Begleitend zu seinem neuen Studioalbum PATIENT NUMBER 9 hat Ozzy Osbourne jetzt den ersten Teil einer Mini-Dokumentation namens „When Ozzy calls“ veröffentlicht.
Die Serie wurde von seinem Sohn Jack Osbourne gedreht, sie enthält Beiträge von Sharon Osbourne, Gitarrist Zakk Wylde, Chad Smith, Duff McKagan, Robert Trujillo und Mike McCready. Hier ist der erste Teil der Doku-Reihe:
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Die psychedelischen Outlaws The Flying Burrito Brothers verbanden Rock mit Country. Damit ebneten sie den Weg für die Eagles und noch viel mehr.
Are you ready for the country? Diese Frage stellten The Byrds im August 1968 auf SWEETHEART OF THE RODEO. Auf ihrem sechsten Album, das teilweise in Nashville aufgenommen worden war, nahmen sie sich Songs vor, die einst durch Merle Haggard, die Louvin Brothers und andere berühmt geworden waren. Dazu gab es noch zwei Country-artige Eigenkompositionen vom neuesten Mitglied der Band, Gram Parsons.
Die absolut eindeutige Antwort auf die Frage der Byrds war: Nein. SWEETHEART OF THE RODEO floppte grandios und entfremdete sowohl Country-Hörer als auch die eingefleischten Byrds-Fans. Es wurden nicht mal 50.000 Einheiten verkauft.
In der kreativen Freiheit der späten 60er waren alle möglichen musikalischen Hybride aufgeblüht: King Crimson brachten Heavy-Riffs in den europäischen Klassizismus und entwickelten so den Prog. Fairport Convention verpassten dem traditionellen Folk einen feurigen Stromschlag. Wendy Carlos brachte die Welten von Elektronik und Bach zusammen. Captain Beefheart nahm den Freejazz und den Blues und führte beide zu neuen Horizonten. Die Kombination aus Country und Rock schien jedoch ein Schritt zu weit gewesen zu sein.
Country galt als Musik des Establishments, der Soundtrack des aufrecht-konservativen Amerikas. Und in der Ära der Studentenaufstände, des Vietnamkriegs und zivilen Ungehorsams, in der die Frontlinien zwischen der Gegenkultur und den Mächtigen gezogen wurden, stand Country für den Feind. Parsons und sein Byrds-Kollege Chris Hillman ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie wollten die Gemeinsamkeiten von Rock und Country weiter erkunden und verließen die Band, um Ende 1968 die Flying Burrito Brothers zu gründen.
Mit Pedal-Steel-Gitarrist „Sneaky“ Pete Kleinow und Bassist Chris Ethridge zogen die Burritos schließlich nach Kalifornien und setzten dort Parsons’ Vision von einem Ort um, an dem Gospel, Soul, R’n’B, Country, Psychedelic und Rock nebeneinander existieren konnten, einander inspirierten und formten. „Gram hatte diese Vorstellung von ‚kosmischer amerikanischer Musik‘“, sagt Hillman. „Ende der 60er, als die Plattenfirmen noch von echten Musikliebhabern geführt wurden, durfte man sich entwickeln und experimentieren. Es gab damals keine Regeln in der Musik. Man bediente sich bei anderen Stilrichtungen. Es herrschte so viel Freiheit.“
THE GILDED PALACE OF SIN, erschienen im Februar 1969, brachte die Westküsten-Hippie-Ästhetik in den Juke-Joint-Country. Die meisten Songs entstammten einem beschleunigten Kreativschub zwischen Hillman und Parsons in der Burrito Manor, dem Haus im San Fernando Valley, das sie gemeinsam bewohnten. „Das war eine der produktivsten Zeiten meines Lebens“, erinnert sich Hillman. „Dort erschufen wir einige der besten Songs, die jeder von uns je schrieb – Stücke wie ›Sin City‹, ›Christine’s Tune‹, ›Wheels‹ und ›Juanita‹, das wunderschöne Bilder heraufbeschwört.“
