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Start Blog Seite 389

Tom Jones: Neue Single ›Talking Reality Television Blues‹

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Am 23. April wird Tom Jones sein neues Album SURROUNDED BY TIME voller Coverversionen veröffentlichen. Jetzt hat der 80-jährige Künstler die Single ›Talking Reality Television Blues‹ herausgebracht, ein Cover des gleichnamigen Songs von Todd Snider.

In der über sechsminütgen, fast hypnotischen Nummer nimmt der Soulsänger die Rolle des Erzählers ein und erklärt in eindringlichem Sprechgesang die Rolle des Fernsehens über die Jahrzehnte hinweg.

Phil Spector: Stirbt im Alter von 81 Jahren

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Am 17. Januar ist Phil Spector im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Mörder, Hit-Produzent und Erschaffer der „Wall Of Sound“ soll den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus im Krankenhaus erlegen sein.

Seit 2009 war Spector in Kalifornien inhaftiert wegen Totschlags an der Schauspielerin Lana Clarkson im Jahr 2003. Clarkson wurde erschossen. Als Spector den Notruf angerufen hat, soll er gesagt haben: „Ich glaube, ich habe jemanden umgebracht.“ Anfangs behauptete er, Clarkson hätte sich versehentlich selbst erschossen, es sei ein „versehentlicher Selbstmord“ gewesen. Schon in den 70er Jahren hat Spector seine damalige Frau Ronnie Spector von den Ronettes psychisch und physisch misshandelt.

Während seiner aktiven Karriere arbeite Spector mit den Ronettes, Ike & Tina Turner, den Ramones, John Lennon, Yoko Ono und George Harrison. Seine Überarbeitung von LET IT BE führte zu starken Meinungsverschiedenheiten zwischen den Beatles: Lennon gefiel seine Arbeit sehr gut, während McCartney sie als zu bombastisch und überzogen empfand.

Viper Queen: ein Erlebnis für alle Sinne

Die besten Bandgeschichten beginnen irgendwo zwischen zu viel Alkohol und Zigaretten. Auch die jungen Neuankömmlinge von Viper Queen aus München gründeten sich über ein paar Bier, um genauer zu sein, über einigen „Goaßmass“ – einem in der fruchtbaren 80er-Szene um Gitarrist Michi, Sänger Mosi, Bassist Säsch, Drummer Tommy und dem bald an Bord steigenden Leadgitarristen Jimmy sehr
beliebten Gemisch aus dunklem Weißbier, Cola und Kirschschnaps. Mosi dazu lachend: „Es zieht sich durch unsere Bandgeschichte, dass bei uns immer alles beim Saufen entsteht“.

Doch auch mit von dieser klebrigen Mixtur vernebelten Sinnen war allen Jungs von Viper Queen sofort klar, wie das mit ihrer neuen Formation und der ersten EP SURRENDER TO THE BITE laufen sollte: Ordentlich kesseln müsse die Musik und sowohl klanglich als auch optisch – Zitat Säsch: „ein Erlebnis für alle Sinne!“ – den Spirit des kernigen 80er-Rocks heraufbeschwören, ohne dabei jedoch in die ewige Steel-Panther-Parodie-Falle zu tappen: „Ganz am Anfang haben wir gemeinsam das Biopic ,The Dirt‘ über Mötley Crüe angeschaut und beschlossen, etwas in diese Richtung zu machen. Aber so richtig kitschigen Glam und blödes Herumgepose wollten wir dann doch nicht abliefern. Deswegen entschieden wir uns für 80er-Hardrock mit einer glaubhaften Aufmachung. Unter diesem Aspekt betrachtet, hat jeder Song auf der EP seinen eigenen Stil. Hier hört man mal mehr W.A.S.P. raus, dann wieder verstärkt Priest. Wir haben einfach viel ausprobiert, hatten richtig Spaß im Findungsprozess und jeder konnte sich gut einbringen“, so Gitarrist Michi voller Elan.

