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Arch/Matheos

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Band_byLindsayMatheos_01Während Gitarrist Jim Matheos seit Anfang der achtziger Jahre mit Bands wie Fates Warning eine feste Größe in der Musikwelt ist, zog sich sein ehemaliger Sänger John Arch 1987 ins „normale“ Leben zurück. Sein bis dato einziges musikalisches Lebenszeichen war die EP TWIST OF FATE (2003), die er zusammen mit Matheos einspielte. Jetzt haben sich die beiden wieder zusammengetan. Der Name des Projekts lautet schlicht: Arch/Matheos. „John und ich hatten über all die Jahre immer Kontakt“, erzählt Jim. „Wir sind gute Freunde geblieben, haben uns mehrmals im Jahr be­­sucht und sind zusammen auf Konzerte ge­­gangen. Vor zwei Jahren hatte ich ein paar Songs geschrieben und John gefragt, ob er dazu singen möchte. Dass da­­bei ein ganzes Al­­bum entstehen würde, war uns erst spät klar.“

Und John fügt hinzu: „Für mich war das einfach eine Möglichkeit, wieder kreativ zu sein. Dieser Teil des Musikerdaseins hat mir immer am besten gefallen. Auf einmal lief alles so gut, dass wir am Ende be­­schlossen, das Ganze komplett zu veröffentlichen.

Der Weg zu ihrem De­­büt SYMPATHETIC RE­­SONANCE war mit knapp zwei Jahren Ent­­stehungszeit ziemlich lang, doch das kreative Wechselspiel machte bei­­den Musikern viel Spaß. „Meistens fing ich allein mit dem Komponieren an“, erklärt Ma­­theos. „Wenn ich mit dem Material zu­­frieden war, gab ich es an John weiter, der wiederum seine Ideen, Gesangsmelodien und Texte beisteuerte und mir den Ball dann zurückspielte. So entstanden nach und nach immer mehr Songs für die Platte.“

„Wir haben unsere Kreativität stets ge­­genseitig herausgefordert“, fügt John grinsend hinzu. „Das war schon vor 30 Jahren so, und es funktioniert noch heute.“ Entstanden sind sechs epische Progrock-Lieder, denen der schöpferische Schub der bei­­den Musiker anzuhören ist. „Lyrisch und musikalisch ist das Album sehr abwechslungsreich ausgefallen“, schwärmt Arch. „Die Songs sind vielseitig und komplex. Zudem spiegeln sie alle Arten von Gefühlen wider – sie sind eben genauso wie das echte Leben der Menschen.“

Da nicht nur Arch und Matheos selbst, sondern auch ihre Mitmusiker Joey Vera (Bass), Bobby Jarzombek (Schlagzeug) und Frank Aresti (Gitarre) Mitglieder der Progressive Metal-Band Fates Warning sind bzw. waren, stellt sich schnell die Frage, wo für die Beteiligten eigentlich die Unterschiede zwischen Projekt und Hauptband liegen. „Für mich macht es erst einmal keinen Un­­terschied, ob ich Songs für Ray (Adler, heutiger Sän­­ger von Fates Warning – Anm.d.R.) oder John schreibe“, gibt Jim lachend zu Protokoll. Anfangs waren ca. die Hälfte der Songs auf SYMPATHETIC RESONANCE auch für Fates Warning gedacht, bevor ich auf die Idee kam, sie John zu geben. Ausschlaggebend ist meist der jeweilige Sänger. Hätte Ray die Gesangslinien zu diesen Stücken entwickelt, klängen sie völlig anders.“

Auf die Bühne sollen die neuen Songs auch kommen. „Natürlich möchten wir ger­­ne live spielen“, sagt John. „Es wird wohl keine richtige Tour geben, aber ein paar Auf­­tritte kriegen wir schon hin. Allerdings erst im nächsten Jahr.“ Genug Zeit für Jim Ma­­theos also, am kommenden Fates War­­ning-Album zu arbeiten. „Ich habe zwar bisher noch nicht angefangen, Songs zu schreiben, aber ein neues Album könnte im Laufe des nächsten Jahres entstehen – so sieht zu­­mindest der Plan aus.“

The Ramones – THE RAMONES / LEAVE HOME / ROCKET TO RUSSIA / ROAD TO RUIN

ramones -ramonesUnd jetzt alle: 1, 2, 3, 4: Hey, Ho! Let’s Go!

