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Def Leppard: Stadion-Tour wird nach Europa kommen

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Aktuell befinden sich Def Leppard zusammen mit Mötley Crüe, Poison und Joan Jett & The Blackhearts auf großer Stadiontour durch die Staaten. Nach ersten hoffnungsschwangeren Gerüchten, dass das Paket so auch nach Europa kommen könnte, bestätigte dies nun Joe Elliott von Def Leppard in einem Interview. Nächsten Sommer soll das Line-Up so auch auf europäischem Boden zu bewundern sein.

„Ich kann nicht sagen, wann oder wo das alles passieren wird, weil mir noch kein grünes Licht gegeben wurde“, erzählte er unseren britischen Kollegen von CLASSIC ROCK. „Ein Gig ist bereits bestätigt und wir versuchen, einen zweiten hinzuzufügen. Es werden einige Gigs bei Festivals stattfinden, aber andere werden tatsächlich so aussehen wie das, was wir hier gerade in Nordamerika tun.“

Video der Woche: Toto mit ›Africa‹

David Paich wird heute 68 Jahre. Der Keyboarder, Sänger und Songwriter ist Gründungsmitglied von Toto und als Komponist verantwortlich für einige der größten Hits der Band wie ›Rosanna‹ oder auch ›Africa‹.

Zur Feier des Tages blicken wir deshalb heute auf das Jahr 1982 und das Album IV, auf dem Africa zu finden ist. Zusammen mit Drummer Jeff Porcaro schrieb Paich die Musik, am Text arbeitete er alleine. 1983 erreichte der Track den ersten Platz der amerikanischen Billboard-Charts.

Und weil man ›Africa‹ nicht oft genug hören kann, fügen wir heute noch die Version von Weezer aus dem Jahre 2018 hinzu. Am Video wirkt außerdem Weird Al Yankovic mit. Nachdem Weezer 2018 mit zwei Toto-Coverversionen das Internet erheiterten, revanchierten sich Toto damals und coverten ihrerseits den Weezer-Song ›Hash Pipe‹.

Was machen eigentlich Air Supply?

Die PR-Agentur bittet im Zusammenhang mit Air Supply, auf den Terminus „Soft Rock“ zu verzichten, da es bei den Shows des australischen Erfolgsduos doch amtlich zur Sache geht. Aktuelle Kritiken von einem der bis zu 130 Konzerte, die Graham Russell und Russell Hitchcock jährlich mit der Band abreißen, bestätigen das. Auch
die beiden Pop-Protagonisten betonten in einem Interview von 2020, dass sie „Romantic Rock“ bevorzugen. Abgesehen davon kann man über Stil und Geschmack sowieso leidlich streiten, über Erfolg hingehen nicht. Denn der ist bei Air Supply mit Millionen Alben- und Singleverkäufen unantastbar. Graham Russell und Russell Hitchcock lernten sich am 12. Mai 1975, am ersten Probentag für die australische Produktion von „Jesus Christ Superstar“, in Sydney kennen. Der Rest ist Hit-Historie. Und die Geschichte einer echten Freundschaft. Angeblich haben sich die beiden noch nie ernsthaft gestritten. Warum auch, schließlich funktioniert die bis heute andauernde Kooperation von Sänger, Songwriter und Gitarrist Graham Russell und Leadsänger Russell Hitchcock hervorragend. Gleich die erste Single, ›Love And Other Bruises‹, schlug sich 1976 in den australischen Charts gut. Das Debütalbum, AIR SUPPLY, ebenso.

Nach weiteren Longplayern konnte man 1980 mit LOST IN LOVE die US-Charts knacken und Platin einfahren. Was nicht zuletzt an der gleichnamigen Single sowie an Schmachtfetzen und Trademark-Songs der Band wie ›All Out Of Love‹ und ›Every Woman In The World‹ lag. Von diesen Kalibern gab es in den 80ern noch einige weitere wie ›Even The Nights Are Better‹ oder ›Making Love Out Of Nothing At All‹. Die 90er-Jahre bescherten dem romantischen Duo Hits wie ›Without You‹ und weitere gut verkaufte Platten. Dabei konnte man sich speziell in Asien nicht über mangelnde Beliebtheit beklagen. Was vor allem mit dem dortigen, aber auch dem weltweiten Live-Engagement in den 00er-Jahren zusammenhängt. Mitte des Jahrzehnts trat man sogar in Kuba auf. 2010 gab es nach jahrelanger Release-Abstinenz mit MUMBO JUMBO neue Songs. Die jüngere Vergangenheit ist voll mit Auszeichnungen wie die Aufnahme in die „Hall Of Fame“ durch die Australian Recording Industry Association in 2013 oder 2020 eine Listung im australischen Rolling Stone unter den „50 Greatest Australian Artists Of All Time“.

Im selben Jahr begingen Air Supply ihr 45. Jubiläum. Das fünftausendste Konzert hat inzwischen auch schon stattgefunden (in Las Vegas). Aber es geht weiter, denn im Moment ist die Band wieder live in Kanada und den USA unterwegs. Termine stehen bereits über die Jahreshälfte hinaus und man plant auch globale Dates. War THE LOST IN LOVE EXPERIENCE von 2019 noch ein Live-album mit dem Prague Symphony Orchestra, entstehen derzeit wieder neue Songs. LOVE LETTERS soll der Longplayer heißen.