Nach mehreren Besetzungswechseln finden sich Viper Queen nun in einem Line-up wieder, in dem sie fest bleiben wollen. Durch die neuen Einflüsse von Säsch und Jimmy wird der Sound der fachmännisch gestylten Herren demnächst vielleicht eine klassische Cinderella-Entwicklung aufs Parkett legen. „Bei ›Faceless Little Mistress‹ haben wir sofort gespürt, dass er sich am natürlichsten anfühlt. In diese etwas bluesigere Richtung wird es vielleicht künftig verstärkt gehen“, spekuliert Michi. „Wobei wir uns jetzt erst mal auf den Release der EP konzentrieren und danach etwas entspannen wollen“, wendet
Sänger Mosi nach Monaten der zeitintensiven Eigenproduktion ein.

„Ich finde, man hört, dass da viel Herzblut und Zeit drinstecken. Die Songs konnten reifen, wir haben grandiose Gitarren drauf, mit Special Effects experimentiert und das alles in Eigenregie durchgezogen. Das war viel Feinarbeit und Aufwand, aber ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Als ich gerade vorher die Mixes aus den Flatliners Studios zum ersten Mal gehört habe, wurde mir klar, dass wir echt das Beste herausgeholt haben.“ Demnächst zieht es die Jungs natürlich auf die Bühnen dieser Welt, wenn es
die Pandemie zulässt. Um ihre Songs und die detailverliebten Outfits auf Herz, Nieren und Rockstaralltagstauglichkeit zu prüfen.

Video der Woche: Judas Priest mit ›Living After Midnight‹

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Heute blicken wir zurück auf das Jahr 1980, als Judas Priest ihre legendäre Platte BRITISH STEEL veröffentlichten und für ›Living After Midnight‹ eines ihrer ersten Musikvideos drehten.

Der Songtitel entstand während den Arbeiten an dem Album, als Rob Halford Glenn Tipton spät nachts beim Gitarrespielen vorfand und dies kommentierte mit „You’re really living after midnight.“

Am Anfang des Videos sieht man den ehemaligen Drummer Dave Holland noch mit Sticks ins Leere spielen, wenige Sekunden später liefern Priest dann volle Metal-Power auf der Bühne.

Judas Priest mit ›Living After Midnight‹:

Die skurrilsten Cover der Rockwelt: TROUT MASK REPLICA

Trout Mask ReplicaCaptain Beefheart & His Magic Band
TROUT MASK REPLICA
(1969)

Hobbyköche, Zoologen und Besitzer eines Angelscheins demaskieren dieses Artwork im Handumdrehen: TROUT MASK REPLICA, das dritte Album von Captain Beefheart & His Magic Band, müsste eigentlich CARP MASK REPLICA heißen. Denn zum abgebildeten Fischkopf, sorgfältig in Szene gesetzt von Graf iker Cal Schenkel und dem Fotografen Ed Caraeff, gehörte einst der Körper eines stattlichen Karpfens. Definitiv. Stört uns das? Kein bisschen, zumal die falsche Forelle ja nicht als Centerfold-Pin-Up in der aktuellen Ausgabe von „Fliegenf ischen heute“ dient, was sicher hämische Leserbriefe zur Folge haben würde, sondern ein betont avantgardistisches Doppelalbum ziert. Eines, das – je nach persönlicher Neigung – als „fundamentales Meisterwerk“ oder „komplett unanhörbar“ gilt. Aber um die Musik geht’s hier nicht. Wir sehen einen Mann in flaschengrünem Mantel samt fellbesetztem Kragen, der einen kegelförmigen schwarzen Hut mit ausgeschnittener Krempe trägt, auf dessen Spitze wiederum ein Federball thront. Das Maul der Karpfenmaske ist halb geöffnet, die starren Augen leuchten blaugrün. Als Kinoplakat eines D-Movies namens „Angriff der Killerkarpfen-Aliens“ wäre es eine Wucht, auch zum Kindererschrecken ist die surreale Erscheinung perfekt geeignet (sofern man den lieben Kleinen mit besorgter Miene erklärt, dass „so etwas“ im nahegelegenen Badesee lebt).

Sollte man aber tunlichst unterlassen, denn Angst vor Mutanten trübt ausgelassenen Badespaß, und der Nachwuchs soll bitteschön Schwimmen lernen. Wer steckt denn nun hinter der Maske? Natürlich der Captain, also Don Van Vliet, höchstpersönlich. Sein Kinnbart, der zwischen der den Kopf stützend haltenden Hand und einem blauen Seidenschal hervorlugt, verrät ihn (zudem trägt er auf der Cover-Rückseite den gleichen Mantel. Und das Gerippe einer elektrischen Tischlampe, nur der Vollständigkeit halber). Bizarr? Hundertprozentig! Und deshalb auch ein würdiger Vertreter für diese Rubrik.

