALL OF YOUR STONES

Smart Southern Rock Nanu, eine neue Lynyrd Skynyrd? Gleich die zweite Nummer ›Out Of The Blue‹ nach dem Intro erinnert...

She Rocks: Girlschool

Girlschool: Gangleben. Auf Platte rockten sie echt hart, sorgten zusammen mit Motörhead für Chaos auf Tour und scherten sich...

Jimmy Page: Der Gitarrenhexer im Interview

Von seinem „Excalibur-Moment“ mit der Gitarre über die Yardbirds bis zur (Neu-)Erfindung des Hardrock mit Led Zeppelin und darüber...
- Werbung -

Mötley Crüe: Mash-Up mit Martha and the Vandellas

Manchmal passen ja gerade die Dinge zusammen, die nicht zusammengehören: Manch einer schwört auf Essiggurken mit Schokolade. Etwas verdaulicher...

Werkschau: Unser Album-Guide zu Jimi Hendrix

Der Rockgitarrist schlechthin. Legendär! Revolutionär! Stilprägend! Darf in keiner Plattensammlung fehlen. Wir geben Entscheidungshilfe. Unverzichtbar ARE YOU EXPERIENCED (Polydor, 1967) 1967 war...

Pflichtlektüre

Ozzy Osbourne – Rock als Lebenselixier

Er ist 61 Jahre alt und hat schon so...

Review: Kissin’ Dynamite – ECSTASY

Geschmacksexplosion? Kissin’ Dynamite aus Schwaben wirken optisch und akustisch zwar...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen