Sylvain Sylvain, Gitarrist der New York Dolls, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Das zumindest verkündetete gestern Lenny Kaye, ehemaliger Gitarrist der Patti Smith Group, in den sozialen Medien.
Sylvain Sylvain, mit bürgerlichem Namen Sylvain Mizrahi, war von 1972 bis zur endgültigen Auflösung (der Originalbesetzung) im Jahr 1977 Teil der New York Dolls.
Am 5. Februar erscheint das neue Album MEDICINE AT MIDNIGHT von den Foo Fighters. Um die Wartezeit auf die Platte zu verkürzen, veröffentlichen Dave Grohl und Co. heute ihre neue Single ›Waiting On A War‹.
Zur Entstehung des Songs meint Dave Grohl: „Meine Jugend war von der dunklen Wolke einer hoffnungslosen Zukunft geprägt. Und letzten Herbst fuhr ich meine 11 Jahre alt Tochter zur Schule. Sie schaute mich an und fragte mich: Daddy, wird ein Krieg kommen? Mein Herz machte einen Aussetzer, als ich in ihre unschuldigen Augen blickte, weil mir bewusst wurde, dass sie heute unter der selben dunklen Wolke einer hoffnungslosen Zukunft lebt, die ich schon vor 40 Jahren gespürt habe. Noch am selben Tag schrieb ich diesen Song.“
Die Konzerte und ihr zweites Album liefen bestens, die Rockpresse war auf ihrer Seite und es schien steil bergauf zu gehen – White Lion blickten Ende der 80er in eine rosige Zukunft. Doch dann setzte sowohl bei der Plattenfirma als auch beim Management Apathie ein und das Schiff kam schnell vom Kurs ab.
Als White Lion im Januar 1988 für ihre ersten Europashows in London ankamen, schien die Welt den New Yorkern zu Füßen zu liegen. liegen. Ihr zweites zweites Album PRIDE hatte die Rockpresse Rockpresse in Euphorie versetzt, und Kerrang! schrieb etwa: „Wenn White Lion noch nicht existieren würden, müssten wir sie erfinden“. erfinden“. Autor Derek Oliver gab ihnen die Höchstwertung von fünf Punkten und fügte hinzu, dass ihr Gitarrenwunderkind Vito Bratta „wahrscheinlich besser als Eddie Van Halen selbst“ sei, während während der in Dänemark geborene Frontmann Mike Tramp „mit einer wesentlich besseren Stimme als David Lee Roth gesegnet“ sei.
Einige Zeitzeugen behaupten, die Band hätte an ihren drei Abenden im Marquee Club Guns N’ Roses überboten, die im Sommer zuvor auf derselben Bühne nicht vollständig überzeugt hatten. Nach ihren Europaterminen flogen Tramp, Bratta, Bassist James LoMenzo und Schlagzeuger Greg D’Angelo zurück in die USA, wo sie dann mit Aerosmith, Ozzy Osbourne und AC/DC tourten. tourten. Es war zu einem großen Teil der Unterstützung von MTV mit Heavy Rotation für die Singles ›Wait‹, ›Tell Me‹ und das wehklagende ›When The Children Children Cry‹ zu verdanken, dass PRIDE allein in den USA zwei Millionen Käufer fand.
Und doch war dieser Löwe innerhalb innerhalb von fünf Jahren ausgestorben. Noch seltsamer ist, dass die Musikwelt nach der hastigen Auflösung der Gruppe nie wieder einen Ton vom extrem talentierten Bratta hörte. Es ist nicht einfach einfach zu erklären, wie eine solche Erfolgsgeschichte so übel an die Wand gefahren werden konnte. Ja, wie so viele andere litten auch White Lion unter dem Grunge-Boom. Was aber wirklich wirklich erstaunt, ist der völlige völlige Mangel an Unterstützung seitens ihrer Plattenfirma und ihres Managements – ganz abgesehen davon, dass diese selbsterklärten „kleinen Kämpfer“ scheinbar einfach aufgaben und wie ein Kartenhaus zusammenfielen. „Niemand von ihnen setzte auf White Lion, als wir sie am meisten brauchten“, brauchten“, seufzt Tramp heute. „Und deshalb ließ man die Band sterben.“
Unsere ganze Story über White Lion lest ihr im aktuellen CLASSIC ROCK #96. Jetzt hier bestellen.
