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Neuigkeiten zu: Figurines

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figurines11Sich Ziele setzen – das kann eine Band pushen. Sind die Ziele jedoch zu hoch und wird das anvisierte Er-gebnis nicht eingefahren, kommt unter Umständen die Krise. So geschehen bei den Figurines. Die Dänen nahmen sich für ihr 2007er-Werk WHEN THE DEER WORE BLUE viel vor: Krachiger Indie-Rock der Marken Pavement, Modest Mouse oder Built To Spill gehörte der Vergangenheit an, fortan setzte das Quintett auf psychedelischen Indie-Pop. Womit die Band offenbar viele Fans vor den Kopf stieß. Mit Folgen, denn so machte sich nicht nur seitens des Publikums, sondern schließlich auch auf der Seite der Figurines selbst Indifferenz breit. „Es gab Zeiten, in denen wir nicht mal wussten, ob die Figurines am nächsten Tag noch existieren würden“, gesteht Sänger und Gitarrist Christian Hjelm. „Aber wir haben uns durchgebissen, und es hat uns stärker ge­­macht. Und dann fingen wir an, am neuen Album zu ar­­beiten.“

Allerdings als Trio, denn Drummer Kristian Volden und Basser Mads Kjærgaard schafften es – zumindest im Figurines-Kontext – nicht, ihre Freude an der Musik neu zu entfachen und sich für die Entbehrungen, die eine professionelle Musikgruppe abkönnen muss, zu motivieren. FIGURINES hört man dies nicht an.

Neuigkeiten zu: Bon Iver

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bonivernew5Mich einfach nur hinzusetzen und Gitarre zu spielen, inspiriert mich nicht mehr“, berichtet Justin Vernon über das zweite Album seiner Hauptband Bon Iver. Den 30-Jährigen, der 2008 mit dem im Alleingang aufgenommenen Debüt FOR EMMA, FOR­EVER AGO für ordentlich Wirbel in der Indie- bzw. Songwriter-Szene sorgte, interessieren nun vor allem Sounds – und die Frage, wie man sie erzeugt. Auf diesen Ansatz kam Vernon durch die Analyse anderer Musiker: Beeindruckt haben ihn u.a. der Pianist Bruce Hornsby und Jazz-Ikone Charles Mingus. „Ich habe erforscht, warum genau ihre Platten so gut für mich klingen. Ich wollte einen Sound von Grund auf neu kreieren und mit ihm dann den Song aufbauen“, erklärt der Vollbartträger. Durch diese Methode entstand z.B. der durchdringende Gitarrenriff von ›Perth‹, dem Opener vom Zweitwerk BON IVER: „Da habe ich mit dem Fuzz-Effekt herumgespielt und versucht, eine richtig warme Verzerrung wie bei Neil Young hinzukriegen.“ Ist ihm gelungen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Liedermachern geht Justin Vernon beim Schreiben also nicht mehr vom Songtext aus, sondern von den sich anbietenden Klängen. Dabei darf alles ausprobiert werden: „Ich gehe ans Songwriting so heran, dass ich mir erlaube, alles zu tun, was mir in den Sinn kommt. Danach schaue ich dann, wie ich das Ganze zu­­sammenschneide. Es geht nicht so sehr darum, was man auf­­­­nimmt, sondern darum, wie man es zusammenfügt.“ Klingt nach Samples und HipHop – und genau da, bei seiner Kolloboration mit Kanye West, hat Vernon dieses Konzept aufgeschnappt: „Er ist willens, die verrücktesten Sachen in sei­­ne Songs zu integrieren. Sachen, die auf den ersten Blick gar nicht funktionieren. Mir kam es nicht so darauf an, wie er rappt, sondern wie er Regie führt.“

Neuigkeiten zu: The Dwarves

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DwarvesEsterS_3471_copyJubiläen werden in der Musikbranche normalerweise nicht nur begossen, sondern mit dem dazugehörigen Tamtam (z.B. Best-Of-Compilation und Geburtstagstournee) zelebriert. Bei den Dwarves, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern, verhält es sich jedoch anders, denn: Die Punkrock-Anarchisten haben sich seit eh und je dem Do-It-Yourself-Prinzip verschrieben und haben ergo kein gieriges Major-Label im Rücken, das mit einem lieblos zusammengestellten Sampler ein bisschen Kleingeld scheffeln möchte. Bandchef Blag Dahlia hat an den Jahrestag seiner Formation gedacht und gedenkt ihm im Infoschreiben an die Presse: mit 25 Fakten über die Dwarves, die unkundige Journalisten (noch) nicht wissen. Beispielswei-se wurden die Ostküstenmusiker einst aus einer Tour mit Motörhead geschmissen, weil sie sich ausgrechnet mit den Mädels vergnügt haben, die für das Vergnügen von Lemmy & Co. engagiert worden waren. Oder: Wegen ihrer obszönen Merchandise-Artikel verweigerte ihnen die Schweiz seinerzeit die Einreise (seitdem toleriert die Band keinen Käse mehr mit Löchern). Und: Die Bescheidenheit der Dwarves soll legendär sein. Wer‘s glaubt…

