Die Folk-Rocker von High Fidelity haben eine neue Single am Start. ›Sunset Situations‹ heißt das gute Stück, das begleitet wird von einem passenden Video und vom kommenden Debütalbum der Band aus Hannover stammt.
Am 03. Juni erscheint dann die Platte COME RAIN OR SHINE.
High Fidelity live erleben:
26.5.2022 Heaven´s Tour Festival, Lübeln
03.6.2022 Kulturelle Landpartie, Wendland
06.8.2022 Filou, Steinhude
07.8.2022 Fährmannsfest, Hannover /w Kaffkiez, Blood Red Shoes u.a.
Bildreicher, emotionsgeladener OldSchool-Stoff mit eigener Note
Retro-, Vintage- oder, äh, Classic Rock – wie immer man die sympathisch-rückwärtsgewandte Musik, die junge Acts wie Greta Van Fleet oder Rival Sons zu Stars gemacht hat, auch nennen will: Mother Mersy aus Malmö gehen ebenfalls mit diesem Sound an den Start. Und sie machen das richtig gut. Denn der Vierer um den stimmlich zwischen Robert Plant, Freddie Mercury und Marc Bolan zu verortende Emil Starbrant zieht trotz klarer Referenzen an die Vorbilder der goldenen Ära des Rock sein eigenes Ding durch. Das fängt schon mit dem die Stimmung des Albums hervorragend wiedergebenden Cover-Artwork an, das den bis zum Bauch in einem Dorfteich stehenden Starbrant vor einem episch-düsteren Wolkenhimmel zeigt, durch den einzeln gleißende Sonnenstrahlen brechen. Denn die Musik des Quartetts ist ähnlich bildreich und emotionsgeladen. Sie hat Power, aber auch eine Menge Herz. Stücke wie das ausgelassene ›Attention‹, das andächtig daherkommende ›See You Again‹ oder das Riff-dominierte ›Wake Me Up‹ bieten druckvoll polternden Rock, der immer eine entweder sanft-melancholische, oft geradezu soulige Färbung, oder aber eine schillernde Glam-Note in sich trägt.
7 von 10 Punkten
Mother Mersy FROM ABOVE RAW STREET NOISE/ROUGH TRADE
Die Grenze zwischen Singen und Reden, was auf dem Album intensiv praktiziert wird, ist auf dem sechsten Solowerk des The-Hold-Steady-Frontmannes Craig Finn hauchzart. A LEGACY OF RENTALS erzählt von Erinnerungen, von Geschichten der Vergangenheit. Und die Musik wird diesen Geschichten angepasst. Deshalb klingt A LEGACY OF RENTALS auch bisweilen wie ein Singer/Songwriter-Hörspiel. Oder Soundtrack eines Episodenfilms. Hier geht es um Erinnerung – wie wir uns an Freunde erinnern, die nicht mehr da sind, an Orte, die sich verändert haben, an wichtige Ereignisse, die Teil unserer Vergangenheit sind. Der Titel impliziert, dass wir keine unserer Besitztümer jemals vollständig besitzen können, dass unser Körper nur ein vorübergehender Aufenthaltsort für unsere Seele ist. Wir alle wollen, dass man sich an uns erinnert. Wir alle wollen, dass unsere Zeit hier von Bedeutung ist. Indem wir diese täglichen Handlungen ausführen, geben wir der Hoffnung Ausdruck und sichern uns unseren einzigartigen Platz in der Geschichte. Bruce Springsteen ist für Finn lyrisch ein Vorbild, er verwendet jedoch Worte viel umfangreicher als der Boss. Musikalisch ist A LEGACY OF RENTALS gar nicht mal eine Offenbarung, aber im Kammer-Zusammenspiel entwickelt das Werk eine sehr charmante Atmosphäre. Mit ›Messing With The Settings‹, ›Due To Depart‹ und ›Birthdays‹ gelingen Craig Finn einige herausragende Melodien.