Tim Bogert ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Das bestätigte Drummer Carmine Appice auf Facebook mit einem Post, in dem er schrieb:„Mein guter Freund Tim Bogert ist heute gestorben. Er war wie ein Bruder für mich. Wir waren 50 Jahre lang befreundet.“
Tim Bogert spielte Bass bei Vanilla Fudge, Cactus sowie in der Supergroup Beck, Bogert & Appice.
In unserem aktuellen Sonderheft über die ganze Geschichte von AC/DC findet ihr auch ein aktuelles Interview mit Angus Young und Brian Johnson. Jetzt hier bestellen.
Heute veröffentlichen AC/DC ein neues Video zum Song ›Realize‹. Das Stück eröffnet die neue Platte POWER UP, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 für mächtig Wirbel sorgte und schließlich am 13. November das Licht der Welt erblickte.
Im neuen schwarz-weiß Clip sieht man Angus Young, Brian Johnson, Cliff Williams, Phil Rudd und Stevie Young vereint vor einer eher spartanischen Kulisse und na gut, einer Marshall-Wand performen. Und es scheint den Herren ehrlich Spaß zu machen.
Missverstanden, komplett wahnsinnig oder wirklich eine Hexe?Als Coven vor wenigen Jahren erstmals in Deutschland spielten, rief ich voller Vorfreude Mastermind Jinx Dawson an. Eine geheimnisvolle und wunderschöne Frau, die sich selbst als echte Hexe bezeichnete und im Laufe der Jahrzehnte schon so einiges im Rockbusiness gesehen und erlebt hatte. Das Interview war für 20 Minuten angesetzt, da wir uns aber mehr als gut verstanden und ein wirkllich interessantes Gepräch zustande kam, telefonierten wir knapp 70 Minuten, was dazu führte, dass ich an diesem Freitagabend zwei Züge nach Stuttgart verpasste und schließlich spontan per Anhalter von München aus zu der geplanten Party reisen musste. Doch wer würde schon eine Untergrund-Ikone bei den Ausführungen über Magie, den Pfad zur linken Hand, echte Hexenzirkel, in Ketten gelegte Rockstars und pikante Details unterbrechen?
Warum habt ihr erst nach so vielen Jahren erstmals in Deutschland gespielt?
Nach dem Release unseres ersten Albums WITCHCRAFT DESTROYS MINDS AND REAPS SOULS durften wir nicht einreisen. Es blieb uns also keine andere Wahl.
Warum war das so ein Problem?
Das lag wahrscheinlich an der Natur des Albums. Heute wirkt das lächerlich, weil hunderte von Bands das heute machen. Aber damals hat das einfach niemand vor uns getan, es war etwas, das die Bibel-Werfer überhaupt nicht mochten. Sie hatten echt Angst.
Kann ich mir vorstellen. Wobei es hierzulande auch heute noch so Leute gibt.
Oh, interessant. (lacht) Heute achten diese Leute aber auf andere Dinge, ich bin fast froh, dass sie uns vergessen haben und mich in Ruhe lassen. Die hatten mich so auf dem Kieker! Die haben sogar unsere Platte verbieten lassen, unsere Touren wurden abgesagt. Sogar in den Staaten.
Also war es damals doch so hart für euch?
Oh ja, das waren die Hippie-Tage. Es ging nur um Frieden, Liebe und Blumen. Es ging sicherlich nicht um dunkle Themen, wie wir sie behandelten.
Wie schätzt du die ganze Sache heute ein? Denkst du, dass ihr einfach aufgrund der sozio-kulturellen Atmosphäre damals ein schlechtes Timing hattet? Warum seid ihr im Underground geblieben, auch wenn ihr heute so etwas wie Kultstatus innehabt?
Es ist wahrscheinlich immer so, dass derjenige, der ein neues oder verstecktes Thema erstmals wieder an die Oberfläche bringt, am meisten Probleme kriegt. Ich meine, es gab auch noch eine „Satanic Panic“ in den 80ern, ein bisschen davon im Fernsehen. Aber es ist immer der oder die erste, die am meisten Probleme abkriegt.
Also hast du den Weg für die folgenden Bands geebnet, die so etwas ähnliches machten?