Statt einer Greatest Hits-Platte bringen die Dwarves zu ihrem Jubiläum ein reguläres neues Studioalbum heraus: Auf BORN AGAIN (welcher andere Titel hätte schon nach dem 2004er-Album THE DWARVES MUST DIE kommen sollen?) hat Dahlia sämtliche ehemalige bzw. temporäre Bandmitglieder versammelt: „Die Dwarves als eine Art Wu-Tang Clan – das schwebte mir vor“, erklärt der Frontmann das Konzept. „Ich fragte mich: Was passiert, wenn alle, die einmal in der Band waren, wieder zusammenkommen und Scheiße bauen?“ Die Rückkehr zum eklektischen Punkrock, der die Dwarves bekannt gemacht hat, passiert. Die Industrial- und HipHop-Experimente von THE DWARVES MUST DIE sind passé. So finden sich auf BORN AGAIN 18 Songs mit einer Gesamtspielzeit von nicht einmal 32 Minuten. „Ich wollte ein Album für Menschen mit einer modernen Aufmerksamkeitsspanne machen“, er-klärt Dahlia. „Die können es auflegen und auch wirklich durchgehend genießen. Die meisten Musiker machen Platten, von denen man einen oder zwei Songs mag – das ist der Unterschied!“ Womit wir wieder bei der legendären Bescheidenheit der Dwarves angekommen wären.

Neuigkeiten zu: Incubus

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Incubus 2011c @ Brantley GutierrezFünf Jahre nach LIGHT GRENADES und einer Auszeit voneinander haben sich die Kalifornier wieder zusammengerauft. Denn: Gemeinsam sind Incubus mehr als die Summe der einzelnen Teile.

„Wir waren nicht ausgebrannt“, erklärt Frontmann Brandon Boyd die lange Pause seiner Truppe. „Jedem von uns war viel­mehr klar, dass wir auf Abstand zu dem Monster gehen müssen, das wir erschaffen haben. Sonst hätte es uns aufgefressen.“ Gitarrist Mike Einziger betrachtet die Band nicht als Monster, sondern eher als Blase, die das Quintett vor dem wirklichen Leben abgeschottet hat. Und er gibt zu, dass Incubus sich in einer Sackgasse befanden: „Wir hatten all unsere Ziele erreicht: Als wir anfingen, wollten wir lediglich Platten aufnehmen und durch die Welt touren. Irgend-wann wurden wir sogar für die Grammys nominiert.” Die Rock-Ästheten hatten nichts mehr auf ihrer Liste stehen, das abzuhaken war. Sie. konnten sich nichts mehr beweisen. Es blieb nur der Urlaub vom Multi-Platinum-Act.

Einziger ging in dieser Zeit nach Harvard, wo er Musik und diverse Natur­wis­sen­schaften studierte, darunter Physik, Quan-tenmechanik sowie Human- und Evolu-tionsbiologie. Am meisten gebracht hat dem 34-Jährigen aber die theoretische Auseinandersetzung mit Tönen und Noten: „Ich habe meine gesamte Existenz darauf ausgerichtet, Musik zu machen, und musste erkennen, wie wenig ich tatsächlich darüber wusste. Aber ich habe Abhilfe geschaffen und Musikgeschichte und -theorie ge-büffelt. Man könn­te sein ganzen Leben darauf verwenden und trotzdem nicht alles wissen.”

Auch Kollege Boyd konn­te es nicht lassen, sich mit Musik zu beschäftigen: Er nutzte das Band­mora­torium für ein Soloalbum, auf dem er alle Instrumente selbst spielt. In den Vereinigten Staaten erschien das solide THE WILD TRAPEZE bereits 2010, seit Mai ist es auch hierzulande erhältlich.

Was Incubus letztendlich wieder zu-sammengeführt und ihr siebtes Studioal-bum IF NOT NOW, WHEN? hat aufnehmen lassen, war die Verbundenheit der Band­mitglieder unter­einander. Einziger um­schreibt es als „die Schwere unserer Freundschaft”. „Meine musikalische Bezie-hung zu Brandon dauert nun schon immerhin fast 20 Jahre”, so der Lockenkopf. „Klar sitzt so was tief.”