Besonders bemerkenswert waren aber die Coverversionen zweier Kompositionen von Chips Moman und Dan Penn: ›Do Right Woman‹ und ›Dark End Of The Street‹. „Gram eröffnete mir diese neuen Gebiete: den echten R’n’B, der aus Memphis kam“, erklärt Hillman. „Dass die Burritos ›Do Right Woman‹ im Country-Stil spielten, war ziemlich gewagt. Aber es funktionierte so gut.“
Auf dem Album wurden die Burritos als konträre Cowboys präsentiert, eine psychedelische Bande von Wüsten-Outlaws in Nackt-Anzügen, die mit Hanfblättern, Pfauen und brennenden Kruzifixen bedruckt waren
Doch das war nicht das einzige, was das potenzielle Publikum der Band verwirrte. Die Musik tat es auch. Trotz einer euphorischen Rezension im „Rolling Stone“ und überschwänglichen Lobs von Bob Dylan geriet auch THE GILDED PALACE OF SIN zu einem kommerziellen Flop. „Es war nicht glatt genug, um im Country-Radio zu laufen, aber die Rockhörer waren auch noch nicht bereit dafür“, seufzt Hillman. „Für die meisten war es einfach zu kantig und roh.“
Live waren die Burritos noch weniger fokussiert. Sie hatten mit Schlagzeuger Michael Clarke einen weiteren Ex-Byrd ins Boot geholt und feierten auf Tour nonstop. Parsons, Clarke und Ethridge waren dem Alkohol, Meskalin und Kokain besonders zugetan, wodurch die chaotischen Konzerte entweder genial oder komplett nichtssagend waren. Parsons aufblühende Freundschaft mit Keith Richards und den Rolling Stones lenkte ihn noch weiter ab. „Da beschloss er, ein Rockstar zu werden“, beklagt Hillman. „Gram wurde zu einem Menschen, mit dem man einfach nicht mehr arbeiten konnte.“
Vor diesem Hintergrund nahmen die Burritos die zweite LP BURRITO DELUXE auf, die im April 1970 erschien. Die Intensität und Ambition des Vorgängers fehlten hier, doch es gab immer noch hörenswerte Momente. Gitarrist Bernie Leadon, der Ethridge ersetzt hatte, leistete seinen Beitrag zum Songwriting, vor allem auf dem hervorragenden ›Older Guys‹ (geschrieben gemeinsam mit Parsons und Hillman). Parsons wiederum brachte ›Lazy Days‹, einen seiner früheren Songs, in einen stampfenden Stones-Sound. Als Geste des guten Willens schenkten die Stones ihnen zudem ›Wild Horses‹, das später auf ihrem eigenen Album STICKY FINGERS erschien.
Die Verkaufszahlen von BURRITO DELUXE waren genauso enttäuschend wie die von THE GILDED PALACE OF SIN. Im Juli waren Parsons Ausschweifungen schließlich zu viel geworden. Hillman feuerte ihn nach einem katastrophalen Auftritt in Los Angeles, zu dem er in letzter Minute und betrunken erschienen war. Hillman verglich ihre letzten Konzerte mit Parsons mit den „Keystone Kops, die in eine Wand krachen“, und machte noch ein paar Jahre mit den Burritos weiter, bevor er bei Stephen Stills’ Band Manassas einstieg. Leadon war, frustriert vom ausbleibenden Erfolg, schon zuvor ausgestiegen, um die Eagles zu gründen – und genau da wird der tatsächliche Wert der Burritos deutlich.
Die Eagles glätteten die scharfen Kanten des Burritos-Sounds, verbannten die Pedal-Steel und zielten direkt auf Mainstream-Amerika. Ihr Debüt von 1972 mit ›Take It Easy‹ und ›Peaceful Easy Feeling‹ wurde zum Platinseller und machte den Country-Rock für den Massenkonsum genießbar. Glenn Frey erinnerte sich, wie er die Burritos bei einer ihrer Shows im Troubadour in Los Angeles studiert hatte: „Wir gingen zu ihrem Konzert, sahen uns an, was sie da taten, und hörten uns die Harmonien an.“
Andere folgten ihnen, etwa Linda Ronstadt, die Doobie Brothers, Pure Prairie League und Firefall, zu denen Michael Clarke und Rick Roberts gehörten, ein weiterer Ex-Burrito. Noch später wurden die Flying Burrito Brothers als wichtiger Einfluss für den Alt.Country-Boom der frühen 90er genannt. Uncle Tupelo, Whiskeytown und Wilco waren nur einige, die ihnen Tribut zollten.