7 von 10 Punkten
Craig Finn A LEGACY OF RENTALS POSITIVE JAMS/THIRTY TIGERS/MEMBRAN
Diese unermüdlichen Kanadier ziehen seit 1978 ihre Runden. Dabei ist es bei Anvil ähnlich wie bei AC/DC: Fans wissen, was sie zu erwarten haben und bekommen für ihre Treue regelmäßig schwermetallische Wertarbeit. So sind die Überraschungen auf IMPACT IS IMMINENT zwar rar gesät, sieht man vom abschließenden Instrumental ›Gomez‹ ab, das mit funkigen Bläsern überrascht (und ein Remake des zuvor zu hörenden ›Teabag‹ ist). Die 19. Scheibe von Lips und Co. ist aber nichtsdestotrotz eines der besseren Anvil-Alben, denn man merkt den Songs an, dass die Musiker – bedingt durch die Lockdowns – mehr Zeit hatten als sonst. Fast alle der 14 Nummern haben das Zeug zum Ohrwurm. Die simplen Kompositionen zwischen Hardrock, Heavy Metal und Speed Metal kommen auf den Punkt, marschieren nach vorne und sind dank der tatkräftigen Hilfe der Produzenten Martin „Mattes“ Pfeiffer und Jörg Uken sauber und druckvoll produziert. So sieht man gerne darüber hin- weg, dass einige der Lyrics recht plakativ sind. Zeilen wie „Lockdown – caught in a lockdown“ in Endlosschleife möchte man heute einfach nicht mehr hören. Abgesehen davon hinterlässt die Platte aber durchaus einen „impact“.
Der griechische Komponist und Musiker Evangelos Odysseas Papathanassiou alias Vangelis ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Am besten bekannt dürfte er vielen durch seine Soundtracks für die Filme „Chariots Of Fire“ und „Blade Runner“ sein. Außerdem wirkte er in seinen frühen Jahren in der griechischen Prog-Band Aphrodite’s Child mit und arbeitete zusammen mit Yes-Mann Jon Anderson.
Die Lovell-Schwestern alias Larkin Poe veröffentlichen am 11. November dieses Jahres ihren neuesten Streich BLOOD HARMONY über Tricki Woo Records.
Eine neue Single inklusive Video haut das Roots-Rock-Duo zur Feier des Tages auch noch gleich raus. ›Bad Spell‹ heißt das Stück und erinnert mit seinem bedrohlich-groovigen Vibe an Screaming Jay Hawkins ›I Put A Spell On You‹.
Vor seinem Einstieg bei AC/DC war Bon Scott bei den Country-Rockern Mount Lofty Rangers – bis zu einem beinahe tödlichen Unfall. Die zwei Stücke, die sie aufnahmen, galten lange Zeit als verschollen. Bis jetzt.
Bon Scott verpasste selten einen Auftritt, doch am 3. Mai 1974 wusste sogar er, dass er zu besoffen war, um es zu bringen. Nach einem trunkenen Streit mit seiner damaligen Frau Irene sprang der Sänger auf sein Triumph-Motorrad und raste durch halb Adelaide zum Proberaum seiner Bandkollegen bei den Country-Rockern Mount Lofty Rangers. Er wollte ihnen mitteilen, dass er an jenem Abend nicht mit ihnen im Old Lion Hotel auftreten könne. Fahren unter Alkoholeinfluss war das eine, aber Scott wäre nie auf die Bühne gegangen, wenn er nicht seinen Job machen konnte.
Während dieses Kurzbesuchs brach ein Streit zwischen Scott und Ranger-Bassist Bruce Howe aus. Die beiden waren schon zuvor aneinandergeraten – als Mitglieder bei den trinkfreudigen Hippie-Rockern Fraternity hatten sie bei einem der angespannten Jams dieser Band auch schon die Fäuste fliegen lassen –, aber heute Abend braucht es nicht viel, um Scotts Lunte zu zünden. Niemand kann sich erinnern, was ihn ausrasten ließ, aber nach dem daraus resultierenden Zoff stürmte er hinaus und rannte dabei dreimal betrunken gegen die Tür.