Text: Lothar Gerber

Live: Devotchka

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Devotchka

München, 59:1

Das Motto: Fiesta Americana.

Sollen wir hingehen? Oder machen wir uns lieber einen ruhigen Abend?“ Selten ist man so dafür belohnt worden, sich einen Ruck gegeben zu haben, wie beim Gig der live zum Quintett angewachsenen Devotchka. Die Band aus Denver, Colorado, verzückt über die Maßen. Nicht etwa, weil Frontmann Nick Urata unwiderstehliche Ansagen macht (macht er nicht), sondern weil die Chemie zwischen den Musikern am besten bei einem Head-liner-Konzert zum Tragen kommt. Kein Vergleich zu den Support-Gigs im Vorprogramm von Gogol Bordello im vergangenen Herbst. Dank eines Zeitrahmens, der dem reichhaltigen Devotchka-Sound keine Grenzen auferlegt, haben die Amerikaner genügend Raum, ihre Indie-Pop/Americana-Tracks behutsam aufzubauen und ein ums andere Mal in einen Mariachi-Rausch auswachsen zu lassen.

Text: Lothar Gerber

Live: Amplifier

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amplifier 2010München, Feierwerk

Allgegenwärtige Oktopusse und progressives Entertainment.

Für einen Montagabend werden heute erstaunlich viele Münchner ihrer Couch untreu: Rund 250 Fans lassen sich von den Schweinfurtern The Ghost Rockets anheizen und genießen die Mischung aus Beatsteaks-Punkrock und Space-Riffs. Weitaus schwelgerischer gehen Amplifier zur Sache. Die Manchester-Truppe startet mit ›The Wave‹ ins Set und geht direkt zu ›Interglacial Spell‹ über. Nach ›Planet Of Insects‹ kommt der Titelsong des neuen Albums THE OCTOPUS. Das Wappentier der Prog-Rocker ist heute omnipräsent. Überall ist die verschnörkelte Krake zu sehen, mehrfach auf dem Backdrop, auf den Verstärkern, auf den Instrumenten, sogar auf den Krawatten der Musiker. Fehlt eigentlich nur noch ein Meeres-Mikroständer…

Weitaus vielfältiger als die Optik gestaltet sich die Musik: Mal perlendflirrend, mal rau-drückend, mal vertrackt, mal markant-eingängig, Amplifier ziehen alle Register des Wortes „Abwechslungsreichtum“. Zudem sind die Vier um Sel Balamir (Gesang, Gitarre) gute Gastgeber. Selten eine Band gesehen, die einen derart introvertierten Sound macht, aber dennoch so locker für Unterhaltung sorgt. Nach dem Ende Sets wissen wir nicht nur, dass Amplifier ihren Sprung in die Selbständigkeit (ohne Label) gut überstanden haben, sondern auch, dass sie arm sind. Grund dafür: ein zu netter Manager und die Royal Bank of Scotland. Merke: Heuschrecken fressen offensichtlich gerne Oktupusse.

Text: Petra Schurer

Live: Black Country Communion

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Black country Communion 2011e @ Christie GoodwinMünchen, Theaterfabrik

Eines muss man Glenn Hughes lassen: Der einstige Deep Purple-Basser weiß, was er auf der Bühne zu tun hat. Oder glaubt es zu wissen: Keine Minute vergeht, ohne dass der 59-Jährige nicht irgendeine Pose einnimmt. Sei’s das weit aufgerissene Maul, der senkrecht in die Luft gereckte Bass oder die zwei Pommesgabeln, wofür sich der Brite regelmäßig in der Mitte der Bühne aufbaute. Vielleicht ist das auch eine Generationsfrage – dass Altrocker wie Hughes es als ihre Pflicht ansehen, live alles abzurufen, was man einst gelernt hat? Und dass langjährige Pur­ple-Fans genau dieses Gepose erwarten? Wer weiß.

Wie dem auch sei – auch seine drei Kollegen ro-cken die Münchner Theaterfabrik und geben alles. Allen voran: Joe Bonnamassa. Der New Yorker ist neben Hughes klar der Tonangeber dieser Allstar-Formation. Riff um Riff und Solo um Solo haut der Blues-Gitarrero raus, dass es eine wahre Freude ist, den Ausnahmekönner aus nächster Nähe zu beäugen. Jason Bonham wiederum trommelt solide und punktgenau, vom genialen Drumming seines Vaters ist der Glatzkopf allerdings doch ein Stück entfernt. Wäre man darauf aus, einen Fremdkörper innerhalb BCC auszumachen, fiele die Wahl unweigerlich auf Derek Sherinian. Die Sounds, die der einstige Dream Theater-Keyboarder erzeugt, sind unter dem druckvollen Groove-Rock von Hughes, Bonnamassa und Bonham oft kaum wahrzunehmen. Einzig bei einigen Intros oder seinem eindrucksvollen Orgelsolo erklingen die Etüden des 44-Jährigen in voller Lautstärke.