Vier Alben zwischen April 1976 und September 1978 etablieren The Ramones als flexible Tru­­ppe der jungen Punk-Ära. Die Produktion des De­­büts THE RA­­MONES nur kostet 6.400 Dollar: In 17 Tagen entstehen 13 Ei­­genkompositionen so­­wie eine Coverversion: Chris Montez’ ›Let’s Dance‹. 28 Minuten und 52 Sekunden pure Energie – vom infernalischen „Hey, Ho, Let’s Go“ des Openers ›Blitzkrieg Bop‹ über ›Judy Is A Punk‹, ›I Don’t Wanna Walk Around With You‹ und ›Now I Wanna Sniff Some Glue‹ bis hin zum Schlachtruf ›Today Your Lo­­ve, Tomorrow The World‹. Einen Schritt weiter geht der zweite Streich LEAVE HOME: Der ohnehin massive Sound – geschliffen durch pausenloses Touren – gerät noch schärfer, die Songs melodischer, die Aufnahme pointierter. Angetrieben von Stakkato-Rhythmen, beschäf­­tigt sich die Comicwelt der Ramones mit Serienkillern (›You’re Gonna Kill That Girl‹) oder Elektroschock-Behandlungen (›Gimme, Gimme Shock Treatment‹). Noch im gleichen Jahr folgt das extrem eingängige ROCKET TO RUSSIA. Sanfter durch den Einsatz von Akustikgitarren, differenzierter durch ausgeklügelte Arrangements und reduziert um mancherlei plakativen Schockeffekt, gelingt den Ramones der definitive Meilenstein: Klassiker wie ›Sheena Is A Punk Rocker‹, ›Rockaway Beach‹, ›Cretin Hop‹, ›Teen­­age Lobotomy‹ oder ›We’re A Happy Family‹ begeistern im Verbund mit zwei genialen Coverversionen: ›Surfin Bird‹ der legendären Phantomband The Trashmen und Bobby Freemans ›Do You Wanna Dance?‹. Für ROAD TO RUIN benötigt das Quartett satte elf Monate. Statt Tom „Tommy Ramone“ Erdelyi, der bislang auch produzierte, schwingt Marky Ramone die Trommelstöcke, an den Reglern sitzt nun Ed Stasium. Die Palette reicht vom Speed Metal-Prototyp ›Go Mental‹ über das unwiderstehliche ›I Wanna Be Sedated‹ bis hin zu ihrer ersten richtige Pop-Ballade ›Questioningly‹. Als Sahnehäubchen gibt’s den Searchers-Oldie ›Needles And Pins‹.

THE RAMONES: 8
LEAVE HOME: 9
ROCKET TO RUSSIA: 10
ROAD TO RUIN: 7

Nirvana – NEVERMIND 20TH ANNI­VERSARY EDITION

425ae16eKomm, wie du bist: Kurt Cobains großes Vermächtnis.

Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen: Ein nackter männlicher Säugling, un­­ter­getaucht im Pool, der nach einem Dol­­lar­­schein am Angelhaken greift, ziert das Cover von NEVERMIND, dem zweiten Werk von Nirvana. Angeblich ist Gitarrist, Sänger und Komponist Kurt Cobain das Ganze eingefallen, als er gemeinsam mit Schlagzeuger Dave Grohl und Bassist Krist Novo­­selic eine TV-Doku über Unterwas­­ser­­geburten verfolgt hat. Mit der Symbolik, dass wir in der westlichen Welt von Kindesbeinen an auf materielle Werte getrimmt werden, treffen Nirvana 1991 den Nerv einer Genera­­tion, die von oberflächlichem Achtziger-Pomp und hoh­­lem Haarspray-Glam Metal genug hat. Vor allem aber überrascht die künstlerische Wei­­ter­­entwicklung, die das Trio aus Seattle seit dem Debüt BLEACH durchlaufen haben. NE­­VER­­­­MINDs zwölf (von Butch Vig knackig produzierte) Songs überzeugen auch jene kritischen Gemü­­ter, die Nirvana eben noch als nervige Lärmkapelle abgetan haben: Cobain Händchen für eingängige Melodien, hörbar in den flugs zu Klassikern avancierten Single-Hymnen ›In Bloom‹, ›Come As You Are‹, ›Lithium‹ und dem vorab als Zünder ausgekoppelten ›Smells Like Teens Spirit‹, verschafft der Band internationalen Respekt. Und macht zerrissene Schlabber­­jeans, karierte Flanellhemden und strubbelige Langhaarfrisuren zum Modetrend. Weitere Tracks wie ›Breed‹, ›Polly‹, ›Drain‹ und das finale ›So­­mething In The Way‹ stimulieren ebenfalls, auch wenn der ansonsten so konsistente Longplayer zum Ende hin etwas zerfasert. Zum 20. Jubiläum geschieht nun das, was Cobain, der 1994 Suizid beging, zu Lebzeiten wohl am meisten gefürchtet hat: NE­­VERMIND kommt in meh­­reren Formaten in die Verkaufstempel der Konsumgesellschaft. Für die limitierte SUPER DE­­LUXE EDITION inklusive 90-­Seiten-Buch wird das digital optimierte Ori­­gi­­nal auf vier CDs und eine DVD gestreckt. Dazu zählen Studio- und Konzert-B-Seiten der Singles, die von Butch Vig in den Smart Studios in Madison, Wisconsin, aufgezeichneten und bislang unveröffentlichten Demos, die in Tacoma, Washington, getätigten Boombox-Aufnahmen der Albumproben sowie BBC Sessions aus Shows von John Peel und Mark Goodier. Einen ungewohnten Blickwinkel auf den Meilenstein liefern die sich vom Original drastisch unterscheiden­den Devonshire-Mixe von Produzent Vig. Kom­plett dabei ist auch ein Mitschnitt vom 31. Oktober 1991 aus dem Paramount Theatre von Seattle, den es auf CD zu hören und als Video, ergänzt um Clips, auf DVD und Blu-ray zu sehen gibt. Für den kleineren Geldbeutel liegen die 2-CD-Deluxe-Version, aber auch die Standard-Version vor. Und selbst­­ver­­ständ­­lich wird für Vinyl-Freaks auch ein exklusives 4-LP-Format aufgelegt.

Thrice

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Thrice_Photo_1 @ Jonathan WeinerWäre es verwegen, zu behaupten, Thrice seien die Radiohead des Hard- bzw. Postcore? Kaum, denn das Quartett gilt als einer wichtigsten Evolutionsmotoren des Genres. Würde man ein Band-Manifest der US-Amerikaner in die Hände bekommen, prangten darin bestimmt in großen Lettern die Worte: „Change – Yes, we can!“ Doch so etwas wie ein Dogma, nach dem Thrice handeln, gibt es nicht. „Ich finde es lustig, dass die Menschen nun diese fortwährende Weiterentwicklung von uns erwarten, nur weil wir sie bisher im­­mer vollzogen haben“, amüsiert sich Gitarrist Teppei Teranishi. „Aber das war nie ein Ziel von uns. Wir haben uns nie vorgenommen: ‚‚Okay, wie schaffen wir es, dass die neue Platte wieder anders klingt?‘ Wir als Menschen und Künstler sowie unser Musikgeschmack haben sich ganz natürlich weiterentwickelt.“

