Am 4. November veröffentlichen The Commoners ihr neues Album FIND A BETTER WAY. Als Vorgeschmack auf die Platte liefern die kanadischen Roots- und Southern Rocker heute ihre neue Single ›Too Much‹ inklusive Video ab.
„Das neue Album verkörpert authentisch die Rock’n’Roll-, Soul- und Bluesrock-Erfahrung“, so Leadsänger der Band, Chris Medhurst. „Das ist etwas, das wir wirklich zurückbringen wollten. Das sind die Wurzeln. Das ist es, was wir uns anhören.“
„Die Black Crowes sind ein wichtiger Einfluss für uns“, erklärt er weiter. „Derek Trucks, Marcus King, Led Zeppelin und auch die Allman Brothers Band. Das sind die Bands, die wir auf unseren Ärmeln tragen, während wir danach streben, unsere eigene Musik und unseren eigenen Sound zu kreieren.“
Ein nachdenklich-atmosphärisches und gerade deshalb so gelungenes Coveralbum
Ganz sparsam lässt sich die Sängerin aus Bermuda hier begleiten. Damit steht OTHER SHORES in klarem Kontrast zu ihrem bis dato aktuellen Album PEARL von 2019, auf dem uns Nova so rockig wie seit den 90ern nicht mehr kam. Wenn sie hier nicht selbst die akustische Gitarre zupft, dann sind es lediglich ein Piano wie bei Foreigners melancholisch eröffnendem ›Waiting For A Girl Like You‹, oder ein Cello wie bei John Lennons ›Jealous Guy‹. Gerade bei diesen Stücken (sowie bei ›Here Comes Your Man‹ von Pixies) macht nicht nur die ungewohnte Instrumentation, sondern auch die Attitüde Spaß, mit der sie die von Männern geschriebenen und gesungenen Texte zu ihren eigenen macht. Weitere Höhepunkte sind das der Emotionalität der Sting-Vorlage nahe kommende ›Fragile‹, das aufreizend langsame ›Like A Hurricane‹ (Neil Young), das clever zwischen peppig und nachdenklich changierende ›Ever Fallen In Love‹ von The Buzzcocks und das andächtig anmutende, komplett a cappella dargebotene ›Sailing‹ (Sutherland Brothers/Rod Stewart).
7 von 10 Punkten
Heather Nova OTHER SHORES OMN LABEL SERVICES/ROUGH TRADE
Post-Rock, Groove-Prog, experimenteller Jam-Metal – wie auch immer man den Stil der Münsteraner nennen will: Long Distance Calling sind eine Klasse für sich. Und das nun schon seit über eineinhalb Dekaden. Zu Beginn ihrer Karriere noch merklich von Acts wie Tool, Porcupine Tree oder Mogwai beeinflusst, ist davon heutzutage maximal noch in Spurenelementen etwas zu hören. Der Vierer macht sein eigenes Ding. Und das sowohl bei brettharten Groovern als auch in atmosphärisch-nachdenklichen Momenten. Die das neue Werk nach einem kurzen Intro virtuos eröffnenden ›Blades‹ und ›Kamilah‹ sind für diese These zwei hervorragende Belege. Auch thematisch geht man wieder originelle Wege. Jedes Lied der Platte ist einer der aussterbenden Lebensformen auf unserem Planeten gewidmet – das monumentale ›500 Years‹ etwa dem Grönlandhai, das nervös-zickige ›Blood Honey‹ der Biene oder das zum Ende, passend apokalyptisch anmutende Titelstück uns Menschen. Doch auch ohne dieses Wissen funktioniert ERASER exzellent. Die Stücke sind so emotional, so kraftvoll und immer wieder mit einer erstaunlichen Dynamik ver- sehen, dass der Hörer kaum bemerkt, dass es sich durch die Bank um Instrumentals handelt. Anstelle eines auf den meisten Scheiben der Band für zumindest ein Stück vorbeischauenden Gastsängers hat man sich dieses Mal nämlich „nur“ Saxofonist Jørgen Munkeby von den Norwegern Shining für ›Sloth‹ dazu geholt.
