Kurz vor der Wahl in den USA transportieren The Four Donalds eine eindeutige Botschaft: Don’t vote for Trump!
Mit ihrem Cover von Greendays ›American Idiot‹ und dem zugehörigen Video wollen The Boatsmen, hier als The 4 Donalds agierend, nochmal ordentlich gegen Trump wettern.
Als Stilmittel durchzieht den bildgewaltigen Clip jene aggressive Plakativität, die sich Trump während seiner Amtszeit zu eigen gemacht hat.
Soul und Südamerika: Robin Pecknold erweitert seinen versponnen-schönen Indie-Folk
Am Strand stehen, festen Boden unter den Füßen, das große Ungewisse vor einem. Dieses Bild hatte Sänger und Songschreiber Robin Pecknold im Kopf, als er SHORE schrieb. Das verrät er im Pressetext zu seinem vierten Album mit den Fleet Foxes. Es ist ein sehr weites Bild, gleichzeitig konkret und abstrakt. Es hat etwas Naturmystisches, fast Esoterisches an sich, man kann sich sicher und verloren auf einmal vorkommen. Es ist so, wie seine Texte sind. Sie handeln von Liebe, Vergänglichkeit, Einsamkeit, soviel steht fest, aber was heißt das schon? Sie fließen frei dahin, Einzelnes versteht man auf Anhieb, vieles bleibt unbestimmt, manches ist surreal.
Pecknold hat zuletzt unter anderem den Avantgarde-Musiker Arthur Russel, Curtis Mayfield und João Gilberto gehört, und alles meint man herauszuhören. Die typische Paul-Simon-artige Sensibilität und die Harmoniegesänge sind immer noch da, dazu kommen diesmal auffallend viele Bläser, zwischen einzelnen Liedern hört man Vögel zwitschern und Meeresrauschen, ein paar Zeilen werden auf Portugiesisch gesungen. Es sind versponnen-schöne, frei interpretierbare Songs: Soviel war zu erwarten.
Ein unabsichtliches oder kalkuliertes Versehen? Von der aktuellen Formation von AC/DC sind kürzlich Fotos im Internet aufgetaucht.
Laut mehreren Fanseiten haben AC/DC vor kurzem versehentlich ein Foto des aktuellen Line-Ups auf ihrer Website gepostet und das Bild nur wenig später wieder entfernt.
Die Fotos, die von diversen Seiten sofort abfotografiert wurden, weisen auf ein Videoshooting hin und zeigen Brian Johnson, Angus Young, Cliff Williams, Stevie Young und sogar Phil Rudd gemeinsam auf einer Bühne.
Schon lange brodelt die Gerüchteküche um eine AC/DC-Reunion, nachdem Phil Rudd rausgeworfen wurde, Axl Rose Brian Johnson auf der letzten Tour wegen Hörproblemen ersetzen musste und Cliff Williams den Bass schließlich auch an den Nagel gehängt hat. Vielleicht sind diese Bilder der endgültige Beweis dafür, dass sich AC/DC bald zurückmelden.
These were posted earlier today… With strong RUMOURS that an album will follow this November. Follow AC⚡️DC’s socials for an official announcement. Until then, enjoy the possibility. pic.twitter.com/epZ9sX0Y3Y
Ein Rückblick auf den Größten Hit von Geburtstagskind Lita Ford.
Lita Ford wird heute 62 Jahre alt. 1988 landete die Musikerin, die durch ihre Zeit bei den Runaways bekannt wurde, ihren größten Hit mit dem Song ›Kiss Me Deadly‹.
Eine höhere Chart-Position erreichte nur ihr Duett mit Ozzy Osbourne, das den Titel ›Close My Eyes Forever‹ trug. Geschrieben wurde der Hit von Mick Smiley, das zugehörige Live-Video lief auf Heavy Rotation bei MTV.
Im ‚Video der Woche‘ zeigen wir eine der berühmtesten Live-Performances des Songs in Wembley aus dem Jahr 1989:
Wenn das Label befiehlt, dann macht der liebe Ace halt hinne, auch wenn ihm dieses Album eigenen Angaben zufolge sehr viel Spaß gemacht hat. ORIGINS VOL. 2 ist logischerweise der Nachfolger zu VOL.1, auf dem Ace bereits 2016 Songs seiner Vorbilder coverte. Dabei scheut der Spaceman nicht vor Doppelungen zurück und so finden sich auf der neuen Edition unter anderem wieder Lieder von Led Zeppelin, Cream, den Kinks, Jimi Hendrix und den Stones.