So kam es, dass sich der Sound von Thrice über die 13 Jahre hinweg, seit denen die Kapelle bereits zusammen Musik macht, stets verändert hat. „Jedes unserer Alben war ein Schritt in eine andere Richtung.“ Mischten Teranishi, Frontmann Dustin Kensrue, Bassist Eddie Breckenridge und Drummer Riley Breckenridge auf ihren ersten drei Alben IDENTITY CRISIS (2001), THE ILLUSION OF SAFETY (2002) und THE ARTIST IN THE AMBULANCE (2003) noch den Emocore gehörig auf, haben sie sich ab VHEISSU (2005) davon losgesagt. Nach dem experimentellen, deutlich melodiöseren und zugänglicheren vierten Longplayer ging es an den Konzept-EP-Zyklus ALCHEMY INDEX, auf dem sich Thrice mit den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser auseinandersetzen. Musikalisch zogen sie dabei die Verbindung zwischen Postcore, elek­tronischen Spielereien, Folk und Rock. Das Beste aus VHEISSU und dem ALCHEMY INDEX kombinierte 2009 die Scheibe BEGGARS.

Dort machen Thrice auch 2011 weiter: MAJOR/MINOR ist das erste Werk seit langem, auf dem Thrice ihre Grenzen nicht bis zum Äußersten ausloten, wie Teranishi be­­stätigt: „Das Album hat eine ähnlich ungestüme Energie wie BEGGARS, aber die grundlegende Stimmung ist schon eine andere.“ Für den 30-Jährigen waren die letzten zwei Jahre keine einfache, sondern eine „krasse Zeit“. Viel zu viel sei in dieser kurzen Zeitspanne passiert. „Ich habe meine krebskranke Mutter in unser winziges Haus geholt – zu mir, meiner Frau, unserem Zweijährigen und dem neugeborenen Sohn. Wir kümmerten uns zusammen mit Mitarbeitern eines Hospizes um sie. Während meine Mom im Kinderzimmer schlief, quetschten wir uns zu viert in unser Schlafzimmer. Auf meine sterbende Mutter achtzugeben und gleichzeitig zu versuchen, ein Neugeborenes sowie ein Kleinkind aufzuziehen, war mit Abstand die schwierigste Zeit, die ich je durchstehen muss­­te.“ Nach diesem Martyrium zog Teranishi auch noch um, und zwar von Ka­­li­­fornien nach Washington. Während der Albumproduk­tion pendelte er also fortwährend zwischen zwei US-Bundesstaaten hin und her.

„Es war also schon eine Menge nur in meiner Abteilung los, hinzu kamen die persönlichen Probleme der anderen Jungs.“ So starb im selben Zeitraum der Vater der Breckenridge-Brüder, und der Vater von Sänger Dustin Kensrue kämpfte mit einem Hirntumor. Kein Wunder also, dass sich die Texte auf MAJOR/MINOR um die Vergänglichkeit des Menschen drehen.

Trotz der emotionalen Strapazen, die Thrice durchlebten, hatte die Gruppe bei MAJOR/MINOR zumindest einen entscheidenden strategischen Vorteil gegenüber BEGGARS: Die Tracks landeten nicht mehrere Monate vor dem anvisierten Release-Termin im Internet. „Das passierte damals einfach unglaublich lange vor der Veröffentlichung“, erinnert sich Teranishi, „wir mussten alle Pläne über den Haufen werfen. Das betraf u.a. den Veröffentlichungsschedule und die Tourneen. Wir vollführten im Prinzip eine vollständige Kehrtwende und waren ge­­zwungen, uns innerhalb weniger Tage etwas Neues auszudenken.“

Heute appelliert der Beatles-Fan mit japanischern Wurzeln an die Musikkonsumenten, sich ihren Stoff nicht kostenlos aus dem World Wide Web zu saugen: „Ich hoffe, dass die Leute, die unsere Musik schätzen, das verstehen: Wer unsere Platten kauft, hilft uns. Das erlaubt uns, mit unserer Arbeit weiterzumachen. Denn nur dadurch können wir auch in Zukunft neue Musik komponieren.“

Staind

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Staind_Staind_Session_01_ohne RahmenAls Staind 2001 ihr Album BREAK THE CYCLE veröffentlichten, war beinahe über Nacht ein neuer Star am modernen Rock-Himmel geboren. Singles wie ›It‘s Been Awhile‹ oder ›Outside‹ hört man noch heute hier und da auf Radiokanälen. Doch während die Amerikaner in ihrer Heimat auch mit ihren Folgealben 14 SHADES OF GREEN (2003), CHAPTER V (2005) und THE ILLUSION OF PROGRESS (2008) obere Chartränge erstürmten, wurde es in Europa immer stiller um die Band. Das soll sich mit ihrem siebten Studioalbum STAIND wieder ändern. Doch der Weg bis zur Fertigstellung des Werkes präsentierte sich als überaus steinig.