In den Liner Notes zu einer 90er-Jahre-Reissue von THE GILDED PALACE OF SIN brachte Sid Griffin von The Long Ryders den kommerziellen Misserfolg des Albums in einen weiteren kulturellen Kontext: „Wie beim ersten Album von Velvet Underground scheint jeder der 50.000 Menschen, die es sich kauften, daraufhin eine Band gegründet zu haben, die von der Musik inspiriert war.“ Chris Hillman brachte das Vermächtnis der Burritos in „Hot Burrito“ auf den Punkt, verfasst mit John Einarson: „Die Byrds erfanden den Country-Rock. Gram und ich verfeinerten ihn bei den Burritos und die Eagles machten damit Kasse“.
Happy Birthday Dee Dee Ramone – der Bassist der Ramones wäre heute 71 Jahre alt geworden.
Ohne Douglas Glenn Colvin alias Dee Dee Ramone hätten die Ramones sicher nie geklungen wie wir sie heute kennen. Nicht nur sein Bassspiel prägte den Sound der Punklegenden, er war auch einer der kreativen Chefs der Truppe. Bis zu seinem Ausstieg 1989 schrieb er einige der größten Hits der Band wie etwa ›Chinese Rock‹ und ›Poison Heart‹.
Nach seinem Ausstieg versuchte er unter dem Namen Dee Dee King Fuß in der Hip-Hop-Szene zu fassen – was er (zum Glück) schnell wieder aufgab, um sich weiterhin seinen Punkwurzeln zu widmen. Am 05.06.2002 wurde Dee Dee tot in seiner Wohnung in Hollywood gefunden. Die Todesursache: eine Überdosis Heroin.
›Psycho Therapy‹, das auf ihrem 1983er Album SUBTERRANEAN JUNGLE zu finden ist, wurde von Dee Dee und Johnny Ramone geschrieben. Sehr hier nun das grandiose Video zum Song:
Den Nachfolger zum Debüt abzuliefern, ist nie einfach. Vor allem nicht, wenn es sich um eines der großartigsten Debüts aller Zeiten handelt.
Für einige wenige Monate im Jahr 1991 – ab dem 17. September – erreichten Guns N’ Roses einen seltenen Status: Sie waren die größte Band der Welt. Zu diesem Zeitpunkt saß Donald Trump gerade mit fünf Models in einer Limousine und fuhr Richtung Tower Records in Manhatten, um USE YOUR ILLUSION I und II zu kaufen. Die zwei neuen Alben, die – zum ersten Mal in der Geschichte der Rockmusik – gleichzeitig veröffentlicht wurden. In jeder größeren Stadt öffneten die Geschäfte extra um Mitternacht, um die Platten an den Mann zu bringen.
Anders als viele andere Bands hatten Guns N’ Roses kein Problem damit, genügend Stoff für zwei Alben zu liefern. Die Urversion des wahrscheinlich wichtigsten Songs, ›November Rain‹, geht auf die Zeit zurück, als Axl noch gar nicht in der Band war. Manager Alan Niven hatte darauf bestanden, einiges an Material aus den Sessions für APPETITE FOR DESTRUCTION aufzubewahren. Dazu gehörten auch ›You Could Be Mine‹, ›Back Off Bitch‹, ›Bad Obsession‹ und ›The Garden‹. Zudem waren Slash, Izzy und auch Duff produktive, schnelle Songwriter. „Nach einer ziemlichen Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen trafen wir uns wieder in meinem Haus am Walnut Drive in den Laurel Canyon Hills“, erinnert sich Slash zurück. „Wir trugen über 30 Songs an einem Abend zusammen. Das war eines der wenigen Male, wo die Band sich wirklich nach sich selbst anfühlte. So wie die Jungs und ich es gewohnt waren – Izzy, Duff und Axl. Das war auch das einzige Mal, wo wir wirklich zusammen als Gruppe in einem Raum gearbeitet haben. Ein sehr ergreifender Moment.“