Im Endeffekt ist das auch vollkommen egal, denn wenn er Spaß daran hat, ist das Rechtfertigung genug. Den auserwählten Stücken verpasst Frehley einen durchaus unterhaltsamen Stempel – nicht nur mit kleinen Text-Twists wie in Deep Purples ›Space Truckin’‹, wo er kurzerhand „Space Ace Truckin’“ singt, sondern auch mit seinem Signature-Frehley-Gitarrensound.
Auch dieses Mal hat er sich übrigens wieder Stargäste wie John 5, Lita Ford, Bruce Kulick und Robin Zander dazu geholt und somit scheinbar die Erfolgsformel für seine Origins-Serie in Beton gegossen. Mal sehen, auf wie viele VOLUMES er künftig noch Lust haben wird. Anhören kann man sie schließlich gut, am Ende freut man sich aber mehr über ein komplett neues Album so wie sein letztes (grandioses) SPACEMAN.
Ein Album zum Hören, Genießen und Eintauchen in ferne Welten
Wie gewohnt sollte man sich auch für das neue Album FIREWORKER der norwegischen Art-Rocker Gazpacho ausreichend Ruhe, Muße und gute Kopfhörer gönnen. Denn die Musik der sechsköpfigen Band funktioniert auf mehreren Ebenen, die zu erkunden sich vom ersten Ton des magischen Openers ›Space Cowboy‹ an bis zum pulsierenden Finale von ›Sapien‹ lohnt. Dabei spielt sich ein Großteil von Stimmung und Botschaft unterhalb einer offensichtlichen Oberfläche ab. Hinter der vermeintlichen Ruhe verbirgt sich nämlich eine notorische Lebhaftigkeit, die immer dann durchbricht, wenn Gazpacho ihr Instrumentarium aus einem selbst gewählten Dornröschenschlaf erwecken und Poesie gegen Power eintauschen.
Gibt es namhafte Vorbilder für diese Art des Musikmachens? Natürlich fallen einem zuerst Pink Floyd ein. Doch mit ihrem klassisch-sakralen Ansatz dringen Gazpacho thematisch noch tiefer in die Menschheitsgeschichte ein, belassen ihre Storys nicht im Hier und Jetzt, sondern dehnen den Wirkungskreis auf Epochen aus, die in diesem Genre nur selten tangiert werden. So gesehen brennt es auf dieser Scheibe zwar nicht lichterloh, dafür aber ungemein nachhaltig.
Waren Brother Firetribe nicht mal härter? Zumindest gefühlt ließen es die Finnen früher auf Alben wie dem bezeichnend betitelten FALSE METAL doch etwas mehr krachen. Verglichen damit kommt das neue Werk FEEL THE BURN zwar eingängig hardrockig, aber doch eher soft, ja vereinzelt sogar beinahe sanft um die Ecke. Vor allem das massiv eingesetzte Keyboard rückt das Ganze stark an die Grenze zum Pop. Und auch die etwas künstlich klingenden Drums sorgen nicht unbedingt für mehr Wumms. Sänger Pekka Heino – ja, der heißt wirklich so – ist nicht gerade ein Growler oder Röhrer vor dem Herrn, hat aber doch eine gewisse Kante in seinem ultra-melodischen Timbre.
Und was auf dem fünften Album an Härte fehlt, wird einfach mit massiver AO(hrwurm)R-Harmonik wieder wett gemacht. Klar kann das schon mal kitschig werden und Texte wie „I wanna ride in a chariot of fire rolling down the street of dreams“ sind sicherlich grenzwertig, aber meine Herren, was bleibt ›Chariot Of Fire‹ im Gehör haften! Oder der treibende Opener ›I Salute You‹. Auch ›Night Drive‹ ist mehr Pop als Power, aber ein unbedingter Gehörgangschmeichler. Hard-, Melodic-, Soft- oder Pop-Rock? Egal, die Melodien und hymnischen Harmonien passen und bleiben.
7 von 10 Punkten
Brother Firetribe, FEEL THE BURN, ODYSSEY MUSIC NETWORK/ROUGH TRADE