„Es war ein sehr schwerer Prozess“, schildert Sänger Aaron Lewis die Arbeit. „Wir verstanden uns in dieser Zeit nicht gut. Es gab viel Streit und Stress. Irgendwann waren wir schließlich an einem Punkt angelangt, an dem sich jeder zurückzog und alleine am Album arbeitete.“ Selbst jetzt wirkt der Sänger noch frustriert, schlapp und missverstanden. „Alle standen während der Aufnahmen unter großer Belastung“, so Aaron. „Jeder hatte Probleme. Manchmal waren alle so gereizt, dass sie meine Ideen nicht einmal anhören wollten. Ihnen gefiel nichts, was ich einbrachte. Ich bin froh, dass sie das heute anders sehen und wir alle gemeinsam stolz auf das Ergebnis sein können.“

Zusätzlichen Druck bereitete den Musikern auch der Abgabetermin. „Wir hatten bei diesem Album zum ersten Mal eine Deadline“, stöhnt der Sänger. „Leider ist dieses Dilemma mir zuzuschreiben.“ Denn während der Aufnahmen zu STAIND veröffentlichte Aaron seine erste Solo-CD namens TOWN LINE. „Die Leute im Band-Umfeld befürchteten, dass diese Platte die Aufnahmen zu STAIND beeinträchtigen könnte. Das war nicht ganz unberechtigt. Ich wurde durch TOWN LINE erst einmal aus dem Songwriting-Prozess herausgerissen, da ich Konzerte spielte und viel unterwegs war.“ Zeitnot und Hektik gipfelten schließlich in einer Schreibblockade, die dazu führte, dass Aaron die meisten Texte innerhalb von vier Tagen schrieb und einsang. „Ich finde das alles nicht so tragisch“, verteidigt sich der Sänger. „Ich hatte schon häufiger mit Schreibblockaden zu kämpfen. Doch dann wiederum platzten manche Songs in den seltsamsten Momenten aus mir heraus. Darüber habe ich keine Kontrolle, denn ich kann diese kreativen Schübe nicht erzwingen. Früher war das für die anderen in Ordnung. Dieses Mal haben sie sich aber extrem darauf eingeschossen und mich noch mehr unter Druck gesetzt.“

Um bei all den Konflikten etwas Ruhe in die Aufnahmen zu bringen, engagierten Staind erneut Produzent Johnny K, der auch schon bei THE ILLUSION OF PROGRESS hinter den Reglern saß. „Johnny kann sehr gut auf jeden Einzelnen von uns eingehen“, erklärt Aaron. „Er weiß, wie er uns zu nehmen hat und wie er das Optimum aus uns herausholt. Das war der Hauptgrund, warum wir ihn wieder ins Boot geholt haben. Natürlich macht er auch sonst tolle Arbeit.“ Den Stress und die überschäumenden Gefühle der Bandmitglieder können Fans auch bald auf einer DVD sehen, denn der gesamte Aufnahmeprozess ist auch von einem Kamera-Team begleitet worden. „Ich habe neulich die achte Fassung des Materials gesehen“, meint Aaron ein wenig bitter. „Die Leute werden einen guten Einblick davon haben, wie es war, dieses Album zu machen. Es gab viel Drama, Streit und Spannungen. Es ist sehr schmerzhaft für mich, all das noch einmal zu sehen.“