Obwohl in den Albumcredits steht, dass über zwei Jahre lang in sieben Studios gearbeitet wurde, ist einer der bemerkenswertesten Faktoren an den USE-YOUR-ILLUSION-Zwillingen die Geschwindigkeit, in der die Basis-Tracks aufgenommen wurden. „Wir hielten uns nicht mit Nichtigkeiten auf, wir machten 36 Songs in 36 Tagen. Danach habe ich drei Wochen lang die Gitarren aufgenommen, was für 30 Tracks auch ziemlich schnell ist. Manchmal habe ich zwei Lieder an einem Tag fertiggestellt. Als es dann an die Synthesizer ging, fuhr alles plötzlich gegen eine Wand“, so Slash. „Auch wenn ich manches davon für grandios halte, machte es ein ausschlaggebendes Stück jenes Weges aus, der den Anfang des Endes bedeutete. Eben dass sich der ganze Prozess dann doch eine Ewigkeit hinzog. An vielen Tagen klappte es einfach nicht, an manchen Tagen doch wieder und der Großteil der Platte war fertig. Eigentlich hätte es den ganzen Rest gar nicht mehr gebraucht, das war einer der größten Streitpunkte zwischen uns.“
Zudem seilte sich Izzy Stradlin zunehmend ab, weil ihm diese Art und Weise der Aufnahmen nicht passte. „Ich spielte meine Spuren ein, dann tat Slash dasselbe mit seinen Parts. Und dann kamen Axls Gesangsaufnahmen. Da fuhr ich zurück nach Indiana“, so Stradlin. Duff dazu bedacht: „Nun ja, Axl ist ein … Perfektionist. Das macht ihn aus. Das Endprodukt ist ja auch wirklich großartig, aber es ist anstrengend, mit so einer Person zusammenzuarbeiten. Es wird schwierig, Dinge ordentlich zu diskutieren. Vor allem ›November Rain‹ war eine Qual für ihn. Er war echt froh, als er das Ding im Kasten hatte. Der Song ist nicht wirklich charakteristisch für die Band“.
USE YOUR ILLUSION I und II wurden zu Platten, die ziemlich viel über ihre Zeit aussagen: Sie sind maßlos, aufgeblasen und von Männern gemacht, die das Wort „nein“ nicht oft zu hören bekamen. Trotzdem enthalten sie einige der besten Arbeiten, die GN’R jemals hervorbrachten. Interessanterweise rücken sie auch die beiden anderen wichtigen Veröffentlichungen der Band in Perspektive: man kann sie klar von APPETITE FOR DESTRUCTION und CHINESE DEMOCRACY abgrenzen. Verbitterte, vulgäre Rocknummern reihen sich an romantische Balladen; Izzy Stradlins lockere und groovende Riffs umrahmen Slashs heldenhafte Gitarrenkünste. In der einen Minute trägt Axl sein blutendes Herz auf der Zunge, kurze Zeit später rammt er es dir in die Kehle.
„Uns war bewusst, dass wir APPETITE irgendwie begraben mussten“, erzählte Axl kurz nach der Veröffentlichung in einem Interview mit dem Hit Parader. „Wir konnten dieses Album nicht übertreffen, aber wenn wir es nicht auf die eine oder andere Art übertroffen hätten, hätte es uns den ganzen Erfolg und den ganzen Schwung geraubt. Ich habe die beiden nie als zwei getrennte Alben betrachtet, sondern als Gesamtpaket.“
(Texte: Paul Elliott, Rich Hobson, Jon Hotten, Rob Hughes, Emma Johnston, Dave Ling, Everett True, Philip Widing, Henry Yates)
Heute wäre Country-Legende Hank Williams 99 Jahre alt geworden. Der Sänger verstarb leider im jungen Alter von 29 Jahren.
Er gehört nach wie vor zu den größten Sängern aller Zeiten, er beeinflusste unter anderem riesige Talente wie Johnny Cash, Merle Haggard oder Bob Dylan, bei Umfragen bzgl. des besten Sängers im Country führt er auch noch Jahrzehnte nach seinem Tod die Listen an. Gleiches gilt, wenn es um die wichtigsten Songs in diesem Genre geht. Hank Williams wird nicht umsonst als Urvater des Country bezeichnet.