„Wir versuchten, ihn aufzuhalten“, erinnert sich Rangers-Keyboarder Peter Head. „Ich weiß noch, wie ich sagte, ‚Bon, geh jetzt nicht, du bist zu besoffen, du kannst nicht fahren‘, aber weil er eben so dicht war, hörte er nicht auf uns. Das“, seufzt er, „war nicht ungewöhnlich.“ Eine Stunde später bekam Head einen Anruf. Nachdem Bon mit seiner Triumph davongebraust war, hatte er einen Frontalcrash mit einem Auto. Er überlebte, aber nur um Haares Breite – der Sänger verbrachte verbeult, zertrümmert und dem Tode nah drei Tage im Koma. Er sollte sehr, sehr lange brauchen, um sich davon zu erholen.
„Wir konnten ihn ein paar Tage nicht besuchen, weil er auf der Intensivstation lag und sie nicht wussten, ob er überleben würde“, so Head. „Als wir dann endlich zu ihm konnten, sah er furchtbar aus – er hatte all seine Zähne verloren, er war ein totales Wrack, übersäht mit blauen Flecken und Kratzern.“
Der Unfall bedeutete das Ende von Scotts Laufbahn bei den Rangers, die ganze vier Monate und zwölf Auftritte überdauert hatte. Im Oktober 1974 zog er nach einem monatelangen Heilungsprozess von Adelaide nach Sydney, wo seine Karriere mit AC/DC begann. Interessanterweise hatte er aber zwei Aufnahmen zurückgelassen, die erst jetzt, 40 Jahre später, das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
Peter Head bezeichnet sich selbst als den „musikalischen Direktor“ der Mount Lofty Rangers. Die waren mehr ein Kollektiv gleichgesinnter Musiker als eine richtige Band, denn zwischen 1974 und 1979 gab es an die 240 Mitglieder, darunter der zukünftige Cold-Chisel-Frontmann und Little-River-Band-Sänger Glenn Shorrock. Berühmter als Bon Scott war jedoch keiner.
Die Rangers kamen zusammen, nachdem Heads vorige Band, die Prog-Bluesrocker HeadBand, sich Anfang 1974 aufgelöst hatten. Deren Management war dasselbe wie das von Fraternity – „Wir hatten denselben Tourbus, wir spielten dieselben Gigs zusammen“, wie sich der 67-jährige Head erinnert –, und er und Scott wurden gute Freunde. Die Rangers gründete er, um Langeweile und den Hungertod abzuwenden. Bon war einer von vielen Sängern bei ihnen, von denen die meisten auch Instrumente spielten. „Wir saßen alle herum und waren pleite. Ich dachte, der einfachste Weg, sich durchzuschlagen, wäre eine Country-Rockband“, so Head, der seit 30 Jahren in Sydney lebt. „Wir konnten ein paar Dutzend Drei-Akkord-Country-Songs spielen, ein bisschen Spaß haben und alles schnell auf die Beine stellen.“
Ihr Album TRES HOMBRES verwandelte ZZ Top von der „little ol’ band from Texas“ in ein Phänomen. Zudem definierten sie damit den Sound des texanischen Blues und setzten den Lone Star State so wieder auf die musikalische Landkarte.
1973 nahmen ZZ Top einen Boogie im Stil von John Lee Hooker für jene Platte auf, die zu ihrem bahnbrechenden dritten Album TRES HOMBRES werden sollte. Angetrieben von einem Rhythmus, der Betonmauern hätte durchbrechen können, wurde ›La Grange‹ seither von Gitarrist und Bandchef Billy Gibbons als „prägender Moment“ beschrieben. Es hätte kaum zu einem besseren Zeitpunkt entstehen können. Blues war in Texas kaum noch präsent, die alte Garde schleppte sich zwischen den immergleichen alten Clubs hin und her und die größte Hoffnung des Lone Star States, Johnny Winter, war nach Norden gezogen, um ein Publikum zu finden. ZZ Top – Billy G, Bassist Dusty Hill und Schlagzeuger Frank Beard –, in der Zeit ohne Bärte, aber mit ihren „Nackt“-Anzügen, waren somit die Letzten, die die Stellung hielten. Und als Gibbons diese Hookeresken „How, how, how, how“s auf ›La Grange‹ intonierte, gab es keine Zweifel daran, dass die „little ol’ band from Texas“ nicht daran dachte, die weiße Fahne zu hissen. TRES HOMBRES brachte den Texas-Blues ins kollektive Bewusstsein – und definierte den Sound des ganzen Bundesstaates für den Rest der Welt. Alles, was die Band bis dato getan hatte, war quasi die Vorbereitung auf die Veröffentlichung jenes Albums gewesen. „Dusty und ich spielten mit American Blues in Dallas, Billy mit den Moving Sidewalks in Houston“, erzählte Beard über die Wurzeln des Trios.