Davon bin ich überzeugt. Wenn du dieses erste Album wirklich anschaust und anhörst, dann siehst du, dass da wirklich alles drin ist. Als wir die zweite Platte machten, dachte ich mir echt kurz: Verdammt, was soll ich jetzt noch tun? Da war die schwarze Messe, all die großen Narrative des Okkulten in diesem einen Album, weißt du? (lacht)
Eine ziemlich runde Sache! Wie denkst du heute darüber, dass viele Bands euch recht schnell imitiert haben?
Ach, da habe ich gemischte Gefühle. Eigentlich wollte ich nicht, dass diese Album kommerzialisiert wird oder ein Genre definiert. Das war rein als Forschungsgrundlage für gewisse Menschen gedacht, die dieses Album finden würden. Meine Familie mochte das gar nicht, alle folgten dem Pfad zur linken Hand und daher hatte ich auch viele Ideen. Von ihren Ritualen und so. Das alles möchte ich auch in meiner Autobiografie niederschreiben.
Arbeitest du noch daran?
Ja, es dauert einfach so lange, weil ich eine komplizierte Geschichte habe und ich mich bei vielen Ereignissen selbst frage, ob ich das öffentlich machen soll oder nicht. Manches davon geht vielleicht einfach zu tief und es legt viele Dinge offen. Keine Ahnung, nicht, dass dann irgendwelche Anfänger damit herumspielen. Denn ich habe gewisse Dinge getan und gewisse Dinge gesehen, die mir nicht wirklich gut taten, die mir Pech gebracht haben. Alleine, dass zwei meiner Tanten wirklich einen Hexenzirkel (engl. Coven) hatten, daher hatte ich ja den Namen. Ich habe mein Erbe deswegen verloren…
Ich habe schon gehört, dass das ein großes Problem in deiner Familie verursachte.
Oh ja, und wie. Sie wollten nicht, dass diese Geheimnisse enthüllt werden. Wie beispielsweise das Zeichen der Hörner, das war bis dato eigentlich geheimes Zeug. Im späten 18. Jahrhundert waren Geheimbünde sehr beliebt, daher kam das und es sollte nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Aber mit deiner Musik und der Autobiografie hast du trotzdem beschlossen, diese Dinge öffentlich zu machen?
Ja, heute ist fast eh jeder aus meiner Familie gestorben, wobei ich wie gesagt manche Leute nicht mit diesem Wissen vertraut machen möchte. Alleine schon bei den ganzen Bands, die uns nachgemacht haben, dachte ich mir schon kurz „Oh oh“. (lacht) Das war außerdem fast schon wie eine frühe #metoo-Sache, denn viele dachten sich: Oh, das kommt von einer Frau, das gefällt uns nicht. Frauen hatten damals nicht die Macht und die Rechte, die sie heute haben. Und auch heute sind sie noch nicht gleichberechtigt. Wir hatten ja dieselbe Plattenfirma wie Black Sabbath. Ich habe überhaupt kein Problem mit Black Sabbath, ihre Musik war ja auch total anders als unsere, aber als wir das Label verließen, wurden sie plötzlich sehr gepuscht.
Kannst du das mit dem Pfad zur linken Hand vielleicht kurz erklären?
Zu allererst: Das hat nichts mit Satanismus zu tun. Der Pfad zur linken Hand richtet sich gegen Religionen jeglicher Couleur, deswegen hatten wir auch Probleme. Religionen sind menschengemacht und nicht gut für Leute und Kulturen. Menschen werden in die falsche Richtung gelenkt und wir glauben überhaupt nicht an so etwas, uns zufolge ist das alles ein großes Märchen. Wir glauben an die Natur und auch an Übernatürliches, das aber mit Wissenschaft verbunden ist. Wenn wir also Geister jagen, denken wir, dass es eine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt. Darum geht es und um Rituale und ja, Sex ist natürlich auch ein wichtiger Teil, weil der Pfad zur linken Hand sich mit dem Körper und der Befreiung des menschlichen Körpers beschäftigt. Das ist ziemlich schön. Ich meine, ich hatte echt meistens ein schönes Leben, weil ich so gelebt habe und mich nicht nach irgendeiner Art von Religion gerichtet habe.
Du hast dir also selbst keine Fesseln angelegt…
Exakt. Trotzdem haben wir einen sehr stark ausgeprägten moralischen Kompass. Es heißt nicht, dass wir herumlaufen und Dinge tun, die gegen die 10 Gebote oder die goldene Regel verstoßen.