Die bedrückte Miene des Musikers hellt sich erst ein wenig auf, als CLASSIC ROCK ihn auf seine Solo-CD anspricht, bei der Lewis seine Leidenschaft für Country-Musik auslebt. „Ich bin stolz auf TOWN LINE. Das Album schoss sofort auf Platz eins der Country-Billboard-Charts und auf Platz sieben der regulären Charts. So etwas hat noch nie ein Rock-Sänger geschafft. Ich habe alle Songs selbst geschrieben und bin nicht nach Nashville gefahren, um mir welche aus dem Katalog auszusuchen, wie das viele Künstler machen.“ Warum er sich gerade für Country-Musik entschieden hat, ist schnell erklärt. „Ich komme und lebe auf dem Land. Diese Musik liegt mir im Blut. Wenn man sich Staind-Songs anhört, die ich geschrieben habe – wie ›It‘s Been Awhile‹ oder ›Outside‹ – merkt man schnell, dass auch diese mit einem etwas anderen Arrangement durchaus auch auf diese Platte gepasst hätten.“

Aktuell konzentriert sich Aaron aber auf Staind. „Wir machen eine große Tour, die bis Ende nächsten Jahres dauert. Danach setze ich mich an eine weitere Solo-Platte.“

Neuigkeiten zu: Lenny Kravitz

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Lenny_Kravitz_2011Musiker, Schauspieler, Lebemann, Politaktivist, Vater. Lenny Kravitz (47) ist alles, kann alles und will trotzdem noch mehr. Etwa mit seinem neuen Album BLACK AND WHITE AMERICA, dessen Vinyl-Edition mit einem aufwändigem Klappcover glänzt.

Lenny, jetzt gibt es ein Doppelalbum von dir, das erste deiner Karriere. Weshalb?
Weil ich noch in Vinyl-Dimensionen denke – also im LP-Format. Wenn ich eine CD aufnehme, plane ich Seite eins und Seite zwei, und wie viel Platz zwischen den Songs liegen sollte. Bei BLACK AND WHITE AME­RICA dachte ich: „Ich würde gerne etwas in der Manier von ELECTRIC LADYLAND, SIGN OF THE TIMES, SONGS IN THE KEY OF LIFE oder ALL THINGS MUST PASS probieren.“ Eben diese tollen Doppelalben. Das braucht Platz, denn es sind 16 Songs: vier pro LP-Seite bei zwei Vinyl-Alben.

Wobei du dich an Funk, Soul, Blues, Rock, Electronica und Balladen versuchst. Ei- ne musikalische Werkschau?
Genau das ist meine Intention: in alle Rich-tungen zu gehen und etwas abzulie­fern, das mich wirklich reflektiert!

Hast du dich mit 47 Jahren mal gefragt, wie lange du noch Musik machen willst bzw. was du da noch erreichen kannst?
Die Frage stelle ich mir seit Jahren, aber es gibt keine Alters­beschränkung für Rock’n’ Roll. Chuck Ber­ry, Little Richard und Jerry Lee Lewis stehen immer noch auf der Bü­­h-ne – mit 70 oder 80. Man kann das auch im hohen Alter machen. Zudem ist es wichtig, über den Tellerrand zu schauen und sich neue He­raus­for­derun­gen außerhalb der Musik zu suchen, sich nicht auf eine Sache zu beschränken. Das tue ich zur Ge- nüge: Ich fotografiere, ich drehe Filme, ich leite eine Designfirma. Ich führe ein erfülltes Leben, ich mache viele verschiedene Sachen.

Was bietest du auf der Tour im Herbst?
Es wird rocken! Es wird funky sein! Und es wird toll! Mit einer Menge neuem Ma­te­rial, allen Klassikern und einigen obskuren Stücken. Sehr ausgewogen und rund.