Seinen bekanntesten Hit landete Williams mit ›Lovesick Blues‹. Aus seinen 35 veröffentlichten Singles erreichten zehn die Top-Ten der Countrycharts, elf davon wurden zur Nummer 1, drei davon waren posthum veröffentlichte Singles. In der Silvesternacht 1952/1953 starb der zu diesem Zeitpunkt drogenkranke Williams an einem Herzinfarkt in einem Auto.
Heute erscheint eine Reissue von ANIMALS mit dem Titel ANIMALS 2018 REMIX. Ursprünglich veröffentlichten Pink Floyd 1977 ihr zehntes Studioalbum ANIMALS im Jahr 1977. Selbiges eroberte damals Platz 1 der deutschen Charts und wird heute, 45 Jahre später, wiederveröffentlicht. Zum ersten Mal überhaupt wird das Album in5.1 Surround-Sound zu hören sein. Die Deluxe-Version folgt am 7. Oktober.
Außerdem sind schon jetzt bereits zwei Teile einer Mini-Dokumentation über die Platte online.
Teil 1: Grafikdesigner Aubrey „Po“ Powell erklärt, wie er das Animals-Albumcover für die Remix-Veröffentlichung neu gestaltet hat:
Teil 2: Roger Waters und Produktionsdesigner Andrew Sanders beschreiben die für die „In The Flesh Tour“ im Jahr 1977 entworfenen aufblasbaren Figuren:
ANIMALS ist ein Konzeptalbum, das sich kritisch mit den sozialpolitischen Verhältnissen im Großbritannien der mittleren 1970er-Jahre auseinandersetzt und damit eine Abkehr vom Stil der früheren Arbeiten der Band markierte. Aus einer Ansammlung ursprünglich nicht miteinander zusammenhängender Songs entwickelten Pink Floyd ein Konzept, das den offenkundigen sozialen und moralischen Verfall der Gesellschaft beschreibt. Inspiriert von George Orwells „Farm der Tiere“, verbildlichen sie die menschliche Natur mit einer Analogie zum Tierreich und teilen die Menschen in drei Klassen von Tieren ein: Die Schweine stehen an der Spitze der sozialen Kette, die Schafe tun als hirnlose Herde, was man ihnen sagt, und die Hunde sind die Geschäftsbosse, die sich am Profit und ihrer Macht über andere schamlos bereichern. Seit 1977 ist viel Zeit vergangen – und dann wieder gar nicht, denn die Erzählung des Albums hat als Kommentar auf unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation nichts von ihrer Aktualität verloren.
„Immer wieder baut Mendoza auf NEW DIRECTION auch den einen oder anderen coolen Schrei ein. Eine Partynummer wie ›Scream And Shout‹ mit der Textzeile „It’s friday night and I am looking for a good time“ ist da Programm.“
„Wo andere ausfransen, sind The Black Angels für ein Indierock-Publikum greifbar, ob sie nun Drones à la Spacemen 3, lineare Krautrock-Dynamik oder Velvet-Underground-Schummrigkeit betonen. „
Bei Liveshows wirkt Starcrawler-Frontfrau Arrow DeWilde wie eine hochexplosive Schnittmenge aus Courtney Love und Iggy Pop in seinen besten Jahren – geballte Rock’n’Roll-Power, die die Glam-Punk-Formation aus Los Angeles seit jeher auch auf ihren Alben einfängt. Ihrer während der Pandemie angestauten Energie lassen die 23-Jährige und ihre vier Jungs nun auf Longplayer Nummer drei freien Lauf. Wobei Starcrawler ihren wütenden Kick-Ass-Sound diesmal um eine ganz ordentliche Portion poppiger Catchiness in Musik und Gesang ergänzt haben. Eine neu entdeckte Spielfreude, die man neben typischen Vollgas-Tracks wie dem gut geölten ›Roadkill‹ auf dem hypnotisch-schwermütigen ›Jet Black‹, dem zurückgelehnten Alt-Country-Song ›Midnight‹ oder dem Beach-Boys-beeinflussten Retro-Surfrocker ›Broken Angels‹ auslebt. Gefährlich gut!
8 von 10 Punkten
Starcrawler SHE SAID BIG MACHINE RECORDS/UNIVERSAL