Ein Tribute-Album mit exzellentem Folk und erdigem Roots-Country
Wer Steve Earle kennt, kann sich denken, wer oder was hinter dem Titel seiner neuen LP JERRY JEFF steht. Richtig, Jerry Jeff Walker. Der Ende 2020 verstorbene Country-Sänger und Songwriter war einer der wichtigsten Inspirationsquellen von Steve Earle – und jeder einzelnen zollt der 67-Jährige Tribut: TOWNES widmete er Townes Van Zandt, GUY natürlich Guy Clark. Laut Liner Notes war Jerry Jeff – bekannt für seinen Klassiker ›Mr. Bojangles‹ – sein erster entscheidender Einfluss. Als 14-Jähriger habe er ihn kennen und schätzen gelernt. Ihn jetzt posthum zu würdigen ist nicht nur höchst ehrenvoll, das Ergebnis liefert auch ein erfrischendes Hörerlebnis. Und macht klar, dass Walker, der in den frühen 70er-Jahren zum erweiterten Umfeld der Country-Outlaw-Szene in Austin, Texas, gehörte, musikalisch viel mehr zu bieten hatte, als besagten Evergreen. Ähnlich wie Dylan während dessen NASHVILLE-SKYLINE-Phase changieren seine Songs harmonisch packend und mit erlesenen Texten ausgestattet zwischen melodischem Folk und ruppigem Roots-Country. Zehn Songs aus seinem Nachlass haben Steve Earle & The Dukes auf JERRY JEFF mit Hingabe und hörbarer Spielfreude neu aufleben lassen und damit ein großartiges Album vor- gelegt. Schade, dass Jerry Jeff Walker das nicht mehr erleben durfte.
9 von 10 Punkten
Steve Earle & The Dukes JERRY JEFF NEW WEST RECORDS/H’ART
Am 14. September kommt der Horrorstreifen „The Retaliators“ in die Kinos. Der Film erzählt die Geschichte eines rechtschaffenen Pastors, der auf der Suche nach Antworten zum brutalen Mord an seiner Tochter auf eine dunkle und verdorbene Unterwelt stößt.
Neben den Hauptrollen, besetzt von Michael Lombardi, Marc Menchaca und Joseph sind auch einige Rockstars wie Tommy Lee von Mötley Crüe oder Ivan Moody (Five Finger Death Punch) mit Gastauftritten vertreten. Am 16. September wird außerdem der Soundtrack zum Film veröffenlicht, der ebenfalls Songs von u.a. Mötley Crüe enthält.
Eine Woche vor Filmstart findet am 7. September ein Prescreening in ausgewählten Kinos in Hamburg, Berlin, München und Köln statt. Für die Premiere verlosen wir pro Stadt 3×2 Freikarten.
25. August 1976: Boston veröffentlichen ihr selbstbetiteltes LP-Debüt.
Ein trickreicher Schelm, dieser Tom Scholz! Gelang es doch dem studierten Pianisten und Komponisten aus Boston, Massachusetts, die Chefetage des Majorlabels Columbia/Epic auszutricksen. Zwar führte sein im eigenen Foxglove Studio zusammen mit Ausnahmesänger Brad Delp – beide gehörten mit Gitarrist Barry Goudreau zuvor der lokalen Band Mother’s Milk an – eingespieltes Demo des LP-Debüts BOSTON zur Vertragsunterzeichnung mit Epic, doch bestand die Plattefirma auf einer Bedingung: die komplette Neuaufzeichnung des Materials in Los Angeles.
Scholz, Autor von sechs der acht Songs sowie neben Delp Co-Autor eines siebten (›Smokin’‹), heuerte Produzent John Boylan als Ansprechpartner für die Label-Oberen an. Heimlich spielte Scholz im Gespann mit Delp, Goudreau, Fran Sheehan (Bass) sowie Sib Hashian und Jim Masdea (Schlagzeug) sämtliche Titel im Heimstudio in Watertown neu ein. Lediglich für Akustikpassagen ließ er Engineer Paul Grupp zu, um bei der richtigen Mikrofonjustierung zu helfen. Um die Aufzeichnung des Gesangs kümmerte sich Boylan. Lediglich die Aufnahmen von Delps Song, das LP-Finale ›Let Me Take You Home Tonight‹, entstanden an der Westküste. Auch für die Überspielung auf 24 Track sowie den Mix zeichnete Boylan verantworlich. Preiswerter ging es nun wahrlich nicht. Die Bilanz: Allein in den USA 17-faches Platin und mehr als 25 Millionen verkaufte Exemplare weltweit.
Perfekt nach Hitformel fusionierten eingängiger Pop, Blues, Boogie, Klassik und Hardrock zu einer dynamisch-infektiösen Mixtur. Auch die Auskopplungen ›More Than A Feeling‹, ›Long Time‹ und ›Peace Of Mind‹ nisteten sich welweit über Wochen auf den vorderen Charträngen ein. Spätes Nachspiel mit unseligem Ausgang: Am 9. März 2007 nahm sich Brad Delp im Alter von 55 Jahren das Leben. Ob sein Freitod nun an den ewigen Streitigkeiten mit Scholz, persönlichen Verstrickungen Delps oder dessen langjährigen Depressionen lag, blieb im Unklaren.