Alles in allem hält das Quartett jedoch, was sein Ruf verspricht – und liefert eine kraftvolle Live-Show ab. Zu hören gibt’s sechs Stücke vom Debüt (darunter das rasante ›Black Country‹, das grandiose ›Beg­garman‹ sowie das epische ›Song Of Yesterday‹), acht Titel vom Nachfolger 2 (u.a. den Heavy Rocker ›Crossfire‹, das an Lep Zeppelin erinnernde ›The Battle For Hadrian’s Wall‹ und den Blues-Hammer ›I Can See Your Spirit‹) sowie den Bonnamassa-Song ›The Ballad Of John Henry‹ als auflockernde Einlage. Mit dem besten Lied des Abends entlassen Hughes & Co. ihre Fans dann in die Münchner Sommernacht. Ironischerweise stammt es gar nicht von Black Country Communion selbst: ›Burn‹ ist be-kanntlich von Deep Purple.

Text: Lothar Gerber

Neuigkeiten zu: Premonition 13

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premonition 13Nicht genug, dass Scott „Wino“ Wein-rich in der Vergangenheit mit Bands wie The Obsessed, Saint Vitus oder The Hidden Hand seinen Beitrag zur Doom-Geschichte geliefert hat. Neben seiner All-Star-Gruppe Shrinebuilder und nur einige Monate nach Veröffentlichung seines Akus-tik-Soloalbums ADRIFT hat der Akkordarbeiter im Juni das erste Album seiner neuesten Baustelle Premonition 13 vorgelegt. Mit dabei: Winos langjähriger Freund und Gitarrist Jim „Sparky“ Karow sowie der ehemalige Ostinato-Drummer Matthew Clarke. „Jim und ich haben vor Jahren bei einer interessanten Unterhaltung über mesoamerikanische Kulturen und Magnetismus erkannt, dass wir einiges gemeinsam ha-ben“, erzählt Wino. „Wir begannen zu jammen, woraus am Ende Premonition 13 entstand.“ Auch Matthew sei ein großartiger Typ. „Als wir ihn fragten, ob er unser Drum-mer werden wolle, sagte er direkt zu. Es ist eine richtige Band, nicht nur ein Projekt.“

Eine Band, die frei übersetzt auf „Die 13. Vorwarnung“ hört – was nicht gerade von rosigen Zeiten kündet. „In einigen Kulturkreisen ist die 13 aber durchaus eine positive Zahl“, widerspricht Wino. „So ge-sehen bin ich guter Hoffnung, was die Zukunft der Band betrifft.“

Diese Gemütslage hat sich auch auf das Album niedergeschlagen: Neben dem obligatorischen Doom-Sound (›La Hechicera De La Jeriga‹) gibt es darauf auch Punkrock (›Deranged Rock‘n‘Roller‹) und Psychedelic-Nummern á la ›Peyote Road‹.

Wino beschreibt den Klang des Albums als „sehr erhebend“, was daran liegen mag, dass die Stücke in der kalifornischen Wüste komponiert wurden. „Es ist einfach eine positive Gegend, ein wirklich guter Ort zum Schreiben“, so Wino, der deswegen aber noch lange keine heile Welt besingt: „Wie bei The Hidden Hand prangern wir Missstände an, die noch immer nicht aus der Welt geschafft sind. Uns geht es dabei nicht um Verschwörungen, sondern um reale Dinge: um soziale Ungerechtigkeit und Fragen der Menschlichkeit.“

Darauf angesprochen, wie Wino es nur schafft, ständig neue Projekte aus dem Hut zu zaubern, gibt sich der US-Amerikaner bescheiden. „Wann immer sich die Gelegenheit für eine weitere Band ergibt, mache ich mit“, lacht er. „Eigentlich ist bei mir gar nicht so viel los. Man darf nicht vergessen, dass Premonition 13 und Shrinebuilder keine Vollzeitbands sind.“

Neben besagten Kapellen steht bei Wino in Kürze auch eine gemeinsame Platte mit Singer/Songwriter Connie Ochs auf der Ta-gesordnung. „Das wird ein Spaß“, freut sich der 49-Jährige, für den derzeit aber Premonition 13 Priorität haben: „Wir suchen nach einem festen Bassisten, der nicht nur ein guter Techniker, sondern auch ein Gleichgesinnter ist.“ Schließlich wollen Wino und Co. noch in diesem Jahr die deutschen Bühnen berocken.

Text: Paul Schmitz