Ein Abend für die Ewigkeit: The Clash live 1980

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The Clash live, 27. Januar 1980, Sheffield, Top Rank.

Da waren sie: The Clash, ganz hinten auf der kaum beleuchteten Bühne des Top Rank, in Trenchcoats mit aufgestellten Krägen, grinsend wie freche Schulkinder und zum eloquenten Toasting ihres Supports Mikey Dread mitgroovend. Die meisten im Publikum konnten sie nicht sehen, aber in der ersten Reihe, wo ich stand und mich an meinem Tourprogramm „The Armagideon Times“ festklammerte, erspähte man sie. Ich war bereit zum Pogen, allerdings eher aus der Unvermeidlichkeit des Eingequetschtseins heraus denn als artistisches Statement.

Als Mick Jones 45 Minuten später das Intro zum Opener ›Clash City Rockers‹ anstimmte, sahen The Clash nicht mehr wie Schulkinder aus. Vier Jahrzehnte und hunderte Konzerte später habe ich nach wie vor niemanden gesehen, der so unter Strom stand wie die einzige Band, die jemals zählte, auf dem absoluten Zenit ihres Könnens. Jones, der Legenden bildende Rockgitarrist. Joe Strummer, der charismatische alttestamentarische Prophet der Innenstädte. Paul Simonon, cooler als cool. Und mein Gott, was für ein unfassbarer Schlagzeuger Topper Headon war. Sie peitschten durch ihre frühen Höhepunkte, die meisten Stücke von LONDON CALLING, und ich konnte kaum atmen.

Und das nicht nur, weil ich noch nie zuvor etwas so herzinfarktträchtig Aufregendes erlebt hatte, sondern auch, weil die Leute hinter mir mich erbarmungslos gegen die Bühne drückten. Am nächsten Tag ging ich in die Schule, mit reichlich blauen Flecken und irgendwie immer noch blutig. Die Wahrheit ist, dass ich mich nie mehr davon erholt habe.

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Ozzy Osbourne: Neue Single als Vorbote auf kommendes Album

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Am 9. September erscheint PATIENT NUMBER 9, das neue Studioalbum von Ozzy Osbourne. Der gleichnamige Titeltrack der Platte wird bereits heute als erster Vorgeschmack ausgekoppelt.

Auf dem Nachfolger zu ORDINARY MAN aus dem Jahr 2020 wirken neben Zakk Wylde auch Jeff Beck, Mike McCready (Pearl Jam), Chad Smith (Red Hot Chili Peppers), der kürzlich verstorbene Taylor Hawkins (Foo Fighters), Robert Trujillo (Metallica), Duff McKagan (Guns N‘ Roses) sowie Tony Iommi von Black Sabbath mit.

Coheed And Cambria: VAXIS II: A WINDOW OF THE WAKING MIND

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Coheed And Cambria besitzen die große Gabe, ihre Hörer vom ersten Ton eines jeden Albums an wie
einen alten Freund in die Arme zu schließen – so auch bei ihrem zehnten Werk VAXIS II. Nach dem bombastischen Intro ›The Embers Of Fire‹ heißt einen ›Beautiful Losers‹ mit aller Herzlichkeit willkommen. Diese komplexe und doch so eingängige Mischung aus Wucht und Melodie können nur Coheed And
Cambria erschaffen, nur Claudio Sanchez kann diese tiefe Inbrunst und gleichzeitig so viel Verletzlichkeit in seinem Gesang transportieren. Die vier Musiker aus Nyack präsentieren sich in kompositorischer Höchstform. Da verzeiht man ihnen auch ein paar musikalische Ausrutscher oder Ungewöhnlichkeiten wie ›A Disappearing Act‹, einer Mischung aus Rammstein-Ballade und Dancehall-Hymne, oder ›Bad Man‹, bei dem das Spiel mit dem Stimmverzerrer ein wenig übertrieben wurde. In seiner Gesamtheit vermag VAXIS II absolut zu überzeugen – zum Glück sind noch drei weitere Akte geplant.

