Mehr

    Live: Black Country Communion

    -

    Live: Black Country Communion

    - Advertisment -

    Black country Communion 2011e @ Christie GoodwinMünchen, Theaterfabrik

    Eines muss man Glenn Hughes lassen: Der einstige Deep Purple-Basser weiß, was er auf der Bühne zu tun hat. Oder glaubt es zu wissen: Keine Minute vergeht, ohne dass der 59-Jährige nicht irgendeine Pose einnimmt. Sei’s das weit aufgerissene Maul, der senkrecht in die Luft gereckte Bass oder die zwei Pommesgabeln, wofür sich der Brite regelmäßig in der Mitte der Bühne aufbaute. Vielleicht ist das auch eine Generationsfrage – dass Altrocker wie Hughes es als ihre Pflicht ansehen, live alles abzurufen, was man einst gelernt hat? Und dass langjährige Pur­ple-Fans genau dieses Gepose erwarten? Wer weiß.

    Wie dem auch sei – auch seine drei Kollegen ro-cken die Münchner Theaterfabrik und geben alles. Allen voran: Joe Bonnamassa. Der New Yorker ist neben Hughes klar der Tonangeber dieser Allstar-Formation. Riff um Riff und Solo um Solo haut der Blues-Gitarrero raus, dass es eine wahre Freude ist, den Ausnahmekönner aus nächster Nähe zu beäugen. Jason Bonham wiederum trommelt solide und punktgenau, vom genialen Drumming seines Vaters ist der Glatzkopf allerdings doch ein Stück entfernt. Wäre man darauf aus, einen Fremdkörper innerhalb BCC auszumachen, fiele die Wahl unweigerlich auf Derek Sherinian. Die Sounds, die der einstige Dream Theater-Keyboarder erzeugt, sind unter dem druckvollen Groove-Rock von Hughes, Bonnamassa und Bonham oft kaum wahrzunehmen. Einzig bei einigen Intros oder seinem eindrucksvollen Orgelsolo erklingen die Etüden des 44-Jährigen in voller Lautstärke.

    Alles in allem hält das Quartett jedoch, was sein Ruf verspricht – und liefert eine kraftvolle Live-Show ab. Zu hören gibt’s sechs Stücke vom Debüt (darunter das rasante ›Black Country‹, das grandiose ›Beg­garman‹ sowie das epische ›Song Of Yesterday‹), acht Titel vom Nachfolger 2 (u.a. den Heavy Rocker ›Crossfire‹, das an Lep Zeppelin erinnernde ›The Battle For Hadrian’s Wall‹ und den Blues-Hammer ›I Can See Your Spirit‹) sowie den Bonnamassa-Song ›The Ballad Of John Henry‹ als auflockernde Einlage. Mit dem besten Lied des Abends entlassen Hughes & Co. ihre Fans dann in die Münchner Sommernacht. Ironischerweise stammt es gar nicht von Black Country Communion selbst: ›Burn‹ ist be-kanntlich von Deep Purple.

    Text: Lothar Gerber

    Vorheriger ArtikelNeuigkeiten zu: Premonition 13
    Nächster ArtikelLive: Amplifier

    Kommentieren Sie den Artikel

    Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
    Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

    Das Neueste

    AC/DC: Foto-Leak als Hinweis auf Reunion?

    Ein unabsichtliches oder kalkuliertes Versehen? Von der aktuellen Formation von AC/DC sind kürzlich Fotos im Internet...

    Old But Gold: Jack Black und Jimmy Fallon mit ›More Than Words‹-Parodie

    Seht hier das urkomische Video-Remake zu Extremes ›More Than Words‹ von Jack Black und Jimmy Fallon. Jimmy Fallon, der...

    Video der Woche: Lita Ford mit ›Kiss Me Deadly‹

    Ein Rückblick auf den Größten Hit von Geburtstagskind Lita Ford. Lita Ford wird...

    The Flying Burrito Brothers: Konträre Cowboys

    Die psychedelischen Outlaws The Flying Burrito Brothers verbanden Rock mit Country. Damit ebneten sie den Weg für...
    - Werbung -

    Review: Ace Frehley – ORIGINS VOL. 2

    Space-Ace-Truckin' Wenn das Label befiehlt, dann macht der liebe Ace halt hinne, auch...

    The Jimi Hendrix Experience live: Fehmarn (04.–06.09.1970)

    Schlamm, Regengüsse und Bad Vibes: Excuse me while I kiss the sky! Es...

    Pflichtlektüre

    AC/DC: Allstar-Truppe covert ›Highway To Hell‹

    Mitglieder von Korn, Airbourne, Five Finger Death Punch, The...

    AC/DC: Geheime Aufnahmen von Proben mit Axl aufgetaucht

    Hört hier einige Aufnahmen, von denen ausgegangen werden darf,...
    - Advertisement -

    Das könnte dir auch gefallenÄHNLICH
    Für dich empfohlen