CLASSIC ROCK blickt auf das Leben und die Musik des Mannes zurück, der mit den Rolling Stones nicht nur fast 60 Jahre lang seinen ganz eigenen Beat spielte, sondern auch einer der nettesten Menschen im Rock’n’Roll war.
Mit seiner umgänglichen, lakonischen Art, seinem staubtrockenen Humor, seiner unantastbaren Garderobe aus maßgeschneiderten Savile-Row-Anzügen und seinem Buster-Keaton-Pokerface war er der stylishste Mann im Rock’n’Roll. Und er unterhielt sich viel lieber über Cricket als über seine glanzvolle, 58 Jahre umspannende Karriere als allzeit zuverlässige Triebfeder der größten Rock’n’Roll-Band des Planeten. Charlie Watts war der Rolling Stone, den selbst Leute mögen mussten, die sonst nichts für die Rolling Stones übrig hatten. Er schwafelte nie, sondern sagte das, was er dachte. Ohne Diplomatie, ohne Filter, ohne Swagger und ohne irgendwelche Anstalten, auch nur im Entferntesten „cool“ sein zu wollen. Und genau deshalb war Charlie Watts unweigerlich und völlig mühelos stets der coolste Typ im Raum. Schon als die aufstrebenden Rolling Stones noch als Neandertaler beschrieben wurden, ragte Charlie heraus. Er sagte nicht viel. Das musste er auch nicht. Seine erhabene Art aus ironischer Distanz und bestürzter Gleichgültigkeit sprach Bände.
Im Oktober 1964, während sich Horden williger junger Frauen der Band kreischend zu Füßen warfen, verschwand Charlie still und leise, um seine Freundin zu heiraten, die Bildhauerei-Studentin Shirley. Und ihre Ehe hielt bis zum Ende. Statt sich die freie Zeit auf Tour mit reihenweise Groupies zu vertreiben, skizzierte der einstige Grafiker lieber detailgenau jedes Hotelbett, in dem er schlief. Während seine Bandkollegen strafrechtliche Verurteilungen sammelten und ihren schlechten Ruf kultivierten, sammelte Charlie Memorabilie aus dem US-Bürgerkrieg, signierte Erstausgaben und Oldtimer. Perfekt stylish bis ins letzte Detail, ließ er sich zu jedem einzelnen seiner Autos passende Anzüge maßschneidern – auch zu seinem Lieblingsmodell, einem Lagonda Rapide von 1937, vom dem nur 25 Stück gebaut wurden. Er zog sie an, setzte sich ans Steuer und genoss glückselig das wohlige Schnurren des Motors, aber löste nie die Handbremse. Denn Charlie Watts machte nie den Führerschein. Schon als Junge liebte er den Jazz und sprach viel lieber über Charlie Parker als die Stones. Interviews entwickelten sich immer wieder in überraschende Richtungen, denn jede Frage zu seinem Hauptberuf konnte auf manchmal sehr überraschendes Terrain führen: arabische Pferdezüchtung, Greyhound-Rettung, die enormen Unterschiede zwischen dem Shuffle eines Schlagzeugers aus Chicago und dem eines anderen, der in New Orleans aufwuchs. Und Cricket. Immer Cricket.
Hinter Charlies nach außen lockerer Art verbarg sich jedoch ein stahlharter Kern. Er gab sich nicht mit Dummköpfen ab, und er war kein Fuß abstreifer. Mick Jagger musste das auf die harte Tour lernen, als er mal bekanntlich einen Anruf auf Watts’ Hotelzimmer mit den unvorsichtigen Worten eröffnete: „Wo ist mein Trommler?“ Minuten später kam Watts – frisch rasiert, parfümiert und makellos gekleidet – zu Jagger und schlug dem überrschaten Frontmann unsterbliche Warnung aussprach: „Nenne mich niemals wieder deinen Trommler. Du bist mein fucking Sänger!“ Ruhe in Frieden, Charlie Watts!
Scream Of The Butterfly veröffentlichen am 9. September ihr neues Album THE GRAND STADIUM. Die Berliner Band bewegt sich soundtechnisch zwischen 70s Hard Rock und 90er-Jahre-Grunge und legt nun mit ›Hallway Of A Thousand Eyes‹ die zweite Single der kommenden Platte vor.