7 von 10 Punkten

Coheed And Cambria
VAXIS II: A WINDOW OF THE WAKING MIND
ROADRUNNER/WARNEr

Arthur Brown: LONG LONG ROAD

Erneut verdienter Legendenstatus

Er ist wirklich einen langen, langen Weg gegangen. Arthur Brown hat absoluten Kultstatus inne und bleibt
doch trotz seines mehr als weitreichenden Einflusses auf die Rockmusikhistorie irgendwie immer im Underground verwurzelt. An seinem 80. Geburtstag (!) veröffentlicht der God Of Hellfire sein neues Album LONG LONG ROAD, das in enger Kollaboration mit seinem Weggefährten und Multiinstrumentalisten Rik Patten entstanden ist. Eine Platte, mit der der Ausnahmekünstler auf seine Wurzeln mit The Crazy World Of Arthur Brown Bezug nimmt und Blues mit betörenden Rhythmen, Psychedelic und Heavy Rock vermischt. Eröffnet wird mit dem jazzig angehauchten Rocker ›Gas Tanks‹, auf den der kurze, doch eindringliche Spoken-Word-Track ›Coffin Confessions‹ mit dramatisch vorgetragenen Zeilen folgt. Danach das Highlight der Platte für die Autorin – das schwer swingende ›Going Down‹ mit Bläsern, bei dem Arthur Brown wie auch auf dem Coverartwork sein Lieblingselement, das Feuer, aufgreift. Dem mit Mundharmonika und Westernflair versehenen ›I Like Games‹ mit seinem zweideutigen, teils krächzend geraunten Text tropft die nonchalante Coolness aus jeder Pore, dann wieder versprüht Brown im wunderschönen und ungewohnt konventionellen Titeltrack mit Akustikgitarre und emotionalem Text Hoffnungsfunken und verweist auf die Möglichkeit einer guten Zukunft, wenn wir im Hier und Jetzt nur die richtigen Entscheidungen treffen. LONG LONG ROAD ist der
Beweis dafür, dass Arthur Brown sich nicht auf seinem Legendenstatus ausruht, sondern selbigen immer noch mühelos zu verteidigen weiß.

8 von 10 Punkten

Arthur Brown
LONG LONG ROAD
PROPHECY PRODUCTIONS/MAGNETIC EYE RECORDS/SOULFOOD

Grant-Lee Phillips: Die Stimme der Hoffnung

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Klanglich gibt sich Grant-Lee Phillips auf seinem neuen Album betont traditionalistisch, inhaltlich allerdings ist der US-Singer/Songwriter nah am Puls der Zeit. Mit ALL THAT YOU CAN DREAM wirft er Schlaglichter auf die persönlichen wie gesellschaftlichen Herausforderungen unserer verwirrenden Gegenwart und versucht sich mit der Idee abzufinden, dass einst unerschütterliche Institutionen nun zerbrechlich oder fehlbar erscheinen.

Anfang des Jahrtausends verkörperte Grant-Lee Phillips in der Fernsehserie „Gilmore Girls“ den Stadt-Troubadour, der an der Ecke stehend für ein paar Cent seine Lieder zu Gehör brachte und gleichzeitig das Geschehen in der Stadt kommentierte. Eine echte Paraderolle für den früheren Frontmann der großartigen Grant Lee Buffalo, schließlich ist der inzwischen 58-jährige Amerikaner seit mehr als 30 Jahren der Inbegriff des altmodischen fahrenden Musikers, der in die Stadt kommt, um sein Publikum mit ulkigen Geschichten und ungemein lebendigen Songs im Dunstkreis von Folk, Country und Americana zu faszinieren.

Durch die Pandemie genau dieser Chance beraubt, widmete er sich daheim in Nashville der Frage, wie er auf sich allein gestellt das Meiste nur aus Stimme und Gitarre machen konnte – und stieß dabei auf Songs mit einem neuen Fokus. „Wenn ich zu Hause bin und nur für mich spiele, blende ich die Gedanken an die Performance aus“, erklärt er. „Ohne das Gefühl, Publikum im Raum zu haben, ist das für mich eher ein nach innen gerichteter Prozess, der in gewisser Hinsicht meinem wahren Ich stärker entspricht.“ Auch wenn Phillips am Ende eine Reihe alter Weggefährten wie Drummer Jay Bellerose und Bassistin Jennifer Condos einlud, die Songs aus der Ferne dezent auszuschmücken, ging es ihm dieses Mal dennoch besonders um den Kern der Sache. „Wenn man Platten produziert, muss man sich vor zu viel Raff inesse hüten“, ist er überzeugt. „Sie hat ihren Platz, aber bisweilen verlierst du genau das aus den Augen, was den besonderen Reiz ausgemacht hat. Mir gefällt der
Prozess des Erkundens. Ich mag es, Fehler zu machen, und schätze die Erkenntnisse, die daraus resultieren.“

Dem entgegen steht einmal mehr die elegante Eloquenz, mit der Phillips seine Gedanken zum Lauf der Dinge in Worte fasst und den Dingen auf den Grund geht. Die Angriffe auf das US-Kapitol im Januar 2021 haben ebenso tiefe Spuren in den Texten der neuen Lieder hinterlassen wie der Brand von Notre Dame und die fragwürdige US-Einwanderungspolitik. Ein Patentrezept, um die immer weiter auseinanderdriftende Welt zu kitten, hat auch Phillips nicht, trotzdem möchte er die Stimme der Hoffnung sein. „Natürlich leben wir in ver-
störenden Zeiten, aber ich bin überzeugt davon, dass uns das am Ende zu besseren Menschen machen wird. Wir haben es selbst in der Hand. Darauf spielt auch der Titel ALL THAT YOU CAN DREAM an: Wenn wir uns die Veränderung erträumen können, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf konzentrieren können, dann haben wir eine Chance, all den Herausforderungen zu begegnen.“