„Wir wussten natürlich voneinander, und als die Zeit kam, in der ich einen Job suchte, fuhr ich in einem Volkswagen mit einem Drumkit nach Houston und sagte: ‚Hey, stellt mich ein!‘ So lernte ich Billy kennen.“ Hill fährt fort: „Ich zog nach Houston und wusste nicht, dass Frank dort war. Als ich in irgendeinem Club spielte, kam er zufällig rein. Er sagte: ‚Du musst vorbeikommen, um mit diesem Typen [Gibbons] zu spielen‘, und ich sagte, ‚okay‘.“ „Später entschuldigte ich mich dafür“, sagt Beard mit einem Lachen. Die Dinge kamen für ZZ Top ins Rollen, als der texanische Musikimpresario Bill Ham sie zufällig entdeckte und seine Dienste als ihr Manager anbot. Zudem wurde er auch zum Produzenten ihrer Alben. „Er lief am Proberaum vorbei und wir machten gerade ordentlich Lärm“, erinnert sich Gibbons. „Ihm gefiel, was er da hörte, gab jedem von uns eine Zigarre und sagte: ‚Jungs, ich werde euch zu Stars machen!‘“ „Dass er zu der Zeit gerade John Mayall als Gast bei sich zu Hause hatte, schadete natürlich nicht“, so Beard. „Das beeindruckte uns.“ Ham sagte die richtigen Dinge und behauptete, dass er ihnen zu einem Vertrag bei London Records verhelfen könnte. „Die Rolling Stones waren bei London gewesen und wir fanden das richtig cool“, so Hill. „Also machte Ham da oben sein Ding und brachte uns auf das Label. Wir nahmen das erste Album auf und gingen damit auf Tour.“ Dank seines neuen Managers fand das Trio ein neues Zuhause in The Warehouse, einer 2.800 m² großen Musikhalle in der Tchoupitoulas Street in New Orleans. Grateful Dead, Fleetwood Mac und The Flock hatten das Warehouse im Januar 1970 eröffnet, und Jim Morrison hatte dort sein letztes Konzert mit den Doors gespielt. The Dead und die Allman Brothers wurden vom NOPD hochgenommen, als sie in die Stadt kamen, um dort aufzutreten. Mittlerweile abgerissen, war es Erzählungen zufolge ein äußerst lebendiger Laden. „Es war der heißeste Club der Stadt“, erinnert sich der örtliche Musiker Deacon John Moore. „Die Leute zündeten Joints an und niemand sagte etwas. Es war wie im Himmel.“
Gibbons: „Als wir das erste Mal dort spielten, flog das Dach weg …“ Hill: „Wir dachten, das hätten wir verursacht!“ Gibbons: „Ein Hurrikan war über New Orleans gezogen und hat tatsächlich das Dach über unseren Köpfen weggerissen. Wir wussten, dass wir den richtigen Ort zum Spielen gefunden hatten!“ „Bill haute den Besitzer Don Fox übers Ohr, um uns dort spielen zu lassen“, fährt Hill fort. „Er kannte uns nicht wirklich. Und es war Mardi Gras, also war alles in New Orleans ausgebucht. Wir schliefen im Club oben in der Garderobe. Don Fox war misstrauisch und setzte eine Wache auf uns an, damit wir keine Frauen mitbringen konnten.“