Da du das Thema Sexualität schon angesprochen hast.. Du bist immer noch eine sehr attraktive Frau, du hast diese sexuelle Aura um dich herum, die ja auch für deine Musik sehr wichtig ist. War das auch ein wichtiger Teil für Coven?
Naja, natürlich ist das Bild einer schönen Hexe sehr viel anziehender als das Bild einer hässlichen Hexe. (lacht) Aber meine Tanten und Großtanten waren nicht sehr attraktiv und hatten dafür ziemlich viel Macht. Schönheit bedeutet also nichts, diese Art von Macht zu haben ist viel besser, weil sie von Dauer ist. (lacht)
Ziehst du eher Frauen oder Männer im Coven-Kosmos an?
Das ist interessant. Ich bin nicht so gut mit diesem ganzen Internet-Zeug, aber die Statistiken sagen, dass unser Hauptpublikum aus Männern zwischen 24 und 34 Jahren besteht. Da frage ich mich schon, warum das nicht mehr Frauen anspricht, weil ich Frauen wirklich einbeziehen möchte. Aber auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass der Pfad zur linken Hand nicht so stark zwischen den Geschlechtern unterscheidet. Wir schauen uns eher die Person an. Naja. Die weiblichen Fans werden mehr und es gibt viele Voyeure, das sicherlich auch. Manche interessieren sich einfach nur für diese Band, weil sie ihre kleinen Fantasien darüber gießen können. Deswegen wohl dieses Kult-Ding.
Wie beurteilst du die Nutzung okkulter Bilder innerhalb des Rock’n’Rolls für Unterhaltungszwecke?
Ach, das kommt und geht und passiert weiterhin, aber das war damals echt nicht meine Intention. Viele große Bands mit denen wir früher spielten, fragten uns tatsächlich, warum wir das taten. Sie meinten, wir ruinierten unsere Karrieren mit dem Zeug. Ähm, aber wie war nochmal die eigentlich Frage? (lacht) Sorry, ich trinke gerade erst meinen ersten Kaffee. Ich kann nicht viel Zeit im Tageslicht verbringen, weißt du. Meine Haut und meine Augen sind sehr empfindlich, wenn ich zu lange in der Sonne bin, verbrenne ich. Deswegen stehe ich eigentlich spät auf. (lacht)
Wie positionierst du dich als Frau in der Musikindustrie?
Damals kamen fast gar keine Frauen bis zur ersten Reihe durch. Heute gibt es im Pop-Bereich ja fast nur Frauen, aber damals war das echt schwer. Und ich machte es mir doppelt schwer: Eine Frau und dann auch noch eine Frau, die im Okkulten verwurzelt war. Ich meine, stell es dir so vor: Die Labels waren sehr stark, es gab kein Internet, um sich selbst zu promoten oder irgendetwas selbst zu kontrollieren. Sie wollten einfach nur, dass ich Singles und Popmusik produziere. Wahrscheinlich wäre ich noch lange vor Madonna das erste Popsternchen gewesen, aber das war nicht der Sinn, den ich mit Musik und Okkultismus erreichen wollte. Ich lehnte diese Angebote ab und wurde in Hollywood dann ziemlich auf die schwarze Liste gesetzt. Nach dem Motto „Oh, mit ihr ist nicht leicht Kirschen essen.“ Dabei wollte ich mich einfach nicht verkaufen.
Immerhin in der Underground-Szene ist Coven seit Jahren ein ziemlich wichtiger Teil, weil es eben so weit weg von einem Ausverkauf wirkt.
Nun, danke. Genau das war meine Absicht, deswegen danke ich dir wirklich. Wenn dem so ist, dann weiß ich das zu schätzen. Das ist aber ehrlich gesagt das erste Mal, dass ich sowas höre.