Text: Marcel Anders

Neuigkeiten zu: Gary Wright

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GaryWright_Blue_DoorwayEs scheint ein entspannter Tag zu sein für Wright und die übrigen Mitglieder von Ringo Starrs Allstar Band, dieser Pfingstmontag in Kopenhagen. „Mit Ringos Band unterwegs zu sein, das ist sozusagen die Rolls-Royce-Version des Tourneegeschäfts“, sagt der Sänger, Keyboarder und Songwriter am Telefon zu CLASSIC ROCK. „Mein alter Freund Ringo ist nicht nur ein großartiger Rock ’n’Roll-Drummer, sondern auch ein ungeheuer humorvoller Mensch, mit dem man gern seine Zeit verbringt.“ Rin-go, Gary und ihre prominenten Mitmusiker (derzeit u.a. Rick Derringer, Edgar Winter, Gregg Bissonette) haben in Dänemark einen Day-Off, bevor sie zu weiteren Konzerten quer durch den Kontinent aufbrechen. „Es macht einfach Spaß in dieser Truppe. Das musikantische Niveau, das jeder mitbringt, ist sehr hoch – und es ist ein sehr re-laxtes, neidfreies Miteinander.“

Seit 2008 ist Wright Teil der Allstar Band, was ihm auch erleichtert hat, CONNECTED zu veröffentlichen, sein erstes Studioalbum seit mehr als einem Jahrzehnt: „Als ich bei Ringo einstieg, war mir sofort klar, dass das mir auch bei meinen Albumplänen weiterhelfen würde. Man braucht ja schon ein bisschen Extra- Promotion, wenn man sich nach so langer Zeit wieder mit einem Album meldet. Schließlich hatte ich zuletzt vor allem Arbeiten gemacht, bei der ich für die Öffentlichkeit nicht sichtbar war.“ Damit meint der Mann, der sich als Gründer von Spooky Tooth den ersten Eintrag in die Rocklexika verdiente, in den siebziger Jahren auf legendären Alben von George Harrison (u.a. ALL THINGS MUST PASS) mitwirkte und selbst Welthits wie „Dream Weaver“ und „Love Is Alive“ hatte, seine Ar-beit als Soundtrackkomponist für Sylvester Stallone und Willy Bogner. Zudem veröffentlichte er in den letzten Jahren einige nur online erhältliche EPs. „Aber jetzt war es mal wieder Zeit für ein richtiges Album“, sagt Wright.

Für CONNECTED hat er sich Verstärkung von Freunden wie Ringo Starr, Joe Walsh und Jeff „Skunk“ Baxter geholt. Dominiert wird der Sound dieser kräftigen Mainstream-Rocksongs und –balladen allerdings von Wrights leicht rauchiger Stimme und Keyboard-Arbeit. Im Februar oder März kommenden Jahres will der Dreamweaver dann auch mit seinen eigenen Songs in Deutschland touren.

Text: Christian Stolberg

Neuigkeiten zu: Manraze

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manraze_band_credit_helen_collenAuch mit knappen 50 hat man noch Träume. Phil Cullen, hauptberuflich Gitarrist bei den Hardrockern Def Leppard, hat sich mit der Gründung seiner Zweitband ManRaze vor sieben Jahren ei-nen Kindheitstraum erfüllt: „Ich wollte schon im­mer in einem Trio spielen!“ Da erübrigt sich fast schon die Frage nach den Einflüssen für ManRaze: Es sind hochkarätige Dreier-Formationen wie die Jimi Hendrix Experience und Nirvana. Besonders angetan hat es Cullen jedoch eine Band: „The Police sind meine absolute Lieblingsband.“

Faszinierend an Trios findet der Brite vor allem die besondere Chemie, die es in diesen Gruppen gibt. Auch die einzelnen ManRaze-Mitglieder, zu denen neben Cullen Sex Pistols-Drummer Paul Cook und Ex-Girl-Basser Simon Laffy zählen, scheinen sich blind zu verstehen. „Wir sind alle im gleichen Alter, kommen aus derselben Stadt und hören dieselben Platten“, fasst Phil zu­­sammen. „Um so eine natürliche Inspiration zu erleben, hat es bei mir über 30 Jahre ge­-braucht. Ich habe mich wieder wie ein Kind gefühlt, wollte sofort meine Gitarre um-schnallen und loslegen.“ Und zwar eine Me-lange aus verschiedenen Genres: PUNKFUNKROOTSROCK heißt nicht nur die zwei-te Scheibe von ManRaze, sondern lässt den Hörer auch sofort wissen, worauf er sich bei dem Album einlässt.