ZZ Top hatten vor TRES HOMBRES zwei Alben veröffentlicht: ZZ TOP’S FIRST ALBUM 1971 und RIO GRANDE MUD im Jahr darauf, beide von Manager Bill Ham produziert. Während der Arbeit an ihrem Drittling begegneten sie erstmals dem Produzenten, Songwriter, Fotografen, Tontechniker und Künstler Terry Manning. Ein kurzer Blick auf seinen ausladenden Lebenslauf verrät, dass er Teil des Produktionsteams von Stax Records in Memphis war, das die Staple-Singers-Klassiker ›Respect Yourself‹ und ›I’ll Take You There‹ veredelt hatte. Billy Gibbons fand noch viel besser, dass Manning als Tontechniker am dritten Album von Led Zeppelin gearbeitet hatte. „Ich war ein großer Fan [von ZZ Top]“, erzählte Manning im Magazin The Blues. „Die ersten beiden Platten hatten mir sehr gut gefallen und ich hatte tatsächlich meine Fühler ausgestreckt, um die Band wissen zu lassen, dass ich daran interessiert war, mit ihnen zu arbeiten. Und wie sich herausstellte, hatte Billy Gibbons gehört, dass ich das so erfolgreiche LED ZEPPELIN III als Tontechniker betreut und im Wesentlichen abgemischt hatte. Billy liebte den Klang der Platte und er hatte seinerseits versucht, mit mir in Kontakt zu treten, um eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Ich war also nicht überrascht von der Qualität der Songs, die sie spielten, oder von ihrem Sound. Ich war ja schon ein Fan. Und es ist immer großartig, wenn man an etwas arbeiten kann, das man so liebt.“ Manning hatte bereits eine klangliche Vision für sein Debüt mit ZZ Top im Kopf.
„Ich wollte, dass sie kraftvoll und tight klingen, und so klar wie möglich. Die Philosophie dahinter war, dass es ganz offensichtlich bluesbasiert war und sie eine Version im Rock’n’Roll-Stil eines so reinen Blues spielten, wie man ihn in dieses Format nur bringen konnte. Und ich denke, dieses ganz bestimmte Ding machen sie besser als jemals irgendjemand sonst. Ich wollte das Blueselement bei- behalten, diese dreckigen, erdigen Klänge, die nicht perfekt sind. Doch ich wollte es in dieses sehr technische Gerüst einbetten, in dem die Dinge in gewisser Hinsicht – klanglich, in ihrem Timing – perfekt sind. Wenn man zwei gegensätzliche Pole so zu verbinden versucht, kann das manchmal zu einem Desaster werden, aber ich denke, in unserem Fall hatten wir Glück und es funktionierte. Für mich ist das Album eine Riesensache, wenn ich es mir heute anhöre. Es ist groß, kraftvoll und es klingt hart. Es erreicht genug klangliche Reinheit, um mich auf dieser Ebene zu befriedigen, aber es ist auch sexy, dreckig und funky. Ich denke, es bringt die beiden Seiten ziemlich gut zusammen. Mein erstes Treffen war mit Billy und Bill Ham gewesen, nicht mit der ganzen Band. Billy brachte die Tonbänder mit. Der Eindruck, den man bekommt, wenn man Billy trifft – damals und wahrscheinlich auch heute –, war immer, dass er ein unglaublich intelligenter Mensch ist. Natürlich ist er ein Verrückter – auf eine gute Art! Wir im Musikgeschäft sind alle Verrückte. Er hat seinen eigenen exaltierten Stil, seine ganz eigene Art, Dinge zu tun, doch dahinter steckt ein sehr intelligenter, philosophisch verwurzelter Mensch, der an der Welt interessiert ist, an den nicht greifbaren Dingen ebenso wie an denen, die man sehen und anfassen kann. Und das zeigt sich meiner Meinung nach in seinem Songwriting und vor allem in seinem Spiel. Das hat große Tiefe. Es war also beeindruckend, ihn kennenzulernen. Und Bill Ham war natürlich dieser unglaublich gerissene Geschäftsmann. Er wusste genau, was er tun wollte, um die Band im Musikbusiness immer weiter aufs nächste Level zu heben.“ (Text: Redbeard & Henry Yates. Aus CLASSIC ROCK #105)