Echt? Ich würde das wirklich so einschätzen. Als ich Coven mit 18 entdeckte war ich total geflasht und beeindruckt von der Machart und den Umständen. Man hat das Gefühl, wenn nur ein Punkt in eurer Geschichte anders gelaufen wäre, wärt ihr vielleicht ganz groß geworden…
Vielleicht ja, aber wie gesagt: Das ist mir egal. Es war mir nur nicht egal, dass sie uns so abgeschnitten haben und anderen den Vorrang gaben. Ich meine, andere Bands haben einfach nur unseren ersten Song als Namen genommen. Oder Gene Simmons von Kiss, der beansprucht, das Hörnerzeichen als erstes gezeigt zu haben. Na, sorry Gene. Erstens machst du es falsch und zweitens kam es nun mal nicht von ihm und das hat mich wirklich verwirrt. Viele sind sauer auf mich, wenn ich solche Dinge erzähle, weil sie denken, ich lüge. Ich sage aber die Wahrheit. Als wir unser erstes Album rausbrachten, wussten viele Leute nicht einmal, dass es so etwas wie Covens gab. (lacht) Naja, die ganze Reise war sehr interessant und vielleicht hat es einfach so kommen müssen, weißt du.
Wenn dem so war, dann klingt es schon auch danach, als hätte die maskuline Dominanz in der Szene eine Rolle gespielt…
Oh total. Ich meine, ich kenne Gene und wir hätte eigentlich von dem Label gesignt werden sollen, wo KISS ihren Vertrag hatten. Das Label wollte uns dieses ganze Paket aufdrücken. Das Make-Up und die Comic-Sache. Ich wollte das nicht, deswegen lehnte ich den Deal ab, den Kiss dann bekamen. Ich kenne Gene recht gut, auch wenn wir uns Jahre lang nicht gesehen haben. Ich denke, viele dieser Leute haben einfach nie mit so etwas wie dem Internet gerechnet, wo man plötzlich ohne Kontrolle erzählen kann, was passiert ist. (lacht) Ohne das Internet wäre ich vielleicht nie aus meinem Versteck gekommen und hätte es einfach dabei belassen.
Am 5. März erscheint das neue Album WHEN YOU SEE YOURSELF von den Kings Of Leon. Bereits jetzt hat die Gruppe gleich zwei Singles veröffentlicht. ›The Bandit‹ und ›100,000 People‹ liefern einen ersten Vorgeschmack auf das achte Studioalbum. Zu ›The Bandit‹ gibt es außerdem ein brandneues Musikvideo.
Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich über die Platten, Künstler und Konzerte, die bleibenden Eindruck bei ihm hinterließen.
„Alle haben mich bis zum Abwinken über die Motörheads, Diamond Heads und Iron Maidens dieser Welt schwafeln gehört“, sagt der redselige Trommler von Metallica, „aber ich schätze auch viele andere Genres sehr.“ Geboren am 26. Dezember 1963 in Gentofte, Dänemark, und wohnhaft in Kalifornien, seit er 13 ist, war Lars Ulrich 1981 ein Mitbegründer von Metallica, die sich die New Wave Of British Heavy Metal zum Vorbild genommen hatten. Sein Geschmack erstreckt sich aber auch auf Jazz, Oasis, Rage Against The Machine oder Simon & Garfunkel, doch seine erste Liebe, Deep Purple, liegt ihm immer noch sehr am Herzen.
DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN Als ich aufwuchs, spielte mein Dad viel Jazz – Coltrane, Miles, Dexter Gordon, Ornette Coleman – und ein bisschen Rock – Hendrix, die Stones, die Doors. Die Musik, die damals im dänischen Radio lief, war im Wesentlichen das, was aus England kam, Anfang der 70er, also viel Glam.
DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE GESPIELT HABE Der Song hieß ›Hit The Lights‹, mit einer Band namens Metallica 1982 bei Radio City in Anaheim, Kalifornien. Es ist die einzige Band, in der ich je war, und der erste Song, den James Hetfield und ich je schrieben, war ›Hit The Lights‹.
DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE HARDWIRED … TO SELF-DESTRUCT ist die, mit der ich die wenigsten Probleme habe und die noch immer am ehesten wie ein Abbild meiner gegenwärtigen Vorlieben klingt.
DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE Achtung, Lars-Ulrich-Schock: Wir haben nie eine schlechte Platte gemacht! Aber ernsthaft, ohne mich da rauswinden zu wollen: Ich betrachte keine von ihnen als Fehler. KILL ’EM ALL [1983] klingt wie vor sehr langer Zeit, mit viel jugendhafter Energie. Aber ich bin sehr im Reinen mit der Vergangenheit.
DIE BESTE LIVE-BAND, DIE ICH JE GESEHEN HABE Motörhead, AC/DC, Rage Against The Machine, Deep Purple, Thin Lizzy. Ich weiß nicht, ob eine davon besser als die anderen ist, aber ich hatte das große Glück, sie alle sehr früh zu sehen.