John Diva & The Rockets Of Love – AMERICAN AMADEUS

Where are you from?

Die ständige Berufung auf ihre amerikanischen Wurzeln haben John Diva & The Rockets Of Love doch eigentlich gar nicht nötig. Unabhängig davon ist das neue Album AMERICAN AMADEUS solider und starker Hardrock mit 80er-Schlagseite, klingt aber eben nicht so richtig original nach US-Glam, wie man es gerne hätte. Abgesehen davon sind auf der Platte heimische Hardrocker wie Hannes Braun von Kissin’ Dynamite und Michael Voss von Mad Max beteiligt und dementsprechend „german“ grooven die Nummern und das ganze Album auch. Wenn man sich also von der Fixierung auf den Ursprung dieser Band gelöst hat und keine neuen Steel Panther erwartet, kann man mit John Diva & The Rockets Of Love und Gassenhauern mit so genialen Titeln wie ›Bling Bling Marilyn‹, ›Weekend For A Lifetime‹ und ›Champagne On Mars‹ eine Menge Spaß haben.

Bei diesen Jungs scheinen Humor und Herz am rechten Fleck zu sitzen, ebenso wie die Harmonien und Refrains. Power, Poppigkeit und Partykompatibilität? Check! Nicht ganz original, aber immerhin originell.

6 von 10 Punkten

John Diva & The Rockets Of Love, AMERICAN AMADEUS, STEAMHAMMER/SPV

Voodoo Circle – LOCKED & LOADED

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Eine kreisrunde Sache

Bei einer funktionierenden Mannschaft soll man bekanntlich niemanden auswechseln. Zu dieser Erkenntnis ist nun auch Voodoo-Circle-Chefgitarrist Alex Beyrodt gekommen. Mit Sänger David Readman (Pink Cream 69), Bassist Mat Sinner (Primal Fear, Sinner) und Schlagzeuger Markus Kullman (u. a. Glenn Hughes) kehrt die Band auf LOCKED & LOADED zu ihrer wahrscheinlich stärksten Besetzung zurück.

Schon beim Opener ›Flesh & Bone‹ sowie den beiden direkt nachfolgenden Tracks wird deutlich, dass man hier genau jenen kraftvoll-melodischen, mit gezielten Zitaten und einigen bluesigen Elementen ausgestatteten Hybrid aus Hardrock und Melodic-Metal zu hören bekommt, den viele Fans in den letzten Jahren etwas vermisst hatten. Auch wenn die zweite Hälfte des Albums etwas an Spannung nachlässt, zeigt Beyradt mit der aktuellen Platte, dass er und sein neues altes Gefolge wieder auf einem guten Weg sind, all jene musikalischen Kernkompetenzen auszuspielen, die Voodoo Circle in den Augen ihrer Fans ausmachen.

7 von 10 Punkten

Voodoo Circle, LOCKED & LOADED, AFM/SOULFOOD

Mason Hill: Neue Single ›D.N.A‹

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Am 05. März releasen Mason Hill nach acht Jahren Bandbestehens endlich ihr Debütalbum. AGAINST THE WALL wird das gute Stück heißen und vereint knackigen Alternative mit eingängigen Melodien.

Nachdem die Band bereits vor einigen Wochen ihre Leadsingle ›Against The Wall‹ sowie den Song ›Find My Way‹ ausgekoppelt hat, legen sie jetzt mit ›D.N.A‹ noch einmal nach.

Sänger Scott Taylor über die Single und das Video: „D.N.A. ist ein Rocksong darüber von etwas so sehr eingenommen zu sein, dass es sich anfühlt, als werde es Teil der eigenen Struktur, also Teil der eigenen DNA. Wir wollten dem Video eine kleine Portion Wahnsinn verpassen, weshalb es körperlich sehr anstrengend und sogar schmerzhaft war, das Video zu drehen. Wir mussten alle diese fiesen Kontaktlinsen tragen und wurden mit UV-Licht nur so bombardiert, um unsere Performance aufzuwerten – meine Fresse, das hat vielleicht in den Augen gebrannt.“