DER SÄNGER Bon Scott war der coolste Sänger aller Zeiten – der Gesangsstil, die frechen Zweideutigkeiten und die charismatische Persönlichkeit. Diese frühen AC/DC-Platten – DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP, LET THERE BE ROCK, POWERAGE, HIGHWAY TO HELL – sind einfach fucking zeitlos.
DER GITARRENHELD Ritchie Blackmore. Das erste Konzert, auf dem ich je war, waren Deep Purple. Ich war neun und kann immer noch die Augen schließen und sehen, wie er diese schwarz-weiße Stratocaster nahm und sie mit seinem Fuß spielte oder gegen die Lautsprecher rieb. Das beeindruckte mich sehr. Ich denke, er war der beste Gitarrist dieser Generation, und für mich ist er der Inbegriff des Gitarrenhelden.
DER SONGWRITER Noel Gallagher. Es gibt nichts Schwereres – glaub mir, wir wissen das aus eigener Erfahrung –, als einen einfachen Song zu schreiben. Und je kürzer und einfacher er ist, desto schwerer ist es. Diese großartigen Oasis-Songs – ›Wonderwall‹, ›Live Forever‹, ›Supersonic‹ – … wenn Noel sie alleine spielt, nur mit Gitarre und Gesang, ist es unglaublich, wie reduziert sie sind, wenn man so nackt und verletztlich ist.
DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN Ich gebe dir fünf in zufälliger Reihenfolge: MADE IN JAPAN [Deep Purple], LIGHTNING TO THE NATIONS [Diamond Head], NO SLEEP ’TIL HAMMERSMITH [Motörhead], DEFINITELY MAYBE [Oasis] und das [selbstbetitelte] erste Album von Rage Against The Machine. Das sind für mich die zeitlosen Platten. Je nach Stimmung schwanke ich zwischen ihnen. Ich würde sagen, über das vergangene Jahr haben mich Rage Against The Machine mehr bewegt als jede andere Band.
DIE HYMNE ›Smoke On The Water‹. Ich weiß nicht, ob ich irgendwas zu diesem Song sagen kann, das noch nicht gesagt wurde. Aber ich kann dir verraten, dass es eine ziemlich coole Erfahrung für mich war, als Ian Gillan vor etwa 15 Jahren in San Francisco auftrat und ich letztlich ›Smoke On The Water‹ mit ihm spielen durfte. Das war ziemlich fucking surreal für einen Typen, der in einem mit Deep-Purple-Postern zugepflasterten Zimmer aufwuchs.
DER SONG, DER MICH ZUM WEINEN BRINGT In der richtigen Stimmung können einige dieser zeitlosen Nummern von Simon & Garfunkel definitiv einen emotionalen Nerv bei mir treffen: ›The Sound Of Silence‹, ›Scarborough Fair‹. Und wo wir von Paul Simon reden: Auf dem ersten Album seiner Frau Edie Brickell, SHOOTING RUBBERBANDS AT THE STARS, gibt es ein Lied, ›Air Of December‹, bei dem mir definitiv manchmal die Augen feucht werden.
MEIN SAMSTAGABENDPARTYSONG Stereo MC’s, ›Connected‹. Das ganze Album ist genial. Jeder einzelne Song darauf löst das Verlangen in dir aus, herumzuhüpfen und abzugrooven.
MEIN „IN STIMMUNG“-SONG Ich erzähle dir etwas, und dabei belassen wir es. Sagen wir mal, dass meine Frau und ich ein besonderes Verhältnis zum [selbstbetitelten] ersten Montrose-Album haben, okay? Mach daraus, was du willst. Mach dir deinen eigenen Reim darauf.
DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL ›Killing In The Name‹, Rage Against The Machine. „Fuck you, I won’t do what you tell me!“ Aber ich weiß nicht, ob das ein Song ist, der wirklich mein Leben definiert. Ich könnte mich für Oasis entscheiden, ›Supersonic‹, oder Diamond Head, ›Am I Evil?‹. Oder vielleicht ›Return Of The Vampire‹ von Mercyful Fate. Das ist ein Klassiker, auf dem ich spielte, als sie ihn 1993 neu aufnahmen, und auf eigenartige Weise könnte der Track ich sein, der aus dem Leben nach dem Tod zurückkehrt.